Werte, Werte, nichts als Werte!

Wie schal und durchsichtig die Berufung auf idealistische Werte wie Freiheit (und Demokratie), Menschen-, Völker- und Selbstbestimmungsrecht ist, die Staatschefs immer wieder drauf haben, zeigt sich, wenn einer, der allgemein unter Berufung auf eben jene Werte angegriffen wird, sie plötzlich ins Feld führt, um seine Gegner auf Staatsebene als Schurken zu diskreditieren.

Auch die zweite Initiative Ahmadinedschads zur moralischen Rehabilitierung des Iran stellt einen „diplomatischen Paukenschlag“ (Spiegel, Nr. 19/06) dar. Der größte ‚Schurke‘ der ‚Achse des Bösen‘ schreibt seinem amerikanischen Amtskollegen – der ansonsten in Teheran eher als ‚der Leibhaftige‘ in Form von Strohpuppen erhängt und verheizt wird – nach 27jähriger Funkstille einen offenen Brief. Dabei demonstriert der ungehobelte Fundamentalist, wie gut er sich auf diplomatische Heucheleien versteht: Im vereinnahmenden Gestus eines gemeinsamen Strebens nach Frieden und Ordnung auf der Welt sowie eines gemeinsamen Glaubens an einen Allmächtigen wendet er sich an Bush, um „Widersprüche und offene Fragen“, die er „auf der internationalen Ebene“ ausgemacht hat, „zur Diskussion zu stellen, damit die Möglichkeit eröffnet wird, für Abhilfe zu sorgen“. Im Klartext will er freilich nichts anderes als den mit großem propagandistischen Aufwand etablierten politmoralischen Status der USA, demzufolge die amerikanische Politik immer ein zutiefst berechtigtes und von allen Nationen guten Willens anzuerkennendes und zu unterstützendes Anliegen darstellt, torpedieren. Zu diesem Zweck nimmt er die Selbstdarstellung der amerikanischen Politik beim Wort, um ihre Moral an ihren eigenen Maßstäben zu blamieren. Ein Beispiel:

„Kann jemand Anhänger Jesu Christi (Friede sei mit ihm) sein, des großen Gesandten Gottes, sich der Achtung der Menschenrechte verpflichtet fühlen, den Liberalismus als Zivilisationsmodell präsentieren, seine Opposition zur Verbreitung von Atomwaffen und Massenvernichtungswaffen verkünden, sich den „Krieg gegen Terror“ auf seine Fahnen schreiben und schließlich an der Errichtung einer vereinten internationalen Gemeinschaft arbeiten, einer Gemeinschaft, welche Christus und die Rechtschaffenen auf Erden eines Tages regieren werden, aber gleichzeitig Länder überfallen, Lehen, Ansehen und Besitz von Menschen zerstören und mit der äußerst geringen Wahrscheinlichkeit, dass sich einige wenige Kriminelle in einem Dorf, einer Stadt oder beispielsweise einem Konvoi befinden, das Dorf, die Stadt oder den Konvoi in Brand schießen?Oder kann es wirklich sein, dass nur aufgrund der reinen Möglichkeit der Existenz von Massenvernichtungswaffen in einem Land, dieses jetzt besetzt ist, rund 100 000 Menschen ermordet, seine Wasserressourcen, Landwirtschaft und Industrie vernichtet, an die 180 000 Mann ausländischer Truppen stationiert wurden, die Unverletzlichkeit der Privatwohnungen seiner Bürger missachtet und das Land möglicherweise fünfzig Jahre in seiner Entwicklung zurückgeworfen wurde? … Diese große Tragödie brach unter dem Vorwand der Existenz von Massenvernichtungswaffen über beide Völker herein, das des besetzten Landes und das des Landes der Besatzer. Später wurde aufgedeckt, dass gar keine Massenvernichtungswaffen existierten. … Wenn es erlaubt ist, dass die Wahrheit auf der Strecke bleibt, wie passt das zu den oben genannten Werten? Glaubt denn jemand, dass auch dem Allmächtigen die Wahrheit abhanden kommen kann?“
Widersprüche, nichts als Widersprüche. Natürlich ist es die leichteste Übung von der Welt, die wenig idealen Taten des Imperialismus an den hohen Idealen, in deren Namen sie vollbracht werden, zu blamieren – auf die versteht sich noch jeder Moralist. Ahmadinedschad meldet sich jedoch nicht einfach als solcher zu Wort: Hier geht es um einen Schlagabtausch unter Staatsmoralisten. Was Bush zur Legitimation seiner Weltordnungspolitik dient, kreidet ihm Ahmadinedschad als Brüskierung aller Werte an, die der amerikanische Präsident dauernd im Mund führt, stellt ihn damit ins moralische Abseits und sich selbst als den wahren Hort aller Werte hin, die der zivilisierten Staatengemeinschaft heilig sind. So dreht er den Spieß um: Während die von Ahmadinedschad affirmativ zitierten Ideale & Werte der westlichen Welt dazu dienen, den Iran und seine ‚fundamentalistische‘ Führung der ‚Achse des Bösen‘ zuzuordnen, führt er sie zum Nachweis ins Feld, dass das Böse seinen Sitz in Washington hat. So billig ist es zu haben, die eigene Staatsräson mit edlen Idealen und historisch verbrieften Rechten auszustaffieren und im selben Zug eine missliebige Staatsräson abgrundtief zu ächten, das gehört eben zum Handwerkszeug jedes Machthabers. Was sie allerdings unterscheidet, ist die Fähigkeit, der eigenen Sicht der Dinge Respekt zu verschaffen. Und das ist nicht billig zu haben: Hier zählt ganz prosaisch die schiere M a c h t, die eigene Position gültig zu m a c h e n.
Die Reaktionen in den Führungsnationen des übermächtigen Westens auf die persische Post lassen denn auch ein hohes Maß an Souveränität gegenüber Ahmadinedschads leidenschaftlichen Anklagen erkennen: Sie ignorieren sie einfach. Während sich der Präsident des Gottesstaates „etwas wolkig“ (FAZ, 10.5.) in die höchsten Höhen des Allgemeinen aufschwingt, stellt US-Außenministerin Condoleezza Rice trocken fest, dass er ‚nichts Konkretes‘ zu bieten hat. Schließlich hat man bei ihm keine moralischen Anklagen, sondern ein Schuldbekenntnis in Sachen ‚unerlaubtes Streben nach Massenvernichtungswaffen‘ sowie ’sofortiger Stopp der Uran-Anreicherung‘bestellt: „Die Probleme, mit denen wir zu tun haben, werden darin nicht konkret angesprochen. Darin steht nichts, was darauf hindeutet, dass wir uns auf einem anderen Kurs befinden als vor dem Erhalt des Briefes.“ Der Mann tut einfach nicht, was die USA von ihm erwarten, und will obendrein andere Mitglieder der Völkerfamilie noch dazu Verbündete der USA! – in seinem Sinn beeinflussen – eine heimtückische Machenschaft: „Ziel Ahmadinedschads ist es vermutlich, die internationale Gemeinschaft kurz vor dem Außenministertreffen in New York durcheinander zu bringen.“ (Condoleezza Rice) „Ich habe den Brief gelesen und sehe darin den Versuch, den Außenministern Sand in die Augen zu streuen.“ (US-UNO-Botschafter John Bolton). Während der Iran mit dem Brief „neue diplomatische Wege“
(Chef-Unterhändler Ali Laridschani) eröffnen will, hält man es in Washington schon für einen Skandal, dass sich der Iran überhaupt mit eigenen Positionen zu Wort meldet und ihnen Gehör verschaffen will. „Der Brief ist ein taktischer Versuch, die Diskussion im Sicherheitsrat über das weitere Vorgehen gegen Iran gezielt zu beeinflussen.“ (US-Geheimdienstchef John Negroponte). Summa summarum ein einziger Anschlag auf den Westen: „Ein Versuch, den Westen zu spalten.“ (Financial Times Deutschland, 12.6.) Da hat man’s wieder: Der Mann bewährt sich als Terrorist, selbst wenn er Briefe schreibt. Und so einer stellt sich mit der puren Tatsache, dass er mit Bush über Moralfragen der Weltpolitik korrespondieren will, auch noch auf die gleiche Stufe mit dem obersten Weltordnungspolitiker: „Ahmadinedschad beansprucht sozusagen auf gleicher Augenhöhe mit dem amerikanischen Präsidenten zu kommunizieren.“ (ebd.) Mit all seinen „kunstvollen Höflichkeitsfloskeln“ (FAZ, 10.5.) also eine einzige Unverschämtheit. Von daher ist die aufschlussreichste Reaktion keine Reaktion: Der amerikanische Präsident denkt gar nicht daran, sich mit dem obersten Schurken eines Schurkenstaates von Gleich zu Gleich über Recht und Unrecht in der Weltpolitik auszutauschen. Und das womöglich noch mit Argumenten. Allein dieses beredte Schweigen stellt aller Welt klar vor Augen, wer der oberste Mufti in Sachen politischer Moralität ist.

(Chronik Kein Kommentar: Die Selbstbehauptung eines verfemten Staatsmannes: Ahmadinedschad attackiert die moralische Hegemonie des Westens. GegenStandpunkt 3-06)

Und da angesichts einer jüngst „aufgedeckten“ eventuellen jüdischen Herkunft des iranischen Präsidenten neben der Frage, ob er nun Jude sei oder nicht (footnote: Da wird reichlich völkisch argumentiert. Sein eigentlich nirgends angezweifeltes Glaubensbekenntnis zum Islam reicht beispielsweise einem Redakteur der Morgenpost nicht aus.) (der weltschlimmste Alibi-/selbsthassende Jude etwa?), auch die Psychopathologie des Mahmud A. wieder aufkommt, gibt es eventuell in Kürze an dieser Stelle aus gleichem Artikel auch Aufklärung darüber, was Ahmadinedschad umtreibt, wenn er den Holocaust leugnet und sich zu diesem Zweck allerhand Nazis einlädt.


33 Antworten auf “Werte, Werte, nichts als Werte!”


  1. 1 Wendy 09. Oktober 2009 um 20:01 Uhr

    Hier meinte einer, einen Kommentar ablassen zu müssen, der im Endeffekt bedeute, dass jede sachliche und unvoreingenommene Analyse der Äußerungen Ahmadinedschads schon „Ahmadinedschad-Relativierung“ bzw. gleich die Solidarisierung mit ihm bedeuten würde – wenn sich der Autor des Artikels augenscheinlich nicht mit Israel solidarisiert, dann kann er ja eigentlich auch nur ein Antisemit sein. Dabei besagt die Moral des verhinderten Comment-Schreibers doch gerade, dass man, um überhaupt als Linker gelten zu können, parteiisch für Israel, die USA und den Westne dazustehen hätte. Und wenn sich das nicht erfüllt, wird jede noch so wahnwitzige Anklage erhoben; etwa die, der GegenStandpunkt schreibe hier gegen eine „Judenpresse“ und würde sich mit dem „antiimperialistischen Widerstand“ Ahmadinedschads solidarisieren.

    FMF!

    P.S.: Der Kommentar wurde garnicht erst freigeschaltet.

  2. 2 FFM 10. Oktober 2009 um 0:40 Uhr

    Die alten Mechanismen funktionieren also noch. Komisch, dass man bei dir, Wendy, stets nur In-Schutz-Nahmen von ekelhaften Typen und Regimen lesen kann. Gegen die Frauen, die während der Aufstände im Iran Sittenwächter angegriffen haben, wird dagegen geätzt.

    Bist doch selber schuld, wenn man dir einen beschissenen Standpunkt ankreidet.

  3. 3 Wendy 10. Oktober 2009 um 2:00 Uhr

    WO liest du Specht das raus?! Ahmadinedschad wird als Imperialist, der andere Imperialisten mit windigen Idealismen angreift, beschrieben und du liest da eine Wertschätzung des Typens raus. Wie dumm kann man eigentlich sein?! Natürlich, ein „Hitler des 21. Jahrhunderts“, Chef eines „Schurkenstaates“ oder andere Beschimpfungen, die ihn als ganz besonders pöhsen Staatschef denunzieren, wirst du nicht lesen.

    Und wenn die Frauen im Iran für die Demokratie auf die Straße gehen, dann kreide ich ihnen diesen beschissenen Standpunkt an und solidarisiere mich infolgedessen nicht von ihnen. Für Leute wie dich, die Kritik nur als Angriff auf ihre Identität und Beleidigung aufnehmen können, ist das wahrscheinlich das gleiche, wie „ätzen“.

  4. 4 fmnsm 10. Oktober 2009 um 12:11 Uhr

    Und wenn die Frauen im Iran für die Demokratie auf die Straße gehen, dann kreide ich ihnen diesen beschissenen Standpunkt an und solidarisiere mich infolgedessen nicht von ihnen.

    Wenn Frauen dafür demonstrieren nicht mehr geseteinigt und dem Terror von Sittenwächtern ausgesetzt zu werden dann ist das für dich ein beschissener Standpunkt? FMF, du zynisches Arschloch.

  5. 5 fmf 10. Oktober 2009 um 18:34 Uhr

    du kreidest den frauen an, dass sie nur gegen baukräne auf die strasse gehen und dafür, dass sie sich ihren sexualpartner selber aussuchen können. ahmadinedschad hast du noch nie irgendwas angekreidet. nur die kritik an ihm ist ja voll doof. kann ja sein und ist auch so. aber wenn du selbst den menschen, die unter lebensgefahr auf die strasse gehen, vorwirfst, dass sie ja gar nicht für die weltrevolution demonstrieren, könntest du dem persienhitler ja wenigstens übel nehmen, dass er ja gar kein kommunist ist.

  6. 6 Wendy 12. Oktober 2009 um 11:46 Uhr

    Wenn du (linke) Bekenntnisse anstatt einer inhaltlichen Auseinandersetzung suchst, bist du hier in der Tat falsch. Im Zitat geht es um die Benutzung von Idealismen in der Chefebene der Staatenwelt.

    Darüber hinaus willst du mir eine ideelle Unterstützung von antikommunistischen Bewegungen abnötigen.

    „Persienhitler“… *seufz* Geh´ bitte weiter.

  7. 7 alma mater 12. Oktober 2009 um 16:17 Uhr

    als ob wendy was dagegen hätte, wenn die bräute da für ihr interesse am leben auf die straße gingen. konkret gehen sie aber für so schwachsinn wie freiheit und demokratie auf die straße und dafür sollte man sie eben kritisieren.

  8. 8 fmnsm 12. Oktober 2009 um 17:06 Uhr

    Vielleicht hätte Wendy den Kosmoproleten leses sollen, statt nur ein bißchen zu meckern:
    „Diese heterogene Bewegung setzt sich keineswegs nur aus Unterstützern des nach den Kriterien der iranischen Theokratie „gemäßigt konservativen“ Kandidaten Moussavi zusammen; sie versammelt auch diejenigen, die in den „sozialen Bewegungen“ der vergangenen Jahre aktiv waren oder mit deren Forderungen sympathisierten: die Studenten insbesondere von den Massenuniversitäten, denen eine wenig beneidenswerte Zukunft als proletarisierte Kopflanger blüht und deren Revolte, die für das Ende der „Islamischen Republik“ plädierte, vor zehn Jahren blutig in der Isolation niedergeschlagen wurde, die Frauenbewegung, die die Gleichheit der Geschlechter und das Ende der Steinigungen und des Tugendterrors fordert, die prekarisierte städtische Jugend, in einem geringeren Ausmaß auch unzufriedene Arbeiter. “
    Das da einige Freiheit und demokratische Rechte fordern, will ich nicht aberkennen, damit aber zu meinen die gesamte iranische Protestbewegung erwischt zu haben ist einfach falsch. Was daran falsch ist zu fordern nicht ZUSÄTZLICH zu der Ökonomie auch noch sexistisch benachteiligt zu werden wird mir auch nicht klar. Aber Hauptsache, das Anliegen der „Bräute“ ist abgehandelt.

  9. 9 Sev 13. Oktober 2009 um 15:25 Uhr

    Nun, du leistest dir in deinem Kommentar eine starke Neigung zu einem ziemlich unkonkreten Standpunkt, da du die Unterstellung der argumentativen Kritk an der Solidarisation mit der iranischen Oppositionsbewegung, einschließlich ihrer (linken) Supporter, die inhaltlich auf die Forderung von Teilen der Protestbewegung auf ein demokratisches System abzielt die gleichzeitige Wertschätzung der repressiven Ideologien des iranischen Staatsapprats und ihrer Führer, als Wertabwägung von den Inhalten der Forderungen der Opposition bzw. der des iranischen Staates abstrahierst. Das führt a priori dazu, dass für dich jede inhaltliche Kritik an der Oppositionsbewegung in der iranischen Bevökerung, unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung als Diskredierung der Ziele der Protestler und die Bestrafung ihres Widerstands und die Solidarisierung mit Ahmadinedschad bedeuted.
    Ganz schön herbeifantasiert.

  10. 10 spez 13. Oktober 2009 um 15:43 Uhr

    „als ob wendy was dagegen hätte, wenn die BRÄUTE da für ihr interesse am leben auf die straße gingen. “
    ach, halt doch einfach die fresse.

  11. 11 Wendy 13. Oktober 2009 um 15:57 Uhr

    Würden Kommunisten eine relevante beziehungsweise auch nur i r g e n d e i n e Rolle in der Protestbewegung spielen, dann müsste man über die geringen Möglichkeiten, sie von Deutschland aus zu unterstützen, durchaus mal reden. Für solche Annahmen fehlt jedoch nach wie vor jedweder Beleg. Einen solchen haben weder du, liebe/r fmnsm, noch der Kosmoprolet, noch sonst irgendjemand bisher geliefert.

  12. 12 fmnsm 13. Oktober 2009 um 20:07 Uhr

    Wie gesagt, Hauptsache man hat das Anliegen der „Bräute“ abgehandelt, sind nämlich keine Kommunistinnen, deswegen kann man es sich auch sparen sich mit denen solidarisch zu zeigen.

  13. 13 Sev 14. Oktober 2009 um 0:26 Uhr

    Die Demobilisierung für die Solidarität gegenüber der Protestbewegung führt bei dir, als Schlussfolgerung von falsch verstandenen Aussagen und/oder Denkfehlern zu einer unbewiesenen Unterstellung, dass die angesprochenen Diskussionspartner ihre Solidaritätsbekundungen in eine Abhängigkeit von begrifflichen Bezeichnungen (als „politisch links“ geartet) stellen und daraus einen Wertmaßstab für die Abwägung der politischen Repression des iranischen Staates einschließlich ihrer Folgen für die Individuen innerhalb der Widerstandsgruppen konstruieren. Wenn du die Fähigkeit besitzt den entsprechenden Diskutanten zu beweisen, dass sie die Bedeutung des Leids der Widerständler an der kommunistischen Ausprägung ihrerseits diffenrenzieren, dann tue es bitte anstatt hier weiter rumzuschwafeln und auf Gegenargumente immer wieder im Repeatfaktor dieselben Unterstellungen darzulegen.

    Es geht nicht um einen angeblichen imaginierten Wunsch nach Unterdrückung und Ausbeutung der iranischen Bevölkerung, bei Unakzeptanz der Oppositionsbewegung, sondern darum dass ich für meinen Teil eine Theokratie innerhalb der Republik genauso wie eine Demokratie als etwas ansehe, was ich weder mir noch den Iranern wünsche und zwar aus dem einfachen zusammenhängenden Grund den kapitalistischen Geist nicht unnötig einem weltweiten Export zu unterziehen, woran viel mehr Menschen hängen als die Bevölkerung des Irans. Die demokratischen Bestrebungen einzelner Protestgruppen dienen westlichen Staaten als Kanonenfutter die als freiheitlicher Aspekt getarnte profitable Vermarktung der Protestbestrebungen zu unterstützen und zu stabilisieren, nichts weiter als zu Lasten derer die im Kapitlismus beziehungsweise im demokratischen Rechtsstaat angeblich ihre Chance versagt haben.

    Es ist übrigenz eine ziemlich dämliche Überlegung sich der Solidarität mit der iranischen Opposition anzuschließen. Mensch kann sich das schlicht und ergreifend sparen, nicht weil die Kämpfenden keiner kommunistischen Bezeichnung enstsprechen sondern weil die Bewegung 1. nicht von unserer Solidarität abhängig ist und 2. in keinerlei Interessenzusammenhang von irgendwelchen, sich solidarisierenden „Deutschen“ steht, wie Wendy bereits angeführt hatte.

  14. 14 fmnsm 14. Oktober 2009 um 2:29 Uhr

    Kannst du das Gedicht nochmal in unverschwafelt verfassen? Danke.

  15. 15 so ein schons 14. Oktober 2009 um 11:04 Uhr

    „als ob wendy was dagegen hätte, wenn die BRÄUTE da für ihr interesse am leben auf die straße gingen. “
    ach, halt doch einfach die fresse.

    achgottchen. das traut sich einer vom 100%-männerquote-verein mal was freches über das geschlecht zu schreiben, dass er nur aus pornos und vom rotwerden kennt und dann wird ihm der mund verboten. gemein!

  16. 16 bigmouth 14. Oktober 2009 um 13:18 Uhr

    @Sev: die ham im iran doch längst kapitalismus – als würde es darum gehen

  17. 17 laberlaber 14. Oktober 2009 um 14:31 Uhr

    nee, geht um den kommunismus, und nur den. den wahren natürlich. und wer nicht für dieses hehre ziel kämpft, sondern für verbesserungen eintritt, der hat solidarität nicht verdient.

    dumme kommunistendenke, die wiedermal die nebenwidersprüche (wie frauensachen) abtut, weil sie nicht von null auf hundert gehen, sondern vielleicht nur auf dreissig. ein grund dafür, dass es mit der revo nix wurd, ist und geworden sein wird.

    wenn ich hundert meter laufe, mache ich das auch in mehreren schritten und bin nicht so idealistisch und versuche zu fliegen. tut man dann nämlich auch, aber auf die fresse. die geschichte hats bewiesen, beweist es und wird es immer wieder beweisen.

  18. 18 Sev 14. Oktober 2009 um 15:13 Uhr

    @bigmouth:
    Nunja, das habe ich auch nicht angezweifelt, aber das hat schon mit dem Gegenstand der Diskussion zu tun. Mir ging es nämlich darum die These aufzustellen, dass westlich orientierte Staaten, die demokratischen Forderungen vereinzelter Gruppen im Sinne dieses Grundkonsens´ zur Stabilisierung ihres Einflusses im Iran, oder den gesamten Nah-Ost-Staaten aufgreifen können. Zumindest für für stellt das ein Gegenargument zur Frage nach der Solidarisierung mit der iranischen Opposition aufgrund ihrer politischen Ausrichtung (wenn auch nur vereinzelt) dar, was in keiner Ausführung eine Zynik zur Situation für die Menschen ergibt. Eine kommunistische Ausprägung würde in der Forderung münden, den Staat beziehungsweise religiös strukturierte Hierarchien zu abolieren, was einen Zustand darstellen würde, den die angesprochenen westlichen Staaten nicht oder schwer in ihrem Sinne verwerten könnten. Auf Grund der dargestellten uunzureichenden Möglichkeiten seine Solidarität durchzusetzen oder sinnvoll zu bekunden würde ich auch den kumministisch orientierten Gruppen meine Solidarität im Sinne des eigentlichen Begriffs abschlagen.

  19. 19 Wendy 14. Oktober 2009 um 16:56 Uhr

    laberlaber: Treffender Name! Die Iraner wissen besser als du, dass sie nicht für einen „Weg zum Kommunismus“ kämpfen, sondern für Demokratie, Freiheit und Gleichheit – und dabei haben sie, big surprise, genau das im Sinn. Die würden niemals auf die Idee kommen, ihren Protest zum quasi-kommunistischen Begehren oder zur 30m Wegstrecke auf dem revolutionären Pfad zu verklären. Auf so einen Blödsinn kommen nur so Projektor-Piloten wie du. Welch´ Idiotie, sich auf einen Determismus zu verlassen, der die, wenn ihre reformistischen Ziele sich erfüllt haben, über diese hinaustreiben soll. Und das ohne jedwede Kritik an ihren verkehrten Vorstellungen.

    P.S.: Die Geschichte hats bewiesen? Wenn du mir glaubhafter beweisen kannst, dass wir schon im Kommunismus leben und ich es einfach nur nicht mitbekommen habe, schließe ich diesen Blog!

    schons: 100% Männer-Verein? Einige Genossinnen werden beleidigt sein. Was machts für ein Argument (zum Beispiel über iranische Frauen und ihre Proteste) eigentlich für einen Unterschied, ob der Mensch, der es äußert einen Schwanz oder eine Mumu hat?

  20. 20 so ein schons 14. Oktober 2009 um 17:13 Uhr

    keines. habe ich das irgendwo behauptet? aber wenn so ein unterfickter hässlo von bräuten redet, ist das halt irgendwie schon auch eklig, aber auch nachvollziehbar. dank interwebs kann man ja geil kompensieren und einen auf krasser macker machen. bestes beispiel sind doch die ganzen blogsport-bojen. schau dir die doch mal in escht an, voll die lappen.

  21. 21 eintagsfliege 14. Oktober 2009 um 17:18 Uhr

    das traut sich einer vom 100%-männerquote-verein mal was freches über das geschlecht zu schreiben, dass er nur aus pornos und vom rotwerden kennt und dann wird ihm der mund verboten. gemein!

    Ach Gottchen, „Ich hab mehr Weiber als ihr!“?
    Wie billig ist das denn. Anstatt Genossinnen reinzuziehen, die es bestimmt nicht lustig finden in dem doofen Ehrhändel als marxistische Zählkühe aufzutauchen, lasst doch gefälligst sofort die Hosen runter und messt nach.

  22. 22 Wendy 14. Oktober 2009 um 17:59 Uhr

    Das gleiche ist mir übrigens später auch noch eingefallen. Danke!

  23. 23 so ein schons 14. Oktober 2009 um 17:59 Uhr

    mehr weiber? bist du haptisch bildbar? es gehr darum, dass der trottel _bräute_ geschrieben hat. das schreibt doch niemand, der im täglichen leben mit jenen _bräuten_ zu tun hat.

  24. 24 Wendy 14. Oktober 2009 um 18:02 Uhr

    Das leuchtet ein.

  25. 25 eintagsfliege 14. Oktober 2009 um 19:44 Uhr

    schons, du empörst dich hier über die deiner Meinung nach unangemessene Betitelung iranischer Frauen als „Bräute“ und begründest(?!) das mit dem daraus ablesbaren heterosexuellen zu kurz kommen des Autors. Es geht also um nichts anderes als um Schwanzvergleich.

  26. 26 eintagsfliege 14. Oktober 2009 um 19:50 Uhr

    ach, btw. hätte ich gerne noch gewusst, ist „bist du haptisch bildbar?“ intelellen-sprech für „schnallst du es wenn ich dir eine reinhaue“?

  27. 27 so ein schons 15. Oktober 2009 um 17:08 Uhr

    ich empöre mich und liefere gleich das passende krankheitsbild, das solche debilitäten evoziert. rundumservice nenne ich das.
    zur 2. frage: nein, ist es nicht.

  28. 28 Sev 18. Oktober 2009 um 13:29 Uhr

    es gibt eh zu viele Menschen … ^^

  29. 29 alma mater 19. Oktober 2009 um 12:38 Uhr

    haha schons. du bist ja echt ein troll. aber für dich werde ich extra nachn iran fliegen, den bräuten „ey, braut komma rüber!“ zurufen und sie mir dann für 3 kamele kaufen. :D

  30. 30 kuudo 19. Oktober 2009 um 16:50 Uhr

    als ob wendy was dagegen hätte, wenn die bräute da für ihr interesse am leben auf die straße gingen. konkret gehen sie aber für so schwachsinn wie freiheit und demokratie auf die straße und dafür sollte man sie eben kritisieren.

    als ob das leben in freiheit und demokratie (als erreichbare verbesserung!) nicht enthalten wäre. dummkopf.

  31. 31 Wendy 20. Oktober 2009 um 10:20 Uhr

    Wo nimmst du das denn her?

  32. 32 so ein schons 20. Oktober 2009 um 11:24 Uhr

    haha schons. du bist ja echt ein troll. aber für dich werde ich extra nachn iran fliegen, den bräuten „ey, braut komma rüber!“ zurufen und sie mir dann für 3 kamele kaufen.

    ohje

  33. 33 Wendy 20. Oktober 2009 um 14:59 Uhr

    In der Tat.

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