Archiv für März 2008

Wir wollen die Leute aufhetzen.

Und die andere ist: Die Menschen sehen es doch nicht ein, also geht es um Manipulationen zum Guten. Und auf dem Feld – Manipulation zum Guten – gibt es jetzt 1000 Ideen. Die eine Idee heißt: Man muß Erfolg haben, dann traut man sich. Jetzt wird es offen: Man muß den Menschen nett kommen, dann glauben sie an einen auch in einer anderen Frage. Hat die Linke alles ausprobiert! Man muß ein Nicaragua-Solidaritätsfest machen, dann gehen die Leute hin, weil da Salsa geboten wird. Dann sind sie für Nicaragua, aber nur weil dort Salsa geboten worden ist. Dieselben Leute, sagt jetzt der, der das verteidigt, würden nicht hingehen, wenn du sagst, was die Amerikaner mit Nicaragua veranstalten, dann würden Sie sagen, da bleibe ich daheim. Also ist es politisch nützlich, wenn sie zu einem Nicaragua-Solidaritätfest gehen. Da haben sie Salsa gehört und haben glatt den Linken den Gefallen getan, zu sagen, das war jetzt Nicaragua Solidarität. Gebracht hat es außer einem Abend mit Vergnügen nichts, außer einem gewissen Selbstbetrug der Linken, sie hätten Leute hinter sich, die sie mit Salsa locken mußten, und tatsächlich noch mit etwas anderem: einem szenenmäßigem Selbstbewußtsein, das man oppositionell sei, wenn man Salsa tanzt, weil der Anlaß Nicaragua gewesen ist. Alles jetzt Überlegungen, Fortsetzungen des Gedankens, sie kommen alle aus: Man muß den Königsweg zum Gewinnen der Leute – das Gewinnen für den Umsturz, den man vorhat – noch auf anderen Feldern suchen, als auf dem der Aufklärung.
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Autonome Jugendantifa Bernau [AJAB] löst sich auf.

„Last exit – first step – Die beste Auflösungserklärung aller Zeiten“

Endlich! Endlich habe ich es geschafft, dieses wunderbare Papier durchzulesen. Ich kann zwar von mir sagen, dass ich das Originalposting auf Indymedia noch „frisch“ sah, allerdings war es mir viel zu lang und naja es war nur eine Auflösungserklärung und außerdem waren das ja Antideutsche…skip.
Die offensichtliche Beschäftigung der Autor_innen mit der Freudschen Psycho-Analyse macht das gute Stück besonders lesenswert und – natürlich – der Wortwitz und die Sprachbeherrschung der Bernauer. Es macht einfach Spaß und wenn dann auch noch Anekdötchen über den Alltag reisender Halunken eingestreut werden…

Meine Lieblingsstellen:

Ohne Freud kein Über-Ich und ohne Über-Ich keine Freude

Der folgende Schritt vorwärts war nicht wie bei Lenin in Wahrheit zwei zurück. Er war dennoch eher eine Flucht nach vorn, bei der man alles stehen und liegen lässt und nur das Nötigste mitnimmt, was aber schlechthin bedeutete, dass des Pudels Kern erhalten blieb. Schnell lernten wir, dass obwohl wir Parolen wie `Nie, Nie, Nie wieder Deutschland` mittlerweile mit einer unglaublichen Sensibilität zu intonieren perfektioniert hatten, längst noch keine Antideutsche waren. Dafür musste man, so erfuhren wir bald, erst die Bahamas lesen, sein Outfit aufrüsten und anstatt pogen zappeln gehen. Zum Glück konnten wir aber unsere Carhartt-Hosen, Sonnenbrillen, Caps und Windbreaker behalten, wobei festzuhalten ist, dass wir einige dieser Szenecodes aus unterschiedlichen Gründen noch heute mit uns herumschleppen und sie uns an die süße Sucht nach Identifikation erinnern, wie das Steißbein den Menschen daran, dass er vom Affen abstammt.

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Form vor Inhalt.

Naja, es läuft eigentlich wie immer, immerhin werden Kommunist_innen und solche, die es werden wollen (bzw. sein) etwas zu lachen haben und eine Mutprobe, schließlich wird es ein sehr belastendes Erlebnis werden, sich den „Karl-Marx-Film“ anzuschauen. Immerhin, er erscheint nicht im Kino, nur auf DVD.
Anscheinend sollen verschiedenste „Größen“ interviewt werden, fast alle sind SozialdemokratInnen oder CDUlerInnen, nur einmal kommt jemand zu Wort, der von sich behaupten kann, Marx studiert zu haben, der hat ihn aber leider nicht verstanden und das blödeste, was Modrow zum Marx einfällt ist, dass er „ein großer Deutscher“ gewesen sei.

Naja, was will mensch auch erwarten, setzt sich der Film doch nicht mit Marxs politischen Analysen auseinander anders, sondern sucht den Grund für sein „Rebellentum“ (so lässt sich das wohl zusammenfassen) in Umzügen, Lebensniederlagen und so weiter und so fort.

So schlecht der wahrscheinlich auch ist, er inspirierte mich zu einer großen, besseren Film-Idee:
Ein GSP-Groupie mit Antifa-Sozialisation verzweifelt herzergreifend am Grabe von Marx über die Idiotie der linken Szene. Wie in „Karate Tiger“ macht sich der Geist des großen Mentors (also nicht Bruce Lee) jetzt auf, dem Jüngling Wissen über seine „Kunst“ zu vermitteln. Am Ende ist der Bengel dann der große Marxologen-Checker, is nur noch die Frage, was das Turnier am Ende ersetzt, wo Jean Claude van Damme zerfetzt werden musste. Vielleicht der UG-Kongress, Part II?

Dieses Bild ist am Assoziationsspielchen schuld.

„Es regnet Kaviar“

Über die politische Seite der Veranstaltung habe ich mir noch nicht so wirklich Gedanken gemacht, aber als mir der Link geschickt wurde und ich „St. Pauli“, „Es regnet Kaviar“ und „Punk-Rave“ gelesen habe, hatten sie mich schon, die Zecken. Und der Flyer sieht auch geil aus. Andererseits bleibt die Frage, wie und warum mensch sich einem Prozess der Aufwertung von Wohnbezirken in den Weg stellen kann. Es ziehen mehr reiche Penner in den Bezirk und die Mieten werden teurer. Die ärmeren können sich das nicht lange leisten und ziehen halt weg. Das ist Kapitalismus, würde ich sagen und ohne eine umfassendere Kritik dieser Gesellschaft bleibt „Scheiss Gentrification“ einfach nur zahnlos.

Achso, worum geht es eigentlich? Ein politisches Straßenfest gegen Gentrifizierung am 05. April in Hamburg (Scheiß-Stadt, egal). Ein Flyer wie ein Brett.
Lest selbst. Hört selbst.

Wendy.

Blogroll und Termin.

Nach dem Blogroll- und erste-Seite-Scan scheint mir „Attacke“ ein ganz cooler Mensch zu sein und hat es somit in meine Blogroll geschafft.

Außerdem möchte ich einen Termin empfehlen. Via.

Wir laden euch herzlich dazu ein, die Seminare zu besuchen und interessante Diskussionen zu führen.

Es bleibt dabei: Die Analyse und die theoretische Bildung bleiben das Fundament für das praktische Engagement.

Programm:

Peter Decker (Redaktion GegenStandpunkt):
Demokratischer Rechtsstaat und Faschismus – Gegensatz oder Zwillingspaar?

Ist der Faschismus ein unerklärlicher und grundloser Absturz aus den Gefilden seriöser Politik und ein Verbrechen gegen die deutsche Nation? Oder ist er eine alternative Variante, Staat zu machen, die im kapitalistischen Staat und dem von ihm diktierten Leben der Nation immer wieder ihre Basis und ihre Gründe findet?

Phase2 – Zeitschrift gegen die Realität:
Rassismus, Antisemitismus und die gesellschaftliche Basis des Naziproblems

1. Was bestimmt den inhaltlichen Konsens auf den sich die Nazis berufen können?
2. Woher kommt die Übereinstimmung zwischen Nazis und weiten Teilen der Gesellschaft?
3. Wie ist das eigene Verhältnis zur Ideologie der Nazis?
4. Was für Möglichkeiten gibt es gegen das gesellschaftliche Problem vorzugehen, von dem die gewalttätigen Nazis nur ein Ausdruck sind?

Jimmy Boyle Berlin (Junge Linke gegen Kapital und Nation):
Blut, Boden, (Reichs-)Mark

Was störte Faschisten am Kapitalismus? Wie wollten und wollen sie Ökonomie einrichten – und was ist “sozialistisch” an ihrem Nationalen Sozialismus? Bonustrack: Was ist dran an der Vorstellung, dass Arbeitslosigkeit Leute zu Faschisten werden lässt?”

Ex-Proletarisches Komitee Berlin:
Antifaschismus statt Klassenkampf?

Kann Antifaschismus als Ideologie mehr sein als die Verteidigung des bürgerlich-demokratischen kapitalistischen Normalzustands? Wie kann das Vakuum, dass die bürgerlichen Parteien hinterlassen gefüllt werden?

Veranstalter: Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB)

Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte | Greifswalder Str.4
Nähe U-BHF Alexanderplatz | Tram-Station “Am Friedrichshain”

Ich wäre nicht Wendy, wenn es hierzu nicht noch einen tollen, wahrscheinlich recht unbekannten Song geben würde, der wahrscheinlich das theoretische Niveau weiter Teile der Antifa-Szene hervorragend widerspiegelt und, nebenbei gesagt, noch richtig gut treibt:

Findet den Witz.

Findet den Witz.

Scheiß auf Tibet.


Nur wenn man sich mit terroristischer Gewalt auf die Weltbühne bombt, wird man irgendwann als politischer Verhandlungspartner akzeptiert.

Wär´ ich Staatsfan würde es jetzt noch: „Straßenschlacht in Lhasa – Die Panzer sind die Antifa“ geben. Denkt mal drüber nach.

Scheiß auf Tibet.

Bau ich nochmal aus, wenn ich Zeit habe.

Ich nehm´ mal an, diese Wahl war nicht sonderlich anonym.

Falls es durch die Formatierung unleserlich: „Bist du mit der wiedervereinigung Österreichs mit Deutschen Reich einverstanden (groß) und stimmst du für die Liste unseres Führers Adolf Hitler (sic!)?“

Stellt euch vor… es ist Krieg!

Als vor kurzer Zeit ein Mitglied der Hisbollah-Miliz bzw. -Partei durch einen israelischen Autobombenanschlag getötet wurde – und natürlich wie immer die Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung äußerst gering war – da jubelten die „antideutschen“ Kriegsbeobachter_innen und gratulierten dem Mossad zu seinem Kriegserfolg. Das war natürlich weder „boshaft“, noch „barbarisch“, weder die unsanfte Ermordung des schiitischen Paramilitärs, noch die zähnebleckende Freude der aushilfszionistischen Jugend.
Schon erstaunlich, wie immer nur die heroischen Seiten des Krieges hervorgekehrt werden und sich über die unerfreulichen Sachen Schock und fassungslose Überraschung breitmachen… aber das ist keine Übung, die von unseren Blödianen erfunden wurde.
Nun ja: Die Hisbollah scheint ihren Mann gerächt1 zu haben, 9 Kinder und Jugendliche sind tot, es gibt zwischen einem und drei Dutzend Verletzte2.
Wer jubelt nun? Zumindest die Hamas hat den Anschlag angeblich „als natürliche Reaktion“ auf die blutige und brutale „Offensive“ Israels in Gaza bezeichnet.

So ist das eben, wenn Krieg ist. Es sterben Menschen auf beiden Seiten. Innerhalb eines Monats hat es also weit über 200 PalästinenserInnen erwischt, einen Fundamentalisten, 9 israelische Kinder und einen Attentäter.

Es ist Krieg, Leute. Kein Krieg um hohe Ideale oder gar für das Überleben möglichst vieler jüdischer Menschen (nach Definition des israelischen Staates und Selbstdefinition).
Macht, Einfluss, Territorium, wie immer. Die Vertreter, die die Leute, die seit Jahrzehnten mit den israelischen Staatszwecken in Konflikt geraten, sich ausgesucht haben, um (vermeintlich) ihre Interessen auszufechten sind natürlich auch um keinen Deut besser.

Keine Positionierung. Danke.

  1. Die Verantwortung für die Bluttat übernahm ein Kommando, in dessen Name auch der Name des getöten Milizionärs vorkommt. [zurück]
  2. Unappetlich, aber entlarvend: Vor dem Anschlagsort skandierte ein rassistischer Mob „Tötet die Araber!“. „Noch größere Shoah“? [zurück]

Matthieu H.


Da joedäsche Charrakter, das äst de joedäsche Mehrhait! Wenn wär ain Äsrrael haetten, was vom Mättelmea bäs nach Kaschmär rraichen woerden, waerrre de joedäsche Mehrhait verlorrren, das Selbstbestämmongsrrrecht da Voelka ([!], ain demokrratäsches Recht des änternatäonalen Rechts), waerrre dahän ond Äsrrael waerrre ärgendetwas, nor eben kain joedäscha Staat mehr, da nächt mehr äm Stande waerrre, joedäsches Leben we kain anderra Staat auf da Erde zo schoetzen!

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