Tagesseminar der Jungen Linken gegen Kapital und Nation zur Kritik der Freiheit und ihrer linken Apologeten.

Das „…ums Ganze!“-Bündnis hat eine Broschüre zur Kritik der bürgerlichen Herrschaft herausgegeben und eine Kritik der „falschen“ Freiheit versprochen. Diese Kritik ist widersprüchlich: Mal wird gesagt, dass staatlich garantierte Freiheit deshalb schlecht sei, weil sie den Zwängen der kapitalistischen Verwertung unterliege. Durch die Zwänge, die von außen aus der Ökonomie an die staatliche Freiheit herangetragen werden, wird letztere zu einer schlechten Sache. An anderer Stelle hingegen wird gesagt, dass die staatliche Freiheit die Konkurrenz und die Kapitalverwertung mit ins Werk setzt. Dort ist dann Freiheit der Grund der ökonomischen Zwänge und nicht etwas den Zwängen äußerliches.
Auf dem Tagesseminar wollen wir gerne den Widerspruch nach einer Seite auflösen und begründen, wie die bürgerliche Freiheit die kapitalistische Konkurrenz in Gang setzt. Weiter wollen wir fragen, was denn mit einer „positiven“ „richtigen“ Freiheit gemeint sein soll, Uneindeutigkeiten klären und dabei durchaus selbstkritisch mit einigen Passagen aus dem Textarchiv von jungelinke arbeiten. Auch wenn das kompliziert klingt, Vorwissen ist nicht notwendig.

Das Ganze findet am 28. November 2009 in Berlin statt, die Junge Linke bittet um Anmeldung und will euch kein Geld dafür abnehmen. Ich hoffe, es finden auch „…umsGanze!“-Vertreter ihren Weg dorthin oder der Diskussionsstand der Jungen Linken wird anderweitig kommuniziert. Einzelne Personen hatten sich bekanntermaßen ja geäußert, dass man, anders als noch in der Broschüre selbst verlautbart, unterhalb der Gruppenebene nicht über die Inhalte des Heftchens diskutieren will.


17 Antworten auf “Tagesseminar der Jungen Linken gegen Kapital und Nation zur Kritik der Freiheit und ihrer linken Apologeten.”


  1. 1 xxl 08. September 2009 um 12:27 Uhr

    Ich hoffe doch sehr, dass es einen Mitschnitt, zumindest aber einen Bericht von der Veranstaltung geben wird.

  2. 2 dorfdisco knows best 08. September 2009 um 13:06 Uhr

    Ne Mitschrift fände ich auch gut, wobei vermutlich viel auf dem Text aus dem Reader des JL-Camps aufbauen wird.

  3. 3 xxl 08. September 2009 um 14:33 Uhr

    @ dorfdisco

    Ist das so zu verstehen, dass die UG-Broschüre also bereits Thema auf dem JL-Sommercamp war und es einen entsprechenden Text im Reader gibt? Falls ja, könntest du (oder jemand anderes) den vielleicht online stellen? Wäre doch eine gute Vorbereitung für Leute, die an dem Berliner Seminar teilnehmen möchten.

  4. 4 Wendy 08. September 2009 um 14:58 Uhr

    xxl: Für sowas solltest du lieber direkt bei JL anfragen. Es wird schon seine Gründe haben, warum dazu noch nichts online ist.

  5. 5 A.M.P. 08. September 2009 um 15:06 Uhr

    Scheiße, dann müsste man sich ja mit der Philosophie eines Hegels, Kants usw. auseinandersetzen…aber dies sei ja ganz ohne Vorbildung möglich? Na dann viel Spaß…
    Wo steht denn etwas von der „richtigen Freiheit“ als positivem Ideal?

  6. 6 text 08. September 2009 um 15:26 Uhr

    Falls ja, könntest du (oder jemand anderes) den vielleicht online stellen?

    ich glaub, das sollte man nicht machen. siehe auch wendy.
    das war nur ein kurzer entwurf, so wie auch einige wenige andere texte im reader entwurfscharakter hatten. es hieß dann auch mal, man solle die unfertigen texte bitte nicht verbreiten. es wird schon online auftauchen, wenn fertig. oder als paper beim se.

  7. 7 alma mater 08. September 2009 um 15:27 Uhr

    wenn es eine falsche freiheit gibt, dann wird es ja offenbar in der ug-denke auch noch eine richtige geben, sonst könnten sie auch gegen die herrschaft der freiheit antreten.

  8. 8 A.M.P. 08. September 2009 um 15:45 Uhr

    Könnten schon, haben sie aber nicht. Wie gut, dass du die UG-Denke selbst nachvollziehen kannst (was damit in Wahrheit gemeint ist) und damit den Wahrheitsgehalt deiner Aussage auf die Erscheinung eines Broschüretitels gründest.

  9. 9 text 08. September 2009 um 15:53 Uhr

    was könnten, aber haben sie nicht getan, amp? gegen die freiheit antreten?
    was für einen sinn macht das gerede von ‚falscher‘ freiheit, wenn die freiheit gemeint sein soll? kläre mich bitte auf.

  10. 10 xxl 08. September 2009 um 15:57 Uhr

    @ wendy und text

    Ich bin davon ausgegangen, dass die jl ihre Papiere vorab vor allem deshalb nicht so offensiv unter die Leute bringt, weil sie eben am Besuch ihrer Seminare interessiert sind. Und bei dem UG-Thema dürften die ja wohl eher das gegenteilige Problem bekommen …

    Wenn die Verfasser selbst allerdings mit ihrem Text noch unzufrieden sind („Entwurfscharakter“), geht das in Ordnung so zu verfahren.

  11. 11 text 08. September 2009 um 16:08 Uhr

    ende juli war das ein entwurf. aber mail die halt mal an. vielleicht ist der text jetzt fertig und sie geben ihr raus …

  12. 12 Red Sparrow 08. September 2009 um 18:05 Uhr

    Versteh das nicht. Wenn der Text offen auf dem JLCamp zugänglich war, dann kann man ihn doch auch scannen und posten. Oder war der so schlecht?

  13. 13 Dauercamper 08. September 2009 um 19:18 Uhr

    @ Red Sparrow

    der text aus dem sc-reader hat dort für einige diskussionen gesorgt und zwar nicht nur weil teilnehmer_innen etwas an der vorgetragenen kritik an TOP/…ums Ganze! auszusetzen gehabt hätten, sondern weil er wie schon angemerkt noch entwurfcharakter hatte und deshalb eben selbst auch noch die eine oder andere uneindeutigkeit enthielt. und die sollen wohl noch ausgebügelt werden bevor was publiziert wird.

  14. 14 loverboy 666 09. September 2009 um 14:46 Uhr

    hintergrundinfos gits hier:
    jl-camp auswertung

  15. 15 so ein schons 10. September 2009 um 9:03 Uhr

    Wenn die Verfasser selbst allerdings mit ihrem Text noch unzufrieden sind („Entwurfscharakter“), geht das in Ordnung so zu verfahren.

    ach cool. geht in ordnung, grünes licht! puh, ich dachte schon..

  16. 16 Tim 13. September 2009 um 20:34 Uhr

    Diskussionsveranstaltung: Why we´re still not lovin` Germany! am Donnerstag, 17.09.09, 20h im Monarch (Skalitzer Strasse 134), Berlin.
    „20 Jahre nach dem Ende der Geschichte diskutieren wir (TOP Berlin) mit den Leipziger Gruppen LeA und INEX über Perspektiven antinationaler Kritik und unsere Möglichkeiten, [aktiv] nicht mitzufeiern.“

    Ergänzend dazu ein Text aus Köln und Frankfurt zu den kommenden Einheitsfeierlichkeiten.

  17. 17 Tim 14. September 2009 um 16:08 Uhr

    Der obige Hinweis auf die TOP-Veranstaltung war eigentlich nicht als „Werbung“, sondern schon im Hinblick auf das JL-Seminar im November gedacht. Da soll es ja mal grundsätzlich um den UG-Grundlagentext zu Staat und Nation und deren Vorstellungen einer angeblichen „falschen Freiheit“ gehen. Dass das auch bei der Berliner Diskussion mit LeA thematisiert werden wird, davon kann man ja wohl ausgehen.

    Übrigens ein praktischer Tipp für Leute, die sich mit ihrer Kritik nicht blöde abwimmeln lassen wollen, wie es ja bereits online und bei Veranstaltungen passiert sein soll: Man kann sich zur Diskussion der UG-Broschüre auch direkt Referenten einladen!

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