,Raffend – schaffend‘ vs. „real – irreal“

Ein Auszug aus dem Artikel „Die deutsche Linke sieht sich bestätigt: Der neoliberale Turbo-Kapitalismus ist gescheitert! Machen wir’s besser!“ im GegenStandpunkt 1-09, der in Teilen auch hier einsehbar ist, der ganz ohne moralische Hämmer erklärt, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in einigen Bestandteilen der Finanzkapitalkritik der Linken und der Nazis bestehen und einen erfrischenden, sowie erhellenden Gegensatz zum „,Raffend‘ – ,schaffend‘ – das ist ja wie bei den Nazis! Geht garnicht!“-Geblöke der (antideutschen) Antifa der letzten Jahre darstellt, die mit dieser Fünf-Minuten-Kritik schon Gewerkschaften, Müntefehring, der Montagsdemo-“Bewegung“ und vielen anderen politischen Akteuren den Nazi-Schein ausgestellt hat.

Sehr interessant ist in der Mammut-Fußnote, die länger ist als das eigentliche Zitat, die Stelle, die über Schuldfragen und deren vermeintliche Auflösung handelt. Die Argumente, die Altvater dort bringt, fanden und finden sich auch bei „…umsGanze!“ und derem Aufruf zur Finanzkrisendemo und bei deren Ziehkind der antinationalen Schüler-Initiative „des rues de sucre“ (Straßen aus Zucker): „Die Kapitalisten sollen schuld sein? Quark, die können doch garnichts dafür, dass sie Kapitalisten sind, die werden einzig und allein von Fetischen, Sachzwängen und kapitalistischen Gesetzen betrieben, die haben keinen eigenen Willen; ergo: sie sind nicht ,schuld an der Krise‘!“. In einer Diskussion unter einem Beitrag des Weblogs „Das geprüfte Argument“ (der Beitrag selbst kam noch weitestgehend ohne Argumente aus) argumentierte ich vor kurzer Zeit noch ähnlich. Mittlerweile habe ich jedoch eingesehen, dass es zwar widersinnig und absurd ist, als Mensch immer nur Profiten, Wachstum(sbilanzen) und Kapitalanhäufung hinterherzujagen, dies aber dennoch von Managern gemacht wird. Sie legen in Interviews, in Börsenberichten und Firmentagungen auch immer wieder Zeugnis darüber ab. Den Rest der Fußnote (der sich mit Elsässer beschäftigt) liefere ich noch nach.

Im Artikel wird die Entgegensetzung ,raffend – schaffend‘ bzw. „real – irreal“ von „Realwirtschaft“ und „Finanzsektor“ äußerst überzeugend auseinandergenommen und aufgezeigt, dass das eine ohne das andere ebensowenig zu haben ist, wie Kapitalismus ohne Profitmaximierung(sstreben), dass die Werte, die „der Finanzsektor“ produziert, sehr wohl „real“ sind (zumindest haben sie „reale Millionäre“ produziert und alle Aktion mit sich vollziehen lassen, die man mit im Produktionssektor geschöpften Gewinnen auch anstellen kann) und dass die Linken in ihrer Kritik des Finanzkapitals dem restlichen Kapital doch einiges an Lob ausstellen.

Wenn die zitierten Autoren „die Produktion“ hochhalten, die reale Werte schafft, und ihr die „leistungslosen Einkommen“ der „Finanzmarkt-Zocker“ gegenüberstellen, die anderswo geschaffene Werte in ihre Tresore „umverteilen“, fällt ihnen der Berührungspunkt mit einer gewissen historisch diskreditierten Kritik am Finanzkapital auf, von der sie sich abgrenzen: Mit der Unterscheidung zwischen dem „schaffenden Kapital“, das das Volk ernährt, und dem „raffenden Kapital“, das es aussaugt, darf ihre Entgegensetzung der Sektoren nicht verwechselt werden. Das geschieht allerdings leicht, denn der Unterschied zur faschistischen Kritik am raffenden Kapital hat kenien ökonomischen Gehalt: Hie gutes Kapital, weil es Produkte erzeugt, da unverdienter Profit, weil keine Leistung – darin sind Rechts und Links einig. Sie unterscheiden sich im politischen Bezugspunkt der Kritik: Die Linken sehen vom Renditestreben der Geldkapitalisten die sozialen Interessen des kleinen Volks im Kapitalismus beschädigt: Seine Möglichkeiten des Lohnerwerbs, die Arbeitsplätze, die Industrie- und Handelskapital glücklicherweise zur Verfügung stellen, werden durch Finanzspekulation gefährdet oder vernichtet. Die Rechten sehen eben dadurch das Volk als Ganzes geschädigt, die Nation, d.h. die Ansprüche des Staates, der sie verwaltet. Auch in diesem politischen Weltbild hat der Arbeiterstand seinen Platz; nicht wie bei den Linken als der vermeintlich letzte Zweck von Staat und Wirtschaft, sondern als Träger des Staates und Quelle seiner Potenzen, der leben können muss, um seinen Dienst am Staat zu versehen. Der Unterschied zwischen dem „kleinen Volk“ und dem Volk mag unbedeutend erscheinen, er ist es aber nicht: Er definiert die entgegengesetzten Extreme der Politik im kapitalistischen Staat und dreht sich darum, ob die systematisch ausgenutzte Klasse auf ihren Interessen besteht, um die Gesellschaft, auch wenn das gar nicht geht, zu ihrem Mittel zu machen; oder ob proletarische und andere Staatsbürger überzeugt sind, nur leben zu können, wenn die Obrigkeit sich alle Klassen radikal zu ihrem Mittel macht und zum Dienst am Staat zwingt.1

  1. Den linken Publizisten scheint der prinzipielle politische Gegensatz gegen die Rechtsradikalen selbst nicht mehr so klar zu sein. Von deren Kritik am Finanzkapital grenzt Altvater die seine mit einem moralischen System-Gedanken ab: „Darin steckt eine Gefahr, der man mit Marx begegnen kann. Denn im Alltagsbewusstsein bekommt der Finanzfetisch sehr oft eine Gestalt, zm Beispiel als ,Heuschrecken‘, die im Schwarm über einen ,Standort‘ herfallen und ganze Unternehmen samt Arbeitsplätzen auffressen. Mit diesem Bild wird nichts erklärt; es verdunkelt vielmehr grundlegende Zusammenhänge und erschwert eine Antwort auf die Frage, wie die globalen Finanzmärkte zu regulieren wären.“ „Richtig gefährlich wird der Fetisch der Finanzmärkte dann, wenn ihm ein Gesicht gegeben, wenn auf einmal zwischen ,raffendem‘ und ,schaffendem‘ Kapital unterschieden wird. Nur eine gründliche Kapitalismusanalyse ist in der Lage, die Beziehungen der scheinbar verselbstständigten Finanzmärkte zur realen Ökonomie vn Arbeit und Produktion aufzuzeigen und den fetischhaften Schein ihrer Verselbstständigung kritisch zu hinterfragen.“ (Altvater, Nicht tot zu kriegen, l.c.)
    Der Autor erinnert vage an die faschistische Praxis, die Raffgier von Geldleuten für den Niedergang des Vaterlandes verantwortlich zu machen, sie als Volksfeinde zu denunzieren und als Volksfremde auszusondern – eine Kritik des Finanzkapitals, die auch wieder zufrieden ist, wenn der jüdische Bankier durch einen arischen an der Spitze des Geldhauses ersetzt wird. Altvater weist dieses Beschuldigen und Kriminalisieren zurück, aber nicht weil der Vorwurf der Versündigung eine Menge Hochachtung für den gemeinschaftsdienlichen Auftrag ausdrückt, den Finanzkapitalisten im Urteil der Nationalsozialisten haben, und weil ein marxistischer Professor sich diesem Urteil nicht anschließt. Nein, in dieser Hinsicht denkt er ebenso. Er selbst verschmäht ja nicht den Vorwurf der Verantwortungslosigkeit an die „Finanzmarkt-Zocker“, die „auf Finanzanlagen erzielbare Erträge bedenkenlos in die Höhe schrauben“. Dieses Anprangern und Ausgrenzen verbietet er sich dann aber: Menschen anfeinden, das darf man nicht! Es ist der Fetisch, der die Maßlosigkeit zu verantworten hat; ihm darf man kein Gesicht geben, ihn nicht personalisieren! Die Akteure auf den Finanzmärkten sind nicht selbstständig, wie es scheint, sondern auch nur Rädchen im Getriebe. Altvater bleibt auf der Ebene des moralischen Schuldvorwurfs, dem er selbst nicht so fern steht, und behauptet das Gegenteil: Eine allgemeine Entschuldigung aller Akteure mithilfe des Fetisch- und Systemgedankens, den er bei Marx gefunden haben will: seine „gründliche Kapitalismusanalyse“ bewahrt ihn vor den Gefahren der faschistischen Ausgrenzung dadurch, dass er außer einem Fetisch gleich gar keine ökonomischen Bereicherungsinteressen mehr und keine Subjekte mehr kennt, die diese Interessen betätigen.
    Ein anderer Hansdampf in allen linken Blättern, Jürgern Elsässer, weiß überhaupt nicht mehr, was linke und rechte Kritiker des raffenden Kapitals einmal entzweit hat.
    In der fundamentalen Krise, die die Grundlagen der nationalen Wirtschaft bedroht, wird ihm der Unterschied zwischen dem Arbeitsvolk und dem Volk ganz unwichtig. Er gründet eine Volksfront zur Verteidigung des europäischen Kapitalismus gegen das anglo-amerikanische Finanzkapital. Auch am Verfolgungswahn, der zum nationalistischen Feindbild gehört, lässt er es nicht fehlen: Den Kollaps des Finanzsystems, der gerade in Großbritannien und den USA einigen Schaden anrichtet, stellt er als gezielte Machenschaft der dortigen Finanzaristokratie hin, um „uns“ zu beherrschen.
    1. Die Krisenanalyse der meisten linken ist falsch, da sie das imperialistische Moment sträflich unterschätzt: die aktuell einsetzende Depression ist Ergebnis eines bewussten Angriffs des anglo-amerikanischen Finanzkapitals auf den Rest der Welt. Dabei kommen ,finanzielle Massenvernichtungswaffen‘ (Warren Buffet) zum Einsatz, die nicht aus Ausbeutung der Arbeitskraft (,Überakkumulation‘), sondern aus ,fiktivem Kapital‘ (Kapital, Dritter Band) munitioniert sind. Was wir bereits erlebt haben, waren erste Geplänkel mit diesen Waffen – der Hauptstoß steht noch bevor!
    2. Bei der Abwehr dieses Angriffs spielt der Nationalstaat die entscheidende Rolle. Supranationale Koordinationen in Gremien, in denen die aggressiven Staaten und ihre Vertreter eine Rolle spielen (EU, G8, IWF usw.), sind für die Katz. Wichtig ist eine Koordination der angegriffenen Nationalstaaten.
    3. In allen Staaten, auch in Deutschland, entwickelt sich ein zunehmender Widerspruch zwischen dem Industrie- und dem Bankkapital. Letzteres, eng mit den angloamerikanischen Angreifern verbunden, erdrosselt ersteres in der Kreditklemme.
    4. Hauptaufgabe der Linken ist der Aufbau einer Volksfront, die das national bzw. ,alt-europäisch‘ orientierte Industriekapital einschließt. Die Reduktion auf Klassenkampf ist sektiererischer Unsinn.
    5. Hauptaufgabe der Volksfront ist die entschädigungslose Nationalisierung des Finanzsektors und die Abdrängung der anglo-amerikanischen Finanzaristokratie aus Europa, in der Perspektive ein eurasisches Bündnis. Den Sozialismus, also den Stoß gegen das System insgesamt zur Hauptaufgabe zu erklären, ist linksradikale Kraftmeierei bzw. ,imperialistischer Ökonomismus‘ (Lenin).
    “ (Thesen für die Gründungsveranstaltung am 10.1.09 in Berlin)
    Die NPD fühlt sich endlich verstanden. Wer aber noch nie verstanden hat, wie in den Jahren nach 1930 eine radikale Linke scharenweise zu den Nationalsozialisten überlaufen konnte: Elsässer führt vor, wie man das macht.
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14 Antworten auf “,Raffend – schaffend‘ vs. „real – irreal“”


  1. 1 Karl Heinrich 12. Mai 2009 um 14:51 Uhr

    Zu Schuldfragen: Dass, vor allem aber warum sowohl die moralische Klage über die Gier der „Bankster“ und „Heuschrecken“ als auch die Generalentschuldigung der im „Verblendungszusammenhang kapitalistischer Sachzwänge“ Befangenen unhaltbarer Quatsch ist, lässt sich übrigens in dankenswerter Klarheit bereits dem ersten Band des Marxschen Kapital entnehmen (MEW 23 / 166ff):

    Im Kauf für den Verkauf dagegen sind Anfang und Ende dasselbe, Geld, Tauschwert, und schon dadurch ist die Bewegung endlos. (…) Handelt es sich also einmal um Verwertung des Werts, so besteht dasselbe Bedürfnis für die Verwertung von 110 Pfd.St. wie für die von 100 Pfd.St., da beide beschränkte Ausdrücke des Tauschwerts sind, beide also denselben Beruf haben, sich dem Reichtum schlechthin durch Größenausdehnung anzunähern. (…) Das Ende jedes einzelnen Kreislaufs, worin sich der Kauf für den Verkauf vollzieht, bildet daher von selbst den Anfang eines neuen Kreislaufs. (…) Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos.

    Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist. Seine Person, oder vielmehr seine Tasche, ist der Ausgangspunkt und der Rückkehrpunkt des Geldes. Der objektive Inhalt jener Zirkulation – die Verwertung des Werts – ist sein subjektiver Zweck, und nur soweit wachsende Aneignung des abstrakten Reichtums das allein treibende Motiv seiner Operationen, funktioniert er als Kapitalist oder personifiziertes, mit Willen und Bewußtsein begabtes Kapital. Der Gebrauchswert ist also nie als unmittelbarer Zweck des Kapitalisten zu behandeln. Auch nicht der einzelnen Gewinn, sondern nur die rastlose Bewegung des Gewinnes. Dieser absolute Bereicherungstrieb, diese leidenschaftliche Jagd auf den Wert ist dem Kapitalisten mit dem Schatzbildner gemein, aber während der Schatzbildner nur der verrückte Kapitalist, ist der Kapitalist der rationelle Schatzbildner. Die rastlose Vermehrung des Werts, die der Schatzbildner anstrebt, indem er das Geld vor der Zirkulation zu retten sucht, erreicht der klügere Kapitalist, indem er es stets von neuem der Zirkulation preisgibt.“

  2. 2 Busfahrer 12. Mai 2009 um 15:19 Uhr

    Liest sich wie inhaltsleere Propaganda für die GSP.

  3. 3 Joey 12. Mai 2009 um 15:19 Uhr

    Und weil man gar nicht oft genug darauf hinweisen kann, neben der o.a. allgemeinen Erklärung mal wieder der Hinweis auf die Nutzanwendung in Form von Kritik einer falschen Kritik der sog. „verkürzten Kapitalismuskritik“. :-)

  4. 4 Wendy 12. Mai 2009 um 20:29 Uhr

    Joey: Was willst du mit diesem Satz sagen, ich verstehe es einfach nicht. Warum findet man in deinem Link einen Artikel, der offenkundig aus dem GegenStandpunkt stammt, als dessen Autor aber Michael Heinrich angegeben ist?

    Busfahrer: Da steht nirgends „Lest den GSP!“ ohne zu sagen warum – so ungefähr würde „inhaltsleere Propaganda für den GSP“ nämlich aussehen. Da sind im Gegenteil viele Argumente, Erklärungen, Standpunkte – Inhalte – zu völlig anderen Sachverhalten – verkehrte Formen der Kapitalismuskritik von links und rechts, sowie deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede – dargelegt.
    Ach, warum verschwende ich eigentlich grad Zeit und Mühe an eine Flitzpiepe, die so borniert und ignorant ist, dass sie auf knapp zwei Seiten vollgepackt mit Argumenten den Inhalt nicht findet bzw. finden will…?

  5. 5 ascetonym 12. Mai 2009 um 20:42 Uhr

    Joey: Was willst du mit diesem Satz sagen, ich verstehe es einfach nicht. Warum findet man in deinem Link einen Artikel, der offenkundig aus dem GegenStandpunkt stammt, als dessen Autor aber Michael Heinrich angegeben ist?

    Der Text ist aus dem GegenStandpunkt, nicht vom Heinrich, sondern über dessen Werk, da ist der spiegelden Seite wohl bloß eine Zeile im Titel verrutscht. Relevant ist der Text insofern, als da auch etwas über die olle Kamelle Charaktermaske steht.

  6. 6 lahmacun 12. Mai 2009 um 20:43 Uhr

    von wem stammt denn die Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie? (etwas unglücklich formatiert ist der beitrag, sonst stimmt’s schon.)

  7. 7 Wendy 12. Mai 2009 um 21:08 Uhr

    ascetonym: Das habe ich alles verstanden, ich habe mich nur gefragt, was der Satz vom Joey bedeuten soll und warum er eine Seite verlinkt, deren Macher entweder zu unfähig sind, das richtig formatiert einzustellen oder die denken, Michael Heinrich schreibe für den GegenStandpunkt. ;) Joey, tut mir leid, wenn das unfreundlich klingt. Bin gerade etwas gestresst.

    lahmacun: Ich weiß auch, wer dieses Buch geschrieben hat, danke…

  8. 8 Joey 12. Mai 2009 um 23:20 Uhr

    Die Heinrich-Kritik des GegenStandpunkt habe ich mit dieser Webseite verlinkt, weil mir bis heute keine andere Online-Quelle bekannt war. Das hat sich geändert: Der Text als pdf-Datei

    Der Inhalt meines offenbar unverständlichen Satzes ist eigentlich ziemlich schlicht. Michael Heinrich versteht sich, ebenso wie auch die Vetreter der Wertkritik, ja als Kritiker des sog. „Arbeiterbewegungsmarxismus“ und dessen „verkürzter Kapitalismuskritik“. Eine längere Passage des GS-Artikels verhandelt nun genau sein Verständnis der Kategorie „Charaktermaske“ und kommt zu einem bemerkenswerten Befund:

    „Seine Opposition gegen „moralische Kritik“ landet dabei, dass an den Agenten des Kapitals und ihrem Ausbeutungsgeschäft unter den gegebenen Eigentums- und Tauschverhältnissen eigentlich nichts zu kritisieren ist: Was sie treiben, ist nach den Regeln des Warentauschs absolut korrekt. (…)
    So sieht eine abstrakte Negation des „Arbeiterbewegungs-Marxismus“ aus: Weil „der Kapitalismus“ kein Subjekt kennt, das ihn als solches „lenkt“, kennt er auch gleich gar keine Subjekte, die in diesem System – mit dem Interesse, ihren privaten Geldreichtum zu mehren – den gültigen Reichtumszweck repräsentieren und als Privateigentümer über die gesellschaftlichen Mittel gebieten, ihn zur Geltung zu bringen.“

    Wer also den Artkel noch nicht kennt, dem/der sei er wärmstens empfohlen. Mir ist jedenfalls zur Erledigung des blöden Gequatsches von der „verkürzten Kapitalismuskritik“ nichts Beseres bekannt.

  9. 9 human 13. Mai 2009 um 1:02 Uhr

    du bist gestresst? bla. wie wärs mit frei machen?

  10. 10 Wendy 13. Mai 2009 um 4:10 Uhr

    So wird ein Schuh draus, den Satz habe ich wirklich missverstanden.

  11. 11 egal 13. Mai 2009 um 12:41 Uhr

    du bist ja nichtmal in der lage die initiativen die du da kritisierst ordentlich zu bestimmen:
    „Die Argumente, die Altvater dort bringt, fanden und finden sich auch bei „…umsGanze!“ und derem Aufruf zur Finanzkrisendemo und bei deren Ziehkind der antinationalen Schüler-Initiative „des rues de sucre“ (Straßen aus Zucker): „Die Kapitalisten sollen schuld sein? Quark, die können doch garnichts dafür, dass sie Kapitalisten sind, die werden einzig und allein von Fetischen, Sachzwängen und kapitalistischen Gesetzen betrieben, die haben keinen eigenen Willen; ergo: sie sind nicht ,schuld an der Krise‘!“.“

    der verlinkte vermeintliche „„…umsGanze!“-Aufruf zur Finanzkrisendemo“ ist von einem berliner bündnis und zwei gruppen aus niedersachen:
    „Antifaschistische Aktion Bernau, Antifaschistische Schüler_innen Vernetzung (ASV), Antifa Jugendaktion Kreuzberg (AJAK), Autonome Neuköllner Antifa (ANA), Emanzipative Antifaschistische Gruppe (Berlin), Fast Forward (Hannover), Redical M (Göttingen) und TOP B3RLIN.“

    das vermeintliche „„…umsGanze!“-Ziehkind“ strassenauszucker.blogsport.de schließlich ist weder von „umsganze!“ noch eine „antinationalen Schüler-Initiative“ sondern schlichte ein Zeitungsprojekt von drei berliner gruppen:
    „Ein Projekt der Antifaschistischen Jugendaktion Kreuzberg, der Antifaschistischen Schüler_innen Vernetzung und T.O.P-Berlin.“

    und das vermeintliche zitat was du dann noch bringst findet sich weder in dem aufruf noch in der zeitung.
    das ist extrem schlechter stil den du hier wiedermal an den tag legst!

  12. 12 Wendy 13. Mai 2009 um 18:54 Uhr

    1. Das war ein „…umsGanze!“-Aufruf, der von verschiedenen Gruppen, die nicht in „…umsGanze!“ organisiert sind, unterstützt wurde.

    2. Okay, es ist eine Initiative von drei – keinesfalls antinationalen!, ich entschuldige mich – Berliner linken Gruppen, die eine Schülerzeitung herausgibt. Natürlich ganz wichtig für die Klärung der Inhalte hier. Ob die ein „…umsGanze!“– bzw. „TOP“-Ziehkind sind, muss hier nicht weiter geklärt werden. Nur eines: Du weißt Bescheid. ;)

    3. Das „vermeintliche Zitat“ war kein vermeintliches Zitat, sondern die Beschreibung der Denke, die da vorherrscht. Im „…umsGanze“-Aufruf findet sich denn auch dieser Satz „Es gibt niemanden, der für die Krise verantwortlich ist, aber viele, für die das Leben noch beschissener werden wird.“. Das behauptet, die Manager und Kapitalisten, die auf den Weltmärkten unterwegs sind, würden überhaupt nicht aus eigenem Bewusstsein und eigenem „[ökonomischen Bereicherungsinteressen]“, sondern wüssten selbst überhaupt nicht, was sie tun und sind genauso „Getriebene des Systems“, wie die Leute am anderen Ende der bürgerlichen Nahrungs- bzw. Verwertungskette… Dabei sagen doch Konzernchefs immer wieder, worum es ihnen geht: Wachstum und mehr Gewinne. Das mag irrational klingen – vernünftig ist es ganz bestimmt nicht –, aber so ist es nun mal und wenn es anders wäre, könnten und würden die sich nicht als Kapitalisten betätigen.

    Ansonsten siehe das Marx-Zitat von Karl Heinrich und den verlinkten Artikel zur Heinrich-Kritik des GegenStandpunkts.

  13. 13 lahmacun 13. Mai 2009 um 19:27 Uhr

    >Elsässer führt vor, wie man das macht.

    das beste anschauungsbeispiel liefert nach wie vor goebbels. jaja, historisiererei.

    http://www.archive.org/details/GoebbelsJoseph-DerNazi-sozi-FragenUndAntwortenFuerDen

  14. 14 lahmacun 13. Mai 2009 um 19:29 Uhr

    http://lahmacun.blogsport.de/images/goebbels.JPG
    http://lahmacun.blogsport.de/images/goebbels2.JPG

    diese schrift ist die national-sozialistische ideologie in wenigen worten, leicht verständlich zusammengefasst.

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