Zum Pluralismus.

Leute, die tatsächlich davon überzeugt wären, daß sie die Wissenschaft vorwärtsgebracht hätten, würden nicht Freiheit für die neuen Auffassungen neben den alten fordern, sondern eine Ersetzung der alten durch die neuen. (Lenin. Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung.)


11 Antworten auf “Zum Pluralismus.”


  1. 1 besserscheitern 05. November 2009 um 20:27 Uhr

    Als wenn die Wissenschaft mit jeder Neuerung sich selbst neu erfinden würde. Großer Quatsch mal wieder!

  2. 2 Prüfi 05. November 2009 um 23:27 Uhr

    Hm, du hast den Lenin nicht verstanden. Er meint damit diametral entgegenstehende wissenschaftliche Erkenntnisse.

  3. 3 Wendy 06. November 2009 um 14:42 Uhr

    besserscheitern: Wo steht da was von?

    Prüfi: Wo nimmst du „Erkenntnisse“ her (was für mich wie Forschungsergebnisse etc. klingt)? Lenin spricht von Auffassungen und da haben im Wissenschaftspluralismus auch Theorien nebeneinander ihren gleichberechtigten Platz, die sich widersprechen, da ja niemand den Anspruch hat, mal was wahres aufzuschreiben, weil es Wahrheit etc. angeblich garnicht gibt.

  4. 4 besserscheitern 06. November 2009 um 16:01 Uhr

    In der Tat steht da so wenig dass es viel Raum für Mutmaßungen gibt und du somit viele Chancen lässt missverstanden zu werden.

    Was wolltest du uns denn damit sagen?

  5. 5 Prüfi 07. November 2009 um 16:45 Uhr

    Gut, dann diametral entgegenstehende Auffassungen; mir ging es um das diametral entgegenstehend.

    @ bs:

    Dass Lenin schon eine korrekte Pluralismuskritik kannte.

  6. 6 besserscheitern 07. November 2009 um 18:00 Uhr

    Ich hätts gern vom Wendy selbst gehört, was damit gemeint gewesen ist. Tja. Nicht mal der Scheidungsanwalt lässt was verlauten…

  7. 7 Kommie Ultra 07. November 2009 um 19:32 Uhr

    Wahrheit gibts auch nicht, das ist ein Begriff für religiöse Spinner. Es gibt keine Theorie, die die Welt vollständig und abschließend erklärt, und nicht verbessersbedürftig wäre. Das überfordert halt simple Gemüter und Leute, die nicht in der Lage sind, Unvollkommenheit einzugestehen. Deshalb gibts den Psycho-Trick mit der „Wahrheit“. Wenn die postuliert wird, soll nachdenken und -fragen eingestellt werden, damit die Lücken im Weltbild nicht offensichtlich werden.

  8. 8 l wie laggard 08. November 2009 um 2:22 Uhr

    da ja niemand den Anspruch hat, mal was wahres aufzuschreiben, weil es Wahrheit etc. angeblich garnicht gibt.

    naja. ich würde sagen: ok, gibt’s auch (das sind dann aber ein paar ganz spezielle fraktionen). bei den meisten verhält es sich aber nicht so.

    davon, dass es differenzen gibt – und zwar zum teil heftige – und dass sie ernst genommen werden, zeugen diverse grabenkämpfe und feindschaften. da wird mehr gehasst als von außen zu sehen. und das liegt ganz klar an den inhalten. an was sonst?

    nur: die leute, die da mit ihren inhalten gegeneinander antreten, sind halt auf bestimmte mittel verwiesen, um es mal so zu sagen. die freiheit der wissenschaft setzt den wissenschafter/innen da die grenzen. der staat hält das ganze vielfältig, wo es ihm nötog erscheint – und den meisten wissenschafter/innen ist das durchaus eine qual. (sonst wären ihnen zB auch so sachen egal, wie: wer wird berufen?)
    die glauben durchaus richtiges zu vertreten. so mancher wissenschafter würde seinem kontrahenten gerne das maul verbieten.

  9. 9 dudu 10. November 2009 um 12:03 Uhr

    „Wahrheit gibts auch nicht, das ist ein Begriff für religiöse Spinner.“

    Wahr oder falsch?

    „Es gibt keine Theorie, die die Welt vollständig und abschließend erklärt, und nicht verbessersbedürftig wäre.“

    Wer die Chemie von Wasser erklärt, muss nicht „die Welt vollständig und abschließend“ thematisieren. Das tun nur Skeptiker, die an IHRER „Unmöglichkeit der Weltformel“ wissenschaftliche Bestimmungen blamieren wollen.

    „nicht in der Lage (…), Unvollkommenheit einzugestehen.“

    Ein paar Zeilen weiter oben schimpfst du über religiöse Spinner und hier forderst du ein Bekenntnis zur menschlichen „Unvollkommenheit“? Diese Demut ist ein religiöses Topos! Dein Skepsispostulat, das Wurm Mensch könne nie (vollständig/abschließend) die Wirklichkeit erfassen, ist DAS Argument der Religion: Die Götter „verhüllen“ sich nämlich immer, weshalb man sie nur transzendental herbeifantasiert kriegt.

    „Wenn die [Wahrheit] postuliert wird, soll nachdenken und -fragen eingestellt werden, damit die Lücken im Weltbild nicht offensichtlich werden.“

    Ganz im Gegenteil. Jemand, der den Wahrheitsgehalt von Behauptungen prüft (auch du kommst nicht ganz daran vorbei!), will doch seine oder ander Leute Lücken kennen. Die Relativierung, man habe ja bloß „gemeint“ oder „ein …-Weltbild“, trachtet umgekehrt danach, Gedanken zu immunisieren/relativieren, indem Personen bzw. Weltbilder für einen INHALTSLOSEN Vorbehalt benutzt werden. Nach dem Motto:
    „Wer sich nicht dazu bekennt, die Wahrheit in Frage zu stellen, ist ein Dogmatiker und VOR der Prüfung seiner Argumente als Vertreter der Unwahrheit zu brandmarken.“

  10. 10 besserscheitern 21. November 2009 um 7:14 Uhr

    @dudu

    An deinem ganzen Posting kann man studieren, was Horkheimer/Adorno mit „Aufklärung ist totalitär“ meinten und lernen, weshalb der GSP so viel Hass auf die Kritische Theorie schiebt, denn die hat genau dies fokussiert. Mehr als verständlich, dass du und andere sich da versuchen dagegen zu wehren. ;)

    In Kurz: Das mit dem gesunden Menschenverstand und der reinen Vernünftigkeit läuft nicht ganz so sauber oder unproblematisch wie sich das Onkel Immanuel gedacht hatte, leider.

    Aber sowas sagen ja alle, die immer diese Bücher lesen, statt ordentlich Kommunist zu sein. ;)

  11. 11 l wie laggard 21. November 2009 um 12:18 Uhr

    @dudu: ich würde nen unterschied machen wollen (weil ich ihn für richtig halte) zw.:

    1.) ich hab den anspruch, die erkenntnis voranzutreiben, also wahre aussagen zu tätigen; aber dazu gehört auch, sich prüfen zu lassen – wobei sich herausstellen kann, dass ich nicht alles bedacht habe, was eine korrektur der aussagen notwendig macht; – was ich natürlich mache, denn ich will ja wahre aussagen tätigen. :)
    dann waren aber die zuvor geäußerten wahren aussagen – im rückblick – gar nicht wahr. :) ob die jetztigen wahr sind? wir nehmens mal an. aber nen kritiker wirste wohl nicht hinschiessen lassen wollen, oder? sondern lieber mal schauen, ob der nicht ein saugutes argument hat und du ein geeignetes gegenargument. und wenn das argument des kritikers besser war und eine modifikation der aussagen daher notwendig ist, dann werden auch diese neuen wahren aussagen – im rückblick – falsch gewesen sein. und zwar immer schon.

    2.) ich verkündige die wahrheit, lasse eine prüfung nicht zu (unterbinde die), trachte danach, die verbreitung von gegenargumenten zu unterbinden und plädiere für die inhaftierung/ermordung von hetzern & ketzern. – das kannt man nicht nur aus der geschichte. es geht hier um herrschaft. das wissen dient einzig und alleine deren legitimierung. das hat nichts mit wissenschaft zu tun.

    jetzt kannst du mir gute argumente nennen, das nicht so zu sehen; was ist dann meine unterteilung, die ich jetzt für richtig halte? nicht mehr richtig, falsch eben. sie war dann, ums genau zu nehmen, immer schon falsch (rückblickend gesehen), aber mir erschienen sie richtig. um das aber feststellen und einsehen zu können, um in den genuss von kritik zu kommen, musste ich die aussage tätigen. und natürlich nicht als spaßaussage. schreibste ja selber:

    Jemand, der den Wahrheitsgehalt von Behauptungen prüft

    zum prüfen und korrigieren müssen die eben da sein. :)

    nochmal: ich glaube nicht, dass wissenschafter/innen spaßaussagen tätigen (bis auf ne ganz spezielle abteilung vllt).
    zB für besser scheitern ist klar, dass ardornos aussagen RICHTIG UND WAHR sind. besser scheitern plädiert für skepsis, aber auf dem fundament von von ihm als WAHR erachteten ausführungen. :P

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.