Vom Bier zu Deutschland…

…und von dort aus in die Blogroll. Die Gruppe „Versus“ aus Tübingen scheint mir auf den ersten Blick ganz okeh zu sein. Ihren Text „Ohne Werte – keine Werte. Vom Fanatismus, Werte zu begründen
Vom Bier zum Vaterland“
finde ich schonmal gut, zumal eine willkommene Vorbereitung für eine tiefere Beschäftigung mit dem Thema, Moral, Werte und so weiter.

[…] Die eindeutige Botschaft in Sachen Volkserziehung ist auf fruchtbaren Boden gefallen – kein Wunder! Hat die
Bundesregierung diesen Boden doch selbst bereitet. Der Aufruf zu mehr Werte-Bewusstsein war ja nicht in den
luftleeren Raum gesetzt, sondern nichts anderes als ein Interpretationsangebot für die Lage, in die die Regierung
die Bürger gebracht hatte. Wie kann man ein freier, sich selbst verwirklichender und nur sich selbst
verantwortlicher Bürger bleiben trotz Armut, Arbeitslosigkeit und Kriegsgefahr? Indem man so tut, als habe man
den erzwungenen Verzicht selbst gewählt und eben die anständige Bescheidenheit, die man dank beschränkter
Mittel zeigen muss, als hohes Menschentum aus freien Stücken ergriffen.
Die Welt der Wissenschaft sieht bei solcher geistig-moralischer Erneuerung ihre verantwortungsvolle Aufgabe
nicht etwa darin, zu sagen, was gespielt wird, wenn derlei hohes Menschentum ausgelobt wird. Nein, die
Wissenschaft versteht ihren Auftrag ganz richtig, wenn sie sich auch bei dieser von oben verlangten Haltung um
den Schein einer Begründung bemüht.

www.sozialistischegruppe.de/hefte/2005/Bier_Vaterland.rtf