Hymne der Volksgemeinschaft…

…oder: „Was passiert, wen man englischsprachige Songtexte darauf abklopft, ob man aus ihnen eine Ähnlichkeit zur faschistischen Sprache, Symbolik und Ideologie destillieren kann?„…
Nun, man wird wahrscheinlich eine ganze Menge Spaß haben. Wenn ich mir anschaue, wie die großartigen Laibach in Liedern Opus (Life Is Life) oder Queen (One Vision) auf die Schippe nehmen und die banalen bis blödsinnigen Liedtexte, die ins Deutsche übersetzt und mit neo-faschistischer Bild-, sowie Formsprache aufgepeppt wie authentische nationalsozialistische Inszenierungen daherkommen müssen, kann ich mir vorstellen, was das für eine Gaudi gewesen sein muss.

So lauten zum Beispiel Teile des Textes von „Life Is Life“:

Wann immer wir Kraft geben
geben wir das Beste
all unser Können, unser Streben
und denken nicht an Feste
von jedem wird alles gegeben
und jeder kann auf jeden zählen
Leben heisst Leben!

Wenn das mal nicht an die Volksgemeinschaft der bürgerlichen Gesellschaft erinnert, an die nicht nur die Faschisten den Anspruch hatten, dass sie nicht als kuschelige Hängematte missverstanden werden soll… Hier der Link zum Video.

Ihren deutschen Fascho-Dialekt haben Laibach, die aus Slowenien stammen, spätestens mit „Geburt einer Nation“ perfektioniert. Hammer geil. By the way: Auch die ehrbarsten Deutschen haben etwas zu Laibach zu sagen…1

Ich glaub‘, ich übersetz‘ auch mal ein paar Songtexte. :D

  1. „Benutzer Gripweed verteidigt logischerweise diese aus Slowenien stammende Band, die eindeutige Nazisymbolik darstellt. Da ist es egal, dass die Musik kunstvoll verstanden sein möchte. Nazisymbol bleibt Nazisymbol. Nicht ohne Grund taucht die Band im Verfassungsschutzbericht 2007 auf und wurde in Jugoslawien verboten. Daher bitte ich die deutsche Wikipedia, diese nazistischen Auswüchse nicht länger zu beschönigen und diesen Artikel hier entsprecht umzuschreiben, bevor ich das mache. Gruß von der Antifa Mittelfranken! 91.47.168.1 17:20, 8. Sep. 2008 (CEST)“ [zurück]

13 Antworten auf “Hymne der Volksgemeinschaft…”


  1. 1 Entdinglichung 04. Februar 2009 um 19:27 Uhr

    fast schon schade, dass die nie „100 Mann und ein Befehl“ von Freddy Quinn gecovert haben ;-)

  2. 2 schildkröte 04. Februar 2009 um 19:27 Uhr

    nsk sind großartig, keine frage.
    aber ich finde das bloße affirmation keine wirkliche kritik darstellt. das zeigt sich, wenn nazis gefallen an der ästhetik von laibach finden…

  3. 3 Keta Minelli 04. Februar 2009 um 19:35 Uhr

    Ich bin ein materielles Mädchen!

    Wendy, mit dem Programm – Liedtexte ins Deutsche übersetzen und vortragen – treten bereits Leute in Berlin auf. Jeden Sommer in der Bar25.

  4. 4 Wendy 04. Februar 2009 um 22:30 Uhr

    @Entdinglichung: Hehe, hammer Song!

    @schildkroete: Lern‘ doch mal die Bedeutung der Wörter, mit denen du hantierst: Würden Laibach die faschistische Bildsprache affirmieren, dann wäre das keine Persiflage, sondern bitterer Ernst und würden die den Faschismus affirmieren, dann würden die wahrscheinlich auch in der dementsprechenden Szene und den dementsprechenden Szenen anzutreffen seien, anstatt sich in Interviews als Antifaschisten zu bekennen und als Band zu touren.
    Und wenn du mir jetzt noch ein Musikstück schreibst, dass sich an dem Versuch eine musikalische Kritik zu leisten, nicht blamiert… Dein Anspruch ein Liedgut scheint seltsam.

    Keta: Von der Bar25 habe ich schon einmal gehört. Ich glaube, ich stand sogar schon einmal davor. Allerdings gibts da Türsteher und daher ist das schon nichts für mich.

  5. 5 bigmouth 05. Februar 2009 um 1:16 Uhr

    viel großartiger finde ich ja, wie das mit ihnen verbundene kunstkollektiv ein sehr wenig geändertes naziplakat zu einem wettbewerb zu titos geburtstag, einreichten, den ersten preis bekamen, und einen skandal auslöste

  6. 6 bigmouth 05. Februar 2009 um 1:29 Uhr
  7. 7 der Klassensprecher von 1984 05. Februar 2009 um 6:40 Uhr

    fast schon schade, dass die nie “100 Mann und ein Befehl” von Freddy Quinn gecovert haben

    Das ist auch bloss ein Cover von „The green beret“:
    http://www.youtube.com/watch?v=LH4-tOqLH94
    http://www.youtube.com/watch?v=BnvG52osDm4

    Die Heidi Brühl Version ist aber mal echt beängstigend:
    http://www.youtube.com/watch?v=KLQg-Mv9Hfg

  8. 8 nachdenklich 05. Februar 2009 um 11:33 Uhr

    Das Video zu „Life is Life“ ist eines meiner Lieblingsvideos. So schön albern…

    http://www.youtube.com/watch?v=JbB1s7TZUQk

  9. 9 Han 05. Februar 2009 um 14:48 Uhr

    Das Video von Laibach zu Life is Life ist wirklich einfach nur großartig. Ich krieg mich da jedesmal vor Lachen nicht mehr ein, vor allem bei dem Hirsch :)

  10. 10 schildkröte 06. Februar 2009 um 19:17 Uhr

    Das Affirmative bei Laibach besteht meiner Meinung nach darin, dass sie in keinem Moment ihrer Kunst zeigen, worin ihre Kritik besteht. Mir fehlt der Moment, in dem sie mit der Ästhetik brechen. Einen Gegenstand nur darzustellen, ist noch lang keine Kritik!

  11. 11 Wendy 06. Februar 2009 um 20:31 Uhr

    Seit wann soll den ein Musikstück kommunistische Kritik vermitteln?

    Außerdem „brechen“ sie das sogar. Oder meinst du, der lilane Hirsch im „Leben heißt Leben“-Video ist der NS-Symbolik entlehnt…? Man, du bist der Antifa, du musst sowas wissen…

  12. 12 american kommentator X 06. Februar 2009 um 20:42 Uhr

    @schildblödchen:
    warum solln die sich denn verdammt noch mal von einer ästhetik distanzieren? für dich dummes schwein is antifaschismus schlicht die forderung nach dem vollständigen doof-finden von allem „nazizeug“. verschaff du uns doch mal einblick in deine faschismuskritik, du superemanzipiertes wesen. und versuch dich an das zu halten was wendy (benutze die begriffe richtig) oder diffi (halts maul, dummes schwein) sagen.

  13. 13 pixelutopia 07. Februar 2009 um 14:55 Uhr

    Laibach sind großarig! Wer von ihnen fordert, dass sie ihre Kritik offen darlegen, der hat meiner Ansicht nach etwas nicht verstanden. Gerade der uneindeutige Moment, der entsteht wenn man die Produkte der Kulturindustrie mit dem Faschismus verquirlt, entfaltet doch erst die subversive Qualität. Wenn sie sich nochmal neben das Bild stellen würden, das sie zeichnen, und dazu sagen „Im übrigen, wir finden das schlecht“ – das ließe das Ganze doch in einem faden Moralismus erstarren. Dass auch Nazen die Musik hin und wieder gefällt, zeigt doch eher dass ihr künstlerisches Gesamtkonzept, nämlich die Verbindungen von populärkultur und Faschismus aufzuzeigen, aufgeht.

    Meine rasch dahingeworfenen Überlegungen dazu! ;)

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.