Backe, backe, Kuchen

[…] Zum Schluss (sic!) gab es noch eine kurze Diskussion über die Zielsetzung der Aktionstage. Die Fragen : Was soll hängen bleiben? Was wollen wir vermitteln? wurden ansatzweise damit beantwortet, dass mensch den politischen Anspruch von Aktionen stärken muss (also nicht ständig irgendwie auf der Straße oder sonstigen Freiräumen Party feiern, zu viel Alkohol/Drogen konsumieren etc) , und dass mensch Konsum- und Alibiverhalten ( sich bei einer Soli-Party wegzuhauen ist keine politische Aktion!) ablegen muss.
Es waren sich alle einig, dass wir (wieder) in die Offensive gehen müssen.
An diesem Punkt wurde auch diskutiert, dass „illegale“ Aktionen, bzw. solche, die knapp an der Grenze der „Legalität“ sind, nicht immer klandestin vorbereitet/durchgeführt werden sollen. Als Beispiel wurde die G 13 Aktion in Kopenhagen genannt. Mit der Heimlichtuerei kriminalisieren wir uns letztlich selbst, und erreichen nicht viele Menschen; im zweifelsfall bekommen es nur die Bullen mit.

Vielleicht ist „sich auf einer Soli-Party weghauen“ auch einfach nur eine der vielen Antworten auf den alltäglichen Wahnsinn der linken Bewegungsidiotie.

„Und warum? Nur für den Kick, für den Augenblick?!“ (TicTacToe – „Warum?“)


20 Antworten auf “Backe, backe, Kuchen”


  1. 1 besserscheitern 29. April 2008 um 8:58 Uhr

    „Es soll noch eine „Leerstandsliste“ und ein Stadtplan erstellt werden, der „schöne“ Orte, wie z.B. Freiräume, und „hässliche“ Orte, wie z.B. Immobilienmaklerbüros, beinhaltet.“ :D

    Dafür haben die sicher auch wieder fünf Stunden pleniert und reichlich Club Mate getrunken und Selbstgedrehte geraucht.

  2. 2 coretex 29. April 2008 um 21:53 Uhr

    könntest du die begrifflichkeit „linke bewegungsidiotie“ ausführen oder definieren, wieso dies eine idiotie ist?

  3. 3 Wendy 29. April 2008 um 22:27 Uhr

    @besserscheitern: „Is doch wichtig!“

    coretex: Bewegung um der Bewegung willen, es wird keine Sekunde darüber nachgedacht, warum und mit welcher Perspektive hier überhaupt ge“kämpft“ wird. Denk´ doch mal an den peinlichen Aktivismus der „AN“… In diesem Fall machen aber Linke den Quatsch, daher das Adjektiv davor. Und nun ja: Keine Sekunde an das falsche Ganze verschwenden und lieber „in die Offensive gehen“, damit sich ein ausgewählter Kreis von Leuten weitere 20 – 30 Jahre im System einrichten kann… Für mich ist das schon Idiotie, für alle anderen sollte doch wenigstens der Aufruf sich am Ringelpietz mit Anfassen zu beteiligen idiotisch sein…

  4. 4 deadrat 29. April 2008 um 23:51 Uhr

    So einfach kannst du aber m.E. Die „Freiraumbewegung“ auch nicht abwatschen. Das Falsche Ganze (Ich gehe mal davon aus, du meinst Kapitalismus) zeichnet sich dadurch besonders gut aus, dass es durch seine enorme Dynamik Widerstand gut integrieren kann. Das kapitalistische System hat sich dadurch sehr veraendert, der Kapital/Arbeit-Widerspruch ist aber elementarer Bestandteil des Systems. Demokratie ist die Form von Herrschaft, zugegeben, eine vergleichsweise angenehme. Dass aendert aber nichts dem Fakt, dass es sich um ene, und zwar DIE Herrschaftsform handelt, die noch viel besser als anders dagewesene, die Menschen zwar unterjocht und ihnen dabei doch ganz gut vorgaukelt, dass das doch alles ihr Interesse waere, ihre Herrschaft. Demokratie zielt darauf ab, Widerstand zu integrieren – die meisten Linksradikalen betreiben demokratische Politik, sie machen Politik, Demokratie ist ihr Ideal („und die kapitalistische Gesellschaft ist total undemokratisch!!!“). In einer starken Freiraumbewegung, die es mit dem ueberwinden kapitalistischer Vergesellschaftung ernst meint, kann, bei richtiger Durchfuehrung, eben nicht das Haus mit Mietvertrag stehen, sondern die massenhafte Aneignung von Produktionsmitteln, Infrastruktur, eine lebare Alternative, die nach der Aufloesung des Falschen Ganzen strebt.

  5. 5 besserscheitern 30. April 2008 um 0:16 Uhr

    Demokratie versucht erstmal überhaupt Rechenschaft darüber abzulegen, ob ihre Herrschaft rational begründbar und sie also legitim ist. Von daher ist es noch gar nicht ausgemacht dass hier ein massenhafter Betrug vorliegt. Richtig ist, dass es sich weiterhin um Herrschaft handelt.

  6. 6 Wendy 30. April 2008 um 2:27 Uhr

    Wo strebt(e) denn die sog. Freiraumbewegung nach der massenhaften Aneignung von Produktionsmitteln und Infrastruktur (machen das normale kapitalistische Großunternehmen nicht auch?)?

    Seit wann macht sich die Freiraumbewegung über soetwas überhaupt Gedanken?

    Der Zweck, den sie sich auf die Fahnen geschrieben hat (!), nämlich „Freiräume schaffen“, setzt all ihr Handeln doch als systemimmanentes. Das ist doch schon der erste Fehler.

    Die „massenhaften Aneignung von Produktionsmitteln und Infrastruktur“ ist auch kein revolutionärer Prozess. Wo kommen da denn die Abschaffung von Geldwirtschaft, Lohnarbeit, Privateigentum und Klassen drin vor??

  7. 7 Wendy 30. April 2008 um 12:59 Uhr

    Infrastruktur nehmen, schön und gut, doch sag mir doch mal, wo das über da System hinausweist? Aus den falschen Gründen können Leute durchaus mal etwas richtiges machen, doch es soll doch bitte in das – verständliche ! – Bedürfnis, möglichst billig und möglichst schön mit vielen Freund_innen und Gleichgesinnten zu wohnen, nichts revolutionäres und keine Kapitalismuskritik hineininterpretiert werden.

    Wenn jemand seine ganze Zeit damit verbringt, Paintball zu spielen oder Töpferkurse zu besucht, dann werde ich dem auch mal sagen, dass er sich schleunigst mehr mit Kapitalismuskritik auseinandersetzen sollte.
    Wenn dann eine Bewegung daherkommt, die meint, Kapitalismuskritik zu „praktizieren“, eigentlich aber nur den militanten Arm von „Schöner Wohnen“ darstellt und sich anscheinend alle Mühe gibt, keinen Gedanken an Inhalte zu verschwenden, dann wird mein Apppell halt etwas unfreundlicher.

  8. 8 Experte 30. April 2008 um 13:55 Uhr

    Nunja, als Kommunist strebt man doch auch nach nichts weiter als einem schönerem Leben. Im Gegensatz zu Paintballspielern und Töpfern stoßen die Hausbesetzer an die Grenzen, hier ganz konkret die Eigentumsverhältnisse, finden das blöd, kritisieren das, schieben es auf den Kapitalismus und reden davon das weg haben zu wollen. Das kann man durchaus als eine Art von „kapitalismuskritisch“ auffassen. Wenn das auch den meisten zurecht nicht tiefgründig genug ist, und da am Ende meistens auch nicht viel bei rauskommt.

    Ob die jetzt davon beeindruckt sind, dass der Appell des großen Vorsitzenden unfreundlicher wird, kann ich nicht abschließend beurteilen, aber ich vermute, das würde am Vokütresen nicht mehr als ein kurzes Achselzucken hervorrufen.

  9. 9 Wendy 30. April 2008 um 14:13 Uhr

    Tja, Kommunist_innen machen sich aber auch Gedanken, wie ein solches „schönes Leben“ zu erreichen ist und kommen zu dem Schluss, dass es im Kapitalismus völlig unmöglich ist. Ständig von Räumungen, Bullen- und Nazi-Angriffen bedroht in einem unsanierten Haus (weil saniert = teuer und Eigentümer = capitalist order) zu leben, ist nicht das, was ich mir unter „schön“ vorstelle…
    Freiraumleute suchen halt nach Freiräumen und Nischen, in denen es sich im Kapitalismus gut leben lässt. Das ist gegenrevolutionär und sonst nichts.

    Ich seh grad, dass du „schönerem“ schrobst, das hört sich ja schon wieder nach „realistischer Politik“ im „hier und jetzt“ an…

  10. 10 knorke 30. April 2008 um 16:12 Uhr

    „schöneres Leben“ ist vollkommen inhaltsloses wertloses Blech. Die meisten Deutschen würden darunter verstehen, dass sie beim Plündern der Wohnungen und Geschäfte von Nicht-Deutschen mitmachen und beim Vergasen zuschauen dürfen, oder wenigstens ausländer-, juden-, moslem- und schwulenfrei leben zu dürfen. Ist das dann „der Kommunismus“, nur weil viele das schön finden?

  11. 11 Wendy 30. April 2008 um 18:59 Uhr

    Naja, das bezweifle ich ganz stark, aber Recht geben tue ich dir trotzdem: „schöner“, das ist einfach subjektives Blabla.
    Vielleicht hast du ja mitbekommen, dass die herrschende Ideologie sich seit ´45 etwas verändert hat. Die wenigsten Deutschen sind heute Anhänger_innen eleminatorisch antisemitischer Ideologien.
    Multikulti und Verwertungslogik regieren. Wer sich benimmt darf bleiben und wer „uns“ nicht auf die Tasche fällt.

  12. 12 Experte 30. April 2008 um 19:35 Uhr

    Du hast recht dass es subjektives blabla ist, ebenso wie schönes Leben, selbst schuld wenn du so drauf abgehst. ;) Ich kann mir nur einfach nicht vorstellen, dass mit dem erreichen der kommunistischen Gesellschaftsform das Ende der Geschichte erreicht ist. Mehr steckt da nicht hinter.

  13. 13 Wendy 30. April 2008 um 20:43 Uhr

    Was hat denn das nun wieder mit der Frage zu tun, ob ein „schönes Leben“ „für die Mehrzahl der Deutschen“ Progrom, Mord und Massenvernichtung bedeutet (Was ich bestreite) ?

  14. 14 Experte 30. April 2008 um 22:11 Uhr

    Woher soll ich das wissen. Das musste knorke fragen. Der ist hier der Psychologe der Nation. Ich habe nur aufgeklärt, warum ich schöneres Leben geschrieben habe.

  15. 15 Experte 30. April 2008 um 22:24 Uhr

    Lohnt sich aber wahrscheinlich nicht, weil knorke nur Blech schreibt. Der hat das alles scheinbar noch garnicht verstanden. Die Juden wurden damals nicht umgebracht, weil die Leute das schön fanden, sondern weil sie dachten, dass sie dadurch zum schöneren Leben (da wars wieder :P ) kommen. Das sollte eben durch die Reinhaltung der arischen Rasse und der Beseitung des raffenden Kapitals, welches mit den Juden gleich gesetzt wurde, erreicht werden. Eigentlich müsste man den Rest von ihm auch noch aufdröseln und auseinander nehmen, habe ich aber gerade keine Lust drauf. Von den Deutschen war sowieso nicht die Reden, sondern von Hausbesetzern (das ist eine internationale Bewegung) und Kommunisten.

  16. 16 Wendy 01. Mai 2008 um 1:51 Uhr

    Das stimmt doch garnicht. Die Leute haben doch bewusst in Kauf genommen, dass sie für die Nation/ihr Volk/ihre Rasse „zurückstecken“ müssen und wahrscheinlich Krieg machen müssen. Das hat sich damals auch niemals als schön vorgestellt.
    Aber „heldisch“ fanden sie es wohl, dass ist aber was anderes.

  17. 17 Experte 01. Mai 2008 um 10:06 Uhr

    Es ist nicht auszuschließen, dass es der ein oder andere heldisch fand, aber das war mit Sicherheit nicht entscheidend und nach den Erfahrungen mit dem 1. Weltkrieg hatten die Leute auch weniger verklärte Vorstellungen vom Krieg.

    Was stimmt eigentlich nicht? Ich habe geschrieben, dass die Leute das nicht gemacht haben, weil sie es schön fanden. Ich habe davon geredet, warum die Juden vernichtet werden sollte. Das war ideologisch begründet, ohne diese Ideologie hätte die Judenvernichtung so nicht stattgefunden. Ob das jemand indviduell schön, heldisch oder sonstewas fand, spielt dafür keine Rolle. Man hat sich zum einen wirtschaftliche Verbesserungen für Deutschland versprochen und Lebensraum im Osten sollte erobert werden. Letztendlich war das Ziel eine Weltordnung, in der die arische Rasse herrscht, und die Juden nicht mehr existierten, und Untermenschen nur noch als Sklaven Daseinsberechtigung haben. Dieses Endziel war das, was als schönes Leben lockte. Das war jedenfalls die Ideologie der Nazis. Konservative mögen andere Gründe dafür gehabt haben mitzumachen, weil sie eben sich ganz allgemein eine Stärkung Deutschlands erhofften, und die Niederlage des ersten Weltkrieges mit seinen Folgen revidieren wollten, aber die wurden dann auch mehr oder weniger von den Ereignissen überrollt, die hatten das nicht so unter Kontrolle, wie sie es gern gehabt hätten.

  18. 18 Wendy 01. Mai 2008 um 10:38 Uhr

    Man hat sich zum einen wirtschaftliche Verbesserungen für Deutschland versprochen und Lebensraum im Osten sollte erobert werden.

    So ein Quatsch, deswegen wurden doch keine Juden ermordet. Die wurden ermordet, weil sie als angebliche fremdvölkische Parasiten die deutsche Volksgemeinschaft von oben und unten untergruben (so die Nazis).

    (Die anderen Verwirrungen entstanden, weil ich dich mit knorke verwechselte)

  19. 19 Experte 01. Mai 2008 um 10:57 Uhr

    Das waren die Gründe die ich für den Krieg gebracht habe, den du ins Spiel gebracht hast. Steht aber zugegebenermaßen auch nicht eindeutig im meinem Beitrag. Anscheinend ist mir die Überleitung beim rumeditieren verloren gegangen.

  20. 20 Wendy 01. Mai 2008 um 11:23 Uhr

    Okay. Wer hat das letzte Wort?

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