Weltraumkommunisten.

Auf was man alles an was für verrückten Orten stoßen kann. Zum Beispiel auf eine Stelle in einem Philip K. Dick-Buch namens »Divine Invasion« bzw. auf einem Planeten namens „CY30irgendwas“. Der Kontext ist zwar beschreib-, aber kaum erklärbar… :D
Nur soviel sei gesagt: Der Protagonist dieser Szene ist Mitglied des wissenschaftlichen Flügels der Organisation, die aus der Vereinigung der Katholischen Kirche und der Kommunistischen Partei hervorgegangen ist… Achso, und der befindet sich auf einem fernen Planeten, um Schwachsinnsaufgaben zu übernehmen – „fly or fry“.

The methane crystals crunched under his boots as he walked down the slope, homing in on the automatic signal emitted by Rybys Rommney’s dome; the signal would guide him. Pictures inside my head, he thought. Pictures of a girl about to take her own life. It’s a good thing Yah woke me. She probably would have done it.
He still was frightened, and as he descended the slope he sang to himself an old Communist Party marching song.
Because he fought for freedom
He was forced to leave his home.
Near the blood-stained Manzanares,
Where he led the fight to hold Madrid,
Died Hans, the Commissar,
Died Hans, the Commissar.
With heart and hand I pledge you,
While I load my gun again,
You will never be forgotten,
Nor the enemy forgiven,
Hans Beimler, our Commissar,
Hans Beimler, our Commissar.

Das Lied kommt dem ungeschulten Leser wahrscheinlich genauso absurd und unwirklich vor, wie der ganze Rest des Buches; ein deutscher kommunistischer Kommissar, der – in welchem Krieg eigentlich? – Madrid – gegen wen eigentlich? – verteidigt und dabei stirbt…

Nicht halb so cool, wie dieser Fund, aber trotzdem interessant, welche Autoren, von denen man dies nicht gedacht hätte, sich mit kommunistischen Ideen auseinandergesetzt haben…


3 Antworten auf “Weltraumkommunisten.”


  1. 1 sten 08. Juni 2009 um 16:29 Uhr

    naja,
    eher ne sozialisations- als ne schulungsfrage.

    variante 1)

    wenn du aus der zone kommst und vor, sagen wir mal 1980 geboren bist und dazu noch ein wenig englisch kannst, dann erkennst du sofort „vor madrid auf barrikaden“

    „vor madrid auf barrikaden,
    in der stunde der gefahr,
    mit den interkampfbrigaden
    sein herz voll hass geladen
    stand hans der kommissar,
    stand hans der kommissar.

    seine heimat must er lassen
    weil er freiheitskämpfer war
    auf spaniens blutigen straßen
    für das recht der armen klassen
    starb hans der kommissar

    eine kugel kam geflogen
    aus der heimat für ihn her,
    der lauf war gut gezogen,
    der schiuss war gut erwogen
    ein deutsches schießgewehr,
    ein deutsches schießgewehr

    kann dir mein wort drauf geben,
    derweil ich eben lad,
    dem feind wird nichts vergeben,
    du bleibst in unserem leben
    hans beimler kamerad“

    wird auf die melodie von „ich hat einen kameraden“ gesungen, wieviele andere lieder der deutschen linken aus den 10er bis 40er jahren, die neue texte auf vorhandene melodien von soldaten- und marschliederns setzten.

    erinnert an hans beimler, kommunistischer reichstagsabgeordneter, nach erfolgreicher flucht aus dem kz dachau politischer kommissar des thälmann-bataillions, gefallen ende 1936 bei der verteidigung von madrid – ergo spanischer bürgerkrieg, verteidigung gegen die faschisten unter franco.

    beimler war unglaublich populär. sein begräbnis in barcelona war ein riesenereignis mit millionen teilnehmern. das lied ist im bürgerkrieg entstanden und wahrscheinlich über das lincoln-bataillion und pete seeger ins englische übersetzt worden.

    damit variante 2)

    wenn du in den 30er, 40er, 50er, anfang 60er jahren ein liberaler bis radikaler intellektueller bzw. kulturschaffender linker im angelsächsischen raum warst, mit sympathien für den antifaschismus und evt. gar die kp, dann hast du ohne groß geschult zu sein, solche lieder gekannt und gewusst worum es geht. philip k. dick hatte zumindest kontakte zu diesem millieu. vielleicht hat er das lied sogar tatsächlich als „an old Communist Party marching song“ erlebt.

    dass es dir als absurd und unwirklich erscheint, sagt also eher was über zeitabstand, veränderte politische sozialisationsbedingungen und abgerissene/gekappte traditionslinien und daraus folgende rezeptionsschwierigkeiten aus.

  2. 2 Wendy 09. Juni 2009 um 9:28 Uhr

    Einerseits das und andererseits ist es aber trotzdem kurios, dass der das in so eine Story einbaut… Boah, ich merke grad, dass ich das falsche Lied hochgeladen habe – wie peinlich!

  3. 3 Wendy 15. Juni 2009 um 15:03 Uhr

    Endlich das richtige Lied online.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.