»Feminism is coming to get ya«

No more Porno

Die chinesischen Behörden haben nach eigenem Bekunden im vergangenen Jahr 15000 Websites mit pornographischen Inhalten gesperrt oder geschlossen. Dabei seien »mehr als 1,5 Millionen unzüchtige Inhalte« aus dem Internet gelöscht worden, sagte Mao Xiaomao, Vizechef der Behörde für verbotene Publikationen, laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Xinhua vom Dienstag. Mehr als 1200 Strafverfahren gegen über 1500 Menschen wurden demnach in den ersten zehn Monaten des Jahres 2009 angestrengt. Am Montag hatte ein Student, der seine schlechten schulischen Leistungen auf Pornoseiten im Internet zurückführte, rund tausend EUro Belohnung für die Meldung solcher Seiten bei den Behörden kassiert.


14 Antworten auf “»Feminism is coming to get ya«”


  1. 1 blickwinkelanalysetool 22. Januar 2010 um 20:41 Uhr

    Wo sieht Wendy da eigentloch den Feiminismus? Hat die chniseische Regierung mit irgendwie gearteter feministischer Motivation das Verbot durchgesetzt? Sind Feministinnen aufgebrochen um das ZK der KP zu übernehmen? Ist Schwarzer die neue Mao?
    Oder sind Pornoverbote per se ein Umtrieb des Feminismus?

  2. 2 Hu Jintao Schwarzer 22. Januar 2010 um 20:48 Uhr

    Das kommt vom vielen Emma-Lesen. Seit das in China Pflicht ist, geht der Sozialismus den Bach runter …

  3. 3 Hu Jintao Schwarzer 22. Januar 2010 um 20:58 Uhr

    § 125 Verbreitung pornografischer Schriften:
    Wer pornografische Schriften oder andere pornografische Aufzeichnungen, Abbildungen, Filme oder Darstellungen verbreitet oder sonst der Öffentlichkeit zugänglich macht, sie zu diesem Zwecke herstellt, einführt oder sich verschafft, wird mit öffentlichem Tadel, Geldstrafe, Verurteilung auf Bewährung oder mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft.

    Strafgesetzbuch der DDR

    Diese Feministen!! …

  4. 4 Wendy 23. Januar 2010 um 21:43 Uhr

    bwat: Wenn ich schaue, wie die Autorinnen im Mädchenblog sich immer empören, dass Kanzlerinnen und Ministerinnen ihre Macht nicht nutzen, um endlich mal staatliche Politik im feministischen Sinne zu machen…

    …dann denke ich mir, dass son Porno-Verbot denen ganz gut in den Kram passen würde!

  5. 5 lizzy 28. Januar 2010 um 0:29 Uhr

    von pro-sex-feministinnen hast du offensichtlich noch nichts gehört.
    dass du dich mit feminismus nichtmal im ansatz befasst hast, wird hier wirklich schon in der überschrift klar.

    du liest doch sonst scheinbar genug, warum denn hier nicht?

  6. 6 Wendy 28. Januar 2010 um 2:40 Uhr

    Von denen habe ich nicht nur gehört, deren Aktionen habe ich sogar schon live miterlebt… Egal. Dass es Feministinnen gibt, die Pornografie am liebsten verboten sähen, wirst du wohl nicht leugnen. Die gibts bei der Emma und beim mädchenblog zuhauf. Natürlich, die Überschrift ist zuspitzend und provozierend.

  7. 7 l 28. Januar 2010 um 3:14 Uhr

    zuhauf? weiß nicht, schwer zu quantifizieren. die spaltung gibt’s spätestens seit den frühen 1980ern. vllt halbe-halbe? auf dem mädchenblog gab es auch schon postings, die eher in die andere richtung gehen (auch die kommentare).

    haste ne erklärung für und ne kritik an der chinesischen maßnahme (die ja wohl kaum auf feministische einflussnahme zurückzuführen ist)?

  8. 8 l 28. Januar 2010 um 3:53 Uhr

    wenn ich schon nachguck, kann ich das ja mit dir teilen, wendy.

    bsp:

    Sex ist einfach zu schön um ihn zu verbieten, auch auf Film! (klick)

    …enthält es doch einige interessante Aspekte, die ich bei der wiederbelebten PorNo-Debatte vermisse. (klick)

    „Sex gleich Erniedrigung und Gewalt“ – … Mit dieser Gleichung haben die Emmas mal wieder viel zu kurz gegriffen… (klick)

    - mal selbst suchen – ist nicht grad das am meisten behandelte thema, aber man findet schon was: klick). die emma-position ist mir bis jetzt nicht untergekommen bis auf (ein bisschen anders argumentiert) von tap, einige „mischungen“ findet man. und auch einiges sex-positives, wie man das nennt.

    das „zuhauf“ ist wohl eher nicht das ergebnis einer prüfung. beim mblog kann man einiges kritisieren – da muss man doch nicht noch was dazu erfinden?

  9. 9 Wendy 28. Januar 2010 um 16:22 Uhr

    l: Hast Recht, regelmäßig lese ich den Mädchenblog nicht. Ein paar Mal habe ich allerdings schon die Tendenz, staatliche Organe für ihr unfeministisches Verhalten zu geißeln (zuletzt sogar die Familienministerin), erkennen können. In der Feinabstimmung, was die dann so vom Staat gerne hätten, habe ich versagt.

  10. 10 l 28. Januar 2010 um 17:08 Uhr

    haste ne erklärung für und ne kritik an der chinesischen maßnahme (die ja wohl kaum auf feministische einflussnahme zurückzuführen ist)?

    nö?

    pornos sind ungesunde inhalte, die die arbeiterschaft krank machen

    pornographie wird im zitat hier bei dir dafür kritisiert, dass sie arbeit und pflichterfüllung verunmögliche – der student scheitert im studium, das ihn zu einer optimal ausgestatteten arbeitskraft machen soll. man stelle sich mal vor, das geht allen so, alle würden opfer von pornographie: dann ist china nicht mehr ein stolzes volk fleißiger bienchen, dann geht das ganze nationale projekt den bach runter …
    also: von „erniedrigung von frauen“ oder ähnlichem ist da nichts zu lesen, aber vom schädlichen einfluss der pornographie auf die „performance“ der (zukünftigen) arbeiterschaft.

    --> nicht unwesentlich dürfte die haltung des ML zu arbeit sein (ob das alles erklärt, weiß ich nicht – wäre zu debattieren). der ML hatte an arbeit nie sonderlich viel auszusetzen. lediglich gerecht sollte sie organisiert werden. der „neue mensch“ sollte vollkommen aufgehen in arbeit. arbeit ist doch so toll!
    die haben da einiges übernommen vom kapitalismus:
    im zuge der aufklärung und der etablierung des kapitalismus findet ne spaltung in arbeit und freizeit statt. zweite steht generell unter verdacht, zulasten der arbeit zu gehen. hier findet sich dann die problematisierung von auschweifung, alkoholkonsum etc.
    die leute sollen gefälligst die freizeit nutzen, um sich wieder fit zu machen für die arbeit, alles andere ist zeichen von moralischer verkommenheit und/oder „krankheit“ (ist dann dominanter). – das ist auch die geburt der „sucht“. jene, die viel trinken zB, sind willenlose opfer (zu diesem werden sie aus verschiedenen gründen, zB weil sie, obwohl sie es eigentlich besser wissen, aus moralischer verkommenheit zum „bösen stoff“ greifen).
    auch der chinesische student war opfer, unter dem einfluss der pornographie vernachlässigte er seine pflichten (die ihm ja angeblich so wichtig sind – aber er war ja nicht mehr „er selbst“).
    aber, toll: er hat die kurve grad noch gekriegt! und demonstriert nun vorbildliche haltung, es gibt also hoffnung.

    weil aber nicht garantiert ist, dass alle diese kurve kriegen und auch schon kürzere phasen solchen verhaltens schädliche auswirkungen haben (immerhin ein paar schlechte noten!), sollte das suchtmittel (pornos scheinen zumind. ähnlich begriffen zu werden: es wird auf jeden fall auch mit (geistiger) „gesundheit“ argumentiert, wie anderen artikeln zu entnehmen ist. pornos sind „ungesunde inhalte“) aus dem verkehr gezogen werden. man will ja kein risiko eingehen!

    es geht bei der debatte auf jeden fall nicht um sexismus, sondern um arbeit und arbeitsmoral. das ganze hat mit feminismus nichts zu tun, denn da ist die argumentation eine ganz andere.

    ps: sperrung von seiten aus diesem anlass sind nicht neu in china, das gibt’s immer wieder.
    „no more porno“? gilt schon ein bisschen länger: pornos sind in china seit 1949 verboten. ;)

  11. 11 l 28. Januar 2010 um 17:19 Uhr

    ah, das mitm sexismus – hab grad was gefunden, könnt da, neben dem gesundheits-zeugs noch was geben („bürgerliche sexualität“ und verbrechen).
    man müsste sich auch mal die familie abschauen – was der für aufgaben zugewiesen werden etc. da kommt dann wahrscheinlich ein ganzer batzen an: im sozialismus ist echte treue möglich und echte liebe etc.

    insgesamt ein sehr spannendes thema!

  12. 12 l 28. Januar 2010 um 17:39 Uhr

    Ein paar Mal habe ich allerdings schon die Tendenz, staatliche Organe für ihr unfeministisches Verhalten zu geißeln (zuletzt sogar die Familienministerin), erkennen können.

    na klar, will ich gar nicht bestreiten! nur bei dem thema scheint es sich tendenziell anders zu verhalten …
    sonst kommt das schon oft vor, ja.

  13. 13 Wendy 28. Januar 2010 um 19:16 Uhr

    Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, dass mit der „sozialistischen“ Arbeitsmoral aufzudröseln. Wie gesagt, der Beitrag ist natürlich auch etwas provokant. ;)

  14. 14 helmut lampshade 02. Februar 2010 um 3:44 Uhr

    da kommt dann wahrscheinlich ein ganzer batzen an: im sozialismus ist echte treue möglich und echte liebe etc.

    der sozialismus als wahrgewordener romantischer traum. ich bin dabei

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