„zitty“, der Quell der Langeweile.

Ach zitty, man findet immer, wenn man dich aufschlägt und aufmerksam liest, Gründe dich zu kritisieren. Das allerdings hast du mit anderen Drucksachen aller Art gemeinsam. Aber die Piefigkeit, mit der du dich in deinem „Intro“ über die kreative Zerstörung von Wahlplakaten empörst, kommt an das Gebahren von Kaninchenzüchtern, ehrenamtlichen Graffiti-Entfernern und Kleingartenvereinspräsidenten heran. Dabei hat die Redaktion eines ebenso kreuzdemokratischen und ebenso schlechten Berliner Stadtmagazins doch viel sympathischere Worte dazu finden können:

Das Zerstören von Wahlplakaten ist ein begrüßenswerter Ausdruck von politischem Bewusstsein und hat in Berlin eine lange Tradition. (Oliver Gehrs in tip)

Gleiches Thema in einem Faltblatt, das einige Wochen vor der Wahl in Berliner Oberschulen verteilt wurde der zitty:

Der Lohn der Langeweile: „Wenn es sonst keiner macht, machen wir´s“, dachten sich wohl einige und brachten wieder Farbe in den trostlosen Wahlkampf. Das ist natürlich antidemokratisch und erfült den Tatbestand der Sachbeschädigung. Es zeigt aber auch, dass es an der Zeit wäre, die Menschen wieder für die Wahl zu begeistern. Ansonsten geht 2009 in die Geschichte ein als „Der Wahlkampf mit dem Blubb“.