Gegen das Vergessen: Johann Willhelm Trollmann

Der Titel sagt eigentlich alles, noch nen Zitat. Dann ist alles klar. Die Umstände seines Todes finde ich auch sehr tragisch.

Deutsche Boxer tanzen nicht. jW.

[…]
Trollmann, der heute vor hundert Jahren in Hannover geboren wurde, war zwei Jahre jünger als Max Schmeling und in der Weimarer Republik fast ebenso berühmt wie sein Kollege aus der Schwergewichtsklasse. Wenn Trollmann boxte, kamen die Leute scharenweise.
[…] Trollmanns Pech: Er war Sinti und damit immer wieder rassistischen Schikanen von Presseleuten und Verbandsfunktionären ausgesetzt.

Der Tanz von Trollmann.. heise.

Es war ein gespenstisches Schauspiel, das sich am 21. Juli 1933 dem betreten schweigenden Publikum in der [extern] Berliner Bockbrauerei bot. Deutschlands bester Boxer im Halbschwergewicht stand breitbeinig, festgewurzelt wie eine deutsche Eiche, inmitten des Rings; Körper und Gesicht hatte er mit Mehl bestäubt, um den dunklen Teint zu überdecken, die schwarzen Haare hatte er wasserstoffblond gefärbt. Als groteske Karikatur eines „arischen Kämpfers“ war [extern] Johann Wilhelm Trollmann in den Ring geklettert, um die wuchtigen Schläge seines Gegners auf sich niederprasseln zu lassen. Fünf Runden lang hielt er fast regungslos den Hieben des späteren Europameisters [extern] Gustav „Meister“ Eder stand: Er ließ sich blutig schlagen, bis er zusammenbrach.

Mit der „Grandezza eines großen Tragöden“ (Michael Quasthoff) hatte der am 27. Dezember 1907 nahe Hannover geborene Trollmann, den seine Sinti-Familie Rukelie nannte, seinen letzten großen Kampf als Verhöhnung des NS-Rassenwahns inszeniert. […]