Junge Linke: „Kein Bock auf blauen Dunst = Nationalismus“.

Nichtraucher – ein Beispiel für Gesundheit als Stahlbad
Wer dem Staat bei seiner Argumentation gegen die Schlechtigkeit des Tabakrauchs folgt und dessen Beschränkung Sympathie zollt, der hat schon mindestens zwei Fehler gemacht.

Was hat das mit Stahlbad zu tun, wenn man keinen Bock darauf hat, sich die Lunge mit giftigem Qualm vollzuhauen bzw. von ziemlich rücksichtslosen bürgerlichen Individuen vollhauen zu lassen? Wenn man also ganz materialistisch seinen ureigenen Interessen nachgeht? Wer irgendeinen Spaß daran findet, sich so (sinnlos) den Körper zu ruinieren gerne, aber doch bitte nicht auf meine Kosten.
Weil es nationalistische Nicht-Raucher gibt, die staatliche Verbote befürworten, sind gleich alle Nicht-Raucher Nationalisten? Und wenn in staatlichem Auftrag wissenschaftliche Studien beweisen, dass rauchen sehr schädlich für die Gesundheit ist, ist das wahrscheinlich auch noch nationalistisch? Dummen Junge Linke!


20 Antworten auf “Junge Linke: „Kein Bock auf blauen Dunst = Nationalismus“.”


  1. 1 blickwinkelanalysetool 26. Februar 2010 um 13:45 Uhr

    Ähm ja, vielleicht einfach mal lesen was da steht. Da steht nämlich nichts anderes als das die Leute, die sich staatshörig in die Diskussion werfen Fehler machen würden. Gegen eine vernünftige Absprache, dass an irgendwelchen Orten nicht geruacht werden soll steht da gar nichts, das musst du für dein optimales Empörungslevel dazuschreiben.
    Ebenso deine (rethorischen?) Fragen, die als endgültiger Beweis für die These »Dumme Junge Linke« herhalten müssen. Das funktioniert sorum doch gar nicht, es sind nun mal die meisten Nicht-Raucher_innen nationalistisch drauf, was mit Blick auf den heutigen Zustand der Welt auch kaum ein Wunder ist. Deine erste Frage zielt aber darauf ab aus der Minderheit die Regel zu machen, nur Nicht-Raucher_in, und aus der Regel die Ausnahme zu der dann die armen Nicht-Raucher_innen gemacht werden: Nationalist_innen. Funktioniert so doch nicht. Die meisten Leute argumentieren da nicht ganz materialistisch anhand ihrer Interessen, sondern haben noch Argumente, die im Sinne der Staatsgewalt sind in der Hand. Die Gesundheit aller z.B., welchen Zweck die Erhaltung der Gesundheit und damit der Reproduktionsfähigkeit im Kapitalismus hat sollte dir ja bewusst sein, nämlich nicht pures Mitgefühl, sondern Kapazitätserhaltung für die lohnarbeitende Masse, die sollen ja nicht schlapp machen, weil sie dies oder jenes nehmen. Oder dies oder jenes nehmen um nicht schlapp zu machen.
    Die zweite Frage ist auch blöd, weil das niemand behauptet hat. Die jL hat ja nie gesagt, dass die Nationalist_innen sind, weil sie nichtrauchen. Nationalist_innen sind die schon vorher und machen sich dementsprechend ihren Staat zu Nutze.
    Ein Fünkchen Wahrheit steckt in der Frage trotzdem, weil Wissenschaft für den Staat oft genug selektive Prozesse in der Faktenfindung beinhaltet. Das heißt nicht, dass die Ergebnisse alle grundfalsch sein müssen, die da rauskommen, sie mal zu hinterfragen und zu gucken welche Prämissen wurden gesetzt und wie sind die denn zu dem und dem gekommen schadet da trotzdem nicht.

  2. 2 Wendy 26. Februar 2010 um 15:26 Uhr

    Weil es nationalistische Nicht-Raucher gibt, die staatliche Verbote befürworten, sind gleich alle Nicht-Raucher Nationalisten?“, so eine blödsinnige Setzung könnte man einfach vermeiden. Indem man die Überschrift anders wählt. So schließt sie nämlich alle Nicht-Raucher mit ein.

    Und was soll überhaupt „Gesundheit als Stahlbad“ bedeuten?

    Deinen Ausführungen zu Staat und Wissenschaft kann ich zustimmen, trotzdem wirst du wohl kaum behaupten, dass Rauchen garnicht schädlich sei.

  3. 3 blickwinkelanalysetool 26. Februar 2010 um 16:31 Uhr

    Ne, klar ist Rauchen gesundheitsschädlich. Aber damit ist ja noch nichts darüber gesagt das man das nicht trotzdem gerne macht. Deswegen ist ja auch die gesetzliche Verfügung blöd. Wenn an einem Abend nur Leute in der Kneipe sind, die mit Rauchen überhaupt kein Problem haben macht es auch wenig Sinn in der Lokalität das Rauchen zu verbieten, wenn da jemand ist, der da was gegen hat sieht das schon wieder anders aus.
    Nur sind das persönliche Problem eines Nichtrauchers und eine Verfügung des Staates, der sich um Volksgesundheit und Arbeitsarmee schert, halt 2 verschiedene Sachen. Und Tatsache ist ja, dass eigentlich alle, die nicht eh rauchen wollen, diesem Gesetz was positives abgewinnen und sich damit wenigstens zu nützlichen Idioten und Fahnenträger_innen staatlicher Legitimation werden.

    Was nun „Gesundheit als Stahlbad“ zu bedeuten hat, keine Ahnung. Vielleicht liest ja jemand mit, der mal mit jemanden von der jL redete und kann uns das erklären.

  4. 4 Wendy 26. Februar 2010 um 18:58 Uhr

    Aber damit ist ja noch nichts darüber gesagt das man das nicht trotzdem gerne macht.

    In der Kneipe oder im Club tangiert man damit leider automatisch die Interessen anderer Leute.

    Ich habe nirgendwo bestritten, dass da Nationalisten unterwegs sind, die sich über Rauchverbote freuen und meinen, der Staat macht das aus anderen Gründen als aus Sorge um die nationale Arbeitskraft. Nur hat die jL das so formuliert, als wäre das bei allen Nicht-Rauchern so und das ist das Einzige, was ich kritisiert habe.

  5. 5 vegi 26. Februar 2010 um 23:25 Uhr

    ist die gleiche masche, wie bei deren text zum „veganismus“, wo auch ein rundum-bashing erfolgte anstatt einzelne teile der szene ins visier zu nehmen.

  6. 6 tee 27. Februar 2010 um 3:02 Uhr

    hat wendy auch schonmal kritisiert :D

    mehr als zurecht übrigens!

  7. 7 Hetzer 27. Februar 2010 um 12:17 Uhr

    Kann Wendy nur zustimmen hinsichtlich der Ankündigung. Selbst wenn es so gemeint ist, wie „blickwinkelanalysetool“ es ausführt: So steht es da nicht. Insofern ist bedenklich, denen einen korrekten Blick unterzujubeln.

    Themenwechsel: Die anderen Workshops lassen auch nur bedingt auf korrektes Zeug schließen. Besonders albern sind diese Biologismusworkshops; man nehme nur Nr. 1:

    Bei der immer wieder auftretenden Streitfrage, ob der Mensch nun durch die Gene oder die Erziehung bestimmt sei, entgeht den meisten die Pointe, dass beide Vorstellungen die Handlungsfreiheit des Menschen negieren.

    Wie die drauf kommen, dass denen was „entgeht“. Solche Vorstellung bestreiten doch den freien Willen offensiv.

    Auch Menschen die plumpen Biologismen (Männer – Frauen) kritisch gegenüber stehen, gehen den scheinbar ganz biologisch begründeten Biologismen häufig dennoch auf den Leim.

    Abgesehen davon, dass sich das liest, wie aus der Feder eines 9te Klasse-Schülers vor einem Schulvortrag: Die Frage ist doch schräg. Wenn man Leuten den Biologismus ausreden will, dann muss man den halt erklären und je komplexer der Biologismus, desto komplexer eben die Erklärung. Aber dieser Workshop geht daran vorbei, wenn er die Frage aufwirft, WARUM denn biologisch begründete Biologismen besser ankommen, als „plumpe“. Da wird Erkenntnistheorie gewälzt, nicht Biologismus.

    Zum Schulworkshop und seiner Alterbegrenzung, sowie den Inhalten sag ich später was; der Höhepunkt ist aber:

    Hüdelditüdeldie-tweng! Tirelit – Ist die neue Musik politisch?
    Freunde und Feinde der neuen Musik halten sie für verstörend. Aber ist das schon politisch oder doch nur Gesinnungsmusik?

    Linke Musiksoziologen. Das hat im Kampf um die Köpfe und deren Begeisterung für marxistische Kritik wirklich noch gefehlt.

  8. 8 Sev 27. Februar 2010 um 14:26 Uhr

    Und Tatsache ist ja, dass eigentlich alle, die nicht eh rauchen wollen, diesem Gesetz was positives abgewinnen und sich damit wenigstens zu nützlichen Idioten und Fahnenträger_innen staatlicher Legitimation werden.

    Von der Tatsache her, dass sich die Leute dann selbst auf eine Ebene stellen, die sie in diesem Zusamenhang für den Kapitalismus verwertbar macht, geb ich dir recht. Aber die logische Schlussfolgerung ist doch recht einseitig. Es müsste ersteinmal geklärt werden, von welchem Standpunkt aus die betreffende Person bzw. Menschengruppe individuell ihren Verzicht auf das Rauchen argumentiert. Das kann dann schon ganz unabhängig von jeglicher staatlicher Diskussion über Gesetze und Verfügungen stehen.
    Im Umkehrschluss würde ich sagen, dass der Staat den allgemeinen Drogenkonsum, zumindest bis zu einem gewissen Maß (, zur Aufrechterhaltung seines Machtzustandes) gleichermaßen für sich verwerten kann. Opium als Opium des Volkes, sozusagen.

  9. 9 M. 12. März 2010 um 2:18 Uhr

    „Fun als Stahlbad«, das ist ein Zitat aus der „Dialektik der Aufklärung“(Adorno und Horkheimer)
    Arschklar, was da an verkehrten Gedanken unterwegs ist…. Da wundert man sich ja nicht wirklich, dass dann Veranstaltungen über Kunst und erkenntnistheoretische Fragen rauskommen..
    Das trägt alles zum Kampf um die Köpfe und marxistische Begeisterung nix bei…

  10. 10 Wendy 12. März 2010 um 3:20 Uhr

    Ich frag‘ mich nur, was das übertragen auf die Gesundheit bedeuten soll. „Gesund bleiben ist verdammt anstrengend“?

  11. 11 mix'd 15. März 2010 um 11:17 Uhr

    Ich frag‘ mich nur, was das übertragen auf die Gesundheit bedeuten soll. „Gesund bleiben ist verdammt anstrengend“?

    Also keine Ahnung, ob jl das korrekt auflösen werden (mein Vorurteil sagt nein, aber das ist ja kein Argument), aber ich erkläre mir das als den an die Leute aufgemachten Hammer, sich im Kapitalismus gesund halten zu sollen. Damit ist dann ja schon mehr gesagt, als dass man auch ganz allgemein gelegentlich zwischen aktuellem Genuss und durch ihn ausgelöste Schädigungen des eigenen Körpers abwägen muss. Denn der demokratische Kapitalismus selbst bedeutet ja eine permanente Schädigung dessen, was da als „Gesundheit“ aufgemacht wird. Und das nicht erst, wenn im Kriegsdienst Sterben fürs Vaterland angesagt ist, oder wenn man als dessen ziviles Menschenmaterial an der Heimatfront für die imperialistischen Ansprüche des ‚eigenen‘ Staats in die Schusslinie von dessen Gegnern gerät. Sondern da der Produktionsprozess auf die Vermehrung von vorgeschossenem Geld ausgerichtet ist, wird die Arbeit eben nicht danach eingerichtet, dass sie die Arbeiter so wenig wie möglich verschleißt, sondern danach, dass sie den Kapitalisten während ihrer Arbeitszeit so viel Produkt wie nur irgendwie möglich hinstellen. Und weil der Lohn den Kapitalisten nur als Abzug von ihrem Gewinn vorkommt und er daher so knapp wie nur irgendwie möglich gehalten wird, sind lauter Arbeiter (und Arbeitslose, also für das Kapital überflüssige Arbeiter) mit kleinen Geldbeuteln unterwegs, mit denen sie soviel Ausschluss durch das Eigentum überwinden müssen, dass es für ihre Reproduktion reicht. Weil die Kapitalisten für ihre Geldvermehrung auch auf den Inhalt der kleinen Geldbeutel in ihrer Masse scharf sind, werden extra auf diese zugeschnittene Billigwaren produziert. Weil diese dann aber in ihrer Herstellung billiger sein müssen, als die kleinen Preise, zu denen sie verhökert werden, wird nicht ‚nur‘ bei den diese produzierenden Arbeitern gespart, sondern auch an der Qualität der Waren. Also fressen die Leute z.B. lauter schädlichen Dreck (und zwar nicht erst, wenn sie zu den böööösen fettigen Chips oder zur Schoki greifen!). Weil Viele auf ein Auto angewiesen sind, um bezahlbaren Wohnraum, Arbeitsplatz (für den ja riesige Anfahrtswege „zumutbar“ sind), bezahlbare Freizeitangebote für sich und die Familie, sowie den wöchentlichen Großeinkauf (anders reicht die Zeit gar nicht), hocken sie dann halt stundenlang in der blöden Blechkiste – schon wieder schädlich für den Körper –, verpesten neben dem Kapital, das die Natur als seine Gratismüllkippe benutzt, auch damit noch Atemluft und Wasser und sind bei den nicht ausbleibenden Unfällen noch mal extra gearscht, weil der kleine Geldbeutel nicht für eine Karre mit modernster Sicherheitstechnik gereicht hat. Etc. pp. Wenn nun von dem demokratischen Staat, der den Kapitalismus hinstellt, den Leuten aufgemacht wird, sich gesund zu halten, werden die von ihm also dafür verantwortlich gemacht, sich für diese permanente Schädigung verfügbar zu halten, statt dem Staat Geld zu kosten – und zwar trotz der ganzen systematischen Schädigungen, die sie erleiden. Diese haben sie gefälligst in dem, was ihnen an Freizeit bleibt (und was für diese an Kraft und Konzentration bleibt), sowie mit ihrem kleinen Geldbeutel zu kompensieren und zwar wenigstens soweit, dass es eben jeden Tag wieder zum Antreten für die Geldvermehrung in den Händen der Kapitalisten reicht. Sich diesen Anspruch zu eigen zu machen, statt gegen denjenigen, der ihn aufmacht, aufzubegehren, ist daher schon mal ein Fehler. Und erst recht ein Fehler ist es, ausgerechnet das blöde Gequalme, was die einen umgebenden Nikotinjunkies von sich geben, dafür verantwortlich zu machen, dass es einem nicht gelingt, diesen Anspruch einzulösen, statt schlicht zu sagen, dass einem der Rauch unangenehm ist. Genauso blöd ist übrigens umgekehrt das Beharren darauf, sich inmitten all der willig hingenommenen Schädigungen und Ausschlüsse ausgerechnet in dem bisschen Genuss an der Befriedigung der eigenen Nikotinsucht nicht einschränken zu lassen.

  12. 12 mix'd 15. März 2010 um 12:01 Uhr

    Die jL hat ja nie gesagt, dass die Nationalist_innen sind, weil sie nichtrauchen. Nationalist_innen sind die schon vorher und machen sich dementsprechend ihren Staat zu Nutze.

    So ein Quatsch. Die machen sich nicht den Staat zunutze, weil die doch gar nicht darüber entscheiden, was die Herrschaft über sie per Gesetz verfügt. Sondern die verwechseln doch gerade die Herrschaft mit ihrem Mittel. Das mal ein wenig zusammen mit ihrem schon vorhandenen Nationalismus aufgerollt:

    Die Grundlage ihrer Zustimmung zu ‚ihrem‘ bürgerlichen Staat ist es, das sie als die Eigentümer, die sie durch ihn sein müssen, aber auch von sich aus sein wollen, ein Interesse an der Beschränkung der anderen Eigentümer haben, damit sie ihr Eigentümerinteresse überhaupt verfolgen können. Denn Mindestvoraussetzung davon, sich als Eigentümer betätigen zu können, ist es ja, andere vom Zugriff auf das eigene Eigentum ausschließen zu können. Dafür wollen sie einen Gewaltmonopolisten, der die anderen vom Zugriff auf das eigene Eigentum ausschließt, der ihnen also die Freiheit lizensiert, damit ganz nach ihrer Willkür zu verfahren. Und dafür sind sie bereit, ihre eigene Beschränkung, nämlich dass die Betätigung ihrer Willkür da endet, wo sie auf eine staatlich lizensierte andere Willkür eines anderen Privateigentümers trifft, durch den Gewaltmonopolisten in Kauf zu nehmen. Eine Denke, die sie auch auf jeden anderen Gegenstand übertragen, so dass es immer ums Prinzip – Freiheit vs. Freiheit, Willkür vs. Willkür – geht und es akzeptiert wird, dass es Sache staatlicher Setzung ist, welche Freiheit des Einen wie weit staatlich gegen die Freiheit des Anderen ins Recht gesetzt ist.

    Weil der bürgerliche Staat daher zwar als Garant der eigenen Freiheit gewollt ist, die eigene Beschränkung durch ihn jedoch nicht, machen sich die Bürger ein Ideal der guten Herrschaft auf. Diese wäre mit ihrem jeweils eigenem Privatinteresse identisch, so dass sie nur die anderen, die einem beim Betreiben seiner als Störung vorkommen, durch den Gewaltmonopolisten beschränkt werden würden, man selbst jedoch nicht. So spinnt sich jeder Bürger sein Ideal einer guten Herrschaft und damit eine Moral als ein höheres Gesetz, welches diese eigentlich umzusetzen habe, zusammen und weiß dann lauter ‚Ungerechtigkeiten‘ vorzutragen, weil die reale Herrschaft von diesem Ideal abweicht.

    Wer diesen Gedanken gefressen hat, der wendet ihn halt auch auf sein Interesse an, wahlweise die eigene Nikotinsucht zu befriedigen oder nicht vollgequalmt zu werden. Nationalistische Nichtraucher appellieren daher an die reale Herrschaft, dass die als gute Herrschaft doch ihre Freiheit schützen müsse, sich ungestört vom Gequalme anderer im öffentlichen Raum bewegen zu können. Nationalistische Raucher hingegen appellieren an die reale Herrschaft, dass die als gute Herrschaft doch ihre Freiheit schützen müsse, den Genuss an ihrer Sucht überall ausleben zu können. Und je nachdem, wie die staatlichen Kalkulationen (Schmarotzen am Geschäftserfolg der Tabakindustrie samt Umfeld vs. Staatsvolk benutzbar halten und Gesundheitskosten sparen) bei dem Thema ausfallen und welche Freiheit die Herrschaft daher wie weit lizensiert, finden das beide Seiten je mehr oder weniger ungerecht, weil die Herrschaft da doch glatt mit ihrem Interesse nicht völlig identisch ist. Die pseudorebellische Geste, mit der junge Linke (oder auch alte: den Scheiß gab es schließlich vor Jahren schon bei konkret & Co.) die Befriedigung ihrer Nikotinsucht entgegen staatlicher Gebote vortragen, entpuppt sich daher auch recht schnell als das, was sie ist: der empörte Aufschrei enttäuschter Nationalisten, die aber nicht von ihrem Nationalismus lassen, sondern das rücksichtslose Betreiben ihres Interesses von einer guten Herrschaft gegen alle anderen ins Recht gesetzt haben wollen.

  13. 13 l 15. März 2010 um 19:39 Uhr

    da werden die einen von JL kritisiert, weil sie nen fehler machen. kann man daraus den schluss ziehen, dass JL an den anderen, die auch nen fehler machen, nichts zu kritisieren haben?
    interessant.

  14. 14 Wendy 15. März 2010 um 19:54 Uhr

    Was haben die denn jetzt plötzlich wieder mit vereinsmäßiger Organisierung, Demokratie und so weiter am Hut? Freie Assoziation oder verwechselst du einfach irgendetwas? Kommt mir eh reichlich wirr vor, dass du einerseits meinst, dem Genossen, den Imperialismus erklärt zu haben und dass dieser seit Ewigkeiten das Staatsbuch liest und schult und andererseits angeblich die Kritik nicht gefressen bzw. sie sabotieren zu wollen (indem er Lesungen mit dem Staatsbuch macht?!).

    Die denken halt, dass diese Art der Israelkritik antisemitisch ist. Diese Dummheit wurde hier kritisiert. Ist für mich naheliegender, als zu vermuten, dass die sich freiwillig oder bezahlt zu Staatsagenten gemacht haben (siehe deren Seminarprogramm)…

  15. 15 l 15. März 2010 um 20:43 Uhr

    wendy, du hast dich auf deinem eigenen blog verirrt.

  16. 16 mix\\\'d 15. März 2010 um 21:31 Uhr

    kann man daraus den schluss ziehen, dass JL an den anderen, die auch nen fehler machen, nichts zu kritisieren haben?

    Nee, kann man nicht … behaupte ich aber auch nicht, nur weil ich die Fehler beider Seiten ausführe.

  17. 17 mixd 15. März 2010 um 21:40 Uhr

    Nochmal zur Klarstellung: Die Kritik geht um nationalistische (linke) Raucher gleich welchen Alters, die ihre Rücksichtslosigkeit als rebellisch vor sich her tragen. Wieweit das Position/ Verhalten in der Organisation junge linke ist, weiß ich nicht und ich habe dazu auch nix gesagt, sondern offen gelassen, ob die ne vernünftige Kritik an nationalistischen Nichtrauchern bringen werden oder nicht.

  18. 18 l 15. März 2010 um 22:00 Uhr

    Nee, kann man nicht … … behaupte ich aber auch nicht

    versus:

    Die pseudorebellische Geste, mit der junge Linke (oder auch alte: den Scheiß gab es schließlich vor Jahren schon bei konkret & Co.) die Befriedigung ihrer Nikotinsucht entgegen staatlicher Gebote vortragen, entpuppt sich daher auch recht schnell als das, was sie ist: der empörte Aufschrei enttäuschter Nationalisten, die aber nicht von ihrem Nationalismus lassen, sondern das rücksichtslose Betreiben ihres Interesses von einer guten Herrschaft gegen alle anderen ins Recht gesetzt haben wollen.

    das kann man dem knappen ankündigungstext aber genau nicht entnehmen. entnehmen kann man dem lediglich, dass JL jene nichtraucher kritisieren, die sich die argumentation des staates einleuchten lassen („Wer dem Staat bei seiner Argumentation gegen die Schlechtigkeit des Tabakrauchs folgt“). nicht mehr, nicht weniger. ob JL eine kritik am freiheitsdrang von raucher/innen haben und falls ja, wie sich diese gestaltet, ist dem nicht zu entnehmen. scheint nicht das thema zu sein.

  19. 19 l 15. März 2010 um 22:02 Uhr

    oder vllt isses auch thema im workshop nachdem man mal die argumente des staates unter die lupe genommen hat? kA – angesichts der kurzankündigung kann man da nur mutmaßen …

  20. 20 mix'd 15. März 2010 um 23:12 Uhr

    Die pseudorebellische Geste, mit der junge Linke (oder auch alte […])“

    Da geht es um Linke, die diesen Fehler machen und nicht um die Organisation junge linke – ob der dort verbreitet ist, entzieht sich schlicht meiner Kenntnis. Und ich habe auch extra offen gelassen, ob die beim Workshop richtiges oder verkehrtes Zeug erzählen, eben weil ich das nicht weiß und sich das dem Ankündigungstext (anders als bei der Israel-Antisemitismus-Sache) auch nicht entnehmen lässt:

    Also keine Ahnung, ob jl das korrekt auflösen werden (mein Vorurteil sagt nein, aber das ist ja kein Argument)

    Auch daraus hättest Du übrigens entnehmen können, dass ich nicht bestreite, dass man nationalistische Nichtraucher auch korrekt kritisieren kann, ohne was zu nationalistischen Rauchern zu sagen. Aber sei’s drum. Wenn ich wegen der polemischen Formulierung mit „junge Linke“ den Eindruck erweckt habe, dass ich der Organisation junge linke unterstellen würde, diesen Fehler zu vertreten, tut es mir Leid und ich weise noch mal ausdrücklich darauf hin, dass das nicht so gemeint war.

    Findest Du denn meine Ausführungen zur Gesundheit, sowie den Fehlern von nationalistischen, bürgerlich-individuellen, Rauchern wie Nichtrauchern allgemein richtig?

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