Archiv für Dezember 2007

Wir sind Marx!

Papst Benedikts Lob des Kommunismus. Js.

Finden ernsthafte Diskussionen um Alternativen zum Bestehenden also nur links von den Etablierten statt? Im Prinzip ja. Aber unverhofft mischt sich jetzt jemand in die Debatte, der bislang als reaktionärer Hardliner galt: Josef Ratzinger alias Papst Benedikt XVI. Mit seiner jüngst veröffentlichten zweiten Enzyklika „Spe salvi facti sumus“ („Auf Hoffnung hin sind wir gerettet“) verblüffte er Gläubige wie Ungläubige gleichermaßen. Sein Text, schreibt Alexander Smoltczyk, Spiegel-Korrespondent in Rom, „liest sich passagenweise wie eine Tübinger Vorlesung aus den späten Sechzigern. Der Papst zitiert die Väter der Revolte, Marx und Engels, Kant, Horkheimer und Adorno, und bisweilen klingt er wie der alte Philosoph des ,Prinzip Hoffnung`, Ernst Bloch, vermischt mit einer Dosis New Age.“ (Spiegel Online, 30.11.07)

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Anschiss macht mich traurig

kneipentage im bett.

Christmas in the Stars

Alles wird verwertet, alles wird Ware und aus allem muss noch Kapital geschlagen werden. Der Kapitalismus kennt kein Erbarmen. Da liegt ein etwas schon tot am Boden, zerfetzt, gefleddert, kaum noch wiederzuerkennen, gefallen auf den Schlachtfeldern des Marktes, da stürzen sich schon wieder dunkle Gestalten auf das geschundene Wesen, um mit den bloßen Händen noch etwas aus dem Körper unseres Subjektes hervorzuwühlen.

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Vom Bier zu Deutschland…

…und von dort aus in die Blogroll. Die Gruppe „Versus“ aus Tübingen scheint mir auf den ersten Blick ganz okeh zu sein. Ihren Text „Ohne Werte – keine Werte. Vom Fanatismus, Werte zu begründen
Vom Bier zum Vaterland“
finde ich schonmal gut, zumal eine willkommene Vorbereitung für eine tiefere Beschäftigung mit dem Thema, Moral, Werte und so weiter.

[…] Die eindeutige Botschaft in Sachen Volkserziehung ist auf fruchtbaren Boden gefallen – kein Wunder! Hat die
Bundesregierung diesen Boden doch selbst bereitet. Der Aufruf zu mehr Werte-Bewusstsein war ja nicht in den
luftleeren Raum gesetzt, sondern nichts anderes als ein Interpretationsangebot für die Lage, in die die Regierung
die Bürger gebracht hatte. (mehr…)

Ein weiterer Artikel zum Kongress

Wertlose Scheinradikalität. Wenn von Klassen und gesellschaftlichen Konflikten, an denen sich radikale Kritik entzünden könnte, nicht die Rede ist, wird der Kampf »ums Ganze« zur Farce. von felix baum

[…] Dass die Konferenz einiger linker Gruppen, die sich im Anschluss an den Prozess gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm gewissermaßen nachträglich um theoretische Klärung bemühen will, einen Schritt in diese Richtung darstellt, muss nach Lage der Dinge bezweifelt werden. Der Aufruf jedenfalls zeugt von großer Konfusion: Wo es höchst allgemein und unverbindlich um die »Bestimmung politischer, sozialer, ökonomischer und struktureller Prozesse im Kapitalismus« geht – struktureller Prozesse! – und ein »Ansatz« den nächsten jagt, ist Aufschluss über die gegenwärtige Situation nicht zu erwarten. (mehr…)

Michael Heinrich zum „UmsGanze“-Kongress

Eingreifen, aber nicht belehren! Die Kritik an den Voraussetzungen der eigenen Kapitalismusanalyse ist die Voraussetzung aller Kritik. Es kommt aber auch darauf an, die Kritik in die Tat umzusetzen.

Das Label »Wertkritik« wurde vor allem von Ro­bert Kurz und der Zeitschrift Krisis benutzt. Die­se Position schließt die Betonung der sachlichen Herrschaft des Werts mit einem fragwür­digen Tech­nikdeterminismus zusammen: Die »mi­kro­elektronische Revolution« führe dazu, dass dem Kapital die »Wertsubstanz« ausgehe. Daher sei die unvermeidliche Zusammenbruchskrise schon in vollem Gange, auch wenn man das nicht so richtig sehen könne, da dieser Zusammenbruch immer wieder durch andere Faktoren verdeckt werde. (mehr…)