Antifa-“Bild“-Zeitung im „Deutsche Stimme“-Outfit.

Highlights:

Vorsicht Abzocker
NPD und DVU schielen auf Steuergelder

NPD: Betrüger, Schläger, Kriminelle
Das wahre Gesicht der selbst ernannten „Partei der Rechtschaffenden“

Nie mehr arm trotz Arbeit
Warum wir einen gesetzlichen Mindestlohn brauchen

Kreuzworträtsel

Herausgeber: Antifaschistische Linke Berlin, solid Brandeburg, DGB-Jugend Berlin-Brandenburg.

Ich finde da fehlt noch „Brandenburg braucht keine Chaoten: Nein zu den Autonomen Nationalisten!“ und „Udo Voigt: Polnische Vorfahren?“.


78 Antworten auf “Antifa-“Bild“-Zeitung im „Deutsche Stimme“-Outfit.”


  1. 1 dorfdisco knows best 29. August 2008 um 23:02 Uhr

    Meine Güte, ist das jetzt mal wieder so was mit „Leute da abholen wo sie stehen“ …hat die SS auch gemacht.
    Ups schlechter Scherz.

  2. 2 lahmacun 30. August 2008 um 0:31 Uhr

    es soll mal ende der 1960er einen versuch gegeben haben, eine gegen-BILD rauszugeben. leider weiß ich dazu kaum was, hab‘ das nur mal irgendwo am rande gelesen. was du was dazu, wendy (oder sonst eine/r)?

  3. 3 Kommi 30. August 2008 um 2:21 Uhr

    Aber das ist doch alles nur strategisch, darum muss die ALB halt selber engagierte Bürger spielen, wenns schon keine Bürger mehr gibt, die sich gegen rechts engagieren. Aber klar: Brandenburg hat ja gar nicht soooo viele Ausländer, darum haben die Nazis unrecht. Die Frage ist nur WELCHE Leute man abholt.

  4. 4 Wendy 30. August 2008 um 3:25 Uhr

    Ich glaube, den Standpunkt des an Deutschland interessierten Nationalisten einzunehmen, fällt den Verursacher_innen dieser Zeitung garnicht so schwer… Strategisch ist das schon, für Antifas zumindest. Für jeden, der eine fundierte Gesellschaftskritik hat, ist das „strategisch“ einfach nur dumm.

  5. 5 Red_Angel 30. August 2008 um 10:39 Uhr

    „Für jeden, der eine fundierte Gesellschaftskritik hat, ist das “strategisch” einfach nur dumm.“

    Das mag alles sein. Da die Weltrevo jedoch gerade nicht vor die Tür steht, kann man sicher auch ein bisschen Zeit für solche Aktivitäten opfern. Die Gesellschaft kommt auch mal 5 Minuten ohne gesamtumfassende Kritik aus.

    Was aber bedeutet wenn Nazis in den Landesparlamenten sitzen, dürfte uns allen klar sein.
    Ich gehe mal davon aus, dass du die Auseinandersetzungen in Rostock kennst, und eines ist Fakt ohne Landtagsmandat wäre der Laden nicht da.

    Für die Anwohner hat dies ganz konkrete Auswirkungen, insofern kann man gerne im Detail das wie kritisieren, dass etwas in der Richtung gemacht wurde wohl nicht.

  6. 6 Simone 30. August 2008 um 11:14 Uhr

    Fehlen aber die Tittenbilder. Vorschlag für nächste Ausgabe:
    http://blava.antifa.net/foto/versus.jpg

  7. 7 Wendy 30. August 2008 um 13:02 Uhr

    Dass die Frage der Revolution niemals akut wird, dafür sorgen Antifas wie du oder die Herausgeber_innen dieser Zeitung, die sich mit aller Macht zur Verteidigung der derzeitigen Form der bürgerlichen Herrschaft aufmachen.
    Wie bekloppt kann denn ein Mensch sein: Weltkapitalismus > Nazi-Laden (omfg).

    Simone: Guter Vorschlag. Die Rubrik „Antifa-Mieze des Monats“ lässt sich eventuell gegendert in den Anti-Berliner integrieren.

  8. 8 rockstar 30. August 2008 um 13:07 Uhr

    red angel, wenn man aber so etwas total durchdacht strategisches zum leute an bushaltestelle dunkeldeutschland-abholen herausgibt, dann sollte man auch mal drüber nachdenken was vielleicht nötig ist um die leute vom alles außer rechts wählen zu überzeugen.

    aufklärungsarbeit zu leisten dürfte wohl kaum von nöten sein, weil der großteil der brandenburger sicher weiß was nazis sind. vielleicht wäre es mal angebrachter gewesen zu gucken weshalb die leute die npddvurep wählen statt die nichts sagende moralkeule hervor zu holen. der großteil der leute wird die npddvurep nämlich mit großer wahrscheinlichkeit wählen, weil diese ihnen soziale verbesserungen versprechen. vielleicht sollte die (antifaschistische) linke einfach überlegen ob es nicht wesentlich sinnvoller ist mehr über soziale themen zu sprechen und eine fortschrittliche kritik am kapitalismus unter die leute zu bringen statt mit dem großen zeigefinger an die moralvorstellungen von perspektivlosen menschen zu appelieren.

    was bei diesem moral-rumgejapper, wie man so schön in mv sagt, rumkommt sieht man ja schließlich bei dieser zeitung, in der sich die alb einfach mal erlaubt nicht von der sozialen revolution zu träumen und dann eben so unter anderem rassistische scheiße fabriziert.

    das bild-format nebenbei gesagt bekommt die mlpd mit ihrer zeitung rote fahne übrigens genauso gut hin, aber da erzählen sie wenigstens nicht tausend mal wie gemein nazis sind, sondern wie scheiße der kapitalismus ist.

  9. 9 Wendy 30. August 2008 um 13:19 Uhr

    Also, da kommt ja nur rum, dass Nazis schlechte Politiker also somit auch schlecht für Brandenburg und für Deutschland sind und das sie die Gesetze des deutschen Rechtsstaates brechen.
    Eine Kritik an der faschistischen Ideologie kommt da also überhaupt nicht vor. Schwach.

    Achso: Und Nazis wenden Gewalt gegen Ausländer und politische Gegner an – guckt mal, wie schlecht die sich danach fühlen! Die Leute, die das richtig finden, weil sie gegen Ausländer und Linke das gleiche haben wie die NPD, wird das nicht von ihren Ansichten abbringen.

  10. 10 Toasty 30. August 2008 um 13:48 Uhr

    Es wird nicht darum gehn Bürger nach Links
    zu ziehen, sondern darum (worum is in der kampagne ja
    auch geht..) Ottonormalrassist und andere potentielle NPD Wähler aus Brandenburg mit einer ihnen bekannt scheinenden medialen Präsenz eben nicht sofort abzuschrecken, sondern emotional aber eben nicht mit Lügen von der NPD abzubringen. Wer eine Kampagne “Keine Stimme den Nazis” macht NUR als reine Selbstbespaßung und ohne den ernsthaften Versuch an die potentiellen Wähler der NPD zu kommen, der kann nicht ernsthaft davon ausgehen, dass weniger menschen NPD wählen.

    Auszug Aufruf “Keine Stimme den Nazis”
    Ihr Plan ist der Einzug in die kommunalen Parlamente, um sich so ein Fundament für die Landtagswahlen 2009 zu schaffen.
    Unser Plan ist, den Nazis einen dicken Strich durch die Rechnung zu machen – sowohl bei den Wahlen, als auch im Alltag, auf der Straße, im Jugendclub oder im Verein.

  11. 11 Der Blob 30. August 2008 um 13:56 Uhr

    „Dass die Frage der Revolution niemals akut wird, dafür sorgen Antifas wie du oder die Herausgeber_innen dieser Zeitung, die sich mit aller Macht zur Verteidigung der derzeitigen Form der bürgerlichen Herrschaft aufmachen.“

    Also das ist jetzt wiederum auch Blödsinn. Dafür sorgen erstmal Polizei, Bundeswehr, Schule, Uni, Presse, Bundestag usw.

    Dass eine bestimmte Agition gegen die Verhältnisse vielleicht unzureichend ist, ist noch kein Grund sie zur Ursache derselben zu erklären.

    Trotzdem ist natürlich was dran, dass soziale Themen heute grundsätzlich den Nazis überlassen werden, weil man „als Linker“ Angst hat, bezichtigt zu werden, man zeige Verständnis gegenüber dem bösen Mob.

    Vom Stil her find ich die Zeitung aber nicht schlecht, muss ja nicht immer alles nach Adorno-Seminar klingen.

  12. 12 Wendy 30. August 2008 um 14:12 Uhr

    @Toasty: Ja, Systemaffirmation und -verteidigung ist der Inhalt dieser Kampagne, weswegen ich an ihr nichts gutes finden kann.

    @Der Blob: Zu den Institutionen der demokratischen Herrschaft gesellt sich (nun) auch die Antifa.

    Bleibt echt nur die Erkenntnis (zum hundertsten Mal) das Antifas ebent keine Kommunist_innen sind.

  13. 13 Kommi 30. August 2008 um 14:22 Uhr

    @Red_Angel Vielleicht solltest du dir mal überlegen WARUM es eben nicht zur Revolution kommt bzw. wegen euch noch nicht einmal darüber gesprochen wird! Anstattdessen muss man natürlich zuerst einmal die Bedingung der Möglichkeiten schaffen um irgendwann, dann nämlich, wenn es keinen einzigen bösen Nazi mehr gibt, über die Abschaffung des Kapitalismus zu sprechen.

    Meiner Meinung nach haltet ihr die Leute auch für furchtbar dumm und euch für furchtbar intelligent. 1. Glaubt ihr denn ein NPD Wähler wäre nicht mit Hirn und Verstand bei der Sache? Die würden sich mit dem Verweis, dass das böse kriminelle sind und sogar Gewalt anwenden, abschrecken lassen?

    Aber wahrscheinlich wirst du sagen, kommt es ja auch gar nicht auf die an. Das habt ihr schon einkalkuliert, sondern auf die Protestwähler. Aber was bezweckt ihr mit so einer Zeitunt, deren EINZIGE Aussage ist, dass Nazis eben Kriminelle, Schläger und Begrüger sind und sich gefälligst an das Gesetz zu halten haben?! Doch nur dass die in eurem Idealfall, dann halt den Demokraten Schönbohm und seine CDU wählen. WOW! Aber klar ein paar Dorfnazis sind gefährlicher als der Mann, der hier in Berlin gewütet hat.

    Ihr präsentiert noch nicht einmal mehr eine wie bei Mediaspree falsche Kapitalismuskritik, sondern verzichtet wohlweislich darauf zwecks Strategie und Wirkungsmächtigkeit.

  14. 14 Red_Angel 30. August 2008 um 16:55 Uhr

    „Ja, Systemaffirmation und -verteidigung ist der Inhalt dieser Kampagne, weswegen ich an ihr nichts gutes finden kann.“

    Aha, und klein Wendy als revolutionäre Zelle hat noch nie im Leben affirmativ gehandelt.

    Meine Güte, dass ist eine Kampagne gegen das WÄHLEN von Rechtsparteien. Du kannst ja gerne anlässlich einer WAHL, den Bürger was von Weltrevo erzählen.

    „Eine Kritik an der faschistischen Ideologie kommt da also überhaupt nicht vor. Schwach.“

    Oh ja wie furchtbar es.

    Wendy hätte es sicher geschafft faschistische Ideologien zu charakterisieren und zu kritisieren. Nebenbei noch die Forschungsdebatten bzgl. Nationalsozialismus und Faschismus eingegangen und das ganz leicht verdaulich auf sieben Seiten mit großen Buchstaben.

    Schau dir doch mal bitte die Zielgruppe an.

    Kommi:
    „Aber was bezweckt ihr mit so einer Zeitunt, deren EINZIGE Aussage ist, dass Nazis eben Kriminelle, Schläger und Begrüger sind und sich gefälligst an das Gesetz zu halten haben?!“

    Wenn du dir mal die Mühe gemacht hättest die Zeitung zu lesen, wären dir auch noch ein paar anderen Themen aufgefallen (wenn du sie gelesen hast und es dir dennoch nicht auffällt würde ich mal scharf nachdenken)

    So wird etwa der Hungerlohn der ausländischen Saisonarbeiter kritisiert. Wer ein bisschen zwischen den Zeilen lesen kann, wird vielleicht merken, dass es anscheinend darum geht, dass nicht der Ausländer schuld daran ist wenn die Arbeitsplätze flöten gehen, sondern der Kapitalist. Das würde jetzt sicher hinsichtlich der Tiefe der Kapitalismuskritik weder Marx noch Wendy glücklich machen, aber die Gegenfrage wäre ja auch was ihr so bisher in platten Land für die Weltrevo oder gegen das Wählen von Nazis unternommen habt.

    Außerdem gibt es einen Artikel die auf die Lebensbedingungen von Asylanten hinweist, ich weiß nicht was daran jetzt wieder verkehrt sein soll.

    ----------------------------------

    Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Kritik im Wesentlichen die von der Sofakante aus ist. Schlaue Revolutionäre erklären die Welt, wissen alles besser und sind sowieso die besten Linken. Alle andern bauen nur scheiße, haben von nix ne Ahnung und unterstützen eigentlich nur das Schweinesystem und sind das eigentliche Hinderniss auf dem Weg zur Revo…

    Naja aber das ist inner Linken absolut nichts neues…

    Es soll auch Leute geben die der Meinung sind, es gibt nicht nur den einen Weg zu Wahrheit, und dass viele Ansätze ihre Berechtigungen haben, aber Meinungspluralismus und Vielfalt bei der Wahl der Mittel scheinen einigen, sonst zu ‚emanzipativen‘ Menschen, gehörig gegen den Strich zu gehen.

    Man muss die Zeitung ja nicht lieben, man muss sich aber auch nicht gönnerhaft über alles stellen und an allem rummäkeln.

  15. 15 Red_Angel 31. August 2008 um 12:20 Uhr

    @wendy

    Zwei Kommentare von mir sind im Spamfilter hängengeblieben…

  16. 16 rockstar 31. August 2008 um 23:53 Uhr

    red angel, wenn du nur mal einen zentimeter über deinen demokraten-horizont hinaus denken würdest, dann würdest du allein schon an der inhaltlichen ausrichtung, die nichts anderes als ihr sollt alles wählen, bloß nicht npddvurep aussagt, zu dem punkt kommen, der dir sagt, dass nächstes jahr zur landtagswahl oder spätestens zur nächsten scheiß kommunalwahl genau die selbe scheiß kampagne mit genau dem selben oder wahrscheinlich noch viel großerem aufwand aufgefahren werden müsste, weil man zum einen die situation der leute nicht einen deut besser gemacht hat, sondern sie genau den selben dreck wie sonst hat wählen lassen und sie so noch viel mehr enttäuschte demokraten sind und zum anderen den leuten keine vernünftige kritik an den verhältnissen beigebracht hat.

  17. 17 Kommi 01. September 2008 um 0:10 Uhr

    „Aha, und klein Wendy als revolutionäre Zelle hat noch nie im Leben affirmativ gehandelt.“

    Wendy wird dir bestimmt noch selbst antwortet, aber dein Selbstdargestelle als der Tollste kann ich auch gleich mal kritisieren. Du gehst weder aufs Argument ein noch widerlegst du es in irgendeiner weise schlüssig. Sondern du sagst in deiner aufgeblasenen Art zuerst einmal der kleinen Wendy, dass du furchtbar gross bist und dass man sich auf dich Macher schon verlassen kann.

    Und selbst, wenn Wendy jede zweite Minute systemaffirmativ handeln würde, was tut das der Kritik ab? PS: Ich geh auch Lohnarbeiten und will die gerade WEGEN dem abschaffen. Aber du gehst ja noch weiter, nicht nur dass du nach dem Gesetz handelst, was wir alle MÜSSEN, sondern du bist schon so hirngefickt, dass du auch gleich in deinen Gedanken und in der „linken“ Agitation die demütige Ehrerweisung an die herrschende Ideologie machst.

    „Meine Güte, dass ist eine Kampagne gegen das WÄHLEN von Rechtsparteien. Du kannst ja gerne anlässlich einer WAHL, den Bürger was von Weltrevo erzählen.“

    Macht sie ja. Sie erklärt dir gerade dass deine Argumente FÜR das Wählen Mist sind. PPS: Die Weltrevo bringst du als offensichtlich sehr ambitionierter Vollzeitrevolutionär immer ins Spiels. Mir (und Wendy wahrscheinlich auch) gehts zuerst einmal darum ob das RICHTIG ist was hier gemacht wird. Und wenns Falsch ist soll mans lassen.

    „Wendy hätte es sicher geschafft faschistische Ideologien zu charakterisieren und zu kritisieren. Nebenbei noch die Forschungsdebatten bzgl. Nationalsozialismus und Faschismus eingegangen und das ganz leicht verdaulich auf sieben Seiten mit großen Buchstaben. “

    Jetzt merkt man dass du bestimmt ein Studierter sein musst. Denn du schaffst es noch nicht einmal – offensichtlich – zwei drei einfach Argumente gegen den Kapitalismus jemandem näher zu bringen. Wieder der Anspruch ist ganz Banal z.B. zu erklären warum der Profit nicht gerade für die Leute da ist, aber du willst natürlich gleich zeigen wie viel du auswendig gelernt hast und all die blödsinnigen Nonsens Diskussion der Universität darstellen.

    „Wenn du dir mal die Mühe gemacht hättest die Zeitung zu lesen, wären dir auch noch ein paar anderen Themen aufgefallen (wenn du sie gelesen hast und es dir dennoch nicht auffällt würde ich mal scharf nachdenken)“

    Ich hab sie gelesen. Und zwischen den Zeilen ist im Normalfall nichts ausser weiss. Schreib entweder das was du sagen willst genau so hin oder lass es. Aber verlang wohl nicht von mir, dass ich irgendwo was interpretieren geh‘ was eh nur geht, wenn man die Sache schon kennt.

    „So wird etwa der Hungerlohn der ausländischen Saisonarbeiter kritisiert. Wer ein bisschen zwischen den Zeilen lesen kann, wird vielleicht merken, dass es anscheinend darum geht, dass nicht der Ausländer schuld daran ist wenn die Arbeitsplätze flöten gehen, sondern der Kapitalist. Das würde jetzt sicher hinsichtlich der Tiefe der Kapitalismuskritik weder Marx noch Wendy glücklich machen, aber die Gegenfrage wäre ja auch was ihr so bisher in platten Land für die Weltrevo oder gegen das Wählen von Nazis unternommen habt.“

    GEhts jetzt drum, ob wir zusammen raus finden, ob das richtig ist mit dieser Zeitung, oder willst du dich wieder als der tolle Macher profilieren? Aber klar hauptsache MAN MACHT WAS. Wie dumm es nur sei.

    Und noch zum sektiererischen Höhepunkt zu kommen, denn dir den Pluralismus zu erklären habe ich jetzt keinen Bock mehr:

    http://doku.argudiss.de/?Kategorie=MuI#73

  18. 18 Red_Angel 01. September 2008 um 2:19 Uhr

    @rockstar

    Traurig aber wahr… Andere Vorschläge?

  19. 19 Red_Angel 01. September 2008 um 11:18 Uhr

    @rockstar

    Schau dir doch mal bitte den Thread im Verlauf an, wer hier als erstes gepöbelt hat. Wenn du, sicher nicht ganz zu unrecht, kritisierst, wie ich mich geriere, sondern man Ursache und Wirkung, wohl nicht verkehren.

    „Wie bekloppt kann denn ein Mensch sein:“, „rumgejapper“

    -----

    „Mir (und Wendy wahrscheinlich auch) gehts zuerst einmal darum ob das RICHTIG ist was hier gemacht wird. Und wenns Falsch ist soll mans lassen.“

    Bisher hat sich die Kritik jedoch im wesentlichen darin erschöpft, dass diese Zeitung affirmativ ist und wie bereits gesagt, wenn man alles lassen würde, nur weil es derartig gestaltig ist…

    „Ich hab sie gelesen. Und zwischen den Zeilen ist im Normalfall nichts ausser weiss. Schreib entweder das was du sagen willst genau so hin oder lass es. Aber verlang wohl nicht von mir, dass ich irgendwo was interpretieren geh’ was eh nur geht, wenn man die Sache schon kennt.“

    Ähm ich habe angesprochen, dass Niedriglöhne bei ‚Saisonarbeiter‘ und die Lebensbedingungen von Aslysuchenen kritisiert werden und das genau darunter. Ich weiß wie ich es noch deutlicher ausdrücken soll.

    „Aber klar hauptsache MAN MACHT WAS. Wie dumm es nur sei.“

    Ich habe gerade versucht zu erläutern, dass es alles andere als dumm ist, alles mögliche zu unternehmen um zu verhindern, dass Nazis in die Parlamente kommen. Und diese Zeitung kann sicher ein Instrument (unter vielen anderen) sein.

    Sollten dir Nazis in den Parlamenten egal sein – und somit komme ich zum sektierischeren Höhepunkt, dann haben wir tatsächlich nichts mehr zu besprechen.

  20. 20 Wendy 01. September 2008 um 13:07 Uhr

    Wer meint, dass „Nazis in den Parlamenten“ den eigentlichen Skandal der bürgerlichen Gesellschaft darstellen, der hat nichts verstanden.
    Du hast Recht, wir haben kritisiert, dass die Zeitung total systemaffirmativ ist und kreuzdemokratische Ideologie reproduziert. Das hat dich aber garnicht getroffen, weil du sowas schon in Kauf nimmst, wenn die Zeitung dafür die Nazis aus den Parlamenten raushält.

    Wir hätten anders herangehen sollen: Dieser Zweck ist schon ein verkehrter, weil hier alles an revolutionären Positionen liegen gelassen wird, nur um die komplett marginalisierten Alternativen Staatsmacher zu bekämpfen. Das System zu bekämpfen ist aber nun mal wichtiger und zu seiner Überwindung kann es nur kommen, wenn immer und überall gegen die Gesamtscheiße agitiert wird.

    Wer meint, dass Nazis wichtiger sind als Antikapitalismus und dass das schlimme an Nazis krimilles Verhalten und schlechte Herrschaftseigenschaften sind, der vermittelt genau das den Leuten, die diese Zeitung lesen.

    Gegenrevolutionäre Praxis, die abzulehnen ist.

    EDIT: Red_Angel, was passiert denn, wenn die Nazis mit einigen Sitzen im Parlament sitzen?

  21. 21 rockstar 01. September 2008 um 13:43 Uhr

    GEGEN FASCHISMUS UND INTOLERANZ! :D

  22. 22 Red_Angel 01. September 2008 um 16:46 Uhr

    „Wer meint, dass “Nazis in den Parlamenten” den eigentlichen Skandal der bürgerlichen Gesellschaft darstellen, der hat nichts verstanden.“

    Nein, dass ist nicht der eigentliche Skandal…

    „Dieser Zweck ist schon ein verkehrter, weil hier alles an revolutionären Positionen liegen gelassen wird, nur um die komplett marginalisierten Alternativen Staatsmacher zu bekämpfen“

    Jo es gab da im letzten Jahrhundert auch so eine marginalisierte Truppe – muss ich jetzt hier nun wirklich noch die Ausschwitzkeule rausholen um zu begründen, dass es nie früh genug sein kann um Nazis zu bekämpfen. Und dass es scheiße ist, wenn Nazis durch die zusätzliche Staatskohle ihre Strukturen stärken, muss ich doch wohl auch nicht begründen.

    Und außerdem habe ich mich ausdrücklich nicht gegen revolutionäre Rhetorik und Engagement verwahrt.

    Ich verwahre mich aber, wenn man jedwedes politisches Engagement ablehnt, welches nicht die richtige Dosis revolutionäre Gesellschaftskritik enthält. Noch dazu dies in einem Moment, indem weit, weit, gaaanz weit von einer Perspektive für eine revolutionären Umbau sind, naja mit der ganzen revolutionären Rhetorik – also auch wenn das natürlich grundsätzlich ja symphatisch, wirkt das halt schon manchmal ein wenig lächerlich. Also das ist ja in einer jugendlichen Trotzphase noch okay, aber wenn das politisches Programm wird, dann kommt irgendwann zu irgendwelchen K-Gruppen.
    Und irgendwie erinnert mich das auch an die ‚Antideutschen‘ die jedwede antifaschistische Intervention in solchen Gebieten (etwa Sächsische Schweiz) ablehnen, weil man dann nur affirmativ zum deutschen Bürgermob wäre, wenn man da handeln will.
    Die Mustern sind sich da ziemlich ähnlich…

  23. 23 Entdinglichung 01. September 2008 um 17:26 Uhr

    vieles an der Kritik an dem Boulevardblatt ist goldrichtig … aber ist das alleinige Vorhandensein eines Kreuzworträtsels an (und für) sich verwerflich?

  24. 24 Argumente-p. 01. September 2008 um 18:02 Uhr

    Jo es gab da im letzten Jahrhundert auch so eine marginalisierte Truppe – muss ich jetzt hier nun wirklich noch die Ausschwitzkeule rausholen um zu begründen, dass es nie früh genug sein kann um Nazis zu bekämpfen. Und dass es scheiße ist, wenn Nazis durch die zusätzliche Staatskohle ihre Strukturen stärken, muss ich doch wohl auch nicht begründen.

    Du gehst am Argument von Wendy vorbei: Es ging ihr doch darum, dass du einen interessierten Blick auf die Welt hast. Du machst einen interessierten Vergleich auf, in dem alles auf der Welt besser wegkommt, solange es kein Nazikram ist. Siehe Auschwitz: Das Urböse der Nazis schlechthin! Das haben Demokraten nicht gemacht; pluspunkt für sie!

    *Was* Demokraten als aktuell durchgesetzte Herrschaftsfiguren so alles anstellen…wurscht! Was sie sich an Schlachtereien und Brutalitäten gegenüber ihrem Menschenmaterial und dem der anderen Herrschaften leisten…egal, solange es nicht ein paar gasbetriebene Vernichtungslager in Osteuropa gibt…

    Man merkt, dass dein einziges Interesse dem von *Dir* ausgemachten Urbösen dieser Welt gilt und der Rest dir relativ dazu ziemlich Latte wird. Der Zynismus dabei liegt auf der Hand: Vom Schaden an den Leuten bist Du längst weg hin zu einer (angeblichen!) anderen *Quantität* des Schadens, die du zwischen Demokratien und NS festgemacht haben willst. Als sich die Opfer von NS und Demokratie dafür interessieren würde, *wie* ihnen geschadet wird. Die wollen *keinen* Schaden. Punkt.

    Deswegen – und das war Wendys Hinweis – ist es, will man den Leuten ihren Schaden abstellen, angesagt, sich mal anzuschauen, *wer* denn einem hier das alltägliche Leben schwermacht mit Lohnarbeit und Hartz IV, mit Krieg, Erpressung und Unterordnung anderer Länder. Nazis sind das nicht, die hat der demokratische Staat schon gut im Griff.

    Wendy: Ich finde die Kritik an der Antifa, dass sie revolutionäre Positionen fallenlässt mit ihrer Politik sehr schwach. Denn das revolutionäre Gehabe war doch immer schon nur ein Bekenntnis. Die Arbeit, die von der Antifa kam, war schlicht das, wofür sich Red Angel ausspricht: Nazis observieren, kaputthauen, Demos stören etc. Insofern erinnerst Du die Antifa an etwas, was sie in der Wirklichkeit gar nicht hatte. Und damit hat das letztlich nur einen moralischen Hinweis zugrunde, aber keine Kritik von deren Ideologie.

  25. 25 Wendy 01. September 2008 um 18:06 Uhr

    @Red_Angel: Meinst du denn ernsthaft, dass es überhaupt irgendeine Gefahr gibt, dass die Nazis in den nächsten Jahrzehnten hierzulande einen Fuß in die Tür kriegen?

    Und selbst wenn: Dann ist die einzige Strategie, die nazistische Ideologie nach einer wissenschaftlichen Analyse zu kritisieren und das zur Agitation zu nutzen: Mit so einem Bildzeitungsscheiß kriegst du niemanden davon überzeugt, dass Faschismus scheiße ist!
    Eine starke kommunistische Bewegung ist übrigens immer noch eine gute Sache gegen Faschos, wenn mensch so will. Die wird sich schon zu schützen wissen, gegen Nazis und andere Leute bestimmt auch, sollten denn wirklich Gefahren von diesen Leuten ausgehen.
    Eine kommunistische Gesellschaft ist übrigens auch ganz vorzüglich und garantiert nazifrei…

    „Auschwitzkeule“ kannst du erstmal stecken lassen, du hast ja die Jugend- und die AD-Keule, die sind doch auch ganz adäquat.
    Politisches Engagement, dass konterrevolutionär ist, lehne ich tatsächlich ab.

    entdinglichung: Das mit dem Kreuzworträtsel war nur ein Witz. Politik kann auch Spaß machen…

  26. 26 Red_Angel 01. September 2008 um 18:51 Uhr

    @wendy

    „@Red_Angel: Meinst du denn ernsthaft, dass es überhaupt irgendeine Gefahr gibt, dass die Nazis in den nächsten Jahrzehnten hierzulande einen Fuß in die Tür kriegen?“

    Nein. Aber als Mensch der in einer so genannten national befreiten Zone aufgewachsen ist, weiß ich was passieren kann, wenn die auch nur ein Zehnagelbreit reinkriegen. Das kannst du mir gerne vorwerfen lassen und ich gebe gerne zu, dass ich hier vielleicht nicht völlig rational argumentieren kann.

    „Und selbst wenn: Dann ist die einzige Strategie, die nazistische Ideologie nach einer wissenschaftlichen Analyse zu kritisieren und das zur Agitation zu nutzen:“

    Richtig.

    „Mit so einem Bildzeitungsscheiß kriegst du niemanden davon überzeugt, dass Faschismus scheiße ist!“

    Man könnte aber auch sagen, dass dieser ‚Bildzeitungsscheiß‘ die zielgruppenadäquate Agitation ist. Ich erinnere dich nochmal daran, wer dort die Zielgruppe ist!
    Das ist doch kein Positionspapier der ALB und Konsorten.

    „Eine starke kommunistische Bewegung ist übrigens immer noch eine gute Sache gegen Faschos, wenn mensch so will. Die wird sich schon zu schützen wissen, gegen Nazis und andere Leute bestimmt auch, sollten denn wirklich Gefahren von diesen Leuten ausgehen.“

    Naja bei den Spaltungstendenzen, aufgrund des Dogmatismus, innerhalb der Linken, bin ich da nicht ganz so optimistisch aber im Grundsatz hast du Recht…

    „Eine kommunistische Gesellschaft ist übrigens auch ganz vorzüglich und garantiert nazifrei…“

    Jo ich weiß, deswegen engagier ich mich auch dafür.

    „Politisches Engagement, dass konterrevolutionär ist, lehne ich tatsächlich ab.“

    Ganz großes Fettnäpfchen. Die Ablehnung ist nur der erste Schritt zur Verfolgung, behaupte ich. Wenn ich ‚konterrevolutionär‘ höre, habe ich irgendwie n Gulag vor Augen.

    @Argumente -p

    Was du schreibst kann ich (fast) alles inhaltlich unterschreiben. Du kritisierst eine Position die ich garnicht vertrete.

    “ Die Arbeit, die von der Antifa kam, war schlicht das, wofür sich Red Angel ausspricht: Nazis observieren, kaputthauen, Demos stören etc. Insofern erinnerst Du die Antifa an etwas, was sie in der Wirklichkeit gar nicht hatte.“

    Und ansonsten sei mir, wie auch schon im anderen Thread gestattet zu sagen, dass Demokratie und Kapitalismus verdammt nochmal analytisch zu trennen sind. Meine Fresse!
    Das Problem in auf der Welt ist doch nicht die Demokratie, sondern der Kapitalismus. Ich wiederhole gerne, nachdem wir den abgeschafft haben, kann man sich gerne darüber verständigen ob es nicht bessere Methoden der Organisation des gesellschaftlichen Lebens gibt. Solange dies aber nicht geschehen ist, sollte die Regierungsform verteidigt werden, die den geringsten Schaden von allen anderen anrichtet verteidigt werden.

    Mir aber ständig mangelne Kapitalismus- und Gesellschaftskritik vorzuwerfen, nur weil ich es gut finde, dass man sich gegen Wahl von Nazis engagiert ist ja nun langsam wirklich lächerlich.

    Und systemaffirmativ ist das auch nicht so wirklich, da der Kapitalismus hier nicht von der Demokratie am Leben erhalten wird. ‚Die‘ können auch mal schnell ganz anders und dann wird der Kapitalismus mit anderen Bandagen durchgezogen.
    Unfassbar, dass ich das dir und wendy offensichtlich nochmal ins Gedächtnis rufen muss.

    Stattdessen wird so getan als ob die Produzenten der Zeitung und auch ich weiter Hunger, Elend, Krieg und ganz allgemein Ausbeutung in noch größerem Maß für alle fordern würden.

    Wenn man vielleicht mal die Scheuklappen absetzen würde, dann würde man nur sehen, dass ich die Demokratie gegen Reaktion verteidigt wissen will. Denn der Umstand, dass wir hier unsere Meinung frei äußern können, ist auf der Welt nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Und warum jemand der sich für Meinungsfreiheit, die durch Faschisten sofort abgeschafft werden würde, einsetzt der konterevolutionäre Aktivitäten denunziert wird, ist mir einfach nur schleierhaft.
    Entweder ist das das Ergebnis eines unglücklich verlaufenen Diskussionsprozess oder wendy vertritt tatsächlich quasi stalinistische Positionen, dann wäre das aber auch der letzte Besuch auf dem ansonsten interessanten Blog gewesen.

  27. 27 Wendy 01. September 2008 um 19:10 Uhr

    Es gab in der BRD nirgendwo und zu keiner Zeit eine sog. „national befreite Zone“. Mit einer solchen ist nämlich eine Gebiet gemeint, in dem Nazis nicht nur auf der Straße die Macht haben, sondern auch eine Zeitung stellen, Betriebe haben, in denen die Kameraden unterkommen können, etc.

    Deiner Ausführung ist zu entnehmen, dass du die „Zielgruppe“ der Zeitung nicht ernst nimmst und das du außerdem meinst, dass diese zu blöd wäre, sich Argumente vermitteln zu lassen, die über das Niedrigstniveau der Zeitung hinausgehen. Meinetwegen, dann hör‘ aber auch auf kommunistisch zu agitieren (?), denn mit wem willst du die Revo machen als mit diesen Leuten?

    Wenn ich etwas als „konterrevolutionär“ bezeichne, dann ist da erstmal nicht mehr, als der Wortsinn, nämlich, dass da etwas konkret gegen die Revolution gerichtet ist. Und das ist so gut wie alles, was du hier schreibst. Eine gewaltsame Verfolgung bzw. Unterdrückung solcher Positionen ist da nicht enthalten. So etwas behalte ich mir aber trotzdem vor, zum Beispiel gegen konterrevolutionäre politische Strömungen, die gewalttätig gegen andere (Linke) vorgehen.

    „Wenn man vielleicht mal die Scheuklappen absetzen würde, dann würde man nur sehen, dass ich die Demokratie gegen Reaktion verteidigt wissen will.“. Gegen die – wie du selbst sagst – schwache, marginalisierte Opposition… Das wir „hier (sic!)“ unsere Meinung äußern können, liegt daran, dass wir viel zu schwach sind, um uns auch nur irgendwie daran zu machen, diese auch umzusetzen. Ansonsten kann die Demokratie auch ganz anders und das auch ohne Hitlers. Siehe Weimarer Republik.

    Außerdem gibt es verdammt nochmal immer mehr als zwei Seiten! Du musst doch nicht in jeder Frage für eine von zwei Streitparteien Partei ergreifen.

  28. 28 Red_Angel 01. September 2008 um 19:50 Uhr

    Wenn ich von einer ’so genannten‘ n-b-z spreche, bedeutet dies eigentlich eine inhaltliche Einschränkung. Aber gut streiche so genannte ‚nbz‘ und setzte ‚no-go-area‘. Die Leute die da von Nazis umgelegt worden sind, ist auch sicher egal sein. Ich werde mich aber nicht dafür entschuldigen, dass ich gegen Nazis tätig sein will.

    „Deiner Ausführung ist zu entnehmen, dass du die “Zielgruppe” der Zeitung nicht ernst nimmst und das du außerdem meinst, dass diese zu blöd wäre, sich Argumente vermitteln zu lassen, die über das Niedrigstniveau der Zeitung hinausgehen.“

    Jetzt muss ich aber wirklich mal lachen, gerade die Zeitung so zu schreiben ist ein Ausdruck dessen, dass man die Leute ernst nimmt. Es gibt nichts lustigeres als wenn K-Gruppe XY sich auf irgendeinen Marktplatz stellt und mal wieder Generalstreik und Weltrevo fordert und noch nichtmal mitkriegt, dass die Leute nur den Kopf schütteln.

    Dazu möchte ich tatsächlich in Abrede stellen, dass der Durchschnittsdorfbewohner tatsächlich eine eigene Meinung bzgl. des Dimitroff-These und ihr Verhältnis zur Totalitarismusthese arendtscher Prägung zu bilden.

    „denn mit wem willst du die Revo machen als mit diesen Leuten?“

    Man sollte man die Banalität zur Kenntnis nehmen, dass einen Zusammenhang zwischen realer gesellschaftlicher Lage und der Revobereitschaft besteht. Momentan stellt sich die Frage mit wem man die Revo macht garnicht! Und genau, dass haben die Autoren der Zeitschrift erkannt und schwallen die Leute nicht mit Revolyrik zu, sondern handeln verantwortungsbewusst im Rahmen der jetzigen Möglichkeiten – wer wie Antideutsche oder andere K-Gruppe jede Realpolitik, also zum Beispiel Antifaschismus ablehnt, weil es sich entweder für ‚Deutsche‘ nicht lohnt oder konterrevolutionär ist, ist ein zynisches Arschloch.

    „Wenn ich etwas als “konterrevolutionär” bezeichne, dann ist da erstmal nicht mehr, als der Wortsinn, nämlich, dass da etwas konkret gegen die Revolution gerichtet ist. Und das ist so gut wie alles, was du hier schreibst.“

    Ah und wie uns die Geschichte lehrt war der Umgang zwischen Revolutionären und Konterrevolutionären von einem warmen freundschaftlichen Verhältnis geprägt. Wenn ich zurück ans 20. Jahrhundert denke und beachte, dass du die Meinung von momentan geschätzten 99,9% für konterrevolutionär hälst, dann muss man bei dir richtig Angst kriegen.

    „Außerdem gibt es verdammt nochmal immer mehr als zwei Seiten! “

    Eben!Eben! Dann viel Spaß bei deiner Hetzjagd auf konterrevolutionäre Elemente.

    Ich hab da mal so einen Satz gehört, bzgl. Extremismus und Kinderkrankheit irgenwie war da mal was…

    Man kann nur hoffen, dass dir in ein paar Jahren vielleicht dein Geschreibsel hier peinlich ist. Ansonsten gehst du halt einfach den dir vorgezeichneten Weg aller K-Gruppenmitglieder in die Bedeutungslosigkeit.

    Um deine Verschwörungstheorien bzgl. meiner konterrevolutionäre Gesinnung perfekt zu machen:

    Bei dir muss man nur hoffen, dass es nie eine Situation gibt, die zu Instabilitäten führt. Du hast ja den Stalinismusvorwurf ja noch nicht mal versucht zu entkräften.

  29. 29 Argument-P. 01. September 2008 um 19:51 Uhr

    @ Roter Engel:

    Es ist ja richtig, „Kapitalismus und Demokratie analytisch“ zu trennen: Das eine ist eine Ökonomie und das andere eine Staatsform.

    D.h. aber längst nicht, dass man auf sowas kommt:

    Und systemaffirmativ ist das auch nicht so wirklich, da der Kapitalismus hier nicht von der Demokratie am Leben erhalten wird.

    Du lebst offenbar in einer anderen Welt. Wer organisiert denn das Privateigentum an Produktionsmitteln? Wer erlaubt denn den Arbeitern, ihre Arbeitskraft zu Markte zu tragen und sich von einem Kapitalisten ausbeuten zu lassen oder – ja was? – zu verrecken oder – auch alles von Demokraten gemacht – im Sozialstaat zu landen?! Wer organisiert eine Polizei, die dieses Treiben am Funktionieren hält und eine Armee, welche die Konkurrenten in Schach hält? Das machen waschechte Demokraten. Wenn Dir ernsthaft was am Kapitalismus nicht passt, dann kannst du den Garanten dieser Sorte Ökonomie nicht aus der Kritik herausnehmen.

  30. 30 Wendy 02. September 2008 um 1:54 Uhr

    Jetzt muss ich aber wirklich mal lachen, gerade die Zeitung so zu schreiben ist ein Ausdruck dessen, dass man die Leute ernst nimmt. Es gibt nichts lustigeres als wenn K-Gruppe XY sich auf irgendeinen Marktplatz stellt und mal wieder Generalstreik und Weltrevo fordert und noch nichtmal mitkriegt, dass die Leute nur den Kopf schütteln.

    Du tust so, als wären „Dörfler“, am Stammtisch sagst du wahrscheinlich „Bauern!“, nicht in der Lage, drei grade Sätze hintereinander zu verstehen. Ich fordere nur, dass die Leute mal ernst genommen werden und das vernünftige, richtige und kommunistische Positionen zum Thema Faschismus formuliert und dann – in leicht verständlichen Worten, ja – zu Papier gebracht werden und dann unter die Leute.
    Ich will nicht den Generalstreik1 ausrufen. Ich bin aber schon so ehrlich zu den Leuten, dass ich ihnen auch sage, dass sich ohne „Weltrevo“ („Pfui!“) nichts ändern wird und schon garnicht zum Guten2.

    Du machst dich übrigens sehr lächerlich: Eine plumpere Agitation als diese Zeitung gibt es wohl kaum. Und genau sowas wirfst du mir vor.

    Dazu möchte ich tatsächlich in Abrede stellen, dass der Durchschnittsdorfbewohner tatsächlich eine eigene Meinung bzgl. des Dimitroff-These und ihr Verhältnis zur Totalitarismusthese arendtscher Prägung zu bilden.

    Ich will den „durchschnittlichen Dorfbewohner“ auch nicht dazu bringen, dass er in deine SoWi-Seminare geht. Um sich ne Meinung über was zu bilden, musst sich niemand erst 13 falsche Thesen im Vergleich zu 20 anderen falschen Thesen zu einem Thema reinziehen. Im besten Fall reicht es, wenn einmal das Richtige in Bezug auf die falschen Gedanken, die er sich grad macht, erzählt bekommt…

    Man sollte man die Banalität zur Kenntnis nehmen, dass einen Zusammenhang zwischen realer gesellschaftlicher Lage und der Revobereitschaft besteht. Momentan stellt sich die Frage mit wem man die Revo macht garnicht! Und genau, dass haben die Autoren der Zeitschrift erkannt und schwallen die Leute nicht mit Revolyrik zu, sondern handeln verantwortungsbewusst im Rahmen der jetzigen Möglichkeiten

    Na, wenn die Revo noch nicht auf der Tagesordnung steht, sollte auch nichts dafür getan werden, damit es mal soweit kommt. Logisch! Mit „Revolyrik“ bist du bei mir an der falschen Stelle, ich will den Leuten nahebringen, warum die Revolution großartig und alles andere Quark ist. Wer sagt denn auch, dass mensch überhaupt nichts gegen Nazis machen soll? Aber allen anderen bürgerlichen Parteien Wahlhilfe geben, sich im schmutzigen Geschäft Wahlkampf verdingen? Gehts noch?!
    Oder meinst du, „es geht den Leuten noch viel zu gut“?
    „[Handeln] verantwortungsbewusst im Rahmen der jetzigen Möglichkeiten“: Mit welch wohlfeilen Sätzen du noch die reaktionärste und dümmste Scheiße rechtfertigen kannst… Wahnsinn!
    Wenn die Nazis noch fünf Prozent mehr kriegen, räumst du wahrscheinlich die örtliche Bundeszentrale für politische Bildung aus und legst den Leuten deren Broschüren als Sonderbeilage der „,Bild‘-Ausgabe gegen Nazis!“3 zurecht…

    Ah und wie uns die Geschichte lehrt war der Umgang zwischen Revolutionären und Konterrevolutionären von einem warmen freundschaftlichen Verhältnis geprägt. Wenn ich zurück ans 20. Jahrhundert denke und beachte, dass du die Meinung von momentan geschätzten 99,9% für konterrevolutionär hälst, dann muss man bei dir richtig Angst kriegen.

    Wieso? Ich hab‘ doch geschrieben, dass ich nicht jeden in den Gulag stecken will, der nicht meine Meinung teilt. Hast du das bei der Antifa gelernt, dass mensch nur Leute kritisieren darf, die „voll die Nazis“ sind und dass mensch Leuten, die „voll die Nazis“ sind, folgerichtig immer aufs Maul geben muss?
    Ja, hier in diesem Scheißland, genau wie in so ziemlich jedem anderen Land der Erde, denken die allermeisten Leute bürgerlich, reaktionär und nicht-kommunistisch, sonst wären wir schon im Kommunismus. Willst du die Leute nicht verärgern oder warum willst du nicht einfach mal loslegen, damit sich das endlich ändert?

    Man kann nur hoffen, dass dir in ein paar Jahren vielleicht dein Geschreibsel hier peinlich ist. Ansonsten gehst du halt einfach den dir vorgezeichneten Weg aller K-Gruppenmitglieder in die Bedeutungslosigkeit.

    Wenn „bedeutungslos“ für dich ein Argument ist, warum bist du dann noch bei der Antifa und nicht mehr bei der SPD (bzw. den in deiner „Heimatstadt“ so starken Nazis)? Warum bist du dann überhaupt links?
    Lacht mich die Regierungspartei „Antifa-Liste BRD“ dann aus, wenn ich so bedeutungslos vor mich hin vegetiere?

    Bei dir muss man nur hoffen, dass es nie eine Situation gibt, die zu Instabilitäten führt. Du hast ja den Stalinismusvorwurf ja noch nicht mal versucht zu entkräften.

    S.o. Zusatz: Wenn deine Stalinismus-Definition nicht über „politische Verfolgung von politischen Gegnern“ bzw. „lehnt seine politischen Gegner ab“4 hinausgeht, tuts mir leid.

    lehne ich ab, was soll der Quatsch? [zurück]
    Na gut, wenn einem schon die demokratische Herrschaft mit Zurichtung, Krieg, Massenelend, Normierung und Lohnarbeit reicht, dem reichen schon geringste Veränderungen in der Parteienlandschaft, um glücklich zu sein… [zurück]
    Neger: Nicht schlau, aber arbeitssam!“ [zurück]
    skandalös! [zurück]

  31. 31 candymondial 02. September 2008 um 10:14 Uhr

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Deshalb: Evtl. mal die Vorurteile gegen die Zeitung (und bestimmte Genoss_innen) hinten anstellen und erst mal lesen.

    Die Debatte, ob Boulevard als Form dazu geeignet ist, die richtigen Inhalte rüber zu bringen, hat schon in den 20ern angefangen. Damals allerdings – sorry aber auch! – qualitiativ deutlich hochwertiger.
    Von Münzenberg lernen heißt siegen lernen!

  32. 32 Wendy 02. September 2008 um 11:56 Uhr

    Kein einziges Argument in dem Komentar, was soll denn dsa?

    Willst du jetzt behaupten, die KPD hätte „gesiegt“? :D

    Oder sie hätte die richtigen Positionen vertreten?

  33. 33 Fischerin 02. September 2008 um 12:32 Uhr

    Also mal im ernst: die Zeitung ist doch o.k. – ein netter Versuch. Und wenn sie der/die eine oder andere potentielle NPD-WählerIn liest und zum denken anregen kann, geht das Ziel sogar auf.

    Hab mir mal ein paar Texte durchgelesen. Sind inhaltlich besser als sie scheinen.

    Am besten finde ich den Artikel über deutsche Auswanderer in den USA.

  34. 34 Argumente-P. 02. September 2008 um 12:35 Uhr

    @ candymondial

    Ich glaub, Du hast die Debatte nun wirklich gar nicht gelesen. Die Argumente gegen diese Zeitung sind

    a) das interessierte Denken der Antifas, die ganze Welt und was so in ihr vorkommt nach Nazis zu durchforsten – unabhängig davon, *wer* hier gerade als Herrschaft am Drücker ist und einem das Leben schwer macht (die Demokraten!)

    b) *wie* die Nazis kritisiert werden: Die halten sich tatsächlich nicht an Recht und Gesetz der BRD – was Recht und Gesetz hier darstellen und ob das taugliche Maßstäbe der Kritik von Nazis sind, das interessiert die Autoren nicht…

    Also bezieh dich mal *darauf* statt hier inhaltsleer diese olle Zeitung zu hypen!

  35. 35 Red_Angel 02. September 2008 um 12:43 Uhr

    @Argument-p

    Gut dann formuliere ich, dass nochmal ganz deutlich: Die Demokratie ist weder eine notwendige noch eine hinreichene Bedingungen für den Kapitalismus.
    Wer also auf die Demokratie einschlägt und dazu gibt es sicher viele Gründe, sich aber einbildet, dass er damit den Kapitalismus trifft, macht einfach was verkehrt.

    “ Wenn Dir ernsthaft was am Kapitalismus nicht passt, dann kannst du den Garanten dieser Sorte Ökonomie nicht aus der Kritik herausnehmen.“

    Aber dann kritisiere ich sie dafür, dass sie Garanten der kapitalistischen Ordnung sind, nicht dass sie Demokraten sind.

    @wendy

    „Ich fordere nur, dass die Leute mal ernst genommen werden und das vernünftige, richtige und kommunistische Positionen zum Thema Faschismus formuliert und dann – in leicht verständlichen Worten, ja – zu Papier gebracht werden und dann unter die Leute.“

    Kein Widerspruch! Unser Dissenz liegt darin, dass ich diese Zeitung als ein Ausdruck dessen ansehe. Du verneinst und machst die Zeitung fast zum genauen Gegenteil. Auch wenn es jetzt vielleicht etwas unfair ist, aber wie ganz konkret hätte denn deine Zeitung ausgesehen.

    „Wieso? Ich hab’ doch geschrieben, dass ich nicht jeden in den Gulag stecken will, der nicht meine Meinung teilt.“

    Nein, dass hast du nicht. Aber was ist mit den Leuten, die deine Meinung nicht nur nicht teilen, sondern andere davon überzeugen wollen, dass deine falsch ist und damit aus welchen Gründen auch immer vielleicht erfolgreich sind – Wie sieht da deine Reaktion aus?
    Ich kann nur wieder betonen, dass deine Wortwahl und dein Rhetorik mir Angst macht, mag sein, dass es vielleicht nur schlimmer klingt, als du es tatsächlich meinst, weil du so vorbelastete Wörter in den Mund nimmst.

    „Hast du das bei der Antifa gelernt, dass mensch nur Leute kritisieren darf, die “voll die Nazis” sind und dass mensch Leuten, die “voll die Nazis” sind, folgerichtig immer aufs Maul geben muss?“

    Ich frage mich langsam wirklich ob du in der Lage bist, meine Aussagen inhaltlich zu verarbeiten.
    Muss ich erste eine 100 seitige Kapitalismus und Demokratiekritik vorweisen, bist du mir glaubst, dass ich damit Probleme habe und damit natürlich auch mit den Förderern und Unterstützern?

    „Ja, hier in diesem Scheißland, genau wie in so ziemlich jedem anderen Land der Erde, denken die allermeisten Leute bürgerlich, reaktionär und nicht-kommunistisch, sonst wären wir schon im Kommunismus. Willst du die Leute nicht verärgern oder warum willst du nicht einfach mal loslegen, damit sich das endlich ändert?“

    Beim Kommunismus handelt es sich, zumindest für mich, um eine Gesellschaftsordnung und keine dogmatische Religion. Es ist irrsinning anzunehmen, dass die Leute in der aktuelle Sitatuion einfach nur bekehrt werden müssten.

    Niemand sagt, dass wir am Ende der Geschichte leben, aber momentan ist der Kapitalismus alles andere als in einer Krise im Gegenteil. Er durchdringt immer größere Gebiete und schafft immer größeren gesellschaftliche Wohlstand. (Und bevor die pawlowsche Reflexe gleich wieder losgehen, ja ich weiß um deren Verteilung und ja ich bin auch dagegen.)

    „Lacht mich die Regierungspartei “Antifa-Liste BRD” dann aus, wenn ich so bedeutungslos vor mich hin vegetiere?“

    Nö ich würde es einfach schaden finden, wenn kluge Köpfe nur weil sie durch Ideologie pathologisiert werden und sich mehr damit beschäftigen wer nun alles konterrevolutionär ist, für den Kampf für eine bessere und menschlichere verloren gehen.

    „S.o. Zusatz: Wenn deine Stalinismus-Definition nicht über “politische Verfolgung von politischen Gegnern” bzw. “lehnt seine politischen Gegner ab”4 hinausgeht, tuts mir leid.“

    Bekennst du dich zum Recht auf Meinungsfreiheit (mit der Einschränkung des Paragraphen §86, §130) oder welche klassischen Freiheitsrechte dürften deiner Meinung nach eingeschränkt werden um den Kommunismus zu erreichen / erhalten ?

    Ich stelle dir diese Frage, weil ich in deinen Äußerungen totalitäre Züge wahrnehme.

    „Ich will den “durchschnittlichen Dorfbewohner” auch nicht dazu bringen, dass er in deine SoWi-Seminare geht. Um sich ne Meinung über was zu bilden, musst sich niemand erst 13 falsche Thesen im Vergleich zu 20 anderen falschen Thesen zu einem Thema reinziehen. Im besten Fall reicht es, wenn einmal das Richtige in Bezug auf die falschen Gedanken, die er sich grad macht, erzählt bekommt…“

    Denn du solltest mal begreifen, dass es nicht die eine Wahrheit gibt. Lies dir bitte mal deinen letzten Satz durch und vielleicht verstehst du dann, warum bei mir alle Alarmglocken schrillen…

  36. 36 Argumente-P 02. September 2008 um 13:16 Uhr

    @ Roter Engel:

    Gut dann formuliere ich, dass nochmal ganz deutlich: Die Demokratie ist weder eine notwendige noch eine hinreichene Bedingungen für den Kapitalismus.
    Wer also auf die Demokratie einschlägt und dazu gibt es sicher viele Gründe, sich aber einbildet, dass er damit den Kapitalismus trifft, macht einfach was verkehrt.

    […]

    Aber dann kritisiere ich sie dafür, dass sie Garanten der kapitalistischen Ordnung sind, nicht dass sie Demokraten sind.

    Wie kommst Du denn auf den Gedanken, dass sie *getrennt* von ihrem Demokratensein Garanten der kap. Ökonomie sind? Findest Du nicht, dass die Realität da eine ganz andere Sprache spricht? *Als* Demokraten organisieren sie den Kapitalismus! Mal Butter bei die Fische: Mir kommt es so vor, als wenn Du Kapitalismus = schlecht und Demokratie = Gut als Gedanken drauf hast. Dann sag doch mal, was so gut ist an der Demokratie, wo Du sie hier noch retten willst?

    (Es gibt einen guten Txt zur Kritik der Demokratie: http://www.junge-linke.de/staat_und_nation/die_demokratie_und_ihre_ideali.html )

  37. 37 Argumente-P 02. September 2008 um 13:22 Uhr

    Kann es sein, Red Angel, dass Du nicht der Ansicht bist, dass die *hiesige* Demokratie mit der kap. Ökonomie zusammengehören?

  38. 38 Wendy 02. September 2008 um 14:45 Uhr

    Jetzt geht das Ganze langsam aber Offtopic.

  39. 39 Argumente-P. 02. September 2008 um 17:09 Uhr

    Ganz und gar nicht. Schließlich hat Red Angel mit der Demokratie recht wenig Probleme (immerhin kein Faschismus!) und das ist doch ein Dreh- und Angelpunkt bei der Ideologie des Antifaschismus.

  40. 40 Argumente-P. 02. September 2008 um 17:12 Uhr

    @ Fischerin

    Also mal im ernst: die Zeitung ist doch o.k. – ein netter Versuch. Und wenn sie der/die eine oder andere potentielle NPD-WählerIn liest und zum denken anregen kann, geht das Ziel sogar auf.

    Du bist auch nicht besser als candymondial. Dein Abfeiern der Zeitung ist kein Argument gg. die hier angeführten Argumente. Anders: Was ist denn damit gewonnen, wenn ein NPD-Wähler zum Demokraten wird und von den seinen ablässt, weil sie „schläger“ sind und gg. Recht und Gesetz verstoßen?

  41. 41 Argumente-P. 02. September 2008 um 17:20 Uhr

    Denn du solltest mal begreifen, dass es nicht die eine Wahrheit gibt.

    Aha, aber der Satz soll dann wahr sein?! Du bist ja schön totalitär! :-P

  42. 42 besserscheitern 02. September 2008 um 17:42 Uhr

    Ey, Wendy mach ma wieder wat mit echter „Hoolitik“. So schön zum Pöbeln und nicht zum ewige Debatten nachvollziehen. Und, nein! – Ich bin gerade nüchtern.

  43. 43 Red_Angel 02. September 2008 um 17:55 Uhr

    @argumente-p

    „Mir kommt es so vor, als wenn Du Kapitalismus = schlecht und Demokratie = Gut als Gedanken drauf hast. Dann sag doch mal, was so gut ist an der Demokratie, wo Du sie hier noch retten willst?“

    Wenn beide Sphären voneinander analytisch getrennt hat, dann bleibt Demokratie nichts anderes als Organisationsprinzip von Meinungs- und Interressenbündelung und Durchsetzung. Gerade ihr als Superrevoluzzer sollte euch doch dann eine Welt ohne Kapitalismus mal wenigstens kurz vorstellen können – glaubt ihr nicht, dass da auch so profane Dinge wie wo bauen wir eine Müllkippe oder eine Ortsumgehung und wie schnell sollte man vor einer Grundschule fahren geklärt werden müssen. Ich denke wohl schon, da ist die Idee Leute darüber abstimmen zu lassen zumindest nicht die schlechteste. Oder kommt dann Wendy bzw. Argument-P an und erklärt, dass die Ostroute der Ostsumgehung konterrevolutionär wäre und nur die südroute im Sinne des Kommunismus. Meine Fresse, mal ein bisschen weiter als nur bis zur Revolution denken. Die Revolution ist nicht nur wunderbar und alles andere quark, liebe wendy, auch danach muss das Leben von 6 Milliarden Menschen und ein demokratischer Entscheidungsprozess ist eine Möglichkeit…

    Und was die Zeitung angeht, Argumente-P liefert ein schönes Beispiel gezielter selektiver Wahrnehmung: Und versteift sich auf: „*wie* die Nazis kritisiert werden: Die halten sich tatsächlich nicht an Recht und Gesetz der BRD – was Recht und Gesetz hier darstellen und ob das taugliche Maßstäbe der Kritik von Nazis sind, das interessiert die Autoren nicht…“

    Und hat bisher offensichtlich weder die Geschichte mit den deutschen in Amiland zur Kenntnis genommen, die Lohndrückerei, oder die Beschreibung der Lebensituation von Asylanten.

    Da wird noch viel mehr gemacht, als die Nazis nur dafür kritisiert, dass sie Kriminelle sind.

    Und Weny, wie war jetzt nochmal dein Vorschlag für den Inhalt einer solchen Zeitung…

  44. 44 Wendy 02. September 2008 um 18:23 Uhr

    Warum sollte ich denn eine Antifa-Zeitung machen? Wenn so eine ausführliche Beschäftigung mit der NPD irgendwo anstände, dann wäre wahrscheinliche eine kommunistische Kritik ihres (Wahl-)Programms das Richtige.

    Zur Frage der nachrevolutionären Organisation von Entscheidungsprozessen formulier‘ ich eventuell was, wenn mir nicht mehr schlecht vom halben Hähnchen ist.

    Mir darf aber auch gerne wer zuvorkommen.

  45. 45 No matter 02. September 2008 um 18:50 Uhr

    Mensch, Red_Angel, hör doch auf mit denen zu diskutieren. Eine Begründung hast du ja geliefert. Da heisst es dann eben „agree to disagree“ und „auf (nimmer) wiedersehen“.

  46. 46 mti 02. September 2008 um 21:10 Uhr

    Wen wundert’s eigentlich, wenn die halbe ALB schon für die WASG zu Wahlen angetreten ist. Die sind halt nur der Hasskappen-bewehrte Arm der deutschen Sozialdemokratie (Buchenwald-Fraktion). Das waren sie schon in den 90ern.

  47. 47 Red_Angel 02. September 2008 um 23:27 Uhr

    „Wenn so eine ausführliche Beschäftigung mit der NPD irgendwo anstände, dann wäre wahrscheinliche eine kommunistische Kritik ihres (Wahl-)Programms das Richtige.“

    Jo dann lege mal los, lege das zielgruppengerecht vor. Mehr wollte ich von dir nicht.

    Bzgl. Huhn: Gute Besserung! Und gut zu wissen, dass diese konterrevolutionäre Stück schon tot ist ;)

  48. 48 Wendy 03. September 2008 um 0:14 Uhr

    Irgendwie komisch, dass deine Beißreflexe nicht angesprungen sind, als ich „gegenrevolutionär“ schrieb, obwohl die Wortbedeutung die gleiche ist…

    Ich werd‘ dir jetzt übrigens keine alternative „Speziell“ vorlegen, darin gipfelt nämlich deine ganze „und dann?!“-Fragerei.

    Nochmal: Wenn du meinst, dass die Leute zu dumm sind, zu verstehen, warum die faschistische Ideologie verkehrt und der Kapitalismus scheiße ist, dann hau halt rein, du arroganter Penner und fang‘ endlich was sinnvolles an, anstatt deine Zeit an ihnen zu vergeuden. Kommt doch eh nichts raus.

  49. 49 Red_Angel 03. September 2008 um 0:56 Uhr

    „Nochmal: Wenn du meinst, dass die Leute zu dumm sind, zu verstehen, warum die faschistische Ideologie verkehrt und der Kapitalismus scheiße ist, dann hau halt rein, du arroganter Penner und fang’ endlich was sinnvolles an, anstatt deine Zeit an ihnen zu vergeuden. Kommt doch eh nichts raus.“

    Okay, ich schiebe es einfach mal darauf, dass du wat schlechtes gegessen hast – dass mit dem konterrevultionären huhn sollte ein scherz gewesen sein, der wunsch nach guter Besserung dagegen Ernst. – Gut scheint nicht angekommen zu sein.

    Bzgl. für was ich die Bürger halte – ich weiß nicht – woher du das nimmst. Vielleicht kannst du mir das ja anhand meiner Aussagen belegen, es kann sich eigentlich nur um ein Missverständnis handeln. Und ich halte die Zeitung im Gegenteil genau dafür geeignet, ‚Faschismus verkehrt und Kapitalismus scheiße zu verdeutlichen‘ – die kommen einfach nur ohne Revopathos aus…

    ‚du arroganter Penner‘

    Jetzt ließ dir den Kommentare noch mal von oben bis unten durch und reflektiere mal ein bisschen wie du dich hier teilweise aufführst. Ich hab zumindest eingeräumt, dass mein Ton nicht immer der beste war, während du hier noch weiter nachlegst (mangels Argumente?).

    Und wer andere Leute als unfähig und unwillig beschimpft eine kommunistische Faschismuskritik zielgruppengerecht zu äußern, sich aber gleichzeitig selber verweigert diese aufzustellen – sorry da kriegt man rasch den Eindruck, der fängst an sich jetzt zu drücken aus Angst auseinandergenommen zu werden.

    Naja mal guggn was du bezüglich Entscheidungsprozesse sagst – dein ‚eventuell‘ entäuscht mich etwas, klingt schon wieder danach als würdest du dich drücken – komisch war eigentlich einer deiner Hauptkritikpunkte an mich… (Also abgesehn davon, dass die ALB alles falsch machst, und du das besser könntest – jetzt aber keine Lust dazu hast…)

  50. 50 Kowalski 03. September 2008 um 2:02 Uhr

    Habe die Diskussion hier nicht weiter verfolgt, deshalb nur ein kurzer Einwurf: Es ist ja nicht so, dass an „kommunistischer Faschismuskritik“, die die demokratische Variante bürgerlicher Herrschaft zwangsläufig nicht ausspart, nichts existieren würde. Neben dem „Klassiker“ von Freerk Huisken „Warum Demokraten (Neo-)Faschisten nicht kritisieren, sondern nur verbieten können“ (Skript und Vortrag) sei auf das Buch „Gegen Rechts argumentieren lernen“ von Rolf Gloel und Kathrin Gützlaff (Buch, Rezension und Sendung) verwiesen.

  51. 51 MPunkt 03. September 2008 um 16:15 Uhr

    @ Engel:

    ich versuche, die Kritik von der Argumentprüfstelle und Wendy an Dir noch mal aufzudröseln, in der Hoffnung, dass Dir dann endlich klar wird, wieso die sich sehr genau auf Dich bzw. Deine theoretischen Fehler bezieht.

    1.) Mal ganz getrennt von der Frage, ob man nach der Abschaffung des Kapitalismus immer noch Demokratie haben will, ist doch festzustellen, dass die Parteien und Politiker, die zur Wahl antreten (von irrelevanten Ausnahmen vielleicht abgesehen), eben Kapitalismus wollen. Von daher ist es ein Widerspruch in sich, wenn Du gegen den Kapitalismus bist, dann aber willst, dass die Leute alles, nur nicht Neonazis, wählen. Dann willst Du nämlich, dass die Politiker und Parteien wählen, welche mit dem Staat Kapitalismus und mit dem Kapitalismus Staat machen wollen.

    2.) Dein Grund dafür ist ein geschummelter, nämlich das Antreten von Neonazis bei den Wahlen. Ich gehe mal netter Weise davon aus, dass Du sonst nicht zur Wahl von SPD, CDU, Linke etc. pp. aufrufen würdest, weil sich das wie gezeigt mit Antikapitalismus schlecht verträgt. Nur ändert sich daran doch gar nichts, wenn auch Neonazis zur Wahl antreten. Wenn man vorher keinen Grund hatte, SPD, CDU, Linke etc. pp. zu wählen, dann bleibt das logischer Weise auch so, weil sich an deren Programm ja durch das Antreten anderer Parteien rein gar nichts ändert. Anders: wenn man Gründe gegen die Demokraten weiß, dann wählt man die doch nicht, weil man auch Gründe gegen die Nazis weiß. Sondern dann wählt man eben beide nicht.

    3.) Hast Du in Deinem Sozialkundeunterricht und/oder Deinem Politologiestudium offenbar zu gut aufgepasst. Die Demokratie ist doch keine Methode, über Vertreter schiedlich-friedlich Interessenskonflikte zu klären, weil 6 Milliarden Menschen nicht auf einen Marktplatz passen. Das kannst Du ganz banal schon der grundgesetzlichen Festlegung entnehmen, dass die gewählten Volksvertreter nur ihrem Gewissen verantwortlich sind, also nicht irgendwelchen Interessen, wegen denen sie gewählt worden sein mögen. Sondern die entscheiden souverän, was gerade ansteht, um Deutschland voranzubringen. Auf irgendwelche Interessen, wegen denen sie gewählt worden, können sie sich auch gar nicht, außer als moralische Titel, beziehen. Das kann man einem Wahlkreuz nämlich gar nicht entnehmen, warum es hinter dem jeweiligen Politiker oder der jeweiligen Partei gelandet ist. Und erst in dieser Abstraktion von allen Gründen können die dann auch als pure Quantitäten zusammengezählt und gegeneinander in Sitze verrechnet werden.

    4.) Dieser negativen Bestimmung, was demokratische Wahlen nicht sind, kannst Du im Grunde auch schon entnehmen, was sie positiv sind: nämlich die (demonstrative) Zustimmung zum Regiertwerden. Deren ganzer objektiver Inhalt ist schließlich die Frage, wer regieren soll – und die Untertanen legen sich diese Frage auch noch ernsthaft vor. Auch hier noch mal anders: indem sie sich darüber nen Kopf machen, welches Personal für die Ausübung der Herrschaft geeignet ist, nehmen sie ideell den Standpunkt der Herrschaft ein und sind also parteilich für diese. Weshalb es auch nicht wundert, dass Politiker glatt dafür gewählt werden, dass sie versprechen, jetzt endlich mal keine Rücksichten mehr gegen das Staatsvolk walten zu lassen, damit Deutschland endlich wieder nach vorn kommt.

    (Von daher ist es auch sehr passend, dass Ihr beraterisch bei diesem Wahlzirkus mitmischt und gegen Neonazis keine Argumente wisst, sondern nur Bebilderungen, warum die nicht für die Herrschaftspositionen taugen. Die setzen nämlich gar nicht den Herrschaftszweck um, Deutschland voranzubringen, weil das kriminelle Radaubrüder seien. Dass Ihr damit den Herrschaftszweck unterschreibt, ist wie gesagt, sehr passend zu Eurer Aufforderung, Demokraten zu wählen.)

    5.) Nun magst Du einwenden, dass Du ja Demokratieidealist bist und für eine nachkapitalistische Gesellschaft nicht den Wahlzirkus, sondern eine „wirkliche“ Demokratie willst – was freilich mit Deiner Parteinahme innerhalb des Wahlzirkusses nichts mehr zu tun hat. Auch dagegen ist allerdings einzuwenden, dass ein Kreuzchen hinter einer Sachfrage oder hinter einem Delegierten mit imperativen Mandat nach wie vor sachfremd ist und die Gründe/ Argumente durchstreicht. Als wäre es ein Grund für eine Sache zu sein, dass die Mehrheit dafür ist, statt dass der Grund in der Sache selbst (und ihren Wirkungen auf die Leute) auszumachen wäre.

  52. 52 Red_Angel 03. September 2008 um 22:11 Uhr

    @M-Punkt)

    zu

    1) umgekehrt sollte ich also den Leuten abraten zur Wahl zu gehen und dann damit in Kauf zu nehmen, dass den Nazis mehr Gewicht zufällt.
    Da ist Wendy weiter und hat gesagt, dass die Art und Weise wie gegen das Wählen von Nazis argumentiert scheiße aus, aber das nicht prinzipiell ausgeschlossen.

    2) die Argumentation ist mit 1) redundant und somit gilt obiges entsprechend

    3) “ Und erst in dieser Abstraktion von allen Gründen können die dann auch als pure Quantitäten zusammengezählt und gegeneinander in Sitze verrechnet werden.“

    Du scheinst vom Parlamentarismus zu reden ich rede von Demokratie.
    Parlamentarismus kann eine Ausprägung von Demokratie sein ist hier aber nicht gleichzusetzen.

    4) Du redest schon wieder von Politikern und der Wahl von Vertretern…

    5) „Nun magst Du einwenden, dass Du ja Demokratieidealist bist und für eine nachkapitalistische Gesellschaft nicht den Wahlzirkus, sondern eine “wirkliche” Demokratie willst“

    Mit anderen Worten du gibst dann zu, dass deine Ausführungen bzgl. Wahlen etc. pp., dann einfach nur hinfällig sind – Hier sind wir uns dann mal einig.

    „Auch dagegen ist allerdings einzuwenden, dass ein Kreuzchen hinter einer Sachfrage oder hinter einem Delegierten mit imperativen Mandat nach wie vor sachfremd ist und die Gründe/ Argumente durchstreicht. Als wäre es ein Grund für eine Sache zu sein, dass die Mehrheit dafür ist, statt dass der Grund in der Sache selbst (und ihren Wirkungen auf die Leute) auszumachen wäre.“

    Skizziere bitte den Entscheidungsprozess bzgl. der Routenführung einer Ortsumgehung im Kommunismus. Danach können wir über den Punkt weiterreden.

  53. 53 tee 03. September 2008 um 23:45 Uhr

    Auch dagegen ist allerdings einzuwenden, dass ein Kreuzchen hinter einer Sachfrage oder hinter einem Delegierten mit imperativen Mandat nach wie vor sachfremd ist und die Gründe/ Argumente durchstreicht.

    missverständlich?!

  54. 54 Wendy 03. September 2008 um 23:52 Uhr

    Natürlich bin ich dagegen, dass den Leuten empfohlen wird, gegen Nazis zu wählen. Das bedeutet nämlich immer die Verteidigung der anderen bürgerlichen Parteien, weiter noch: eine Wahlempfehlung für eben diese.

    Da ich die aber genauso wie die Nazis aus guten Gründen ablehne und nicht eine Mannschaft, die sich um die Herrschaft bemüht, um mir schlechtes zu tun, für eine andere, die das gleiche macht, hochhalte, ist das verkehrt.

    Du findest an den anderen bürgerlichen Parteien anscheinend immer noch derart viel, dass du es echt für den absoluten Sündenfall hältst, wenn da noch n paar Idioten mehr, Nazis halt, im Parlament sitzen.

  55. 55 MPunkt 04. September 2008 um 5:04 Uhr

    @ tee: nö, man kann sich ja auch auf eine Sachfrage sachfremd beziehen. Ein Kreuzchen hinter einer der Alternativen ist ja jedenfalls kein Argument für diese.

  56. 56 Red_Angel 04. September 2008 um 7:41 Uhr

    @Wendy

    Es geht darum nicht die Nazis zu wählen, nicht darum eine bürgerliche Partei zu wählen. Man kann seine Stimme auch ungültig machen und ‚Für die Weltrevo‘ raufschreiben.

    Ich warte im Übrigen immer noch auf deine kommunistische Faschismuskritik und darauf wie du im Kommunismus zu Entscheidungen gelangst…

  57. 57 Wendy 04. September 2008 um 8:42 Uhr

    Kowalski hat zwei Bücher verlinkt, ich empfehle dir noch „Der Faschismus und seine demokratische Bewältigung“ von Konrad Hecker.

    Ich werde ganz bestimmt nicht in der Kommentarspalte meines Blogs mehrere hundert Seiten Faschismuskritik liefern.

    In den Vorträgen, die während des Faschismus-Analyse-Seminars der [arab] gehalten wurden, kommt auch sehr viel richtiges (Phase2 mal ausgenommen) vor. Die kannst du dir auch mal reinziehen.

    Den Faschismus richtig zu kritisieren, ist doch garnicht so schwer, wie du tust. Guck dir halt genau an, was die wollen (deutsche Großmacht), wie sie das bewerkstelligen wollen (deutsches Volk durch Auslese und Ausmerzung innerer Feinde wieder benutzbar machen für Krieg und Arbeitseinsatz, Krieg, Stärkung des Staates, Volksgemeinschaft) und dann sag‘ halt, warum du solche Ambitionen scheiße findest.

    Wenn du das ohne jede Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft hinkriegst, läuft was verkehrt.

  58. 58 MPunkt 04. September 2008 um 9:56 Uhr

    @ red angel:

    zu 1. und 2.): Wenn man eine Kritik an demokratischen wie neonazistischen Parteien hat, dann kann es einem auch schnurz sein, welche von denen wieviele Prozente bekommt. Ist es Dir aber nicht, weswegen es entweder mit Deiner Kritik an den demokratischen Parteien und damit auch am Kapitalismus (anders als Du behauptest) nicht weit her sein kann, oder Du Dir einen fetten Widerspruch leistest. Denn aus „gegen Nazis sein“ folgt logisch eben nicht „für die Demokraten“ sein, weil das zwei verschiedene Gegenstände sind.

    zu 3. und 4.) Heuchler! Du beziehst Dich doch affirmativ auf den Parlamentarismus, wenn Du dazu aufrufst, alles außer Neonazis zu wählen. Von daher wirst Du nicht umhin kommen, mal auf meine Argumente zu diesem einzugehen, wenn Du für die richtige Wahl im Wahlzirkus agitierst und eine Kritik an Deiner Parteinahme für die (meinetwegen: parlamentarische) Demokratie auch noch damit zurückweist, dass Demokratie doch eine prima Methode für gesellschaftliche Entscheidungsfindung sei. Da hast nämlich Du in Deinen Rechtfertigungsbemühungen diese dort mit einsortiert und da ist schon mal der Hinweis fällig, dass dort nicht anderes stattfindet, als die Zustimmung zur Herrschaft durch die Wahl des Herrschaftspersonals.

    zu 5.) Geh halt auf mein Argument gegen die Demokratieideale ein, statt von mir eine Alternative zu verlangen. Selbst wenn ich keine wüsste, ist dieses nämlich dadurch nicht widerlegt.

  59. 59 Arsch-Demokrat 04. September 2008 um 13:08 Uhr

    Der Unterschied zwischen Demokraten und Faschisten ist, dass ihr hier euren ideologischen Sülz ablassen dürft, wenn die Faschisten dran wären, würden die euch ganz schnell zusammen mit den ganzen anderen Linken, die ja immer alles falsch machen, wegsperren. Und um mal ein persönliches Interesse ins Spiel zubringen, von Demokraten kriege ich nicht gleich aufs Maul, wenn ich als Kommi bekannt, erst wenn man als Kommunist anfangen will, seinen Kram in die Praxis umzusetzen, von Faschos wird man von Anfang an verprügelt und im Extremfall tot geschlagen. Das mag für euch ein kleiner Unterschied sein, für mich ist es ein entscheidender. Man muss den Leuten nicht immer gleich mit der Vorschlaghammermethode kommen, und wenn sie dann als Endkonsequenz dann eben eine demokratische Partei (wenn die Lektüre ernst genommen wird, ist das wohl eher die Linke als die CDU) kann ich damit leben, zumindest wird es dadurch für mich persönlich nicht schlimmer.

    Was ihr immer nicht rafft, ist, dass selbst wenn man davon ausgeht, dass eure Kritik richtig ist, hilft es in der Praxis gerade kein Stück weiter. Die Frage von red_angel ist durchaus berechtigt, wenn es gerade so einfach ist, die Leute durch einfache verständliche Art und Weise zu Kommunisten zu bekehren (das meint mit Sicherheit nicht 100 Seiten-Broschüren und das hat nichts mit dumm verkaufen zu tun, sondern viele Leute haben keine Lust und Zeit sich Ewigkeiten durch Texte quälen zu müssen!), warum macht ihr dass dann nicht, und arbeitet euch stattdessen lieber an von euch als falsche Kommunisten ausgemachten linken Subjekten ab?

  60. 60 Wendy 04. September 2008 um 13:24 Uhr

    Jetzt haltet ihr schon an der Demokratie hoch, dass sie euch nicht gleich ins KZ steckt, wenn ihr nur labert. Geil!

    Demokraten hauen einen nicht: Hast du noch nie von nem Bullen kassiert? lolo.

    Es hat doch niemand gesagt, dass es einfach wäre, Leute zu agitieren. Aber es ist das einzig richtige und deswegen muss es angegangen werden, auch wenn das lange dauert und Rückschläge in sich birgt. Mit so einer Scheiße wie der Antifa-“Bild“ macht ihr enttäuschte Nationalisten, die Faschos wählen zu enttäuschten Nationalisten, die irgendwen anders wählen. Bravo, dabei habt ihr Erfolg aber bringt es irgendwas?!

  61. 61 Arsch-Demokrat 04. September 2008 um 13:45 Uhr

    @wendy

    Ganz offensichtlich ist hier gerade sowas passiert:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Pawlowscher_Hund

    Deshalb ein kleiner Tip:
    Lesen ==> Denken ==> Schreiben ==> Denken ==> Posten

  62. 62 MPunkt 04. September 2008 um 14:20 Uhr

    Wieso pawloschwer Hund? Wendy geht doch sogar inhaltlich auf Dich Demokratentrottel ein. Klar lobst Du die Demokratie dafür, dass sie Dir erst auf die Fresse haut, wenn Du Deine Positionen in die Praxis umsetzen willst. Und zwar WEIL die Nazis Dir schon für die Positionen selbst in die Fresse hauen. Auch hier gilt wieder mein Argument, dass ich schon gegen ra gebracht habe, das Ihr jedoch konsequent ignoriert: Die Ablehnung der Nazis gibt objektiv keinen Grund für die Zustimmung zu den Demokraten ab. Du sagst/ behauptest ja selbst noch, dass Du einen Konflikt mit denen hättest, den die mit Gewalt zu lösen bereit sind. Von Deinen Gründen gegen die ist doch kein einziger aus der Welt, wenn Du zusätzlich auch noch welche gegen Nazis hast. Dann ist man eben gegen beide. Eure Konstruktion lebt doch nur davon, dass Ihr Euch eine Situation konstruiert, in der Ihr sowohl entscheiden könnt, als auch eine Entscheidung treffen müsst, ob Demokratie oder Faschismus sein soll. Die liegt aber weder bei Euch, noch ist es Euch verwehrt, gegen beide zu sein, weshalb diese Konstruktion darauf verweist, dass Ihr offensichtlich – uneingestanden – doch jede Menge von der demokratischen Herrschaft haltet und Eure Ablehnung des Faschismus‘ den moralischen Titel dafür abzugeben hat.

    Für Dich wird es durch gewählte demokratische Berufsnationalisten nicht schlimmer? Na wer beschließt denn Hartz IV, Kriegseinsätze, Studiengebühren, neue Überwachungsgesetze,…? Die Neonazis doch jedenfalls nicht. Es stimmt halt schlicht nicht, dass die demokratischen Berufsnationalisten sich, wenn sie ihrer Aufgabe, Deutschland in der Staatenkonkurrenz nach vorne zu bringen nachgehen, sich mit einem status quo an Maßnahmen dafür zufrieden geben würden.

    Auch mit dem Rest liegt Wendy richtig. Warum wählen denn die Leute Neonazis? Weil sie sich als Nationalisten sagen, dass es die demokratischen Politiker nicht drauf hätten, Deutschland (oder eine seiner Provinzen) gescheit zu führen. Daher wenden sie sich der nazistischen Alternative zu, die eine bessere Führung verspricht. Und die Zeitung argumentiert auf genau dieser Ebene: nee, die Neonazis geben doch keine bessere Führung ab, weil das kriminelle Radaubrüder sind, mit denen kein Staat zu machen ist. Also sagt Ihr den (enttäuschten) Nationalisten lediglich, dass sie mit ihrem (enttäuschten) Nationalismus bei den demokratischen Herrschaftsfiguren doch besser aufgehoben sind und gebt damit deren Nationalismus Recht.

    Und selbstverständlich hilft eine Kritik, die den Inhalt hat, dass bgl. Staat und Kapitalismus einen notwendig schädigen, nicht dabei, im Kapitalismus gut klar zu kommen. Na und? Warum soll das jetzt gegen sie sprechen? Inhaltlich widerlegt ist sie damit jedenfalls nicht.

  63. 63 Red_Angel 04. September 2008 um 15:47 Uhr

    @mPunkt

    „Geh halt auf mein Argument gegen die Demokratieideale ein, statt von mir eine Alternative zu verlangen. Selbst wenn ich keine wüsste, ist dieses nämlich dadurch nicht widerlegt.“

    Muhaaa!!!

    Jetzt hat man die K-Gruppenjünger wieder mal erwischt…

    Jeden anpissen, weil er nicht die *richtige* kommunistische Kritik formuliert, die ganze Zeit von der Wichtigkeit der Revolution schwätzen – aber wenn man mal nachfragt, was denn nach der Revo kommt, an einem ganz einfachen Beispiel, wie das konkret aussehen könnt – betretenes Schweigen…

    Ja du hast Recht, damit ist die Kritik an der Demokratie bzw. dem Parlamentarismus nicht vom Tisch – ich habe auch nie behauptet, dass sie die einzige und perfekte Lösung für derartige Probleme ist.

    Nur wer die Demokratie abschaffen will, sollte mal wenigstens ansatzweise eine Alternative skizzieren können.

    Wer das nicht kann und stattdessen nur die ganze Zeit von Revo und Kritik labert, den kann ich vielleicht als Revolutionär ernstnehmen, den Kommunismus nehme ich euch da aber einfach nicht ab, weil ihr anscheinend keine Vorstellung über die Art der Ausgestaltung habt, ja vor lauter griesgrämiger Kritik dem hiesigen System und den bösen Abweichlern von reinen Lehre, sogar das Träumen von einer besseren Welt verlernt habt – Warum ich das behaupte? Immer wenn man K-Gruppenjünger mal fragt, wer, wie konkret darüber entscheiden soll im Kommunismus ob / wo / wie / mit welchen Mittel eine Straße, ein Staudamm oder wat auch immer gebaut werden soll – großes Entsetzen in den Augen und an der Mimik sieht man, sie fühlen sich ertappt, denn sie haben darüber noch nie nachgedacht.

    Etwa so, als wenn man Antideutsche fragt, wat denn passiert, wenn Polen wirklich bis Frankreich reicht – das gleiche Entsetzen, ham se auch nicht drüber nachgedacht…

  64. 64 MPunkt 04. September 2008 um 19:38 Uhr

    1.) Es ging hier um Eure Unterstützung der demokratischen Herrschaft, nicht um Demokratieideale, also höre mal auf, Dich rauszureden.

    2.) Zu den Demokratieidealen: es reicht doch, um diese abzulehnen, dass man ein Argument gegen die weiß. Das Insistieren darauf, man hätte eine Alternative zu präsentieren, ist bloß der Auftakt zur nächsten sachfremden Zurückweisung des Arguments durch einen Gegenstandswechsel. Dann soll man nämlich darüber diskutieren, warum die genannte Alternative nix taugen soll, was dann die Rechtfertigung dafür ist, trotz der inhaltlichen Kritik daran, am Demokratieidealismus festzuhalten.

    3.) Aus der Kritik kannst Du doch immer schon die Alternative entnehmen. Wenn ich bspw. kritisiere, dass Kreuzchen malen (und zählen) sachfremd ist, dann soll man eben sachlich, also an Hand von Argumenten, entscheiden.

    4. Lesen!: http://www.gegenstandpunkt.com/gs/04/1/lb-plan.htm

  65. 65 classless 05. September 2008 um 13:23 Uhr

    „Dass die Frage der Revolution niemals akut wird, dafür sorgen Antifas wie du oder die Herausgeber_innen dieser Zeitung, die sich mit aller Macht zur Verteidigung der derzeitigen Form der bürgerlichen Herrschaft aufmachen.“

    Weil es dadurch nie so schlimm wird, wie es doch werden könnte, damit die Leute richtig aufgerüttelt und richtigen Argumenten zugänglich wären?

    „Etwa so, als wenn man Antideutsche fragt, wat denn passiert, wenn Polen wirklich bis Frankreich reicht“

    Was soll denn dann auch noch passieren?

  66. 66 Wendy 05. September 2008 um 14:16 Uhr

    Wie besoffen muss mensch denn sein, um mir da ne positive Stellung zur Verelendungstheorie reinlesen zu können?

  67. 67 laylah 05. September 2008 um 14:17 Uhr

    m: guter text (unter 4.), aber müssen die sachen immer so unfassbar hässlich sein? kürzere zeilen & andere schrift würden mir schon reichen. hab das monstrum jedenfalls erstmal umformatiert.

  68. 68 MPunkt 05. September 2008 um 17:26 Uhr

    Ich mache deren Layout ja nicht, von daher fragst Du da den Falschen. Du kannst Dich ja an die Redaktion mit Stylevorschlägen wenden ;)

  69. 69 Red_Angel 06. September 2008 um 8:48 Uhr

    Auf eine Antwort von Wendy, warte ich leider immer noch.

    @Mpunkt:

    Nun gut es ist mich nicht gerade überraschen, dass wenn man fragt, die du dir mal was konkret vorstellen kannst, als Anwort kein selbstformulierter Satz kommt, sondern nur der Verweis auf einen Text, aber sei es drum.

    Der Text ist übrigen ein schönes Beispiel für das Zünden pseudointellektueller Blendgranaten. Aus der Frage, wie könnte konkret eine Alternative aussehen, wird gemacht, anhand der Frage sieht man ja, dass du für das Alte bist. Was für ein hanebüchender Unsinn. Die marxistische Kapitalismuskritik ist allgemein anerkannt und wird auch in Universitäten und zwar gerade in den Wirtschaftswissenschaften gelehrt.
    Die kapitalistschen WiWis sagen: Ja Marx hat prinzipiell Recht (an einigen Stellen muss seine Theorie natürlich angepasst werden, da ja auch 150 Jahre Wirtschaftswissenschaften dazwischenliegen aber vom Grundsatz her…), aber uns fällt nix besseres ein.

    Kann es da verwundern, dass man dann selbsternannte Kommunisten mal danach fragt, wie die sich Alternativen vorstellen können? Aber nein, allein die Frage danach ist schon eine Frechheit. Wer danach fragt wie genau das Paradies aussieht, stellt es damit in Frage und ist ein Ungläubiger!

    Auch wenn wir jetzt gerade über Kapitalismus geredet haben, analog gilt dies auch für die Demokratie, wer es nicht erträgt wenn nach Alternativen gefragt wird. Der sollte es offen zugeben und nicht anderen Leuten Affirmation vorwerfen, denn die größte Affirmation ist ja wohl, wenn man sich verbietet über die Alternativen nachzudenken und stattdessen nur von Revolution schwätzt und eigentlich darauf hoffen muss, wenn diese nie eintritt, weil man spätestens dann, aber ein richtiges Problem hat.

  70. 70 Wendy 06. September 2008 um 12:44 Uhr

    Warum sollte ich denn eine Antifa-Zeitung machen? Wenn so eine ausführliche Beschäftigung mit der NPD irgendwo anstände, dann wäre wahrscheinliche eine kommunistische Kritik ihres (Wahl-)Programms das Richtige.

    Ich werd’ dir jetzt übrigens keine alternative “Speziell” vorlegen, darin gipfelt nämlich deine ganze “und dann?!”-Fragerei.

    Kowalski hat zwei Bücher verlinkt, ich empfehle dir noch “Der Faschismus und seine demokratische Bewältigung” von Konrad Hecker.

    Ich werde ganz bestimmt nicht in der Kommentarspalte meines Blogs mehrere hundert Seiten Faschismuskritik liefern.

    In den Vorträgen, die während des Faschismus-Analyse-Seminars der [arab] gehalten wurden, kommt auch sehr viel richtiges (Phase2 mal ausgenommen) vor. Die kannst du dir auch mal reinziehen.

    Den Faschismus richtig zu kritisieren, ist doch garnicht so schwer, wie du tust. Guck dir halt genau an, was die wollen (deutsche Großmacht), wie sie das bewerkstelligen wollen (deutsches Volk durch Auslese und Ausmerzung innerer Feinde wieder benutzbar machen für Krieg und Arbeitseinsatz, Krieg, Stärkung des Staates, Volksgemeinschaft) und dann sag’ halt, warum du solche Ambitionen scheiße findest.

  71. 71 MPunkt 06. September 2008 um 13:15 Uhr

    @ red angel: Du teilst halt die Kritik an der Demokratie gar nicht, also wieso sollte ich mit Dir darüber diskutieren, wie eine Alternative dazu aussehen soll? Das stünde doch frühestens an, wenn wir uns in der Kritik einig wären. Du ignorierst hingegen meine Kritik an dieser und heuchelst als Rechtfertigung dafür vor, dass Du ja nicht gegen die Demokratie sein könntest, solange man Dir keine bessere Alternative präsentiert. Die ob der Heuchelei zustande kommende Unlogik ist evident: gegen die Demokratie ist man nämlich, weil man Gründe gegen diese weiß und die weiß man, ganz getrennt davon, ob man eine Alternative in petto hat. Weshalb man eben über diese Gründe debattieren muss, wenn man sich nicht darüber einig ist.

    (Dass in der Kritik bereits die Alternative steckt – nämlich Sachfragen an Hand von Argumenten zu diesen zu entscheiden – hatte ich Dir auch bereits geschrieben. Aber das nimmst Du halt nicht zur Kenntnis, weil Du an Deinem argumentfreien Bekenntnis für die Demokratie festhalten willst. Genau an solchen Heucheleien kann man übrigens erkennen, dass die Frage nach der Alternative die argumentfreie Verteidigung des Bestehenden gegen Kritik ist. Weshalb Du im Kommunismus auch das Fischmehl produzieren darfst, mit dem die allmächtige Plankommission Dich dann planmäßig abfüttert. Genug der Alternative? [Dann doch lieber Demokratie, nicht?] Was anderes willst Du nämlich ohnehin nicht hören …)

  72. 72 Wendy 06. September 2008 um 13:24 Uhr

    Warum sollte eine Entscheidung dadurch richtig(er) werden, dass sie eine bestimmte Anzahl von Menschen beschließt?

  73. 73 Arschdemkorat 09. September 2008 um 13:50 Uhr

    @classless
    Dann ists mit dem Lotterleben vorbei, die Polen werden dir schon Beine machen. :D

    @wendy
    Möglicherweise geht es nicht darum, ob eine Entscheidung die „richtige“ ist. Es müssen immer wieder auch Interessengegensätze verhandelt werden. Beim Beispiel der Ortsumgehung wäre es so, dass die Leute im Ort davon profitieren würden, was Ruhe und Sicherheit auf den Straßen angeht, kann allerdings wirtschaftliche Nachteile bedeuten. Für die drei Gehöfte außerhalb des Ortes an denen die Ortsumgehung dann vorbei gehen würde, wäre die Ruhe dann vorbei. Da kannst du dann noch so sehr herum ideologisieren, aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass du den Leuten ihre Interessen ausreden kannst.

  74. 74 abc 09. September 2008 um 15:32 Uhr

    Schrecklicher Verdacht: Kommunismus abgesagt wegen Streits in Fragen der Ortsumgehung?!?

  75. 75 Red_Angel 09. September 2008 um 17:11 Uhr

    Arschdemokrat hat das schön auf den Punkt gebracht. In jeder Gesellschaft sind irgendwann Entscheidungen zu treffen, die die Allgemeinheit betreffen.
    Und darüber nachzudenken, wie diese Aussehen können, wobei Demokratie eine der Möglichkeiten ist, wird glaube ich auch noch erlaubt sein.
    Und lieber Mpunkt, dass hat nix mit dem Kaputtreden der antikapitalistischen Kritik zu tun, sondern ist einfach die Einsicht, dass der Mensch ein geselliges Wesen ist.
    Solange ihr mir nicht zeigen könnt, dass solche Entscheidungen im Kommunismus nicht anstehen, halte ich die Verweigerung von euch, darüber nachzudenken wie die Entscheidungsstrukturen aussehen könnten, für *Entschuldigung* völlig bescheuert und weltfremd – und ich frage mich ernsthaft wie man etwas derartig Offensichtliches nicht zur Kenntnis nehmen kann.

    Diese Frage beschäftigt die Menschheit immerhin schon wesentlich länger als es den Kapitalismus überhaupt gibt, aber ihr Schlaumeier denkt, es mache keine Sinn darüber nachzudenken, worüber sich seit Jahrtausenden die Philosophen den Kopf zerbrechen.

  76. 76 MPunkt 11. September 2008 um 14:35 Uhr

    Ja, ich behauptet sogar, dass es keinen Sinn hat, über Sinnfragen nachzudenken :O

  77. 77 MPunkt 19. September 2008 um 19:31 Uhr

    @ Red_Angel: ich versuche es noch mal weniger polemisch. Der Witz ist doch, dass Du die beste Bestätigung dafür bist, dass die Frage nach der Alternative ein Gegenstandswechsel ist, um Kritik argumentfrei abzubügeln. Diese lautete, dass Du demokratische Nationalisten für das Wählen demokratischer Parteien agitierst und zwar mit dem dazu sehr passenden Argument, dass die die besseren Berufsnationalisten als die Neonazis abgeben. Da bist Du Dir mit Demokraten wie Neonazis ganz schön einig: eine gute Führung muss her, die endlich wieder Deutschland nach vorne bringt – dass Du das Material der Führung zu diesem Zweck bist, interessiert Dich entweder nicht, oder Du findest es sogar gut. Du unterschreibst also Deine eigene Schädigung und forderst auch die anderen auf, Dir das per Stimmzettel gleich zu tun.

    Auf diese Kritik antwortest Du mit einer Verteidigung Deines Fantums für die demokratische Herrschaft. Die wäre nämlich gar nicht das Problem, sondern der Kapitalismus. Und schummelst dabei rein, dass die Demokratie gar keine Form der politischen Herrschaft sei, sondern ein harmloses Abstimmen über Sachfragen. Dann beweise ich Dir, dass die Demokratie das gerade nicht ist und Dein Fantum also verkehrt ist – und bin so nett, Dir zudem zu erklären, dass Mehrheit auch bei einer Abstimmung über Sachfragen gar kein Argument zu solchen ist, sondern ein sachfremd an sie heran getragener Maßstab. Und schwupps bist Du gar nicht mehr bei Deiner hier kritisierten Aufforderung, der demokratischen Herrschaft, wie sie hier vorkommt, durch das Wählen des für sie am Besten geeigneten Herrschaftspersonals zuzustimmen, sondern verlangst von mir, dass ich Dir eine Alternative präsentieren soll, wie in einem vorgestellten Kommunismus Sachfragen anders als per Mehrheitsentscheid geklärt werden können. Und „weil“ ich Dir diese nur ansatzweise präsentiere, beharrst Du darauf, weiter Nationalisten mit ihrem Nationalismus zur Zustimmung für demokratische Herrscherfiguren zu agitieren. Was hat das eine denn bitte mit dem anderen zu schaffen?

    ***

    So, jetzt gehe ich noch auf Deinen Gegenstandswechsel ein, was freilich keine Relevanz für die Kritik an Dir und der Zeitung, welche hier das Thema war, hat. Die meisten Fragen lassen sich doch sachlich entscheiden – bspw. welcher Untergrund überhaupt für Häuserbau geeignet ist, wie die Häuser dann gebaut sein müssen, um stabil zu sein etc. Oder es geht um Geschmacksfragen, die überhaupt nicht entschieden werden müssen. Es muss sich doch nicht die ganze Stadt einigen, ob chinesisch oder italienisch gekocht wird, weil doch locker beides geht.

    Du konstruierst nun ein Beispiel, in dem tatsächlich sich gegenseitig ausschließende Interessen aufeinander prallen: alle wollen Auto fahren, aber keiner will den Straßenlärm bei sich. Dazu ist zunächst anzumerken, dass es schlecht konstruiert ist und im Grunde schon die inhaltliche Problematik der Frage nach der Alternative offenbart: es wird sich einfach vorgestellt, dass alles so wie jetzt ist und man bessere Lösungen dafür zu finden habe (und bis dahin soll man gefälligst für die jetzige „Lösung“ sein). Als würden in einer auf Bedürfnisbefriedigung ausgerichteten Planwirtschaft noch so viele Autos fahren wie jetzt, wo Produkt A von x nach y und von y nach x transportiert wird, weil es eben von verschiedenen Firmen ist. Oder wo Teilprodukte von Fertigungsschritt zu Fertigungsschritt quer durch die Welt verschickt werden, je nachdem, wo der Arbeitsschritt gerade für den Kapitalisten am günstigsten ist. Als würde man dann noch ewig zur Arbeit pendeln müssen, Großeinkäufe beim Supermarkt erledigen etc. pp. Und als wäre man so blöd, keinen vernünftigen öffentlichen Transport einzurichten. Damit entfällt das Bedürfnis nach einer Umgehungsstraße schlicht.

    Aber mal unterstellt, es gibt dann immer noch sich gegenseitig ausschließende Interessen, die man auch nicht durch der eine macht das, der andere (ggf. auch örtlich) getrennt davon jenes verwirklichen kann. Ja die kann man dann eben nicht beide bedienen – und zwar auch nicht, wenn abgestimmt wird. Wenn das nicht auf einer sachlichen Grundlage entschieden werden kann, aber entschieden werden muss, ja dann trägt man eben ein sachfremdes Kriterium zur Entscheidung an die Sachfrage heran. Von mir aus kann das auch eine Mehrheitsabstimmung sein, aber genau so gut ein Münzwurf oder ein Fußballspiel zwischen beiden Parteien. Der Effekt ist nämlich der gleiche: das eine Interesse wird zu Gunsten des anderen untergebuttert. Ein Argument für Abstimmungen ist das also gerade nicht.

  1. 1 MPunkt Trackback am 04. September 2008 um 10:23 Uhr
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