Rudies outta jail!; Tag des Deutschen Bieres.

Meinen Artikel zum diesjährigen Tag des Bieres widme ich Ronnie Biggs, dem berühmtesten und erfolgreichsten Bankräuber der Geschichte, der sich jede Menge Stil bewahrt hat:

„Ich bereue nichts“

1993 sagte Biggs in einem Interview, er würde es wieder tun: „Es herrschte absolute Euphorie, als wir das Geld hatten und um das Geld herum tanzten. Wenn man die Zeit zurückdrehen könnte und jemand noch mal sagen würde, lasst uns loslegen, würde ich wieder ‚Ja‘ sagen. Ich bereue nichts, außer dass dem Zugführer auf den Kopf geschlagen wurde, und dass ich einen Großteil meines Lebens getrennt von meiner Frau und meinen Kindern verbringen musste.“

…und die selbstgeschaffene Legende besagt, dass er nach Jahren des brasilianischen Exils für ein „[kühles] Pint Bier im Pub“ in den Bau gegangen ist. Das erste Bier in Freiheit wird wahrscheinlich großartig schmecken.

Rude Boys Outta Jail!


31 Antworten auf “Rudies outta jail!; Tag des Deutschen Bieres.”


  1. 1 lahmacun 23. April 2009 um 14:56 Uhr

    „Mein letzter Wunsch ist es, als Engländer in den Margate Pub zu gehen und ein Bier zu trinken.“

    lol

    ps: ist „diebstahl“ nicht affirmation von eigentum?

  2. 2 rep 23. April 2009 um 15:12 Uhr

    ist „bloggen“ nicht eine demokratische meinungsäußerung und damit staatsaffirmativ?

    basiert „internet“ nicht auf dem „darpanet“ und ist damit im grunde genommen eine weiterentwicklung einer amerikanischen militäreinrichtung?

    die frage ist doch wie die gegebene umwelt genutzt wird. überflüssig herumliegendes geld zu nehmen finde ich super.

  3. 3 Wendy 23. April 2009 um 15:26 Uhr

    Demokratische Meinungsäußerung hat schon genau den Zweck demokratische Meinungsäußerung zu sein, dass heißt dieser Begriff bezeichnet einen konstruktiven Diskurs, der sich positiv auf den freiheitlich-demokratischen Wertekosmos beziehend abläuft. Und selbst wenn nicht: Dann würde ich halt ein Recht nutzen, welches mir der Staat gewährt und zwar zur Agitation gegen ihn (manchmal) bzw. zur Persönlichkeitspflege und zum Unsinn bloggen. So what? Worauf willst du eigentlich hinaus? Kommunisten, die die Demokratie ablehnen, dürfen keine demokratischen Rechte in Anspruch nehmen?

    lahmacun: P.S.: Warum fragst du das?
    P.P.S.: Diebstahl ist niemals ein revolutionärer Akt, aber auch nicht einfach eine affirmative Handlung. Kommt doch ganz auf das Bewusstsein der Person an, die den Diebstahl begeht. Jemand, der von Privateigentum nichts hält, aber vielleicht trotzdem mit wenig Mitteln zurechtkommen, bisweilen: überleben, muss, der wird mit so einer Nothandlung bestimmt nicht das Privateigentum bejaht sehen, auch wenn er wahrscheinlich genauso gut weiß, dass seine Gesetzesübertretung die Ausnahme, die die Regel bestätigt darstellt und nicht deren (zeitweise?) Aufhebung…

  4. 4 rep 23. April 2009 um 15:50 Uhr

    ich hab mich auf lahmacun bezogen, da ich ihre anmerkung schwachsinnig fand. diebstahl ist eine tätigkeit, die genauso wenig über den impetus bzw. progressivität einer person aussagt wie bloggen.
    genauso wie ich in einem staat meine meinung äußern kann, ohne ihn zu lieben, kann ich stehlen, ohne besitztum zu legitimieren. that’s what i wanted to say.

  5. 5 Keta Minelli 23. April 2009 um 17:02 Uhr

    Ich finde ja, es sollte hier nur um Alkohol gehen: http://www.youtube.com/watch?v=sQK6TgwE2qg

  6. 6 lahmacun 23. April 2009 um 18:00 Uhr

    bloggen an und für sich ist selbstverständlich eine affirmation des demokratischen pluralismus. aber du würdest wahrscheinlich noch dem hinterletzten nazischwein und dem vorderletzten rotlaktieren lafontainefascho ein recht auf bloggerei einräumen, rep.

    >überflüssig herumliegendes geld zu nehmen finde ich super.

    achso, geld liegt im kapitalismus überflüssig herum? und deshalb willst du es dir aneignen? alles klar.

    dass dieser erfolgreiche bankräuber durch äußerste not zum diebstahl gezwungen wurde, bezweifle. eher wollte er, dass das geld seines ist. so wie rep.

  7. 7 Wendy 23. April 2009 um 19:53 Uhr

    Keta Minelli: Super! :D

  8. 8 coole sau 23. April 2009 um 21:04 Uhr

    Prost Wendy. Auf Jahre voller Liebe und Freundschaft. :p

  9. 9 rep 23. April 2009 um 21:42 Uhr

    @l:
    bloggen ist ein werkzeug. der fakt, dass eine person bloggt sagt nichts über ihre oder seine intentionen aus. ebenso gibt es diebe unterschiedlicher couleur. lies doch mal, was da steht. wie kommst du überhaupt darauf, das ich persönlich den von dir genannten gruppen das recht auf freie meinungsäußerung einräumen würde? das ist doch reine beißreflexscheisse. btw: im kapitalismus liegt geld herum. es wird auch als an- bzw. einlage bezeichnet.
    wenn du natürlich kaufst statt zu nehmen, zeigst du damit auf jeden fall deine ablehnung der bestehenden besitzverhältnisse.

  10. 10 Wendy 24. April 2009 um 3:10 Uhr

    coole sau: Freundschaft kannste knicken. Get out of my friend zone! Ficken oder Abflug!

  11. 11 MPunkt 24. April 2009 um 6:46 Uhr

    Hmmmmm. Bloggen ist doch erst mal von der Sache her Meinungsäußerung und wäre das daher auch ganz ohne demokratischen Staat. Das „demokratische“ kommt doch nur dazu, weil der demokratische Staat sich hinstellt und sagt, dass er Meinungsäußerung innerhalb eines von ihm bestimmten Rahmens erlaubt. Na klar findet Meinungsäußerung dann unter diesem Umstand statt, was ja aber noch keine Begründung dafür ist, dass sich diese Meinungsäußerung affirmativ zum demokratischen Staat stelle. Beim Diebstahl ist es doch schon anders. Denn widerrechtliche Aneignung von Eigentum geht nur und ist auch nur sinnvoll innerhalb einer Eigentumsordnung. Das ist doch der Witz am Diebstahl, dass der Dieb das von ihm Gestohlene zu seinem Eigentum machen will, also exklusive abstrakte Verfügungsmacht über es beansprucht. Klar kann man sagen, dass diese praktische Affirmation der Eigentumsordnung noch nicht viel darüber aussagt, wie der Dieb sich theoretisch zu ihr stellt – genauso wie die praktische Affirmation der Eigentumsordnung über legalen Gelderwerb und legalen Beschaffen von Gebrauchswerten gegen Geld erst mal keine Auskunft darüber gibt, wie man theoretisch zu ihr steht. Das ändert aber nix daran, dass Diebstahl keine praktische Kritik der Eigentumsordnung darstellt – was soll also der Grund sein, einem Bankräuber etwas zu widmen?

  12. 12 lahmacun 24. April 2009 um 11:01 Uhr

    nehmen ist zunächst nur nehmen. – und wäre das ohne staat auch. dann kommt der staat und bestimmt nen rahmen: wann man nehmen darf und wann nicht (wann ist ne aneignung legitimiert, wann nicht).
    es ist das gleiche.

    ps: wie vllt aufgefallen ist, habe ich oben etwas hervorgehoben.

  13. 13 besserscheitern 24. April 2009 um 11:58 Uhr

    Da haben wir es wieder dieses wundersam naturwüchsige Wesen Staat das just immer in dem Augenblick vom Himmel herabsteigt, wenn Menschen miteinander zu tun haben, und überall seine Herrschaft hereinträgt. Herrlich!

  14. 14 MPunkt 24. April 2009 um 21:54 Uhr

    Nehmen ist eben nur in einer Eigentumsordnung stehlen, Geld nehmen gibt es überhaupt nur in dieser. Meinung äußern ist eben auch getrennt vom Staat Meinung äußern und nicht was anderes.

  15. 15 Wendy 25. April 2009 um 8:25 Uhr

    Was will uns der „besser-Ossi“ sagen?

    MPunkt: Es ist ein cooler Bankräuber. Ich hoffe, das reicht! :D

    P.S.: Ansonsten ganz interessante Diskussion.

  16. 16 MPunkt 25. April 2009 um 9:09 Uhr

    Coole Bankräuber tragen kein Palituch? Na dann! :D

  17. 17 besserscheitern 25. April 2009 um 13:02 Uhr

    Na nix, nur enervierend rumtrollen, wo es nichts zu postantideutsch scheiß-inquisitieren gibt. Wie immer. :D

  18. 18 lahmacun 25. April 2009 um 13:24 Uhr

    ne, nehmen ist eben auch getrennt vom staat nehmen; erst durch den staat wird nehmen unter bestimmten bedingungen zum diebstahl. ebenso bei der meinungsäußerung.

    das ist ja der widerspruch, mit dem man sich abfinden muss, sehr wahrscheinlich: dass eben kommunistische meinungsäußerung herhalten kann für ein lob der demokratie: sogar die dürfen das!

    hier verhält es sich ähnlich wie mit der bildung: so wie auch das schulsystem, das sortiert und gerade durch die vielbeschworene chancengleichheit ungleichheit reproduziert, immer dann, wenn doch mal ein arbeiterkind den aufstieg schafft, wieder mal soziale durchlässigkeit demonstrieren darf (obwohl dies eben nicht sinn und zweck der sache ist). ausnahmen dürfen die regel eben immer bestätigen – total praktisch. aber es müssen eben ausnahmen sein.

    ***

    noch was, auch paradox: michael warner (publics and counterpublics) nennt ein bespiel: die schwester von harriet beecher-stowe war eine handfeste konservative, die sich, obwohl selber frau, wahnsinnig aufregte darüber, dass es mit der zeit akzeptabel wurde, dass frauen auf versammlungen sprechen. und so beschloss sie, zu handeln: sie reiste durch die staaten und hielt überall vorträge darüber, was für eine schreckliche unart das ist!
    und? – sie hat wohl einen nicht unwichtigen beitrag geleistet, das sprechen von frauen in der öffentlichkeit noch normaler zu machen. :P

  19. 19 rep 25. April 2009 um 16:30 Uhr
  20. 20 Arschkrebs (2.0/compatible) 26. April 2009 um 8:37 Uhr

    @rep
    [x] epic fail

    Juri Tatarenkow ist nicht betrunken sondern einfach geistig zurück geblieben.
    http://www.youtube.com/watch?v=CWtJ4ln3UVQ

  21. 21 Wendy 26. April 2009 um 13:12 Uhr

    besserscheitern, trägst du eigentlich alle Kränkungen und Beleidigungen in ein mit „Mein kleines Heft“ betiteltes kleines Heft, damit du sie immer wieder als Beweis für die Niederträchtigkeit der Welt hervorholen kannst?

  22. 22 besserscheitern 26. April 2009 um 18:25 Uhr

    :D

  23. 23 MPunkt 27. April 2009 um 9:09 Uhr

    @ lahmacun: Nee, mit kommunistischer Agitation trägt man nicht dazu bei, dass sich die Leute in ihrem guten Urteil über die demokratische Herrschaft bestätigt sehen. Als wäre dieses darin begründet, dass auch Kommunisten ihren Kram unter die Leute bringen können. Vielmehr ist das doch ein moralischer Titel, um Kritik abzuwimmeln: ‚Nun sei doch mal froh, dass selbst Du Deine Meinung sagen darfst, statt hier immer rumzunörgeln!‘ Da ist „keine Freiheit für die Feinde der Freiheit!“ doch immer schon mitgedacht. Und selbst bei denjenigen Antifas, welche sich den Widerspruch leisten, die demokratische Herrschaft sowohl verteidigen, als auch bekämpfen zu wollen, ist ihr „immerhin kann man in der Demokratie besser für den Kommunismus agitieren, als im Faschismus“ so ein Titel – für das eigene linke Gewissen und für ihre kommunistischen Kritiker. Ihr „immerhin“ machen die schließlich gar nicht vom tatsächlichen Stattfinden kommunistischer Agitation abhängig, sondern vielmehr stellen sie diese ja hinten an, weil gerade die Demokratie zu verteidigen sei. Und in ihren Aufrufen gegen Naziaufmärsche, Naziläden, Nazilifestyle, Naziparteitage, Nazihundehaufen, Nazisonstetwas sind die dann selbstverständlich auch bei was ganz anderem: nämlich dabei, dass Nazis „menschenverachtend“ wären und man deshalb die demokratische Herrschaft gegen sie verteidigen müsse. Die es dann ja wohl offensichtlich nicht ist.

    (btw.: Darunter fällt auch sowas, wie Lafontaine als „rotlackierten Faschisten“ zu bezeichnen, weshalb ich mich auch wundere, warum Du das mitmachst. Der hat doch gar nicht vor, demokratische Wahlen als Mittel zur Auswahl des Herrschaftspersonals und zur Agitation für die Herrschaft des bürgerlichen Staats, sowie für aktuelle Sachzwänge seines Konkurrenzerfolges gegen seinesgleichen abzuschaffen und sie durch ein Führerprinzip zu ersetzen. Aber klar, darauf, dass Ausländer das Staatsvolk als Menschenmaterial zersetzen und dass das gute heimische schaffende Kapital gegen das internationale raffende verteidigt werden muss, indem man staatliche Regulierungen für letzteres durchsetzt, darauf können ja nur Faschisten kommen. Mit der guten Demokratie hat so eine böseböse „populistische“ Abweichung von ihr rein gar nix zu schaffen.)

    back to topic: kommunistische Agitation fällt weder unter den Rahmen der freien Meinungsäußerung (deshalb bekommt man für die mindestens den VS an den Hals), noch ist es eine demokratische Meinungsäußerung (dazu gleich). Wenn man Bloggen also für kommunistische Agitation nutzt, dann affirmiert man dadurch auch nicht nebenbei den demokratischen Staat. Dazu mal kurz abgerissen, was die demokratische Betätigung der Meinungsfreiheit ist:

    * sich zu jedem Scheiß eine Meinung zu bilden
    * die eigene Meinung für praktisch irrelevant zu halten und das auch als gut so zu befinden – schließlich ist es der demokratische Staat, welcher praktisch zu entscheiden hat und wenn stattdessen jeder einfach machen würde, was er will …
    * die eigene Meinung folglich darauf zurecht zu biegen, dass sie im Rahmen des demokratischen Kapitalismus realistisch ist und der demokratischen Herrschaft über sich in der Staatenkonkurrenz helfen würde
    * sich über diesen Realismus überhaupt das gelingen des (nationalen) demokratischen Kapitalismus zur Herzensangelegenheit zu machen und ständig unverbindlich darüber zu grübeln, welche Alternative diesem am besten helfe, weil das ja Bedingung für alles weitere ist
    * das zum Teil seiner Persönlichkeitspflege zu machen, dass man so mündig sei, eine eigene Meinung zu haben, in ihr realistisch, konstruktiv aber auch unbequem zu sein … kurzum all das, womit die demokratischen Parteien ihn dann bauchpinseln, dass so einer gerade in der jeweiligen von ihnen seine passenden Repräsentanten hätte
    * Kritik an der eigenen Meinung (spätestens wenn sie darauf beharrt, dass diese Meinung wegen der gegen sie sprechenden Argumente abzulegen sei) als Angriff auf die eigene Persönlichkeit zu nehmen und dagegen den Titel hochzuhalten, dass der gute demokratische einem ja wohl eine eigene Meinung erlaube und dass die Kritik daher ja wohl böse undemokratisch/ totalitaristisch wäre.

    Du siehst, dass das alles Übergänge sind, welche die demokratischen Nationalisten von unten machen, die aber keineswegs notwendig daraus folgen, dass der demokratische Staat sich hinstellt und sagt, dass er das Äußern der eigenen Meinung durch seine Erlaubnis erst ermögliche und deshalb auch einen Rahmen dafür festlegen müsse. Weshalb man, von der aus diesem Rahmen folgenden Repression und der Kalkulation mit ihr abgesehen, auch Meinungsäußerung betreiben kann, ohne diesen Quatsch mitzumachen.

    Ganz anders beim Eigentum. Indem der bürgerliche Staat dieses als Eigentumsordnung durchherrscht, gibt es eben kein einfaches Nehmen mehr, weil auf (so gut wie) jedem Gegenstand ein Eigentumstitel liegt, welcher seinem Eigentümer abstrakte und ausschließende Verfügungsmacht über diesen Gegenstand einräumt. Weshalb man den nur entweder mit Zustimmung des Eigentümers (kaufen oder geschenkt bekommen), oder widerrechtlich ohne diese (stehlen) ins eigene Eigentum überführen (auch != einfach nehmen) kann. Weshalb man da tatsächlich ständig praktisch die Eigentumsordnung affirmiert, weil man sich ständig am Eigentum betätigt … was man wegen der Eigentumsordnung muss, selbst wenn man es nicht will.

  24. 24 star wars 27. April 2009 um 10:55 Uhr

    ‚Nun sei doch mal froh, dass selbst Du Deine Meinung sagen darfst, statt hier immer rumzunörgeln!‘

    Das ist als formeller, durch den Staat institutionalisierte Moraltitel, nur die eine Seite der ganzen Medaille. Die andere Seite dieses Appells ist seine Substanz, der wirkliche Inhalt. Nun ist die Zellform dieses Appells keine geheimnisvolle Staatsmacht sondern der Zweck Privateigentum samt der Verdoppelung der, über das Privateigentum beanspruchten, Exklusivitätsansprüche in die Privatsphäre hinein. Der Satz ist eine sozialmoralisch aufpolierte Aufforderung sich möglichst den Ehrentitel der eigenen, ehrenvollen Subjektivität, als Maßstab zur Beurteilung der Welt zu benutzen. Deswegen ist der Aufruf nicht über pure Gewalt sondern bloß über Einsicht in die Notwendigkeiten darin zu vermitteln. Dies vorausgesetzt beinhaltet der exklusive Bezug des Individuums auf die (kapitalistische) Welt jede Menge Einschränkungen, für die nun mal Akzeptanz und Unterordnung angesagt ist. Erst auf der Grundlage kommt der staatpolitische Hinweis zum Zuge, dass jeder bei diesem Staat „immerhin“ seine Meinung äußen darf. Der soll froh sein dass der Staat seine Einschränkungen auf dass allseitige Exklusivitätsinteresse der Privateigentümer untereinander bezieht. Damit auch sein Interesse auf Privateigentum, und deren ideellen Verdoppelung in die Privatsphäre hinein, zum Zuge kommen kann.

    Und in ihren Aufrufen gegen Naziaufmärsche, Naziläden, Nazilifestyle, Naziparteitage, Nazihundehaufen, Nazisonstetwas sind die dann selbstverständlich auch bei was ganz anderem: nämlich dabei, dass Nazis „menschenverachtend“ wären und man deshalb die demokratische Herrschaft gegen sie verteidigen müsse.

    Nee, ich würde mich eher die Frage stellen ob die wirklich keine Privateigentümer sein wollen, bzw. vielleicht haben die eine ganz falsche Vorstellung davon was, in diesem Zusammenhang, Moral, Privateigentum und Kapital, ist. Also deswegen auch eine falsche Vorstellung was Staat bzw. Demokratie ist. Statt dieses Bewußtsein der Antifas zu kritisieren machst du den Gegenstandswechsel auf die geheimnisvolle „Staatsmacht“ zu einer unhinterfragbaren Grundlage. Und fragst dich im nachhinein wie denn Antifas eigentlich darauf kommen können Nazis als „Menschenverachtend“ zu beurteilen. Damit bist du beim Alien „Staat“, und bleibst auch in dieser Beschränkten Sichtweise stecken.

    Du analysierst nicht Zweck und Bewusstsein von Meinungsfreiheit sondern konstatierst, um nicht zu sagen wirfst den Antifas vor, dass die, weder besseren Wissens, Interesse und Erfahrung, „immer noch“ der demokratischen Herrschaft nachgehen. Die ganze Antifa ist, aus dieser Denkweise heraus begriffen, ein lupenreines Produkt deines geheimnisvollen „Staatszwangs“.

    Dazu mal kurz abgerissen, was die demokratische Betätigung der Meinungsfreiheit ist:

    Besser wäre es den Inhalt von Meinungsfreiheit auszuarbeiten statt diese als Auseinandersetzung mit einer „Herrschaftsmethode“ des „Staats“ gleichzusetzen.

    * sich zu jedem Scheiß eine Meinung zu bilden

    Das ist falsch. Der Staat kann niemanden dazu zwingen ob, und wann, jemand seine Meinung äußert. Warum sollte er den das überhaupt tun.

    * die eigene Meinung für praktisch irrelevant zu halten…

    Auch das ist falsch. Die eigene Meinung soll bloß der ideellen Verdoppelung der Konkurrenz in die Privatsphäre hinein folgen. Das beinhaltet für Viele Einschränkungen, die dementsprechend auf der Grundlage dies vorgefaßten Interesses, geschluckt werden müssen.

    * die eigene Meinung folglich darauf zurecht zu biegen, dass sie im Rahmen des demokratischen Kapitalismus realistisch ist und der demokratischen Herrschaft über sich in der Staatenkonkurrenz helfen würde

    Nein, das ist der materielle Kern von „Meinungsfreiheit“, und nicht dessen Resultat, als geistige Zurechtbiegung von Meinungsfreiheit, über Staatszwang.

  25. 25 lahmacun 27. April 2009 um 11:21 Uhr

    >kommunistische Agitation fällt weder unter den Rahmen der freien Meinungsäußerung (deshalb bekommt man für die mindestens den VS an den Hals), noch ist es eine demokratische Meinungsäußerung (dazu gleich).

    doch, natürlich fällt das in den rahmen der freien meinungsäußerung. wieso sollte die überwachung durch den vs ein widerspruch sein? der zensiert doch nicht!

    zensur ist gesetzlich geregelt, und da kannste klagen.
    in österreich zB darf per gesetz nur nazistische widerbetätigung zensiert werden – die fällt per gesetz nicht unter das recht auf freie meinungsäußerung. für komm. agitation gilt das aber nicht. was sein kann, in ö, ist zB dass man keinen anspruch hat auf publizistikförderung, weil man diese nur erhält, wenn das periodikum der „staatsbürgerlichen bildung“ dient. und trotzdem: auch da wurde schon vor gerichten gewonnen!

    eine demokratische meinungsäußerung ist es aber nicht, das stimmt.

    ***

    mpunkt, man kann sich diesem widerspruch nicht entziehen. und? nichts und. es macht ja den inhalt der agitation nicht schlecht oder falsch.

  26. 26 MPunkt 27. April 2009 um 23:36 Uhr

    @ star wars: vom Staatszwang schreibe ich doch gar nicht, sondern von Übergängen, welche die Nationalisten von unten machen, die aber nicht notwendig sind. Keine Ahnung, wieso Du mir immer wieder vorwirfst, ich würde unterstellen, der bürgerliche Staat würde den Untertanen ihre Zustimmung zu ihm aufzwingen, wenn ich die gedanklichen Übergänge in die Affirmation zum Thema habe, welche diese auf Basis des vom bürgerlichen Staat Durchgeherrschten vollziehen.

    @ lahmacun: Nun hatte ich doch gerade erklärt, warum es für kommunistische Kritik kein Widerspruch ist, Meinungsäußerung zu betreiben, auch wenn der demokratische Staat die erlaubt. Weil die Erlaubnis sich gar nicht auf diese Kritik bezieht, sondern diese zu Repression gegen einen führt. Weil diese Betätigung dem demokratischen Staat als Missbrauch der Meinungsfreiheit gilt, sie also keine Betätigung ihrer ist, wie er sie gern hätte. Weil (und das ist die Kritik Deiner Analogie zur Eigentumsordnung) also auch gar keine sachliche Notwendigkeit ihrer Betätigung in vom demokratischen Staat gewünschter Weise enthält. Und weil die demokratischen Nationalisten den demokratischen Staat doch nicht deshalb gut finden, weil der angeblich seine Feinde so prima ihre Feindschaft betreiben lässt, sondern das nur ein politmoralischer Titel demokratischer Nationalisten gegen Kritiker des demokratischen Kapitalismus ist, man sie also auch nicht in ihrer Affirmation der demokratischen Herrschaft bestätigt, weil man seine Fresse aufmacht. Und was hast Du dazu zu sagen? „Zensur gibt es aber nicht, also (!!!) ist es doch ein Widerspruch.“ Wtf???

  27. 27 star wars 28. April 2009 um 11:44 Uhr

    @MPunkt

    Keine Ahnung, wieso Du mir immer wieder vorwirfst, ich würde unterstellen, der bürgerliche Staat würde den Untertanen ihre Zustimmung zu ihm aufzwingen, wenn ich die gedanklichen Übergänge in die Affirmation zum Thema habe, welche diese auf Basis des vom bürgerlichen Staat Durchgeherrschten vollziehen.

    „Staat“ ohne Inhalt, bravo MPunkt. Der Staat „herrscht“ überhaupt nichts „durch“. Der Staat“ existiert nicht „einfach so“ sodass, von Bürgern, „Zustimmung“ zum Alien „Staat“ abverlangt werden könnte. Theoretisch versuchst du diesen Widerspruch darin aufzulösen indem du den freien Willen von seinen wirklichen Inhalt abkoppelst. Was übrig bleibt ist eine theoretische Leistung die es in sich hat: Ein Wille ohne Wollen. Das Wollen wird, als Produkt der Begriffsbildung, dem Willen erst nachträglich als „Affirmation“ wieder hinzugefügt. Ich weißt nicht ob das unbeabsichtigt passiert ist, oder doch bloß ein billiger Trick von dir ist.

    Abgesehen davon ist es eine begriffliche Verdoppelung, wenn du auf der Seite des „Staats“ von einem „aufherrschen“ schreibst, und dann auf der Seite der Bürger das „aufherrschen“ in eine „Zustimmung“ zum „Staat“ verwandelst. Das ist ein Gegenstandswechsel, weg von der inhaltlichen Bestimmung von Staat und Meinungsfreiheit, hin zur spannenden Agitationsfrage, wie ich am besten Arbeiter, bzw. Bürger, hereinlegen könnte. Diese absurde Konstruktion ist bereits das Ergebnis davon, dass du von Inhalten und Gründen, die den Staat“ konstituieren, nichts wissen willst.

    Was ist denn der Inhalt von „Staat“, sein Grund? Schon seltsam dass du mittlerweile nicht mal das Wort „Eigentum“, geschweige denn „Kapitalismus“, in den Mund nehmen willst. Das Willensverhältnis der Bürger zum Staat ist kein Karussell, auf dessen Grundlage, in Form von „ Zustimmung“, Tickets vergeben werden. Der Staat entsteht, als Gewaltverhältnis, überhaupt erst auf Grundlage eines Willens der Bürger zum einem vorgefassten Interesset: Exklusives Verfügungsinteresse an Reichtumsquellen, Privateigentum.

    Noch einmal, den freie Wille kann nicht gleichzeitig frei sein und zu etwas gezwungen werden. Affirmation, bzw. Zustimmung zu etwas, setzt einen bereits vorgefassten Zweck voraus. Selbst die Kalkulationen des Bürgers folgen einem bereits vorgefassten Zweck und Inhalt. Die Beschäftigung genau mit diesem vorgefassten Zweck umgehst du damit, in dem du die Meinungsfreiheit als ein Projekt staatlichen „Aufherrschens“ begreifst.

  28. 28 MPunkt 29. April 2009 um 9:38 Uhr

    Dass ich Deinen Maßstab nicht erfülle, bei jedem Thema „Eigentümerwille“, „Eigentum“ und „Kapitalismus“ zu sagen, geht mir völlig am Arsch vorbei, weil das kein Einwand zur Sache ist. Thema war doch erst mal, zum einen, warum der demokratische Staat sich zu so etwas Selbstverständlichen, wie seine Meinung zu sagen, auf die Weise stellt, dass er das durch seine Erlaubnis überhaupt erst – in einem von ihm festgesetzten Rahmen – ermögliche. Worauf die Antwort lautete, dass er eben ein kritisches Mitmachertum seiner Untertanen will. Die sollen von sich aus die demokratische Herrschaft über sich als ihr Mittel begreifen und sich deshalb konstruktive Gedanken über deren Gelingen machen, worauf sie die eigenen Interessen zurechtbiegen sollen – und dabei gleichzeitig anerkennen, dass die Entscheidung darüber, was für den nationalen Erfolg umgesetzt wird, nicht ihnen, sondern dem demokratisch gewählten Herrschaftspersonal obliegt. Was zum anderen Teil des Themas führt, nämlich wie diese gewünschte Betätigung der Meinungsbildung und -äußerung seitens der Nationalisten von unten aussieht und welche Übergänge die vollziehen, wenn sie ihre Meinung auf die gewünschte Form der Meinungsäußerung zurechtbiegen.

    Klar kannst Du dann sagen, dass dieses Mitmachen darauf verweist, dass die den demokratischen Staat wollen und dass sie ihn wegen ihres Eigentümerwillens wollen. Was aber nur die halbe Wahrheit ist und im Grunde auf ein anderes Thema, nämlich eben den Zusammenhang von Eigentümerwillen und bürgerlichen(!) Staat verweist. Denn das stimmt ja, dass aus einem Eigentümerwillen (die Frage, ob man sich den -gerade als Eigentumsloser – in Reflexion auf die Eigentumsordnung zulegt, oder ob der ihr vorgängig ist, mal ausgeklammert) logisch folgt, einen Staat zu wollen, der die anderen ausschließt, so dass der für sich beanspruchte Kram Eigentum, also abstrakte ausschließliche Zugriffsmacht ist. Womit man auch dem Ausschluss seiner selbst von dem Eigentum aller anderen zustimmt. Nur dass dieser bürgerliche Staat ein demokratischer, z.B. mit Meinungsfreiheit, sein soll und nicht etwa ein faschistischer, folgt doch daraus gar nicht.

  29. 29 star wars 29. April 2009 um 10:12 Uhr

    @MPunkt

    Staat sich zu so etwas Selbstverständlichen, wie seine Meinung zu sagen, auf die Weise stellt, dass er das durch seine Erlaubnis überhaupt erst – in einem von ihm festgesetzten Rahmen – ermögliche.

    Und mir geht es am Arsch vorbei dass du den Staat als Schöpfer der Meinungsfreiheit hinstellst, wenn es erst mal zu klären wäre was freie Meinungsbildung, und Meinungsfreiheit, ist. Wenn es so selbstverständlich ist seine Meinung zu sagen warum legt dann jeder einen so großen Wert darauf, bloß seine Meinung, sagen zu wollen. Sicherlich nicht weil der Staat Meinungsfreiheit „durchherrschen“ wird. Alles bereits kritisiert, MPunkt. Deswegen also wieder ein zentrales Argument zu Meinungsbildung und Meinungsfreiheit:

    Nun ist die Zellform dieses Appells keine geheimnisvolle Staatsmacht sondern der Zweck Privateigentum samt der Verdoppelung der, über das Privateigentum beanspruchten, Exklusivitätsansprüche in die Privatsphäre hinein. Der Satz ist eine sozialmoralisch aufpolierte Aufforderung sich möglichst den Ehrentitel der eigenen, ehrenvollen Subjektivität, als Maßstab zur Beurteilung der Welt zu benutzen. Deswegen ist der Aufruf (freie Meinungsbildung, Meinungsfreiheit) nicht über pure Gewalt sondern bloß über Einsicht in die Notwendigkeiten darin zu vermitteln.

    Was ich darüber zu sagen habe steht also geschrieben, worauf du mit keinem Wort eingegangen bist. Stattdessen wiederholst du bloß den alten, von mir kritisierten, Unsinn.

    Was aber nur die halbe Wahrheit ist und im Grunde auf ein anderes Thema, nämlich eben den Zusammenhang von Eigentümerwillen und bürgerlichen(!) Staat verweist.

    Es ist kein „anderes Thema“ sondern genau das Thema um was es bei Meinungsbildung und Meinungsfreiheit, beim bürgerlichen Staat, geht. Und dass der Staat ein demokratischer ist, und kein faschistischer, folgt ebenfalls daraus dass der Staat, auf Grundlage von Eigentümerinteressen entlang, konstituiert wird. Habe ich im vorletzten Kommentar bereits inhaltlich ausgeführt. Und jetzt tu nicht mal so ahnungslos, als ob ich deine Auffassung nicht bereits doppelt und dreifach kritisiert hätte. Geh mal auf die Gegenargumente ein, statt dich immer wieder wiederholen zu müssen.

  30. 30 MPunkt 02. Mai 2009 um 9:27 Uhr

    Das ist doch albern. Es ist schlicht ein Fakt – also nix, worüber sich streiten ließe –, DASS der demokratische Staat Meinungsfreiheit ins Gesetz schreibt. Und wie deren gewünschte Betätigung aussieht, kann man auch ständig seitens der Berufsnationalisten hören: sich KONSTRUKTIVE Gedanken zum ALLGEMEINWOHL machen, sich dafür innerhalb des demokratischen Rahmens engagieren, auf jeden Fall zum Verzicht zu Gunsten des Allgemeinwohls bereit sein, aber gefälligst akzeptieren, dass es noch andere konstruktive Vorstellungen zur Beförderung des Allgemeinwohls gibt und dass nur die demokratisch legitimierten Berufsnationalisten zu entscheiden haben, was von Staats wegen wie umgesetzt wird.

    Nun sagst Du, dass diese Feststellung gar nicht erklärt, warum die Nationalisten von unten so viel Wert drauf legen, NUR ihre Meinung zu sagen. Na selbstverständlich nicht, weil die an dieser Stelle gar nicht das Thema waren. DEREN Übergänge, die dazu führen, stehen aber auch längst da:

    1.) als STAATSBÜRGER anzuerkennen, dass der demokratische Staat die Instanz ist, welche über das Allgemeinwohl und die Maßnahmen für es entscheidet. Also sich nicht nur mit der Ohnmacht abfinden, keine Mittel für das praktische Umsetzen der eigenen Meinung zu haben, außer diese dem demokratischen Herrschaftspersonal als konstruktiven Verbesserungsvorschlag zu unterbreiten, sondern das auch gut so zu finden. Denn gerade weil sie um verschiedene und gegensätzliche Interessen der Bürger untereinander wissen, wollen die ja einen darüber stehenden Staat samt der Beschränkung des eigenen Interesses durch ihn, damit er die anderen auch einschränkt und so überhaupt das Betreiben der bürgerlichen Interessen ermöglicht. Was ja gleich wieder aufgehoben wäre, wenn die Souveränität des bürgerlichen Staates nicht anerkannt werden würde, sondern man tatsächlich auf der Gültigkeit seiner Meinung (und des in ihr, wie deformiert auch immer, enthaltenen Interesses) bestehen würde. Darum sagt man vorbildlich NUR seine Meinung, erwartet aber, dass die anderen sich ebenfalls darauf beschränken.

    2.) als BÜRGERLICHE INDIVIDUEN machen die auch ihre Meinung zum Material ihrer Persönlichkeitspflege in ihrer Verdoppelung der realen ökonomischen Konkurrenz in eine der Angeberei. Weil man so eine tolle durchdachte, außergewöhnliche, anständige, whatever Meinung habe, sei man ja wohl als toller Hecht anzuerkennen. Weil dann ein Angriff auf die eigene Meinung immer gleich als einer auf die eigene höchstwerte Persönlichkeit genommen wird, wird dagegen betont, dass man ja NUR seine Meinung sage, also gar keinen sachlichen Streit über diese wolle. Vielmehr soll das Gegenüber sich mal ein Vorbild an einem nehmen und auch NUR seine Meinung vortragen, die dann pluralistisch nebeneinander stehen bleiben können, statt darauf zu beharren, dass die des anderen falsch ist.

  31. 31 star wars 02. Mai 2009 um 11:47 Uhr

    Schallplatte ein – zackbumm – Schallplatte wieder aus.

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