Staat, Nation, Kultur, Adorno, blah.

Mir ist zwar nicht ganz klar, wie ich mit 1581 Referrers auf Platz 22 der Blogsport-Charts und mit 467 Referrers auf Platz 7, aber mir solls Recht sein. Es lesen auf jeden Fall ein paar Leute diesen Blog und das nutze ich mal, um den Veranstaltungsbericht einer Genossin zu pushen, der beim Geprüften Argument veröffentlich wurde. Dem Bericht nach zu beurteilen, war die Veranstaltung wohl eher für den Arsch. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich beim Lesen des Ankündigungstextes mehrmals fast eingeschlafen wäre. Verstanden habe ich ihn auch nicht. Vielleicht hätte ich deshalb den Weg ins Basso antreten sollen, aber mir hat auch einfach die Zeit gefehlt.

Weitere Reaktionen auf die Veranstaltung finden sich bei unkultur, Prinzessin Konzuela und ♥Tekknoatze. Hier wurde mir auch klar, dass Behrens seinen Beitrag anscheinend auf der Analyse einer Werbung für Kartoffelpürree aufgebaut hat. Erinnert mich an die „Unterrichtsstunde with a twist!“-Masche von Lehrern.

Der Genossin nach fehlte auf jeden Fall eine Bestimmung des Nationalismus durch die „TOP“ oder die Referenten. Roger Behrens soll den Nationalismus als weitestgehend inhaltsleere Veranstaltung hingestellt haben, der sich jetzt selbstironisch und locker-flockig präsentiert, über so Sachen wie Werbung, Comedy und schwarz, rot, geile Parties. Darauf kann aber echt nur der kommen, der sich hauptsächlich mit einer Werbung für Kartoffelpürree beschäftigt, die auf dem schon im Individuum durchgesetzten Nationalismus aufbaut und deren Intention die Bewerbung einer Ware und nicht die Durchsetzung und/oder Festigung des Nationalismus ist.

Schon Wahnsinn, dass der Behrens auf einer Veranstaltung, die im Rahmen einer Kampagne gegen das Super-Deutschland-Wahnsinns(-Kultur)-Jahr stattfindet, staatliche Agitation und „Werbung“ (hey, eigentlich sein Thema…) völlig ausblendet und stattdessen über Kartoffelpürree schwadroniert. Hat der schon mal was von Schulunterricht, Universitäten, der Bundeszentrale für politische Bildung, nationalistischen Ideologen von der „BILD“ bis in die Feuilletons der Süddeutschen gehört? Anscheinend nicht.


29 Antworten auf “Staat, Nation, Kultur, Adorno, blah.”


  1. 1 Wendy 23. Februar 2009 um 18:11 Uhr

    Den ersten Witz hast du anscheinend verpasst: Ein kapitalistisches Unternehmen hat, wenn es Werbespots schaltet, erstmal das Interesse, seine Waren zu verkaufen und nicht „Nationalismus durchzusetzen“. Daher ist das auch ein eher schlechtes Beispiel für nationalistische Ideologie(re)produktion.
    Der zweite Witz ist: Produkte, die mit Nationalismuskitsch beworben werden, sprechen doch erst überhaupt Leute an, die „100 Prozent Heimat“ für eine tolle Sache bei einem Produkt halten – Nationalisten also.

    Wie die Nationalisten geworden sind, das wird damit überhaupt nicht berührt. Eben weil Nationalismus mehr ist als Kartoffelpürree-Werbung.

  2. 2 Keta Minelli 23. Februar 2009 um 22:23 Uhr

    Ein paar ergänzende Worte von TOP Berlin: http://www.top-berlin.net/?p=103

  3. 3 MPunkt 23. Februar 2009 um 22:29 Uhr

    Was soll denn ne Reproduktion von Nationalismus sein? Als wäre dieser falsche Schluss irgendwann aufgebraucht und es müsste Nachschub produziert (und eingetrichtert) werden.

  4. 4 Wendy 24. Februar 2009 um 1:01 Uhr

    Keta Minelli: Ich hatte jetzt gehofft, das würde sich nochmal inhaltlich mit der Veranstaltung auseinandersetzen. :(

    MPunkt: Na, der Nationalismus wird doch immer wieder gefestigt. Muss er ja auch, der Nationalist kriegt ja schließlich mit, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist, aber man muss sich halt immer wieder klarmachen, dass man ein Zuckerschlecken garnicht erwarten sollte bzw. darf. Und da hilft die politische Meinungsbildung an allen Ecken und Enden.

    Mom: Diese Kartoffelwerbung ist doch nur eine von mannigfaltigen Möglichkeiten, Nationalisten anzusprechen. Wer sagt denn überhaupt, dass diese scheiß Werbung die anspricht? Gibts da Belege, dass das – gerade wegen diesem Heimat-Gelaber – stärker gekauft wird?

  5. 5 Keta Minelli 24. Februar 2009 um 1:11 Uhr

    Wendy, da kommt moch was. Und was die Werbung angeht: Ja, das versprechen die sich davon. Zumindest in der verantwortlichen Agentur sprach man ohne Ende davon. Genaue Zahlen gibt es allerdings erst in ein paar Wochen oder Monaten.

  6. 6 Wendy 24. Februar 2009 um 1:24 Uhr

    Keta, dass die sich das versprechen ist schon klar… Aber es ist halt Quark, so zu tun, als wäre diese eine Werbung genau das, was die Leute anspricht, demnach d e r Beweis für den neuen Nationalismus… Gibt doch auch ganz andere auf Nationalismus setzende Werbungen. Und die „Werbung“ der Bundesregierung dafür macht auch immer wieder mal klar, dass der eben keine lustige Veranstaltung ist.

  7. 7 lahmacun 24. Februar 2009 um 9:14 Uhr
  8. 8 MPunkt 24. Februar 2009 um 9:48 Uhr

    @ Wendy: wenn sich jemand an den Härten stört und deshalb seinen Nationalismus anzweifelt, wird sein Nationalismus damit aufgefrischt, dass ihm im Namen der Nation lauter Härten versprochen werden? Wohl kaum. Klar gibt es eine permanente politische Agitation – für politische Programme für den Erfolg Deutschlands, für die man die dafür „leider notwendige Härten“ nicht nur hinnehmen, sondern freudig begrüßen und ein sie durchsetzungsfreudiges Herrschaftspersonal wählen soll. Diese Agitation verfängt doch aber nur bei Leuten, die bereits Parteigänger von Deutschlands Erfolg sind (was leider auf die allermeisten zutrifft). Was soll da also an Nationalismus erst produziert oder gar reproduziert worden sein?

  9. 9 besserscheitern 24. Februar 2009 um 13:24 Uhr

    Das ist eben eine Roger Behrens Variante das aufzugreifen und der versucht vermutlich in Benjaminscher Manier in der Werbung die mehr oder weniger bewusste oder eben unbewusste Haltung der Menschen zur Nation freizulegen.

    Für diese Methide spricht, dass die Menschen unbefangener ihr Verhältnis zur Nation preisgeben als in einer Umfrage in der der Begriff Nationalismus negativ konnotiert ist.

    Dagegen könnte sprechen, dass dort ganz schön viel Interpretationsleistung drin steckt und die ist nunmal immer streitbar.

  10. 10 Wendy 24. Februar 2009 um 14:54 Uhr

    Das ist ein kleines Team von Werbeprofis, das darauf kalkuliert, es möge mit seinen Berechnungen den völkischen Mainstream treffen. Die können sich aber – wie gesagt… – auch verrechnen. Dass diese Werbung dem neuen Nationalismus entspricht, dafür gibt es weder Be- noch Hinweise.
    Und lass´ dieses beschissene Name-Dropping, wir sind hier grad nicht im Uni-Seminar und du musst dich nicht großtun. Niemand weiß´ jetzt, was diese „Benjaminsche Methode“ ist und deine Argumente werden durch den Verweis auf Glanzlichter des bürgerlichen Wissenschaftsbetriebes nicht besser oder schlechter.
    Das ist blödeste Kaffeesatzleserei.

    MPunkt: „Insbesondere im Zusammenhang mit sozialen Systemen wird unter Reproduktion neben der Neuerstellung auch die Aufrechterhaltung eines Zustandes verstanden.“.

  11. 11 besserscheitern 24. Februar 2009 um 15:11 Uhr

    „Niemand weiß´ jetzt, was diese “Benjaminsche Methode” ist und deine Argumente werden durch den Verweis auf Glanzlichter des bürgerlichen Wissenschaftsbetriebes nicht besser oder schlechter.“

    Roger Behrens versteht sich als kritischer Theoretiker und so meine Annahme bezieht sich daher auf Walter Benjamin. Dass alles musst du nicht wissen, wenn man aber schnodderig das referat abbügeln will, wäre es vielleicht sinnvoll sich damit zu beschäftigen.

    Walter Benjamin als glanzlicht des bürgerlichen Wissenschaftsbetriebes – an der Stelle ging ehrlich gesagt die Sonne auf. Da hab ch herzlich und befreiend gelacht. :D

    Aber bevor es hier albern wird, mit dem wer-hat-mehr-Bücher-gelesen-Gezicke, hier kannst du lesen, was der so geschrieben hat:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gewalt#Philosophie

  12. 12 besserscheitern 24. Februar 2009 um 15:33 Uhr

    P.S.:

    Walter benjamin hatte vor, im Passagenwerk allein durch die Montage von Fragmenten und Zitaten über die Pariser Passagen eine Geschichtsphilosophie der Moderne zu entwickeln, die durch diese Montage zum Leser spricht.

    Da ist also kein analytischer Text, sondern die Betrachtung der Montage im Lesen ist die Analyse. Wenn man das für einen spannenden Zugang hält, kann man auch popkulturelle Produkte und dabei eben ganz besonders Werbung nach dem Geist der gegenwärtigen Zeit befragen. Besonders geeignet könnte Werbung sein, weil sie ja versucht unter Ausnutzung der Psychologie den Bewusstseinsstand der Kunden ermitteln will, um ihm in der Art der Ansprache möglichst gut zu entsprechen. Eben weil es da um das Geld der Werbepartner geht, besteht ein gewisser Zwang diesen Job gut zu machen (Wobei man gerade im TV sehr oft an der Branche verzeifeln muss!). Wenn Werbepartner mitbekommen, dass die geschaltete Werbung nix bringt, werden sie das nicht nochmal machen.

    So gesehen ist das auch alles garnicht absurd, so an die Sache heranzugehen.

  13. 13 MPunkt 24. Februar 2009 um 15:44 Uhr

    Und mein Punkt war gerade, dass der Nationalismus der nationalen Agitation schon vorausgesetzt ist, damit die verfangen kann und dass diese den Zustand, dass sich jemand Sorgen um das Wohl Deutschlands macht, nicht aufrecht erhält. WEIL sich diese Sorge übrigens auch gar nicht verbraucht.

  14. 14 Wendy 24. Februar 2009 um 16:01 Uhr

    besserscheitern: Siehst geht doch. Jetzt weiß ich wenigstens, was du mit dem Verweis auf Benjamnin sagen wolltest. Den wikipedia-Link habe ich nicht angeklickt, mich interessiert nicht, „was der alles so geschrieben hat“.
    Reichlich esoterisch kommt mir das „Befragen der Werbung nach dem Zeitgeist“ vor. Lol. :D
    Wenigstens habe ich dich zum Lachen gebracht, das sieht (bestimmt) gut aus. ;) Bürgerlicher Wissenschaftsbetrieb ist aber bekanntlich, was du draus machst.

    MPunkt: Oh Mann. Die Kids in der Grundschule, denen sowas ins Ohr geträufelt wird, die haben die ganze Ideologiebildung schon für sich abgeschlossen, ja? Diese strikte Trennung zwischen Produktion und Reproduktion ist wirklich kaum zu halten, weil beides ineinander übergeht. Was bei einem gefestigten Nationalisten zur Reproduktion seines Nationalismus dient, kann bei einem ungefestigten den Zweck der Produktion von Nationalismus dienen.

    Mal anders gefragt, das ist bestimmt gewinnbringender: Wie entsteht denn deiner Meinung nach Nationalismus? Ich würde ja sagen, dass dessen Entstehung in den bestehenden Strukturen ein stückweit angelegt ist, jedoch immer und grundsätzlich von (staatlicher) Agitation und Propaganda begleitet und emporgehoben wird.

  15. 15 MPunkt 24. Februar 2009 um 17:45 Uhr

    Deine Frage, wie die Leute nationalistisch werden (die lassen sich das einleuchten) zielt an der Kritik vorbei. Nämlich dass „Reproduktion“ so tut, als würde sich dieser Fehler mit der Zeit von selbst geben, wenn die Leute, die ihn teilen, nicht ständig nationaler Agitation ausgesetzt wären. Dagegen war mein Einwand, dass man einen Gedanken nicht deshalb bleiben lässt, weil er nicht permanent wiederholt wird, oder positiv gefasst, dass man den nicht beibehält, weil man ständig wieder mit dem konfrontiert wird. Die Gründe, warum jemand an Deutschlands Erfolg interessiert ist, hängen nämlich nicht davon ab, wie oft er Gründe präsentiert bekommt. Zudem spricht die nationale Agitation ja die Leute als Nationalisten, die sie dafür bereits sein müssen, an, um die als solche für etwas zu gewinnen. Was trägt das denn bitte zu ihrem Fantum für Deutschland bei?

  16. 16 besserscheitern 24. Februar 2009 um 18:02 Uhr

    „…immer und grundsätzlich von (staatlicher) Agitation und Propaganda begleitet und emporgehoben wird.“

    Was ist mit Nationalismen, die es nich nicht fertiggebracht haben sich einen Staat zu schaffen?

  17. 17 Bratwurst 24. Februar 2009 um 18:39 Uhr

    „Ich würde ja sagen, dass dessen Entstehung in den bestehenden Strukturen ein stück weit angelegt ist,…“
    da hat Wendy recht weil keinE NationalistIn,eine nationalistische Gruppe will das ihr Strukturen und ihre Ideologie im Sand verlaufen,jede Ideologie oder Gruppe unterliegt ein stück weit dem System der Selbsterhaltung und der Verbreitung.

  18. 18 lahmacun 24. Februar 2009 um 19:54 Uhr

    Wir drücken in dem obigen Satz aus, daß die Ideologie derart „wirkt“ oder „funktioniert“, daß sie durch eine ganz bestimmte Operation, die wir Anrufung nennen, aus der Masse der Individuen (sie rekrutiert alle) Subjekte „rekrutiert“ oder diese Individuen in Subjekte „verwandelt“ (sie verwandelt alle). Man kann sich diese Anrufung nach dem Muster der einfachen und alltäglichen Anrufung durch einen Polizeibeamten vorstellen: „He, Sie da!“
    Angenommen die vorgestellte Szene spiele sich auf der Straße ab und das angerufene Individuum wendet sich um. Es wird durch diese einfache Wendung um 180 Grad zum Subjekt. Warum? Weil es damit anerkannt hat, daß der Anruf „sehr wohl“ ihm galt und „niemand anders als es angerufen wurde“. Wie durch Erfahrungen belegt, verfehlen diese praktischen Telekommunikationen der Anrufung praktisch niemals ihren Mann; sei es durch mündlichen Zuruf oder durch Pfeifen, der so angerufene weiß immer, daß er es ist, der gemeint war. Dies ist auf alle Fälle ein merkwürdiges Phänomen, das nicht allein durch ein „Schuldgefühl“ erklärt werden kann, trotz der Vielzahl der Leute, die „sich etwas vorzuwerfen haben“.
    Um uns die Sache zu erleichtern und um der größeren Klarheit willen, mußten wir natürlich bei der Darstellung unseres kleinen theoretischen Schauspiels die Dinge in einer Reihenfolge präsentieren, mit einem davor und einem danach, dh. in der Form einer zeitlichen Aufeinanderfolge. Es gibt Leute, die gehen spazieren. Irgendwo (gewöhnlich hinter ihnen) ist der Anruf zu hören: „He, Sie da!“ · Ein Individuum wendet sich um – in 90 % der Fälle ist es der angeredete – in dem Glauben, der Ahnung, dem Wissen, er sei gemeint, und erkennt damit an, daß „sehr wohl er es ist“, an den sich der Anruf richtete. In Wirklichkeit spielt sich dies alles nicht in einer zeitlichen Aufeinanderfolge ab. Die Existenz der Ideologie und die Anrufung der Individuen als Subjekte ist ein und dasselbe.

    althusser

  19. 19 lahmacun 24. Februar 2009 um 19:57 Uhr

    bei mpunkt sind alle schon nationalisten. man fragt sich, wie wurden sie dazu? alleine aus der existenz des nationalstaats folgt nämlich keineswegs die affirmation desselben. man kann ihn auch ablehnen, auch wenn man im alltag per zwang auf ihn verwiesen wird. ich bin ja auch nicht natioonalistin. ich war es auch nicht, als ich 5 jahre alt war.

  20. 20 lahmacun 24. Februar 2009 um 20:11 Uhr

    so ne kommerzwerbung, finde ich übrigens, ist nicht grad das beste beispiel. so agenturen schwimmen auf trends mit, schaffen die in der regel aber nicht selber.
    passender fände ich persönlich ja das bsp „du bist deutschland“, wo doch ne „nationalistische vielfalt“ vorgeführt wird, damit sich möglichst viele menschen angesprochen fühlen können: „oja, das bin wirklich ich! ich bin (auch) deutschland!“

  21. 21 Sandmann 24. Februar 2009 um 20:39 Uhr

    MPunkt

    Die Gründe, warum jemand an Deutschlands Erfolg interessiert ist, hängen nämlich nicht davon ab, wie oft er Gründe präsentiert bekommt.

    Da scheinst du anderer Meinung zu sein wenn´s um´s direkte Gegenteil geht. Es geht dir auch gar nicht darum Andere über Klärung zu überzeugen. Ist konsequent, denn so richtig glaubst du ohnehin nicht dass die „Leute“ aus Überzeugung Nationalisten sind.

  22. 22 MPunkt 24. Februar 2009 um 21:47 Uhr

    Deine Frage, wie die Leute nationalistisch werden (die lassen sich das einleuchten) zielt an der Kritik vorbei.

    Und mir geht es eben hier um die Leute, die den Schluss gemacht haben, für den Erfolg Deutschlands zu sein. Steht auch ganz klar so da. Dass es einen Determinismus gäbe, diesen Gedanken zu fassen, hingegen nirgends.

  23. 23 subtext 24. Februar 2009 um 21:58 Uhr

    Mpunkt erklärt halt, die Nationalist_innen ließen „sich das einleuchten“ und ist der Meinung, nach diesem halben Nullsatz aus dem GSP-Jargon nichts mehr dazu sagen zu müssen, warum diese Leute das nationale Interesse als ihr individuelles annehmen.

    Niemand wird, wie lahmacun bereits geschrieben hat, als Nationalist_in geboren. Dazu werden sie sozialisiert. Und ein nicht unwichtigen Teil dieser Sozialisation leistet nunmal die Kulturindustrie.

  24. 24 Wendy 25. Februar 2009 um 7:32 Uhr

    Deine Frage, wie die Leute nationalistisch werden (die lassen sich das einleuchten) zielt an der Kritik vorbei. Nämlich dass “Reproduktion” so tut, als würde sich dieser Fehler mit der Zeit von selbst geben, wenn die Leute, die ihn teilen, nicht ständig nationaler Agitation ausgesetzt wären.

    Wo du mir das reinliest… Alles weitere morgen, wenn ich wieder halbwegs nüchtern bin…

  25. 25 MPunkt 25. Februar 2009 um 9:11 Uhr

    @ subtext: ist halt in dem Zusammenhang nicht mein Thema, wie die Leute Nationalisten werden. Aber typisch, dass mal wieder ein Gegenstandswechsel als Einwand ausgegeben wird.

  26. 26 lahmacun 25. Februar 2009 um 10:21 Uhr

    womit mpunkt recht hat, ist, dass menschen, die sich schon mal ne haltung zugelegt haben, nicht durch propaganda vom gegenteil überzeugt werden können. (höchstens kann ihre haltung abgeschwächt oder verstärkt werden.) man kann, das hat die propagandaforschung gezeigt, aus nem rep-wähler alleine durch prop keinen demokraten-wähler machen.

    aber: in so ner gesellschaft wachsen ja menschen nach.

    mal zum spot, den ich mir erst jetzt angesehen habe (nur leider funkt bei mir der ton nicht?!): da werden, wenn man’s genau nimmt, nur loser präsentiert. alles leute (nämlich deutsche), mit denen man doch nichts zu tun haben will. und zum trotz gibt’s dann unilever-brei. ein anschauungsbeispiel für glokalisierung.

    ich stelle mir bei so nem spot schon die frage, ob der nicht quergelesen werden kann. ich würde mal tippen, dass der auch menschen anspricht, die sich über den nationalismus ihrer mitmenschen lustig machen.

  27. 27 Leo 25. Februar 2009 um 16:02 Uhr

    „menschen, die sich schon mal ne haltung zugelegt haben, nicht durch propaganda vom gegenteil überzeugt werden können.“

    Du müsstest mal erläutern, was du unter „Propaganda“ verstehst. Meine Erfahrung spricht nämlich dafür, dass mit einer korrekten Kritik so einiges machbar ist. Z.B. Sozis, Antifas, Realsozialisten, ja sogar harte Antideutsche, die danach erklären können, warum es in der Welt von Geschäft und Gewalt so zugeht wie es das tut. Auch die haben sich nämlich was einleuchten lassen. In diesen Fällen ausnahmsweise mal was Richtiges.

  28. 28 lahmacun 25. Februar 2009 um 20:09 Uhr

    das nennen von argumenten und die diskussion über diese, ist was anderes anderes wie prop. unter prop verstehe ich politische werbung, zB wahlplakate, wahlspots i.Ä.

    zweites kann bei menschen, die schon nen meinung haben, nur abschwächen oder verstärken – aber keine komplette änderung herbeiführen.

    das war ja auch das damals überraschende ergebnis von the people’s choice: http://www.springerlink.com/content/h765lnr66361r317/

  1. 1 gegen die herrschaft der falschen freiheit! « im*moment*vorbei Pingback am 24. Februar 2009 um 1:14 Uhr
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