Kosmoprolet #2. Thesen zur Krise.

Die Krise lässt den Gegensatz von Wert und Gebrauchswert noch deutlicher hervortreten, etwa im Bild des amerikanischen Polizisten, der durch ein verlassenes Haus patrouilliert, um sicherzustellen, dass seine bankrotten Bewohner tatsächlich ausgezogen sind und nun unter einer Brücke oder in einer der vielen neuen Zeltstädte ihr Dasein fristen. Eine Gesellschaft, in der die bewaffnete Staatsmacht dafür sorgt, dass ein Haus seinen menschlichen Zweck nicht erfüllt, ist offenkundig verrückt, und sobald die Proletarisierten im Bild dieses Polizisten das Wesen der Gesellschaft erkennen, könnte die Geschichte eine unerwartete Wendung nehmen.

Dienstag, 29. September 2009, 19:30 Uhr
K9 (Kinzigstr. 9, Berlin-Friedrichshain)

Der neue Kosmoprolet lässt indes wenig hoffen. Anscheinend übt man sich wieder in klassisch-operaistischer Aufstandsabfeierei. Die (sozialen) Auseinandersetzungen in Teheran, Athen, Oaxaca werden jeweils mit einem Artikel gewürdigt. Selbst wenn die Analysen vielleicht fehlgehen mögen, ist es doch ganz interessant, sich mal näher mit den dortigen Ereignissen auseinanderzusetzen und vielleicht auch mal aus einer anderen Perspektive.

Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft.


33 Antworten auf “Kosmoprolet #2. Thesen zur Krise.”


  1. 1 Wendy 23. September 2009 um 17:21 Uhr

    P.S.: Wenn das einer von euch Proleten liest: Wo kann man eure Drucksache offline erwerben, wenn sie draußen ist?

  2. 2 Tioum 23. September 2009 um 17:25 Uhr

    „Anscheinend übt man sich wieder in klassisch-operaistischer Aufstandsabfeierei.“

    Was du schon wieder alles weisst. Hättest wenigstens so tun können als hättest du das halbwegs gelesen.

  3. 3 Wendy 23. September 2009 um 17:46 Uhr

    Ach, der ist ja schon draußen. Steht doch da, dass das nur eine Vermutung ist. Die ist meiner Meinung nach nicht unbegründet.

  4. 4 bigmouth 23. September 2009 um 18:20 Uhr

    LOL

    klar, die ham ja in #1 auch venezuela so total abgefeiert

  5. 5 Wendy 23. September 2009 um 18:23 Uhr

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

  6. 6 Kohleofen 24. September 2009 um 0:42 Uhr

    Für die Preußen unter uns: Offline findet man den Kosmoproleten z.B. im Roten Antiquariat (Rungestr. 20, Berlin-Mitte). Im Potsdamer Sputnik gibt es das Magazin aber auch.
    Der Aufstand in Oaxaca wird übrigens nicht abgefeiert, sondern, bei aller Sympathie, auf seine soziale Basis hin untersucht.
    Und nur mal nebenbei: Im ersten, mittlerweile wieder aufgelegten Kosmoproleten steht eine ausführliche Operaismus-Kritik, die gerade die Neurose, in jedem Mucks eines Proleten gleich DIE Klasse und DEN Widerstand zu entdecken, hochnimmt.
    Das einzige was am Kosmoproleten nervt, und das ist leider auch in der neuen Ausgabe der Fall, ist ein hochfahrender Ton, als wolle da jemand den eigenen Texten (der Großteil der Texte ist eh übersetzt) einen besonders coolen Drive verpassen.
    Ich kann zur Veranstaltung am 29. nicht kommen, freue mich aber auf jeden Bericht, nur zu, nur zu.

  7. 7 Wendy 24. September 2009 um 1:21 Uhr

    Na, mit ein bisschen Glück kriege ich also beide Ausgaben des Kosmoproleten in die Hände und kann mir gleich noch die Operaismus-Kritik der Leutchen geben.

    Ich halte von deinem Blog übrigens recht viel. Drum ist er jetzt auch verlinkt. Manchmal wünschte ich mir zwar die Kommentar-Funktion, wenigstens zum Fragen stellen, aber was solls…

  8. 8 coole sau 24. September 2009 um 2:17 Uhr

    Die erste Ausgabe des Proleten kann online komplett eingesehen werden ;)

  9. 9 Wendy 24. September 2009 um 3:03 Uhr

    Oh, noch besser. Was gibt es noch über diese Zeitschrift zu wissen, dass ich nicht weiß?^^

  10. 10 Kohleofen 24. September 2009 um 10:52 Uhr

    Zur fehlenden Kommentarfunktion: Wendy, den Schuh zieh ich mir an. Das interessanteste an Blogs sind wohl tatsächlich die Kommentare und die sich daraus ergebenden Diskussionen. Mein Blog ist also ein Widerspruch in sich. Es ist aber *wirklich* ein Zeitproblem für mich. Bzw. da mein (sowieso nicht so dolles) politisches Leben sich außerhalb des Netzes abspielt, bevorzuge ich doch die Debatte in der so genannten wirklichen Welt. Fragen versuche ich allerdings schnell zu beantworten, wenn man mich über die Kontaktbox anfunkt.

  11. 11 besserscheitern 24. September 2009 um 10:54 Uhr

    Sehr sympathisch, diese Risse in deiner Coolness. ;)

  12. 12 Wendy 24. September 2009 um 14:16 Uhr

    Das ist ein Teil des Konzepts. Schließlich sind Sonntag Wahlen!

  13. 13 besserscheitern 24. September 2009 um 15:02 Uhr
  14. 14 Wendy 24. September 2009 um 20:06 Uhr

    Ich finde dieses Lied weder witzig noch einfallsreich. Umso schlimmer, dass so etwas halbgares im spießigen Deutschland schon zum Gesprächsthema gereicht.

  15. 15 besserscheitern 25. September 2009 um 2:31 Uhr

    Ich wollte jetzt eigentlich hören, wie erbärmlich es ist, dass das Steini Girl sich selbstständig für die Herrschaft über sich entscheidet, usw., usf.

    :P

  16. 16 Wendy 25. September 2009 um 3:02 Uhr

    Wenn die etwas Selbstbeherrschung hätte, wäre vielleicht schon etwas gewonnen.

  17. 17 laylah 25. September 2009 um 15:29 Uhr

    die war bei n24 im studio, kann man auf deren seite gucken. der track wär „ironisch“ (?!) und „sehr überspitzt“.

  18. 18 egal 25. September 2009 um 18:34 Uhr

    den neuen kosmoproleten gibts bei schwarze risse

  19. 19 Szenekenner 01. Oktober 2009 um 9:05 Uhr

    Wie war die Veranstaltung?

  20. 20 Subproll 01. Oktober 2009 um 22:09 Uhr

    Oh, elend! Ich gewann den Eindruck, dass die Gruppe als solche garnicht mehr existiert, sondern nur noch so´ne Schnittmenge ist von TOP, SDS und postantideutschen Antifas. Viele Artikel, sagte einer , würden ohnehin von „Ghostwritern“ geschrieben. War nicht drin, was draufstand: komplette Mogelpackung

  21. 21 Subproll 01. Oktober 2009 um 22:47 Uhr

    Ach ja! Bestellungen des Kosmoprolet auch hier:

    http://falkenerfurt.blogsport.de/

    LOL! ROFL,ROFL,ROFL, (Japs!Hilfe!!!LUFT!!!!!

  22. 22 ugly 03. Oktober 2009 um 15:13 Uhr

    da gibts nicht den kosmoprolet. sondern statt die kopien der thesen die von unserer gruppenstunde übrig sind in den müll zu schmeißen oder ewig rumfligen zu haben, gehen die falls jemand will an leute die vielleicht nicht die ganze zeitschrift kaufen wollen, aber trotzdem gern die thesen hätten.

    steht da aber auch wenn man lesen kann.

  23. 23 Wendy 03. Oktober 2009 um 16:55 Uhr

    subproll: Kriegst du auch in irgendeiner Weise eine Kritik der Inhalte des Kosmoproleten wieder oder genügst du dir darin, über die Herkunft eben jener Inhalte, die angeblich von (Post-)Antifas oder „Ghostwritern“ (schrecklich!) stammen sollen, herumzuunken?

  24. 24 Subproll 03. Oktober 2009 um 18:58 Uhr

    Wendy: Bei den FdKG wäre eine inhaltliche Kritik vorderhand irreführend, da die Inhalte bei denen eine bloß ornamentale Funktion haben.

    – Das kommt wesentlich durch die von ihnen beabsichtigte „Historisierung“ der Begriffe der „revolutionären Theorie“ zustande – wie du das im Kosmoprolet #1 nachlesen kannst.

    Als historische Begriffe können sie dann beliebig nach einem Baukastensystem der Argumentation zu einem Text zusammengesetzt werden – wobei die Quell-formulierungen, die vornehmlich Adorno und die Situationisten, aber auch ein wenig Bloch und Marx liefern, zu Paraphrasen verschliffen wiederkehren. Zu möglichen gedanklichen Bezügen ist das Zeug dann recht gut geeignet, wie jede Triviallektüre.

    Eigenständige Analyse hingegen findet sich wenig.
    Ärgerlich finde ich die Anleihen bei Gruppen, die tasächlich theoretische Arbeit leisten, da muss denn – wie bei den meisten anderen auch – der GSP herhalten oder wahlweise irgendeine linksradikale Gruppe (wie in der aktuellen Ausgabe). Ärgerlich vor allem deshalb, weil in den durch die Montagetechnik entstandenen Texten zwangsläufig Logiklöcher entstehen, die auf eine reichlich widerliche Art kaschiert werden: Durch die „auffahrende“ (richtig bemerkt!) Distanzierung von der Quelle.

    Alles in allem: Genießbar nur für Kinder, Falken und nostalgische Greise.

    Genügt dir das?

  25. 25 Wendy 03. Oktober 2009 um 21:00 Uhr

    Deine Kritik ist also, dass die Texte in sich nicht stimmig wären und beliebig wären, was du darauf zurückführst, dass sie die Theorien nicht selbst produziert haben – die Herkunft einer Theorie ist mir immer noch herzlich egal –, sondern sie sich von (angesagten) Gruppen und Personen zusammenklauben?

  26. 26 Sub-Proll Carlos 03. Oktober 2009 um 22:47 Uhr

    Nicht ganz: Gruppen, die sich vor 40 Jahren aufgelöst haben und Personen, die tot sind, können nicht „angesagt“ sein – wer das trotzdem meint, muss wohl in irgendeiner Hinsicht, äh, … verspätet sein.

    (…oder meintest du deren Texte?)

  27. 27 Wendy 03. Oktober 2009 um 23:23 Uhr

    Da bin ich anderer Meinung. Kannst du deine Kritik auch an Texten der FdkG belegen?

  28. 28 ugly 04. Oktober 2009 um 13:27 Uhr

    @ subproll

    dein ganzer text steckt doch nur voller behauptungen ohne einen belegt, angefüllt mit bescheuerten vorstellungen wie von der ehrenwerten „selbstständigen analyse“. als wenn nicht in genügen gsp lesegruppen sich leute zusammen setzen um eine zeitugn zu lesen und sich deren argumente einleuchten zu lassen und die dann nachzukauen. die pg etwa macht genausowenig eigene seminare wie jede andere linksradikale gruppe, sondern lädt wie jede ihre gurus ein. und: damit ist noch kein einziges wort darüber gesagt, ob deren positionen nun richtig oder falsch sind.

    warum entstehten aus montagen zwangsläufig (!) logik löcher? das ist genauso wenig belegt wie dein gesäusel darüber wer den text vermeintlich lesen würde. auf die gleiche weise könnte man weiterspinnen um dann von uns über die junge linke am ende beim gsp zu landen um dann zu behaupten der würde die thesen sicher gern lesen.

  29. 29 Subproll 04. Oktober 2009 um 18:38 Uhr

    Im Prinzip ja.

    Das würde mich allerdings den letzten Rest meines Wochenendes kosten, und morgen liefe ich Gefahr, in Trance in eine Sägemaschine zu fallen.

    Deshalb mein Vorschlag: Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es demnächst eine professionelle Polemik mit den FdkG. Verlinke die und ich werde mich gerne an der Blogdiskussion beteiligen.

    So long!

  30. 30 Wendy 04. Oktober 2009 um 22:15 Uhr

    So long! Auch wenn ich auf Inhalte und nicht auf Polemiken stehe.

  31. 31 tee 05. Oktober 2009 um 0:32 Uhr

    da war jetzt die ironie nicht klar genug, wendy!

  32. 32 Tipp 07. Oktober 2009 um 21:50 Uhr

    Ein sehr lesenswerter Text: Kosmoproleten zur Krise: Was tun?

  33. 33 Wendy 07. Oktober 2009 um 23:14 Uhr

    In der Tat.

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