Die Linken kriegen die Krise; Berlin und frankfurt.

Hinweis: Den Beitrag auf Indymedia habe nicht ich gepostet. Mir ist sowas zu billig.

Am 28. März werden in Berlin und frankfurt gleichzeitig zwei Demonstrationen mit dem gleichen Motto stattfinden: „Wir zahlen nicht für eure Krise!“. Ich muss gestehen, dass ich das Motto der Demos nicht im Ansatz verstehe. Ich könnte mich höchstens im Deuten versuchen, aber das wäre wenig gewinnbringend. Wer sind „wir“, wer sind „die“ in diesem Gleichnis? „Produzierender Sektor“ versus „Finanzsektor“? Verlierer gegen Gewinner? Mutter Beimer gegen den Aufsichtsrat von Lehman Brothers? Der Staat gegen die Wirtschaft? Den Kapitalismus als Totalität zu begreifen, die selbstverständlich den Proletarier genauso mit einschließt wie den Kapitalisten, davon halten die Organisatoren auf jeden Fall nichts zu halten. Moralischer Mehrwert wird generiert, in dem man versucht, „Täter“ und „Opfer“ auszumachen – und dementsprechend, ohne auch nur an einem der Gesetze des Kapitalismus etwas zu ändern, innerhalb des Systems „Lösungsansätze“ aufzuzeigen.
Diese Schwammigkeit ist wahrscheinlich durch die Organisatoren auch gewollt. Nicht zuletzt sollen ja die verschiedensten politischen Strömungen auf den Demos zusammenkommen.
Interessanter ist es, mal zu schauen, was die vermeintlich gesellschaftskritischen Kräfte im Bündnis auf die Beine stellen.

Das ist leider nicht viel. Schon zu Anfang des „antikapitalistischen“ Aufrufes wird sich in romantisierender Manier auf eine „[neue] Welle von sozialen Kämpfen“ bezogen, die machtvoll durch die Lande rollt. Ein kluger Zug ist es zweifellos, diese Kämpfe nicht weiter inhaltlich zu bestimmen: Der Generalstreik in Frankreich (hört, hört!) hat keine antikapitalistische Stoßrichtung, genausowenig der Regierungswechsel in Island oder die „Hungerrevolten in vielen Ländern des ‘globalen Südens’“ – aber „immerhin“, es ist was in Bewegung! Die Begeisterung für jede noch so reformistische Aktion, solange nur „viele“ Leute mitmachen und (die eigene) Sensationslust befriedigt wird, ist ja eine der Hauptbeschäftigungen der Interventionistischen Linken und „für eine linke strömung“. Manchmal hat man das Gefühl, antikapitalistische Regungen hätten für dieses Spektrum ausschließlich etwas mit den ihnen äußerlichen Ausdrucksformen zu tun und nicht ein bisschen etwas mit den Inhalten, die sie vertreten. Dieser Eindruck, er scheint nicht zu trügen, wenn man sich die Fehde beschaut, die „fels“ bzw. das MayDay-Spektrum und die Interventionistische Linke bzw. das ihr zugehörige Spektrum austragen: Er dreht sich um die Performance auf der Straße. „Bunte“, „kreative“, „fröhliche“ und „offene“ Paraden, die mit den ausgefallensten Ideen aufwarten können werden gegen „machtvolle“, „linksradikale“ Blöcke in Stellung gebracht. In letzter Konsequenz geht es darum, den Bürger entweder mit einer ihn wenig verschreckenden, volksnahen Bespaßung für sich zu gewinnen oder ihn mit der Demonstration verbalradikaler Parolen und großer Stärke zu beeindrucken. Dass es vielleicht noch ganz andere Gründe gibt, aus denen der Bürger nicht „Her zu uns!“ strömt, wenigstens darüber herrscht im negativen Sinne Einigkeit…

Der Absatz „Die Krise heißt Kapitalismus“-Absatz scheint mir ebenfalls am eigentlichen Punkt vorbeizugehen: Es wird nicht formuliert, dass die Krise zum Kapitalismus gehört, nein es wird gleich behauptet, dass der Kapitalismus ein System beständiger Krisen sei; er soll am Ausnahmefall blamiert werden. Mehr noch: Die Behauptung ist, der Kapitalismus funktioniere nicht. Damit macht man sich jedoch gerade von keynesianistischer Seite angreifbar. Diese verspricht ja auch nicht den Himmel auf Erden, schon garnicht für die ganze Menschheit, aber doch schon die Lebenssicherung, mit der sich der gemeine Staatsbürger zufrieden stellen lässt.

Während der obere Teil des Plakates sich noch gut in die ganz alltägliche und garnicht so krisenhafte Lebenswelt des Proletariers einzufühlen vermag, misslingt die Schlußfolgerung aus dem Beschriebenen total: Anstatt diese ganzen Schädigungen abzuschaffen, wird gefordert, sie zu mildern, was in einer Gesellschaft, die auf der immer weiteren Vergrößerung des Profits basiert, einerseits eine Unmöglichkeit darstellt, andererseits überhaupt keine Aussicht auf ein wirklich menschenwürdiges Leben bietet. Mein Vorschlag daher: cut here!

-----cut here---

Später wird dann endgültig klargestellt, dass das „antikapitalistische Bündnis“ mit Antikapitalismus überhaupt nichts am Hut hat: Statt der Abschaffung von Tausch, Wert, Lohnarbeit, Geld und Profit lieber kürzere und besser bezahlte Lohnarbeit. Statt dem Zugriff des Kapitals auf das Leben der Menschen und damit ihrer erbarmungslosen Zurichtung ein Ende zu machen, eine Schule für alle bzw. – wie soll das bitte gehen? – kapitalistische Schulen, die die Kinder nicht fit für den Kapitalismus machen…

Ob das „antikapitalistische Bündnis“ es wohl mit Trotzki hält? „Übergangsforderungen“ auf der einen Seite, antikapitalistische „Maximalforderungen“ auf der anderen Seite? Anders kann man sich kaum verständlich machen, wie die Forderungen nach fairerer Lohnarbeit und weniger „verschärfter Auslese“ in den Schulen wiederum mit einer Vergesellschaft von Banken und Konzernen, damit soll hier wohl die Abschaffung des Privateigentums gemeint sein (?), zusammengehen können.
Wahrscheinlich hat man sich weniger von Trotzki anleiten lassen und vielmehr auf die uralte linke Strategie gesetzt, „die Massen“ zuerst mit affirmativen, aber für sie wohlklingenden Forderungen ins Boot zu holen, um – irgendwie, wie auch immer… – darüber seine „antikapitalistischen“ Kampflosungen anbringen zu können. Irgendwie wird man die Massen, denen man nicht traut bzw. denen man nichts zutraut, schon zur Revolution führen

So, und da man dem Kritiker ja gerne vorwirft, er würde immer alles kritisieren, aber keinen Alternativvorschlag bringen, zeige ich nun mal, wie ich mir eine logische Folgerung aus dem oberen Teil des Plakates vorgestellt hätte. Natürlich ist es eh albern, solche eigentlichen Agitationsleistungen parolenförmig an den Mann oder die Frau zu bringen. Et voila:
Proletarische Weltrevolution

Die Plakate hat übrigens tekknoatze für mich bearbeitet. Danke dafür!

Nachtrag: Über rockstars Trackback habe ich erfahren, dass es einen recht ordentlichen Aufruf für den antikapitalistischen Block auf der Demo in Berlin von „…umsGanze!“-Gruppen wie der „TOP“ und redical [m] gibt. Unterstützt wird jener überraschenderweise von Nationalbolschewisten „‚anti‘deutscher“ Prägung wie AJAK, ASV, EAG, Antifa Bernau und ANA. Die (rhetorischen) Verrenkungen, die man vollführen muss, um einerseits den Staat als Hüter des Eigentumsverhältnisses, mit allem, was daraus folgt, benennen und andererseits der Israelsolidarität die Stange halten zu können, sind sicherlich sehr schön anzusehen.


70 Antworten auf “Die Linken kriegen die Krise; Berlin und frankfurt.”


  1. 1 Kowalski 19. März 2009 um 1:33 Uhr

    Gelegenheit, die TOP direkt zu befragen gibt es übrigens am 2. April in Berlin:

    „Do 02. April 2009 │ 19:00 Uhr │ Monarch │ Skalitzer Str. 134
    Diskussionsveranstaltung zum Thema: Where is my fuckin’ happiness?
    Von Top Berlin mit Matthias Wiards (Leipzig)

    Zum Verhältnis von Kapitalismus und Krise, zur Kritik nationalökonomischer Ordnungsmodelle und marxistischer Zusammenbruchstheorien, und zu Problemen politischer Praxis unter Bedingungen des Krisennationalismus.“

    Die Gefahr, dass es sich bei diesem Referenten um eine ähnliche Pfeife handelt wie bei den beiden der letzten TOP-Veranstaltung, besteht ja wohl eher nicht, wenn man das so liest. Vielleicht bekommen es die Veranstalter ja sogar gebacken, einen Mitschnitt zu veröffentlichen … :-)

  2. 2 Stig 19. März 2009 um 11:53 Uhr

    Ist auch Cover vom letzten AK:

    http://www.akweb.de/images/akt_ak.pdf

  3. 3 Wendy 19. März 2009 um 18:43 Uhr

    Ich finde ja diesen Indymedia-Kommentar vom Kommunisten sehr gut:

    „Liebe Antideutsche,

    wenn ihr mit der Demo nichts anfangen könnt, warum bleibt ihr nicht einfach zu Hause anstatt auch noch zur Teilnahme aufzurufen?

    Seid ihr schizo oder warum könnt ihr’s nicht lassen, die Welt (Demo-TeilnehmerInnen)
    mit euren Pseudo-Weisheiten zu belehren?“.

    ‚dammit, habe ich echt zur Teilnahme aufgerufen? Nun ja, da es ja jetzt einen guten Aufruf zur Demo gibt, kann man ruhig hingehen, marschieren, Parolen rufen und sich mit den Bullen kloppen. Ist nur meine Sache nicht. ;)

  4. 4 kenner 19. März 2009 um 20:03 Uhr

    Die meisten bei fels sind halt schon über 25 und haben inzwischen Lust auf Veränderung statt verbalradikalem Sektierertum. Irgendwann ist man auch gar nicht mehr soo stolz darauf, mal den Ersten Band gelesen und zumindest zum Teil verstanden zu haben…

  5. 5 Wendy 19. März 2009 um 20:37 Uhr

    Ich hoffe „kenner“ schaut nach seinem Kommentar hier nochmal herein und sagt noch etwas inhaltliches zur „Lust auf Veränderung“. Oder ist damit der schlichte Strategiewechsel vom Antifa-Eventmanagement zur Inszenierung bunter Zirkus-Demos gemeint? Oder will der „kenner“ (!) andeuten, dass nur mit bunten Zirkus-Demos, Riesenpuppen und „pfiffigen“ Slogans die Veränderung, wie auch immer diese aussehen mag (klär‘ mich auf!), zu erreichen sei?

  6. 6 rofl 20. März 2009 um 2:01 Uhr

    Der Originalbeitrag auf meinem Blog wird gleich mit einem diesbezüglichen Hinweis editiert, womit dann auch bewiesen wäre, dass ich diesen Beitrag nicht eingestellt habe.

    ich ziehe den hut vor deiner beweisführung ;)

  7. 7 rofl 20. März 2009 um 2:07 Uhr

    Statt der Abschaffung von Tausch, Wert, Lohnarbeit, Geld und Profit lieber kürzere und besser bezahlte Lohnarbeit.

    oje, selbst dir hätte ich solch einen idealismus nicht zugetraut. und dann auch gleich noch den tausch abschaffen zu wollen … unter die primitivisten gegangen?!

    und wert, geld UND profit abschaffen … doppelt und dreifach hält besser?!

  8. 8 rofl 20. März 2009 um 2:16 Uhr

    vielmehr fordern wir die abschaffung […] eine globale produktion […]

    ja, fordert mal. gibt euch bestimmt irgendwann wer, wenn ihr nur genug fordert. die staaten schaffen dann die lohnarbeit, warenwirtschaft, das geld und schliesslich sich selbst ab und richten euch vorher noch eine globale produktion ein.

  9. 9 Wendy 20. März 2009 um 3:04 Uhr

    1. Mehr kann ich nicht machen.

    2. Tausch bedeutet Privateigentum insofern ist es für ein sozialistisches Projekt absolut notwendig, ihn abzuschaffen. Eine Gesellschaft, in der man sich Konsumgüter nicht gegenseitig abluchsen muss, kannst du dir wohl nicht vorstellen?

    3. Das zielt zwar alles auf die Logik ab, aber du wirst ja wohl kaum so doof sein und behauptet, Wert und Geld wären das gleiche oder Profit und Geld…

    4. Mit dem Verweis auf das Fordern haste ausnahmsweise mal was getroffen. Das ist natürlich ein Fauxpas. Man kann das zwar einfordern, zu denken, ein Staat würde einem das auch erfüllen, ist natürlich himmelschreiend naiv.

  10. 10 Identitaetsterror 20. März 2009 um 3:20 Uhr

    Auch wenn ich den Aufruf für den Antikapitalistischen Block durchaus kritikwürdig finde, so wird hier doch ein zu hartes Urteil gesprochen.

    Ich muss gestehen, dass ich das Motto der Demos nicht im Ansatz verstehe. Ich könnte mich höchstens im Deuten versuchen, aber das wäre wenig gewinnbringend. Wer sind „wir“, wer sind „die“ in diesem Gleichnis? „Produzierender Sektor“ versus „Finanzsektor“? Verlierer gegen Gewinner? Mutter Beimer gegen den Aufsichtsrat von Lehman Brothers? Der Staat gegen die Wirtschaft? Den Kapitalismus als Totalität zu begreifen, die selbstverständlich den Proletarier genauso mit einschließt wie den Kapitalisten, davon halten die Organisatoren auf jeden Fall nichts zu halten.

    Wie wäre es mit „WIR“ als Proletariat, bzw. Antikapitalist_innen und „DIE“ als Bourgeoisie, bzw. Kapitalist_innen. Passend dazu will ich auch gleich nochmal den Aufruf zitieren:

    Die jetzt viel diskutierte „Krise“ ist nicht nur durch die Profit-Erwartungen der Aktionäre oder „Managerfehler“ entstanden, sondern ein dem Kapitalismus innewohnendes, allgemeines und wiederkehrendes Phänomen.

    Weiter schreibst du:

    Manchmal hat man das Gefühl, antikapitalistische Regungen hätten für dieses Spektrum ausschließlich etwas mit den ihnen äußerlichen Ausdrucksformen zu tun und nicht ein bisschen etwas mit den Inhalten, die sie vertreten.

    … womit du ja durchaus Recht hast. Jedoch kenne ich kaum Personen, die durch Lektüre von Marx zu Antikapitalist_innen geworden sind. Vorher kam immer erst eine subjektive Ablehnung der hiesigen Verhältnisse, welche die Aufnahmebereitschaft für antikapitalistische Ideen erst geschaffen hat. Sei es durch ein gesundes Gerechtigkeitsempfinden oder durch persönliche Benachteiligung, wie es in dieser Krise massiv zum Tragen kommt. Auch hier will ich wieder aus dem Aufruf zitieren:

    Es liegt an uns allen, ob aus dieser Vertrauenskrise eine Alternative zum Kapitalismus entsteht!

    Weiter argumentierst du:

    Der Absatz „Die Krise heißt Kapitalismus“-Absatz scheint mir ebenfalls am eigentlichen Punkt vorbeizugehen: Es wird nicht formuliert, dass die Krise zum Kapitalismus gehört, nein es wird gleich behauptet, dass der Kapitalismus ein System beständiger Krisen sei; er soll am Ausnahmefall blamiert werden. Mehr noch: Die Behauptung ist, der Kapitalismus funktioniere nicht.

    Diese These kann ich im angesprochenen Teil des Aufrufes leider nicht finden. Gesagt wird nur, dass Krisen zum Kapitalismus gehören, wie der Sand zum Strand. Und diese Aussage wird selbst von den prominentesten Prediger_innnen des Kapitalismus nicht bestritten. Überproduktion und Restrukturierung des Marktes gehören zum Kapitalismus, zeigen sich aber meist nur im Kleinen, aber auch mal im Großen, wie in der derzeitigen „Krise“. Im Aufruf wird nur angedeutet, dass der neoliberale Kapitalismus momentan in seinen Grundfesten erschüttert ist. Diese Aussage ist aber nicht von der Hand zu weisen, wenn selbst Medien und Politik in diesen Tenor einstimmen.

    Zum Schluß noch ein paar Worte zur konzeptionellen Ausrichtung des Blocks. Auch ich sehe die reformistischen Forderungen kritisch. Jedoch ist diese Anbiederung ein Eingeständnis eigener Schwäche. Machen wir doch eine Demo „Für den Kommunismus“ – klar, ich wär dabei. Doch mit wie vielen Leuten würden wir über die Straßen ziehen? 1000? 2000? 5000? Mehr als erbärmlich, wenn wir wirklich etwas bewegen wollen. Die „Linke“ sollte diese Krise als Chance begreifen antikapitalistische Positionen wieder hörbar zu machen. Die Auswirkungen sind noch lange nicht spürbar, deshalb kann diese Demo auch nur ein Anfang sein. Und genau deshalb sollte mir diesem Aufruf auch nicht so hart ins Gericht gegangen werden.

  11. 11 its-a-me 20. März 2009 um 4:33 Uhr

    olifani und indy, da hat wendy also endlich die referer die er verdient.

  12. 12 human 20. März 2009 um 11:32 Uhr

    die behauptung, der aufruf sei in romantischer manier geschrieben ist richtig. aber noch toller finde ich ja, dass die „aufrufenden“ und „unterstützer“ alles solche unschuldslämmer sind.
    die ganzen bösen profiteure und die reichen haben sie ausgebeutet. tze tze tze.

    da kommen dann die mit den kpd flaggen, auf denen marx, lenin und stalin zu sehen sind und auch die mit dem großen A auf den fahnen. neben den transparenten der mlpd wedeln die isreal-fans ihre fahnen und selbst spd gruppen lassen sich nicht lumpen, ein bischen soziale revolution zu spielen. ominöse widerstandsgruppen werden zusammen mit der grünen jugend marschieren und bestimmt auch die gute alte fdj wird sich einreihen.

    das wird bestimmt geil.

    „Wir demonstrieren für Sofortmaßnahmen, die den Opfern der Krise helfen“
    sehr schön, ich rede jetzt auch mal im WIR-slang: wir sind also die opfer des kapitalismus. stimmt, hier fährt nur jedeR zweite ein auto und in unseren einkaufsregalenregalen ist auch noch irgendwo etwas platz. das hat auch auswirkungen auf die UNSERE medizinische versorgung, tatsächlich bekommen die menschen immer noch schnupfen! hier nochmal ein lösungsvorschlag von demo-teilnehmer-organisationen: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/konsumgutscheine102.html

    JA LECK MICH DOCH AM ARSCH! alles opfer, außer öff öff!
    http://www.die-schenker.net/Off_Off_/off_off_.html

  13. 13 rofl 20. März 2009 um 12:30 Uhr

    1.) jaja, ich fand dein „bewiesen“ nur so lustig

    2.) stimmt, kann ich mir nicht vorstellen. soviel idealismus kriege ich nicht hin. und dass tausch = privateigentum ist, setze ich auch nicht voraus. du nur, weil du ausser privat und einem globalen kollektiv nichts anderes kennst. es kann aber wohl mehrere kollektive in unterschiedlichen facetten geben. die dann eben tauschen (müssen).

    3.) nein. nur bedingt der profit den wert bzw. das geld. schaffst du das universelle tauschmittel geld ab, ist auch der profit weg. mit dem wert hingegen verhält es sich etwas anders, aber da stecke ich nicht so drin.

    4.) ja, ausnahmsweise. sonst liegst natürlich du in allem richtig.

  14. 14 pupsgesicht 20. März 2009 um 13:05 Uhr

    Wendy glaubt offensichtlich, dass nur alle das wertkritische Mini-Manifest „Kritik der politischen Ökonomie von theorie.org“ gelesen haben müssten, damit wir von 0 auf 100 die Revolution und gleich danach die befreite Gesellschaft machen können. Den ersten Band des Kapitals hat er sich nämlich eigentlich auch gespart, ist ja auch alles so gut zusammengefasst bei Michael Heinrich und die Interpretation des nicht gelesenen liefert der auch gleich mit (wahlweise kann mit der so angeeigneten Ideologie auch auf das Modell Gegenstandpunkt umgestiegen werden).

    Und weil eigentlich nur alle Bekloppten endlich so schlau werden müssen, wie der kleine Wendy, ist es auch völlig unnötig vor der Revolution eine kraftvolle linke Bewegung aufzubauen, die ihre Stärke über Minimalerfolge wie Mietverringerungen, erfolgreiche Streiks für bessere Löhne und sonstige Verbesserungen der Lebensqualität für die Masse der Bevölkerung manifestiert.

    Ganz im Gegenteil ist das Verbessern der Lebensqualität der arbeitenden Masse für Wendy eine kontraproduktive Tat, da sie den Kapitalismus stabilisiert. Denn Wendy denkt, in bester verehlendungstheoretischer Manier, dass die Arbeiter weniger revolutionär werden, wenn sie merken was ihre Kämpfe bewirken können… pardon, wenn sie sich ein erträgliches Leben im Kapitalismus erstreiten.

    Wendy und die Studenten von FelS und TOP sind sich garnicht mal so unähnlich in ihren kleinen Elfenbeintürmen der Kritik.

  15. 15 im*moment*vorbei 20. März 2009 um 13:24 Uhr

    „Unterstützt wird jener überraschenderweise von Nationalbolschewisten „‚anti‘deutscher“ Prägung wie AJAK, ASV, EAG und ANA. Die (rhetorischen) Verrenkungen, die man vollführen muss, um einerseits den Staat als Hüter des Eigentumsverhältnisses, mit allem, was daraus folgt, benennen und andererseits der Israelsolidarität die Stange halten zu können, sind sicherlich sehr schön anzusehen.“

    was verstehst du unter „Nationalbolschewisten“?

    was zeichnet die genannten gruppen aus, unter diesem schlagwort zusammengefasst zu werden?

    von welchen verrenkungen redest du und wo kann man die beobachten?

  16. 16 pupsgesicht 20. März 2009 um 15:48 Uhr

    He wendy, nicht kritikfähig, oder was!? Über Zynismus und Mutmaßungen als rhetorische Mittel derselben solltest du dich ja wohl nicht beschweren.

    Hier gibts ne Moderationsschleife. Nicht weinen. – Der Hausmeister

  17. 17 Wendy 20. März 2009 um 16:54 Uhr

    Identitätsterror, erstmal danke dafür, dass du hier als einziger Comment-Schreiber sachlich und inhaltlich argumentiert hast.

    Zu deinem ersten Punkt („Wir“ und „die“): Deine Deutungsweise ist zwar eine mir sympathische, leider durch den Text genausowenig belegbar wie die von mir vorgeschlagenen Interpretationen. Das gibt der Aufruf leider einfach nicht her.

    Zu deinem zweiten Punkt („Die Massen werden nicht durch Marx-Lesekreise politisiert“). Auch da gebe ich dir Recht: Die erste Politisierung, der erste Unwille gegenüber dem System und der wichtige Schritt auf der Bewusstsseinsebene aktiv werden und Widerstand leisten zu wollen wird oft durch ganz andere Dinge angestoßen als durch kommunistische Flugblätter o.ä.. Eine solche Art Politisierung haben sogar heutzutage recht viele Menschen erfahren. Aber man kann doch schon mal festhalten, dass die dadurch nicht zu Antikapitalisten im Wortsinne geworden sind. Da ist es einfach nötig, mit kommunistischer Agitation an die heranzutreten und nicht mit irgendwelchem Blabla, dass sie da abholen soll, wo sie stehen – das wäre Verachtung der Massen und das habe ich versucht anzudeuten, indem ich schrieb, dass IL und MayDay den Leuten weder trauen noch ihnen etwas zutrauen (die Reflexion über kommunistische Argumente etwa).

    Zu deinem letzten Punkt, der erscheint mir nochmal sehr wichtig: Du machst hier, indem du die Mobilisierungserfolge Inhalten vorziehst, eine ganz klassische Argumentation auf. Ich möchte dich mal fragen: Was soll das denn bringen, wenn – immernoch lächerliche – 10.000 Leute, wie es bei den Krisendemos zu erwarten ist, auf die Straße kommen? Da hat dann die gute Hälfte mal ihrem Ärger über den doofen Staat, der weder gierige Banker noch aus dem Ruder gelaufene Finanzwirtschaft an die Kandare nehmen möchte, Luft gemacht oder sich in irgendwelchen demokratisch-sozialistischen Träumereien ergangen und geht dann befriedigt wieder nach Hause. Da habe ich lieber 20 Leute von einigen kommunistischen Basics überzeugt, anstatt 10.000 mediengerecht auf der Straße als Teil des „globalen Widerstands“ inszeniert zu haben.
    Auch deine Alternative ist ablehnenswert: Eine Demo „Für den Kommunismus“? Ey, wir brauchen ne kommunistische Organisation und Bewegung und keine 1.000 Wirrköpfe, die Parolen skandierend durch die Kante laufen. Ich habs doch schon gesagt, dass ich von Demos nichts halte: Das kapitalistische System, seine Gesetze und ihre Kritik, das sind verdammt komplexe Sachverhalte. Sowas kann man nicht per Parole vermitteln oder die Leute einfach auffordern, den Kapitalismus scheiße und den Kommunismus gut bzw. „sexy“ zu finden und dann ziehen die mit…

    it’s-a-me: It’s-a-fame-game.

    rofl: 2. Tu doch nicht so, als hätten wir das auf dieser Ebene diskutiert. Ich hatte mein Programm gegen das der Block-Orga gehalten (ohne mein Programm übrigens großartig zu begründen, ja) und da sind dann diese Punkte mit vorgekommen. Was redest du von Kollektiven, die tauschen müssen? Wie gesagt, wenn sie tauschen „dürfen“, dann haben sie die alleinige Verfügungsgewalt, über den Scheiß, den sie herstellen und dann könnten sie genausogut sagen „Hey, ihr besitzlosen Afrikaner, warum sollten wir bitte schön unser Getreide oder unsere Maschinen zu euch rüberschicken, bietet erstmal was richtiges dafür an, dann sprechen wir uns nochmal“. Nein, nein, DAS wäre nicht mein Kommunismus. Wer da IM und nicht ALS Kollektiv produziert, der macht das unter dem Vorzeichen, dass er Produktionsmittel benutzt, die nicht DEM KOLLEKTIV, sondern der gesamten Menschen „gehören“ oder auch nicht. Aber wenn ihnen die Produktionsmittel nicht gehören, dann gibt es auch keinen Grund, dass der Rest der Menschheit zulässt, dass sie sich die Produkte aneignen.

    pupsgesicht: Ne „kraftvolle, linke Bewegung“ willst du mit reformistischen Parolen aufbauen und die schreitet dann mit festem Schritt zur Revolution? Ich glaube, die schreitet eher mit festem Schritt zur Wahlurne und gibt da ihre Stimme für die Partei ab, die verspricht, den Kapitalismus so zu regulieren, wie es der Aufruf fordert… Und die Bürger sollen dann nicht durch Argumente und Inhalte überzeugt werden, sondern sich von der Stärke diffusen „Bewegung“ beeindrucken lassen. „Hitler gib‘ uns Brot, sonst werden wir rot!“…

    Und gegen Verbesserungen im „hier und jetzt“ habe ich dann nichts, wenn die Leute das nicht für das halten, „was ihnen als gute Arbeiter/Mütter/Staatsbürger/Steuerzahler zusteht“ halten bzw. die sich damit abspeisen lassen, sondern wenn das eine revolutionäre Bewegung als eine unzureichende „Verbesserung“ erkennt, aber die halt trotzdem erkämpft, wohl wissen, dass die Revolution nicht von heute auf morgen kommt. Du tust ja gerade so, als wären revolutionäre Arbeiter, die gegen ihren Chef n besseren Lohn erkämpfen, aber von Lohnverhältnissen nichts halten und die abgeschafft sehen wollen und Arbeiter, die Lohn- und Kapitalverhältnis für total in Ordnung halten und garnichts anderes wollen, exakt das gleiche!

    „im*moment*vorbei“: Oh, auch (auf Bewährung) wieder da? Nationalbolschewisten sind Möchtegern-Kommunisten, die Nationalstaaten toll und verteidigenswert halten. Das die israelsolidarischen deutschen Antifas nicht komplett deckungsgleich mit den russischen Nationalbolschewisten sind, ist klar. Das ist aber auch ein gutes stückweit polemisch gemeint. Treffend ist die Bezeichnung nichtsdestotrotz.

    Was ich mit den Verrenkungen meine, kannst du im letzten, von dir zitierten, Absatz lesen, ich formuliere es dir jetzt hier nicht noch einmal um. Wenn du Verständnisfehler hast, sag‘ die doch einfach, vielleicht können wir die hier gemeinsam beheben.

  18. 18 KLaus 20. März 2009 um 23:59 Uhr

    mensch in deinem beitrag hast du glatt die bernauer_innen vergessen ;) die supporten den aufruf doch auch

    http://antifabernau.blogsport.de/2009/03/16/where-is-my-fuckin-happiness/

  19. 19 Wendy 21. März 2009 um 0:19 Uhr

    Ja, hast Recht. Wird editiert.

  20. 20 tim k. 21. März 2009 um 1:15 Uhr

    wie war das jetzt nochmal mit israel und den (national)bolschewisten?
    der antideutsche deckt die nation? oder kommunisten sind möchtegerns, die polemisch die deckungsgleichheit suchen?
    und was will pupsgesicht? nur wer arbeitet soll essen, kritisiere den aktionismus nicht wenn du nicht mindestens selbst einen streik angezettelt hast, mach dir mal ordentlich die hände schmutzig, bevor du mitredest, du STUDENT!!!
    antworten gibts da:
    www.interessiert-kein-schwein.de

  21. 21 Micha 22. März 2009 um 13:50 Uhr

    Du verstehst den Ansatz der Demos nicht?
    Klar: als jemand der zu den Wohlhabenden, zu den Gewinnern des Systems zählt, verstehst du nicht, was andere ständig am System auszusetzen haben. Für dich funktioniert doch alles super!

  22. 22 Wendy 22. März 2009 um 15:15 Uhr

    lol, erst wird mir vorgeworfen, Anhängerin der Verelendungstheorie zu sein, jetzt wirft man mir vor, dass es mir noch viel zu gut gehe…

    „Wohlhabend; Gewinner des Systems“, danke Micha, du hast dir deinen Platz in der „Andere über mich“-Sektion mit dieser Projektionsleistung verdient!

    und Wendy, dir stelle ich die gleiche Frage wie vor einigen Tagen schons: Wie bist du zu Geld gekommen, Atzin? :D

    - abgesehen von Witzeleien: Einige meiner Argumente gegen das System habe ich ja im Beitrag und in der Kommentarspalte vorgetragen.

  23. 23 lampe 23. März 2009 um 21:49 Uhr

    lieber rolfl,

    2.) stimmt, kann ich mir nicht vorstellen. soviel idealismus kriege ich nicht hin. und dass tausch = privateigentum ist, setze ich auch nicht voraus. du nur, weil du ausser privat und einem globalen kollektiv nichts anderes kennst. es kann aber wohl mehrere kollektive in unterschiedlichen facetten geben. die dann eben tauschen (müssen).

    ich find klasse wie du es so absolut abstreitest, dass man das tauschen abschaffen kann. zuerst gab es bei mir völliges unverständniss. wie schön, dass du dann doch nochmal nahegelegt hast warum du so denkst: die utopie. dass du dir zwanghaft eine utopie versuchst vorzustellen ist dein problem kindchen. so wird dass nichts. wenn du mal mit der negation anfängst, wirst du viel eher feststellen, dass tauschen scheiße ist und abgeschafft gehört.

  24. 24 rofl 23. März 2009 um 23:51 Uhr

    du bist auch scheiße und gehörst abgeschafft. und gleich morgen fange ich mit der negation an, versprochen.

    kindchen.

  25. 25 der kritischste kritiker aller kritischen kritiker 23. März 2009 um 23:57 Uhr

    lampe und rofl haben jeweils anregungen in die diskussion eingebracht, die der beachtung durchaus wert sind. vor allem scheinen sie mir nicht notwendigerweise einen gegesatz darzustellen. ich plädiere für die überwindung dualistischer denkstrukturen in richtung dialektischer qualitätssprünge.

  26. 26 lampe 23. März 2009 um 23:58 Uhr

    und du bist n hornson

  27. 27 der kritischste kritiker aller kritischen kritiker 24. März 2009 um 0:11 Uhr

    ich plädiere für eine aufhebung dualistischer denkstruktur in richtung dialektischer qualitätssprünge. so werden auch die gegensätzlichen positionen aller beteiligten vereinigung finden auf einem höheren niveau.

    peace.

  28. 28 skp 24. März 2009 um 1:21 Uhr

    @wendy: was wäre denn deine kritik an dem aufruf der top und redikal[m] wenn der „nur“ recht ordentlich ist?

  29. 29 Wendy 24. März 2009 um 1:56 Uhr

    Der hat starken Bekenntnischarakter und ist unsystematisch aufgebaut. Ein Demo-Aufruf eben… Rhetorisch etc. ist der sogar sehr gut.

  30. 30 der kritischste kritiker aller kritischen kritiker 24. März 2009 um 14:18 Uhr

    formkritik war immer schon notwendiger bestandteil revolutionären denkens und wurde völlig zu unrecht von feinden der ästhetik verunglimpft. wendys radikalkritische gedanken können daher nur unterstrichen werden.

  31. 31 Wendy 24. März 2009 um 14:20 Uhr

    Whatever, dude, whatever…

  32. 32 coole sau 24. März 2009 um 15:52 Uhr

    Kritischer Kritiker, du bist so ein überkritischer Kritiker, dass dir dein Gesülze anscheinend das Haupthirn verbrannt hast und du deswegen statt Argumenten nur noch Dialektik brüllen kannst. Dann setzt du dich nachts ins Bettchen und freust dich, dass du ganz pluralistisch ganz viele gleichberechtigte Meinungen entdeckt hast, aus denen du dir dann dialektisch eine Flickendecke für die Nacht knüpfen kannst. Kannste machen, aber bitte auf deinem Blog, oder noch besser in einem Block, danke.

  33. 33 der kritischste kritiker aller kritischen kritiker 24. März 2009 um 16:05 Uhr

    in einen block soll ich mich verkriechen? am sprachgebrauch offenbart sich so manches.

  34. 34 coole sau 24. März 2009 um 18:03 Uhr

    omg. nuff said.

  35. 35 Oompa Loompa 24. März 2009 um 18:48 Uhr

    super komentarspalte wieder!

  36. 36 Wendy 24. März 2009 um 20:13 Uhr

    Rechtschreibfehler!

  37. 37 acronimm 24. März 2009 um 20:30 Uhr

    Wieso muss man die Abschaffung von Privateigentum *fordern* ? Kann man nicht einfach schon mal alleine beginnen indem man sein eigenes abschafft ? Diese Gesellschaftsform wäre ja auf wackligen Füssen wenn sie nur dann funktioniert, wenn die gesamte Menschheit sofort und gleichzeitig mitmacht.

  38. 38 Wendy 24. März 2009 um 21:54 Uhr

    Innerhalb des Kapitalismus kannst du das Privateigentum garnicht abschaffen. Du erklärst deine Sachen für nicht-kapitalistisch? Für Nicht-Eigentum? Na gut, dann wird es nicht lange dauern, bis jemand kommt und es sich aneignet.

    Für eine sozialistische Wirtschaft, gerade wenn sie mit größeren Teilen der Weltwirtschaft nicht kooperieren kann, in die sie vorher integriert und mit der sie verwoben war, brauchst du notwendig ein genügend große Fläche und genügend Produktionsstätten etc. die an ihr teilnehmen. Sonst essen alle nur Mohrrüben und tragen selbstgenähte Jute-Klamotten…

  39. 39 rofl 25. März 2009 um 0:21 Uhr

    brauchst du notwendig ein genügend große Fläche und genügend Produktionsstätten etc.

    ach so, einfach möglichst viele land- und fabrikbesitzer werden! weil sushi und iphone!

  40. 40 coole sau 25. März 2009 um 1:43 Uhr

    Es ist schön, wenn zumindest du dich noch verstehst rofl :)

  41. 41 Wendy 25. März 2009 um 1:49 Uhr

    Eine Gesellschaft, die nicht auf Privateigentum basiert, kannst du dir anscheinend echt nicht vorstellen. Wenn ich „sozialistisch“ schreibe, sollte dir schon klar sein, dass ich nicht meine, hier hätte es nur „genügend“ „Land- und Fabrikbesitzer“ zu geben. Diese zeichnet ja gerade aus, dass ihnen als Eigentümer niemand in die Benutzung ihres Eigentums hineinreden kann. Vernünftiger wäre es indes, dass der Einsatz der Produktionsmittel durch die Gesellschaft, die sie betreibt und die auf sie angewiesen ist, verwaltet wird.

    Dass du mir hier unterstellst, ich würde hier auf kapitalistische Eigentumsverhältnisse abzielen, kann ich mir nur mit Boshaftigkeit oder stark überdurchschnittlicher Dummheit erklären. Vielleicht auch beides in Tateinheit.

  42. 42 caros 25. März 2009 um 2:41 Uhr

    „die Gesellschaft betreibt“ überhaupt nichts. das sind IMMER individuen. das ist aber kein gegensätzlicher einwand, eher ein „upgrade“ ;)

  43. 43 Wendy 25. März 2009 um 3:05 Uhr

    Naja, und die Summe der Individuen, ihre Beziehungen, ihre Interaktionen, systematisch betrachtet, macht dann die Gesellschaft, oder?

  44. 44 carlos 25. März 2009 um 8:42 Uhr

    ich kann das leider auch nicht so gut erklären..aber vielleicht hier mal reinhören. oder halt direkt das dicke buch lesen. vom kapital.

    http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=25238

  45. 45 der kritischste kritiker aller kritischen kritiker 25. März 2009 um 10:33 Uhr

    And, you know, there is no such thing as society. There are individual men and women, and there are families.

    der erste satz ist falsch und es ist daher wirklich nicht überraschend, dass sich thatcher mit dem zweiten satz gleich selbst widersprach.

  46. 46 carlos 25. März 2009 um 11:31 Uhr

    „Eine Gesellschaft, die nicht auf Privateigentum basiert“
    ich denke hier gehts los.
    gesellschaft ist „die Summe der Individuen, ihre Beziehungen, ihre Interaktionen“ und darauf „basiert“ gesellschaft auch, also das ist deren basis oder auch der grund von gesellschaft. das steckt übrigens auch im sinn des wortes gesellschaft, und die frage ist dann was die individuen so alles machen. eigentum ist nun in erster linie mal eine bedingung zur entstehung von kultur.(Durant)
    was es dann mit dem eigentum der produktionsmittel auf sich hat und warum kapitalismus notfalls auch ohne funktioniert, nämlich als staatliche kommandowirtschaft, oder auch faschismus kann ,unter anderem, bei Marx nachgelesen werden. ich hoffe der link dazu kommt noch aus der moderationsschleife.
    ich zitier schon mal vorab: „(das kapital) ist ein GESELLSCHAFTLICHES VERHÄLTNIS der Herrschaft, ein GESELLSCHAFTLICHES VERHÄLTNIS der Ausbeutung und ein GESELLSCHAFTLICHES VERHÄLTNIS der Aneignung.“ und deshalb muss dieses gesellschaftliche verhältnis, also die über kapital vermittelte beziehung der (vom gesellschaftlichen reichtum enteigneten) menschen zueinander beendet werden. da muss ich über eigentum (noch) nicht reden.

  47. 47 ascetonym 25. März 2009 um 13:46 Uhr

    Hier gibt es eine Kritik der Demoaufrufe in Frankfurt/M. und Berlin.

  48. 48 Stig 25. März 2009 um 14:59 Uhr

    Ascetonym: „verweigert euer Mitmachen“… von welcher Punkband habt ihr das denn geklaut?

  49. 49 Wendy 25. März 2009 um 17:32 Uhr

    carlos: Ja, deshalb wird die Form der Gesellschaft abgeschafft und eine neue gefunden. Die schlichte Tatsache, dass ein Haufen von Menschen auf dieser Erde miteinander klarkommen muss und daher Formen des Umgangs findet, ist es nicht, die da kritisiert wird. Marx sagt da doch nur, dass diese Herrschaft, Ausbeutung und Aneignung gesellschaftlich vermittelt ist, also keine naturwüchsigen und damit unabänderlichen (Natur-)Gesetze darstellt.

    Eigentum und Kapital kannst du nicht trennen. Privateigentum ist doch die Vorraussetzung dafür, dass sich Menschen die private Verfügungsgewalt über Produktionsmittel, menschliche Arbeitskraft und die Produkte von beiden aneignen können.

  50. 50 Wendy 25. März 2009 um 18:38 Uhr

    P.S.: N bisschen Attitüde hat noch nie geschadet, Stig. GegenStandpunks!

  51. 51 rofl 25. März 2009 um 20:13 Uhr

    wendy, du hast nicht verstanden worauf diese spitze hinauswollte. außerdem setzt du „besitz“ mit „privateigentum“ in eins und unterstellst mir boshaftigkeit und dummheit, weil du durch diesen fehler alles missverstehst.

    wenn es „genügend“ fläche und produktionsstätten in sozialistischer verwaltung gibt (das verstehe ich schon), was ist dann mit dem rest? (WIE die in den besitz kommen und das organisieren, schrieb ich nicht. wolltest du auch nicht wissen.)

    du sprichst ja vom übergang und einer art „kritischen sozialistischen masse“, die – wenn sie denn nur genug wird – die restliche kapitalistisch (auf privateigentum basierten) organisierten fläche und produktionsstätten quasi automatisch mitzieht. und das halte ich für verkehrten idealismus.

  52. 52 Wendy 25. März 2009 um 22:41 Uhr

    Ich hatte auf einen Kommentar geantwortet, der meinte, man solle mit der Abschaffung des Privateigentums „bei sich selbst anfangen“ und so dann mit kleinen Schritten zu seiner allumfassenden Aufhebung gelangen.

    Dagegen wandte ich zweierlei ein. 1.: Eine sozialistische Produktionsordnung muss eine bestimmte Fläche und Größe haben, um ihre Teilnehmer angemessen versorgen zu können. Dies gilt vor allem, wenn sie sich mit (noch) kapitalistischen Staaten konfrontiert sieht. Abgesehen davon, dass Tauschbörsen, Umsonstläden und Einsiedler garnichts gegen den Kapitalismus machen und auch keine Argumente gegen ihn darstellen; den Aspekt der gleichzeitig und der großflächigkeit der Herstellung einer solchen sozialistischen Produktion, den die Revolution darstellt, können sie nicht bieten. Dieser ist aber notwendig, um eine sozialistische Produktion überhaupt aufzuziehen.
    Viele (Luxus-)Güter durchlaufen einen kapitalistisch-vernetzten Produktionsprozess, der sie um die gesamte Welt führt. Eine Bosch-Haushaltsgerätefabrik in einem fiktiven sozialistischen Berlin könnte beispielsweise nichts produzieren, wenn sie nicht aus anderen Gebieten Deutschlands oder der Welt, je nachdem, mit Ressourcen beliefert würde.

    Von einem Automatismus, der irgendwie zum Umsturz in den noch kapitalistischen Gebieten führen müsste, habe ich überhaupt nichts geschrieben.

  53. 53 acronimm 25. März 2009 um 23:06 Uhr

    Eine sozialistische Produktionsordnung muss eine bestimmte Fläche und Größe haben, um ihre Teilnehmer angemessen versorgen zu können.

    Wieviel Fläche muss denn pro Sozialist vorhanden sein, damit die sozialistische Produktion seine Versorgung garantiert ?

  54. 54 ascetonym 26. März 2009 um 0:25 Uhr

    Keine Ahnung, Stig, weder habe ich den Text verfasst, noch höre ich Punk. Sonst noch was?

  55. 55 Wendy 26. März 2009 um 2:27 Uhr

    acronimm: Ich habe das absichtlich nicht näher bestimmt. Halt soviel, dass die Produktion die Bedürfnisse der Leute auch befriedigen kann. Ansonsten ist das auf die Dauer irgendwie witzlos, meinste nicht? Na gut, einen Agrarsozialismus mit erlesenen Weinen, leckerem Schinken und anderem tollen Essen würde ich auch aushalten, wenn es keine I-Pods gibt, aber du weißt, worauf ich hinauswill. :D

    Die Weltwirtschaft ist so vernetzt, man stelle sich mal vor, was los wäre, wenn Südamerika kein Soja und keine Rinder mehr liefert, oder wenn einen kein Erdöl aus den OPEC-Staaten erreicht. Ein Sozialismus sollte also die Versorgung mit für die Wirtschaft hochwichtigen Gütern hinbekommen, wenn er das nicht kann, ist er von vornherein zum Scheitern verurteilt.

  56. 56 Trotzkist 26. März 2009 um 10:31 Uhr

    „Ein Sozialismus sollte also die Versorgung mit für die Wirtschaft hochwichtigen Gütern hinbekommen, wenn er das nicht kann, ist er von vornherein zum Scheitern verurteilt.“ und „Eine Bosch-Haushaltsgerätefabrik in einem fiktiven sozialistischen Berlin könnte beispielsweise nichts produzieren, wenn sie nicht aus anderen Gebieten Deutschlands oder der Welt, je nachdem, mit Ressourcen beliefert würde.“

    Beides zusammen setzt für die Überlebensfähigkeit der anfänglichen sozialistischen Insel voraus, daß es – algebraisch gesprochen – möglichst bald gelingt, die Revolution auszuweiten auf zumindest die wesentlichen anderen wirtschaftlichen Staaten/Gebiete der Welt. Und dies nicht nur aus den von dir aufgeführten Gründen der technisch/wirtschaftlichen Verflechtungen, was schon schlimm genug ist und historisch bei den realsozialistischen Staaten zum „Ausweg“ der Propagierung einer bedürfnislosen Autarkie geführt hat (Maos China insbesondere), sondern auch gewaltpolitisch, weil die imperialistischen Hauptstaaten wohl auch zukünftig kaum tatenlos zuschauen würden, wie irgendwo der Sozialismus II aufgebaut wird, die Sowjetunion wurde schließlich auch fertig gemacht, obwohl die nun seit Stalin schon wirklich nichts Weltrevolutionäres mehr an den Tag gelegt hat. Ob die neuen Kommunisten das dann wollen oder nicht, sie werden schon von der anderen Seite auch in eine Gewaltkonnkurrenz gezwungen werden.

    Auf jeden Fall sollten deshalb Kommunisten von Anfang an alles daran setzen für ihr Programm international Anhänger und Unterstützer zu gewinnen. Denn sonst gilt eben auch für so ein Projekt der alte Spontispruch: Allein machen sie dichein!

  57. 57 acronimm 26. März 2009 um 13:19 Uhr

    Ein Sozialismus sollte also die Versorgung mit für die Wirtschaft hochwichtigen Gütern hinbekommen, wenn er das nicht kann, ist er von vornherein zum Scheitern verurteilt.

    Ok, aber ist dann das „Privateigentum abschaffen“ nicht eher ein Ergebnis, als ein Weg ? Denn wenn nun jenen Leuten, die zum Beispiel das Köpfchen haben, die I-Pods zu entwickeln, der Sozialismus erstmal überhaupt nicht interessiert, also die nicht mitmachen wollen, und du jetzt darlegst, dass es witzlos wäre, wenn nicht gleich alle mitmachen (wegen Bedürfnissbefriedigung), dann ist das eine ganz fette Starthürde für den Sozialismus.

    Deswegen meinte ich, wäre das Vorangehen in kleinen Schritten vielleicht eher zu realisieren. Ich glaube halt nicht, dass wenn ich eine Kommune gründe, innerhalb der es kein Privateigentum gibt, jemand von ausserhalb, der Privateigentum anerkennt, uns was wegnimmt.

  58. 58 Wendy 26. März 2009 um 14:38 Uhr

    Trotzkist: Ich stimme dir zu!
    acronimm: Ich denke, den Ingenieur unterscheidet nicht großartig etwas von anderen Lohnarbeitern und der ist mit den gleichen Argumenten zu erreichen. Nun ja, wenn da der ein oder andere nicht mitziehen will, gibt es auf der Welt hunderttausende andere, die in der Lage sind, die Produktion von .mp3-Playern hinzukriegen.
    Erstmal darauf zu spekulieren, dass großangelegt Leute nicht mitmachen, die für die Produktion von diesem oder jenem Produkt wichtig sind, ist irgendwie blöde. Und ein Sozialismus ohne Ipods ist mir immer noch lieber, als eine Kommune, wo die Leute nur Haferbrei und Kartoffeln haben… Ich habe ja versucht zu zeigen, dass eine Wirtschaft, die auch zur Bedürfnisbefriedigung in der Lage ist, nicht auf der Grundlage einer winzigen Kommune basieren kann.

    Und außerdem, was machst du dir überhaupt für Vorstellungen? Wenn ihr im Kapitalismus eine Kommune aufbaut, dann müsst ihr natürlich auch das Land, wo die stehen soll, von irgendwem kaufen oder das Hausprojekt, genauso wie den Großteil eurer Konsumgüter, die könnt ihr nämlich auch nicht alleine produzieren und wenn ihr zum Beispiel Landwirtschaft produziert, wird euch nichts übrigbleiben, als Saatgut und Maschinen dafür zu kaufen… Nix mit „Kein Privateigentum“. Da tretet ihr dann vielleicht als ein kollektives (Wirtschafts)Subjekt von 50 Leuten in die Wirtschaft.

  59. 59 skp 26. März 2009 um 16:10 Uhr

    Nix mit „Kein Privateigentum“. Da tretet ihr dann vielleicht als ein kollektives (Wirtschafts)Subjekt von 50 Leuten in die Wirtschaft.

    das nennt sich dann gesellschaft bürgerlichen rechts oder auch bgb-gesellschaft.

  60. 60 neo 28. März 2009 um 12:35 Uhr

    Unser niederträchtiger Beitrag: http://neocommunistinnen.blogsport.de/flyer/flugblatt-zur-bundesweiten-krisendemo-am-2803/
    Wie Trackbaxks erstellt habe ich noch nicht kapiert.

  61. 61 Wendy 30. März 2009 um 14:00 Uhr

    Die üblichen Kritikpunkte, jedoch auch wieder einige Highlights. Ich glaube, wenn das so weitergeht, verlinke ich euch mal.

  62. 62 neo 01. April 2009 um 6:40 Uhr

    nee nee das lass mal.
    Mit der „OA“ und der „redical M“ in einer Linkliste zu stehen wäre dann doch zu viel der Beleidigung!

    Bitte bitte halte deinen Analsadismus im Zaum.

  63. 63 neo 01. April 2009 um 6:41 Uhr

    … dann doch lieber elitäre, antideutsche Giftpilze, bar jeglicher Beachtung!

  64. 64 Wendy 01. April 2009 um 13:31 Uhr

    Ich hatte das auch schon wieder verworfen, ohne das nochmals bekannt zu geben… ;) „Klassenkrieg“ vs. „elitär“, hm, wassen nu?

    (Analsadismus? :D )

  65. 65 neo 01. April 2009 um 15:16 Uhr

    @Wendy

    Das ist …ääääh… dialektisches Denken!

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