Wieviel Populismus verträgt die Linke?

Das fragte sich auch Jürgen Elsässer auf einer Veranstaltung am gestrigen Montag in Berlin. Ich war glücklicherweise nicht, wer weiß, ob ich Elsässers Antwort „Soviel wie möglich“ und sein Rezept „Rückbesinnung auf Patriotismus/Nationalismus“, „positive Wiederbesetzung der ,nationalen Frage´“ still hätte ertragen können. Dieser Mann entfernt sich in Riesenschritten von allen linken, revolutionären Positionen. Falls stimmt, was im unsäglich beschissenen, weil sich nicht klar gegen Elsässer positionierenden Artikel steht, nämlich das Elsässer gegen das Finanzkapital argumentiert, weil dieses die Arbeitskraft nicht ausbeute, sondern von Spekulationen profitiert, dann verliert der Kerl noch mehr in meinem Ansehen. Die DKP-nahe „Marx-Engels-Stiftung“ hatte mir der thematischen Ausrichtung der Vorträge und ihrer Einladung zur Konferenz „Die Linke und die Nation“ die Richtung eigentlich schon klar vorgegeben. Ich zitiere aus dem Artikel:

»Das gebrochene oder ungeklärte Verhältnis zur eigenen Nation« sei eine »wichtige Ursache für die Schwäche der Linkskräfte in unserem Lande«, so die Einladung für die Konferenz »Die Linke und die Nation«, die im ND-Gebäude am Franz-Mehring-Platz stattfand.

Na dann ist ja alles klar. Wenn genügend dumpf, reaktionär und populistisch dahergefaselt wird, wird das schon was werden mit dem „Kommunismus“ der DKP. Anstatt linke Antworten zu finden, die Rechten übernehmen.

Wen interessiert, was ich von Staat und Nation halte und ob ich auch an „progressive Staaten“ im Sinne Elsässers glaube, der kann in der Linkliste „Was ist Nationalismus?“ anklicken. Der Text wurde mir von MPunkt empfohlen und ich finde den sehr gut.

Wieviel Populismus verträgt die Linke? Gar keinen.


4 Antworten auf “Wieviel Populismus verträgt die Linke?”


  1. 1 kojack 02. Oktober 2007 um 14:31 Uhr

    Kojack

    hier eine subjektive Ansicht eines geschädigten Zuhörers der vor Ort war :-D

  2. 2 Administrator 02. Oktober 2007 um 16:31 Uhr

    Hab ich schon gesehen und Trackback hingeschickt. Grausam, wirklich grausam. Ich werd mich kundig machen, wie ich eine Umfrage einbinden kann und versuchen zusammen mit den Besucher_innen dieses Blogs herauszufinden, wo es Jürgen Elsässer hinverschlagen wird; NPD, eigen NatzBol-Partei, HAMAS, CDU, militanter Flügel der PDS…

    P.S.: Entschuldigung für die Beleidigung, scheinst ja doch ganz okay zu sein.

  1. 1 Jürgen Elsaesser schmiedet die Volksfront « Raumzeit Pingback am 20. Oktober 2007 um 18:35 Uhr
  2. 2 Antiimperialistische Querfront für den deutschen Kapitalismus! « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 15. Januar 2009 um 14:10 Uhr
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