Termine für den März.

Da der Feminismus ganz offensichtlich1 immer noch nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet ist, empfehle ich den Roten Freitag dieser Woche (05.03.) im Baiz:

Die Frau im Kapitalismus: Warum die Frauenfrage mit der Gleichberechtigung nicht erledigt ist

1. Die Forderung nach Gleichberechtigung geht an den Gründen für die Schlechterstellung der Frau vorbei.

2. Die rechtliche Gleichstellung verbessert die Lage der Frauen in der Arbeitswelt und in der Familie nicht wirklich. Was sind die wirklichen Gründe?

3. Auch „längst überholte Vorurteile“ bei Chefs und bei „den Männern“ sind nicht der Grund für die Lage der Frauen.
Diese Geisteshaltung passt vielmehr zur kapitalistischen Konkurrenz, mit ihr werden Männer wie Frauen den Leistungsansprüchen von Staat und Kapital unterworfen.

Und zur leider immer noch notwendigen Antifaschismus-Kritik gibt es einen Termin zwei Wochen später (19.03.):

Was es an Faschisten zu kritisieren gibt – und wie man sie besser nicht kritisiert

Nach den Auftritten in Dresden und andeswo stellt sich die Frage, warum so wenig Kritik an den Parolen der Rechten zu lesen und zu hören ist. Können Demokraten eigentlich Faschisten kritisieren?
- Wie kritisiert man eigentlich Leute, die stolz sind auf ihr Vaterland und Vaterlandsliebe und Opferbereitschaft fordern?
- Was gibt es zu sagen zu der Überzeugung, das“ Boot“ sei „voll“ und die Überfremdung nehme überhand?
Was ist von Kritikern zu halten, die „keinen Fußbreit den Faschisten“ zugestehen wollen? Welche Bündnispartner handeln sie sich ein und bekunden mit der Warnung vor „rassistischen Strukturen“ die Absicht, sich als Sachwalter des antifaschistischen Vermächtnisses dieser Republik einzurichten?

Beide Veranstaltungen werden von der Gruppe „Kein Kommentar“ Berlin organisiert.

P.S.: „Katerfrühstück mit einer Spielecke für die Kinder“ – wie dekonstruiert man diesen Widerspruch?!

  1. Beim Kongress zu „feministischer Ökonomiekritik“ hat man sich anscheinend auch das Ziel gesetzt, im Rennen um die dümmsten Programmtitel die Nase vorne zu haben. [zurück]

40 Antworten auf “Termine für den März.”


  1. 1 w 02. März 2010 um 0:23 Uhr

    „Beim Kongress zu „feministischer Ökonomiekritik“ hat man sich anscheinend auch das Ziel gesetzt, im Rennen um die dümmsten Programmtitel die Nase vorne zu haben.“

    wie formale und inhaltliche dummheit in eins greifen, kann man bei dir wieder einmal schön beobachten: nicht einmal korrekt zitiert, und daher auch meilenweit am gegenstand vorbei gekotzt.
    der „kongress“ ist keiner, sondern nennt sich „event“, und handelt auch nicht von feministischer, sondern queerfeministischer ökonomiekritik, und betitelt ist er „Who cares? Queer-feminismus und Ökonomiekritik“.

  2. 2 Wendy 02. März 2010 um 0:44 Uhr

    Kongress-Charakter hats trotzdem, auch wenn man es cool-poppig als „Event“ bezeichnet. Was an Programmpunkten und Teaser-Texten, aus denen man nicht schlau wird, gut sein soll, kannst du aber trotzdem hier in der Kommentarspalte erklären. Ich bin gespannt.

    Aber danke, dass du nochmal den korrekten Namen nachgereicht hast: Schon was dieses „Who cares?“ soll, will mir nicht in den Kopf.

    Achso: Wie viele Meilen liegen eigentlich „Queerfeminismus“ und Feminismus auseinander?

  3. 3 Keta Minelli 02. März 2010 um 0:57 Uhr

    Wenn me_nsch während der Veranstaltung am Freitag auch Bier bestellen kann, komme ich auch zum Einleuchtenlassen.

  4. 4 Wendy 02. März 2010 um 2:07 Uhr

    Das ist da gang und gäbe. Wenn man ganz hinten im Raum sitzt, kann man sogar Bier bestellen und entgegen nehmen, ohne aufzustehen. Im Sommer lässt sich das „Jetzt-muss-ich-durch-den-ganzen-Raum-um-meinen-Harndrang-zu-bekämpfen“-Problem lösen, indem man aus dem Fenster klettert und auf/an den Kinderspielplatz pisst. ;)

  5. 5 schlaubi 02. März 2010 um 11:38 Uhr

    lernt englisch ihr ossilanten!

    to care: (sich) sorgen, betreuen, pflegen
    ich denke die macher wollen darauf anspielen, dass unbezahlte reproduktive arbeit und schlechtbezahlte arbeit im sozialen dienstleistungssektor wie z.b. altenpflege immer noch mehrheitlich frauensache sind.

  6. 6 Wendy 02. März 2010 um 12:48 Uhr

    ACH ECHT?! Das steht auch im Teaser, du Pisser. Trotzdem dämlicher Titel. Außerdem schreiben die seltsamerweise beide Fassungen, nämlich „take care to“ und „take care of“. Letzteres ist meiner Meinung nach richtig.

  7. 7 A.M.P.a 02. März 2010 um 13:39 Uhr

    Wendy der antifeministische Pitbull immer am Start, wenn Geschlechterverhältnisse nicht einfach ökonomisch abgeleitet werden. Na dann leuchte mal schön weiter.

  8. 8 dicker bau-auch 02. März 2010 um 14:15 Uhr

    Feministen ausmisten!

  9. 9 kitchen 02. März 2010 um 16:45 Uhr

    „P.S.: „Katerfrühstück mit einer Spielecke für die Kinder“ – wie dekonstruiert man diesen Widerspruch?!“

    kinder scheinst du nicht zu haben.

  10. 10 Wendy 02. März 2010 um 17:25 Uhr

    A.M.P.a: Wie leitet man Geschlechterverhältnisse ökonomisch ab?

    kitchen: Glücklicherweise nicht. Aber ich musste schon mal verkatert welche erleben. Schrecklich!

  11. 11 wurscht 02. März 2010 um 22:12 Uhr

    Ach Wendy, du hast zu viele GSP-Heftchen gelesen. Feminismus hat nicht zwangshalber was mit der Forderung nach Gleichberechtigung zu tun und Queer-Feminismus gleich gar nicht. Setzen, weiterbilden.

  12. 12 Wendy 02. März 2010 um 22:35 Uhr

    Also einige Programmpunkte dieses queerfeministischen Events strafen dich Lügen: 1, 2, 3, 4, 5, 6.

    Forderung nach Anerkennung und (rechtlicher) Gleichberechtigung, sowie viel, viel Vetrauen in den Staat. Wird alles im GegenStandpunkt regelmäßig und zurecht kritisiert, da bürgerlicher Staat und kapitalistische Wirtschaft keine Mittel sein können, den Menschen ein schönes Leben zu ermöglichen. Das Frauen bisweilen im Kapitalismus gleich doppelt angeschissen sind wird damit überhaupt nicht bestritten. Mit einer sozialen Revolution, die gewisse kapitalistische Gesetzmäßigkeiten abschaffen würde, wäre zumindest der Grundstein für eine „Frauenbefreiung“ gelegt. Keine Frauenbefreiung ohne Sozialismus, nä.

  13. 13 wurscht 04. März 2010 um 15:09 Uhr

    Deine Kritik an den verlinkten Veranstaltungen teile ich doch. Damit ist aber noch lange nichts über DEN Feminismus oder Queer-Feminismus gesagt.

    Lesenswert ist in dem Zusammenhang z.B. „Feministische Theorie: Frauenbewegung und weibliche Subjektbildung im Spätkapitalismus“ von Andrea Trumann. „Keine Frauenbefreiung ohne Sozialismus“ und so.

  14. 14 Wendy 04. März 2010 um 19:04 Uhr

    Von der Trumann kenne ich nur schlimmstes Blabla. Sag‘ mal, warum das Buch lesenswert sein soll. Anders als beim letzten Mal reden wir hier ja nicht über die Berechtigung, die Queerfeminismus haben kann, weil er gerade nichts mit der Kritik der politischen Ökonomie zu tun hat, sondern über den revolutionären Gehalt, den (Queer)Feminismus haben kann. Und da sage ich: Null.
    Gerade von der Trumann (die hat da meiner Meinung nach auch kürzere Sachen zu geschrieben und die ein oder andere Diskussionsveranstaltung besucht) habe ich nichts gehört, was dem widersprechen würde.

  15. 15 egal 05. März 2010 um 15:57 Uhr

    auf viele veranstaltungen scheint deine kritik zuzutreffen, aber bei http://www.feministische-oekonomiekritik.org/grandfather.html lernt man vielleicht was.
    um die frage der revolution scheints da nicht zu gehen, sondern um die frage wie man kapitalistische reproduktion sinnvoll analysiert und ob es da leerstellen im marxismus gibt und ob die mit erkenntnissen aus dem queerfeminismus gefüllt werden können. scheint mir eine legitime frage zu sein und wenig mit forderungen nach gleichberechtigung zu tun zu haben, oder?

  16. 16 Leser 05. März 2010 um 16:15 Uhr

    Wo ich gerade den Namen lese--ich hab´mir das Buch tatsächlich gekauft (und gelesen). Revolutionäres steht da wirklich nicht drin. Im Gegenteil: völlig resigniert müssen sich die Frauen darin bescheiden, die Rolle, die ihnen der Staat zubilligt zu übernehmen. Ihre Subjektivität besteht in totaler Unterwerfung. Soweit ich dann noch andere Texte dieser Autorin überflogen habe, scheint aber in den Momenten von Ohnmacht und Leiden(-sfähigkeit), die als weibliche Qualitäten durchaus konservativ-differenzfeministisch festgehalten werden, dann ein befreiter Zustand vor: frei von Macht und fähig zur Emphatie. Auf den ersten Blick bemerkbar: krypto-religiöser Inhalt in modischer Form. Offensichtlich eine konservative Christin, die sich in einem Anfall von „weiblichem Masochismus“ mit der lacanschen Freudfälschung einerseits und der Althusser/Heinrich´schen Marxfälschung andererseits vergiftet hat und sich nun mit den Tinkturen der Kritischen Theorie die beschädigte Seele kurieren will. irgendwie Kulla das.

  17. 17 bernte 06. März 2010 um 2:55 Uhr

    „Das Frauen bisweilen im Kapitalismus gleich doppelt angeschissen sind wird damit überhaupt nicht bestritten.“

    da komme ich natürlich auf den gedanken auch doppelt dagegen vorzugehen. danke für das argeument für den feminismus.

    und dass der gegenstandpunkt auch mal richtig, und nicht nur regelmässig und zurecht, kritisiert wolltest oder konntest du scheinbar nicht sagen.

  18. 18 Wendy 06. März 2010 um 16:09 Uhr

    Wegen schlimmer Lustlosigkeit antworte ich erstmal nur auf egal:

    sondern um die frage wie man kapitalistische reproduktion sinnvoll analysiert

    Wenn man das richtig macht und nicht gerade Profiteur der kapitalistischen Eigentumsordnung ist, führt das zwangsläufig zu einem „Weg damit!“ (Revolution) und nicht zu so einem staatsfixierten „Fels“-Blabla.

  19. 19 dicker bau-auch 06. März 2010 um 19:43 Uhr

    Leser, wo fälscht der Heinrich denn den Marx?

  20. 20 bernte 07. März 2010 um 0:40 Uhr

    wendy, aus einer richtigen analyse folgt doch zwangsläufig kein wille zur abschaffung. dazu führt erst ein vergleich der eigenen zwecke mit der tauglichkeit des analysierten. passt das – wie beim kapitalisten – folgt zustimmung, passt es nicht folgt ablehnung. aber aus der analyse selbst folgt rein gar nichts, das ist der kommunistische idealismus vom revolutionären subjekt, das durch die analyse schon allein zum handeln käme.

    tut es aber nicht.

  21. 21 Wendy 07. März 2010 um 7:58 Uhr

    dba: Da, wo er einen allgemeinen Zwang vorfinden will, der Kapitalisten und Arbeiter gleich zu ihrem Tun zwingen soll. (U.a.)

    bernte: Aus einer Analyse geht hervor, dass die Verhältnisse hier dich systematisch schädigen und du ziehst daraus nicht den Schluss, dagegen anzugehen? Du bist entweder dumm oder schlecht.

    Wer vom proletarischen Ausgangspunkt das System analysiert, kann nicht um seine Ablehnung umhin. Vom Klassenstandpunkt ist die Erkenntnis des Systems der Befehl zum Handeln.

  22. 22 bernte 07. März 2010 um 13:02 Uhr

    Aus einer Analyse geht hervor, dass die Verhältnisse hier dich systematisch schädigen und du ziehst daraus nicht den Schluss, dagegen anzugehen?

    dieses „schädigen“ ist doch geschummelt. es gibt kein objektives schädigen, es sei denn man legt an alles den idealistischen massstab des schlaraffenlandes an.

    kapitalisten werden hier auch geschädigt, wenn du so willst. allerdings in einem viel geringeren masse, da sie ihre vorteile gegen die schädigungen anders abwägen lassen als beim gemeinen arbeiter.

    stellt der allerdings fest, dass das system hier seinen zwecken grösstenteils tauglich ist (und das ist es den meisten, schau dir deren reihenhaus-kleinfamilien-zweitwagen-zwecke nur mal an), so affirmiert er es. zurecht! (ich kenne viele leute, die wissen um die analyse, gleichen sie ab und geben sich mit dem vielen, was sie hier in deutschland bekommen, zufrieden)

    da kann ich über deinen letzten immer noch nicht mehr als idealistischen absatz nur müde lacheln. die realität sieht anders aus als. wenn du ein argument dafür hast, WARUM aus der analyse automatisch eine ablehnung folgen soll, lass blicken. „schädigung“ ist keins, geschädigt werden in deinem sinne die leute IMMER. und das wägen sie ab.

  23. 23 crashintoahouse 07. März 2010 um 14:09 Uhr

    ich hab mir die gsp-veranstaltung mal angetan und muss sagen, das hat mir derbe mehr spaß gemacht, als die netten aber leicht chaotischen queerfem&ökonomie-workshops am nächsten tag. ältere herrschaften mit kohärenten weltbildern, die auf alles ne antwort haben und die man wenigsten ordentlich kritisieren kann. dass feminismus, der die frau im kapitalismus gleichstellen soll, den kapitalismus einfach nur erträglicher macht, ok.
    leider hatte ich keine zeit mehr, mal zu fragen, wie denn in, äh, „linken szenen“ tradierten sexistischen verhaltensmustern entgegengetreten werden soll, außer mit feminismus/antisexismus? wie geh die revolutionär bewegte frau damit um, wenn sie gar kein bock hat, gleichberechtigt karriere zu machen, sondern sich lieber mit kommunistischer theorie befasst, jedoch irgendwann merken muss, dass ähnlich denkende männer mehr privilegien genießen als sie? und wenn ihr vorgeworfen wird, sich in den zuständen einrichten zu wollen, wenn sie das problem anspricht und ausgleich verlangt, damit sie sich mit gleicher intensität kommunistischer arbeit widmen kann?

  24. 24 Wendy 07. März 2010 um 15:50 Uhr

    bernte: Habe ich mir jetzt einen Heinrich-Fan eingehandelt, der mir irgendwas vom „stummen Zwang der Verhältnisse“ und den armen Kapitalisten als Opfer des Kapitalismus erzählen will? Bitte nicht!

    Ich habe irgendwie gerade keine Lust, mit einem sich radikal wähnenden Vollidioten wie dir darüber zu diskutieren, ob Lohnarbeit, Ausbeutung, Konkurrenz und Überlebenskampf des Individuums nicht eigentlich doch ’ne ganz knorke Sache ist. Wahrscheinlich sind die Leute, die du kennst und die angeblich eine Kritik am Kapitalismus haben (gegen was gleichen sie die hiesigen Verhältnisse eigentlich ab?!), genauso strunzdumm wie du und haben ganz einfach eine falsche Kritik der Verhältnisse. Irgendwie scheinst du mir auch in der BRD der 60er Jahre zu leben.

    UND dass es damals wie heute zu zehntausenden beschissendste Arbeitsverhältnisse (Stichwort „Gastarbeiter“) und massenhaftes Hungern und Sterben im Trikont gab, fällt dir metropolenchauvinistischen Type überhaupt nicht auf.

    Was zum Lesen, für dich: http://www.junge-linke.de/staat_und_nation/was_ist_nationalismus.html

    Was zum Hören, für dich: http://www.archive.org/details/AntifaschistischeRevolutionreAktionBerlinErkenntnistagStaatNationUnd

    crashintoahouse: Erstmal schön, dass du da vorurteilsfrei und open minded hingegangen bist. Ich würde mal behaupten, es gibt keine kommunistische Kritik daran, sich in unrevolutionären Zeiten sein bestes Überleben im Kapitalismus zu organisieren. Sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe, ob man das im vollen Bewusstsein um die beschissenen Zustände macht und etwas dafür tut, dass die sich grundlegend ändern oder ob das schon die ganze politische Perspektive ist.

    Kommunistischen Arbeitern will beim GegenStandpunkt auch niemand den Lohnkampf verbieten. ;)

  25. 25 bernte 07. März 2010 um 16:15 Uhr

    danke für dein armutszeugis, wendy. ich hab es geahnt, dass du auf argumente nicht eingehen magst oder kannst.

    „strunzdumm“ ist dabei auch nur eine beleidigung, die zeigt, dass du an der analyse der gesellschaft im sinne des erstrebenswerten kommunismus nicht interessiert bist. ich möchte nämlich argumente sammeln, um die menschen von meiner vorstellung einer gemeinschaftlichen ökonomie zu überzeugen. nur wenn ich keine bringen kann, ausser „der kapitalismus schädigt dich!“, dann kann ich niemanden überzeugen.

    wie soll ich denn nur leute von einer schädigung überzeugen, die sie so nicht sehen?

  26. 26 Wendy 07. März 2010 um 16:58 Uhr

    Ich weiß ja nicht in was für einer Welt du lebst (und WARUM IN ALLER WELT du den Kapitalismus überhaupt abschaffen willst), aber die paar Milliönchen Deutsche, die jeden Euro umdrehen, sich früh zu Arbeit und malochen müssen, deren Geld am Ende (oder sogar davor) des Monats weg ist, die wissen, was ich – vielleicht für dich unverständlich – mit „Schädigung“ bezeichnet habe…

    Ich hab‘ dir einen Text und einen Vortrag empfohlen, in dem die Sache ausführlicher erklärt wird.

    Hier noch ein Text: http://dearchiv.de/php/dok2.php?archiv=amg&brett=CHR221&fn=ULOHN1A.391&swort1=AUSBEUTUNG&swort2=&swort3= . Natürlich ist es kontraproduktiv, Diskussionsgegner zu beleidigen, aber bei einem „Kommunisten“, der meint, im Kapitalismus wird der Arbeiter nicht geschädigt (einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen?), fällt mir nichts mehr ein.

  27. 27 metropolenchauvinistische type 07. März 2010 um 18:14 Uhr

    „aber die paar Milliönchen Deutsche“

    machen dennoch nicht die mehrheit aus. ich sah eher auf den anderen teil der lohnarbeitenden. jene welche z.b. nach tarif bezahlt werden oder angestellte des staates sind. die sind nämlich immer noch in der mehrheit. (und vor allem halten sie die mehrheit der machtmittel in der hand!)

    „Natürlich ist es kontraproduktiv, Diskussionsgegner zu beleidigen, aber bei einem „Kommunisten“, der meint, im Kapitalismus wird der Arbeiter nicht geschädigt“

    1. ich bin kein „kommunist“. ich passe mich aber dem jargon hier an, ist einfacher so.

    2. ich habe nie behauptet, dass im kapitalismus arbeiter nicht geschädigt werden. das will ich doch mal festhalten. im gegenteil habe ich sogar festgestellt, dass so abstrakt gesehen (also mit deiner weitläufigen definition von „schädigung“) menschen IMMER „geschädigt“ werden. nämlich wenn ihren interessen nicht in vollem umfang entsprochen wird bzw. durch die gesellschaft oder andere menschen beschränkt werden. oder was verstehst du bittesehr unter „schädigung“ in diesem zusammenhang?

    ich möchte im übrigen eine gemeinsame ökonomie, weil ich mit dieser besser dastehen würde als im jetzigen system. das habe ich nur für mich so abgewogen. ein freund von mir, der in etwa die gleichen ökonomischen voraussetzungen hat, sieht das anders. er geniesst die annehmlichkeiten des kapitalismus mehr als ihn die unannehmlichkeiten stören. (bevor du jetzt damit kommst, dass die annehmlichkeiten ja auch im kommunismus da sein können – ja, vielleicht. aber auch viele unannehmlichkeiten können da sein. das malt sich nunmal jeder für sich aus, was dann da sein wird und was nicht und wägt genau danach ab)

    3. ich bezog mich nicht auf den trikont oder so. ich lebe hier in deutschland und wirke auch nur hier in deutschland. und so betrachte ich bei dieser schädigungsdebatte auch ersteinmal nur arbeiter (und arbeitslose) in deutschland.

    4. wenn dir nichts produktives mehr einfällt WARUM IN ALLER WELT gehst du dann zu kontraproduktiven beleidigungen über? daraus konnte ich nur schliessen, dass dein zweck hier in der diskussion eher rechthaben oder beleidigen ist und nicht eine konstruktive diskussion für einen gemeinsamen weg zum erreichen des scheinbar gemeinsamen zieles, wie auch immer es sich nennen und ausgestattet sein möge.

  28. 28 Wendy 07. März 2010 um 18:36 Uhr

    Ich hab‘ dir jetzt schon drei Sachen gegeben, die sich ziemlich genau mit dem Thema befassen und Argumente zur Sache bereithalten. Watt willst du eigentlich?

  29. 29 no one 07. März 2010 um 20:23 Uhr

    Es geht doch darum das im Kapitalismus die Leute eben mehr Schädigung als nötig erfahren. Natürlich muss immer gearbeitet werden, um Bedürfnisse zu befriedigen, Arbeit im Kapitalismus dient jedoch gar nicht der Bedürfnisbefriedigung sondern der Anhäufung von Profit. Die meiste Arbeit hier im Land wäre doch im Kommunismus gar nicht nötig, sondern macht nur in dieser Ökonomie Sinn.

  30. 30 metropolenchauvinistische type 07. März 2010 um 20:49 Uhr

    no one, noch so ein idealist.

    was im kommunismus nötig ist und was nicht, scheinst du genau zu wissen.

    (lohn)arbeit im kapitalismus dient nicht der anhäufung von prifit:

  31. 31 Wendy 08. März 2010 um 16:12 Uhr

    …sondern?! Lohnarbeit ist das Mittel, mit dem sich Eigentumslose ihr Überleben organisieren – und zwar nur deshalb, weil Menschen mit Eigentum sie brauchen, um Waren herzustellen und zu verkaufen. Ohne letzteren Zweck könnten noch so viele Menschen auf Lohn und Brot angewiesen sein, sie würden beides nicht bekommen. Das bestätigt sich seit Jahr und Tag im Trikont, aber auch in den Armutshäusern der kapitalistischen Metropolen.

  32. 32 bernte 08. März 2010 um 19:35 Uhr

    das war ein missverständnis. ich dachte nur an die lohnarbeiter, nicht an die kapitalisten.

    wie du schon sagst, lohnarbeit dient nicht nur der anhäufung von profit (auf der einen seite), sondern auch dem überleben (auf der anderen seite).

  33. 33 Wendy 08. März 2010 um 20:01 Uhr

    Ja und wie ich geschrieben habe ist das Leben und Überleben von auf Lohnarbeit Angewiesenen total scheißegal, wenn sie sich deren Abhängigkeit vom Kapital nicht irgendwie produktiv verwerten lässt. Das sind nicht zwei Seiten einer Medaille; die Lohnauszahlung ist ein ärgerliches Anhängsel, welches so weit wie möglich minimiert wird und nicht aus Gutmütigkeit passiert.

    Sag‘ mir doch jetzt mal bitte, warum du überhaupt den Kapitalismus abschaffen willst.

  34. 34 metropolenchauvinistische type 11. März 2010 um 16:56 Uhr

    wie ich schon geschrieben habe (bei 2.)glaube ich, dass es mir im kapitalismus mit lohnarbeit schlechter geht, als in einem system (möglichst) gemeinsamer ökonomie. deswegen.

    und du? willst du denn?

  35. 35 metropolenchauvinistische type 11. März 2010 um 16:59 Uhr

    was du nun unter „schädigung“ verstehst, würde ich auch gerne wissen.

  36. 36 Wendy 11. März 2010 um 17:17 Uhr

    Und warum glaubst du, dass es dir ohne Lohnarbeit besser gehen würde? Du hast doch bisher nur die Segnungen des Kapitalismus hervorgehoben…

    Schädigung = Meine materiellen Interessen kommen nicht zum Zug, ganz im Gegenteil ich muss mich das ganze Leben lang für die materiellen Interessen anderer Leute (Kapitalisten) krumm machen und mache dabei Körper und Nerv kaputt ohne dass ich mehr davon hätte, als im alltäglichen Überlebenskampf nochmal weiter gekommen zu sein. Mein persönlicher Materialismus (ich würde die Dinge, die ich gern hätte, auch gern konsumieren) kommt im System überhaupt nur als Hebel zu meiner Erpressung durch Kapitalisten vor.

  37. 37 metropolenchauvinistische type 11. März 2010 um 18:12 Uhr

    ich glaube es aus den gründen die du angeführt hast. weil ich den mehrwert meiner arbeit nicht abdrücken müsste (glaube ich), sondern (möglichst) selbst über ihn bestimmen könnte. (im guten nicht-kapitalismus)

    warum erweiterst du deine definition von schädigung so sehr? so meinst du die ganz spezifischen kapitalistischen schädigungen. dann ist das aber auch ein verständnis davon, und nicht von schädigungen im kapitalismus.

    wie ich schon schrieb, für mich sind schädigungen in diesem abstrakten verständnis ersteinmal auch nur das Beschneiden meiner (nicht nur materiellen) interessen. und so etwas gibt es überall. also kann man doch die spezifisch kapitalistische (und materielle) schädigung in einem wort zusammenfassen: dem mehrwert.

    so abstrakt „schädigung“ zu rufen hilft eben nicht weiter, denn die gibt es wirklich überall und immer. solche argumentation grenzt an anarchoprimitivismus oder hat solchen zur konsequenz. einfach sagen was einen stört. „schädigungen“ sind es bei mir nicht, sondern mein materielles zukurzkommen.

    was ich damit noch sagen will: die meisten menschen sind sich der schädigungen bewusst und akzeptieren diese kapitalistischen nur, weil sie das system für naturgegeben und nicht änderbar ansehen. DAS ist der fehler. wen schädigungen stören, der soll schauen ob sie sich abschaffen lassen und gegebenenfalls handeln (abwägen mit den realen zwängen noch).

    aber schädigung selbst ist kein grund irgendwas abzulehnen, denn die sind in einer kollektiven gesellschaft tatsächlich immer „naturgegeben“. und einige von ihnen sind notwendig, um ein schönes leben zu gewährleisten. das ist quasi der mehrwert aus diesen schädigungen, dem beschneiden der interessen. ;)

  38. 38 Richard 21. April 2010 um 17:07 Uhr

    Bernt/Chauvi, Du hast einen ganz seltsamen Standpunkt der Kritik, nämlich nicht, wie kommen welche Interessen in dieser Gesellschaft vor, sondern ob Interesse überhaupt gilt. Da meinst Du ja, naja, der Wille gilt nie absolut, also ist jede Gesellschaft ein bisschen Schädigung. Daher kommst Du absurderweise auf verschiedene Abstufungen – im Kapitalismus vielleicht eher weniger, im Kommunismus vielleicht eher mehr. Wendy hat Dein Problem überhaupt nicht, weil sie sich doch gar nicht auf den Standpunkt des Interesses überhaupt gestellt hat. Die ruft nicht „abstrakt Schädigung“, das tust Du und unterstellst Ihr das. Und selbst diesen abstrakten begriff verfälschst Du noch: Du sagst, Schädigung sei „Beschneidung materieller Interessen“, aber Deine Ausführung klingt eher so, dass alles, was nicht unmittelbare Bedürfnisbefriedigung ist, Schaden ist. (so klingt der letzte Absatz des letzten postings) Oder?

    Überleg nochmal, ob es nicht viel eher so ist: Ein Schaden ist, wenn einem etwas angetan wird. Wenn man bspw. für den Reichtum anderer sich den Rücken kaputt schuftet und darin systematisch diese Macht über sich für die Gegenseite ständig vergrößert – da wird einem etwas angetan. Wenn man aufgrund von sachlichen Notwendigkeiten und Absprachen arbeiten gehen muss, um was herzustellen, was einem danach zugute kommt, ist das kein Schaden, sowenig wie das Zähneputzen ein Schaden ist. Eher umgekehrt: Dann ist es ein Mittel für den eigenen Materialismus.

    Wendy hat schon mehrmals gesagt, wie Schädigung gemeint ist: Diejenigen, die die Arbeit machen haben nix als Scherereien von ihr. Weil sie für die Kapitalvermehrung arbeiten, sieht die Arbeit in Form und Umfang entsprechend beschissen aus und dementsprechend bescheuert fallen auch deren Früchte in Qualität und Quantität aus. Die Arbeiter schaffen und vergrößern die Macht der Gegenseite, sie für ihren Zweck der Kapitalvermehrung zu benutzen. Das ist die notwendig, wenn man für die Produktion von Mehrwert benutzt wird.

    Zuletzt: Es gibt die Ideologie, dass dieses System nicht änderbar ist – da glauben aber selbst die nicht dran, die das vertreten. Das sieht man daran, dass sie gleich im Nachsatz anhängen „…und im Osten hats ja auch nicht funktioniert!“ Die wissen also sehr wohl, dass der Kapitalismus mit all seinen Einrichtungen nicht aus dem Urschlamm gekrochen ist. Der gedankliche Fehler, den sie machen liegt schon viel eher in dem Entschluss, die Scheiße, in die man geraten ist so gut wie möglich zu nehmen. Viele sehen in diesem System und seinen Einrichtungen nichts als Mittel für ihren Materialismus. Die meinen, Lohnarbeit sei (irgendwo auch etc) für sie da. Mit Deiner Abstraktion „geschädigt ist man immer, hier halt in der Form von Mehrwertproduktion“ machst Du den selben Fehler etwas kreativer. Die Abwesenheit der gebratenen-Tauben-Fluglinie gibts Deiner Ansicht nach hier wie da, bloß meinst Du, den Schaden, den man notwendigerweise am Grill erleidet, sei im Kommunismus im Vergleich zu Deiner kap. Position geringer. Deine Abstraktion „Geschädigt wird immer“ unterstellt die Gemeinsamkeit von Lohnarbeit+Früchte und vernünftiger Arbeit+Früchte. Das ist ein Fehler, weil das eine die Schädigung der (s.o.) und das andere das Mittel für die eigenen materiellen Interessen sind (wenn man nicht grad zu den Kapitalisten und ihren bestbezahlten Schergen gehört).

    p.s. Neben dem beschissenen Zustand der unmittelbar eigenen Interessen kann einen das Elend auf der Welt auch so genug ankotzen, um einen Hass aufs System zu kriegen.

  39. 39 tee 25. April 2010 um 3:27 Uhr

    Wenn man bspw. für den Reichtum anderer sich den Rücken kaputt schuftet und darin systematisch diese Macht über sich für die Gegenseite ständig vergrößert – da wird einem etwas angetan. Wenn man aufgrund von sachlichen Notwendigkeiten und Absprachen arbeiten gehen muss, um was herzustellen, was einem danach zugute kommt, ist das kein Schaden, sowenig wie das Zähneputzen ein Schaden ist.

    lohnarbeit ist auch eine „sachliche notwendigkeit“.

  40. 40 Richard 03. Mai 2010 um 15:23 Uhr

    @Tee: Stimmt. Aber soll das ein Einwand sein?

    Die Sachnotwendigkeit der Lohnarbeit steht in meinem Beitrag drin, genauso wie in Wendy’s: Die Lohnarbeit hat ihre Notwendigkeit in dem sozialen Verhältnis namens Kapitalismus, in der hiesigen Eigentums- und Ausbeutungsordnung. Die Notwendigkeit gescheiter Arbeit (ohne Lohnarbeit) liegt in Zweck, Mitteln und Teilung der Arbeit begründet.

    Bitte verwirr Dich nicht selbst, tee, indem Du von den geleisteten Bestimmungen absiehst und allein die nächsthöheren Abstrationen festhälst.

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