Iran – Entzerrung eine Feindbilds – Kritik der Staatsraison, Ideologie und Realpolitik einer Islamischen Republik.

Hiermit empfehle ich einen Vortrag von Heribert Fertl, der einige ideologische Begründungen der Feindschaft zum Iran kritisiert1 und sich im Hauptteil des Vortrags mit der Staatsraison, Ideologie und Realpolitik der islamischen Republik beschäftigt. Ich empfehle den Download der Gesamtdatei. Die 19 (!) einzelnen Vortragsteile könnten einen glauben machen, der Vortrag wäre 8 Stunden lang. Tatsächlich sind es jedoch ungefähr zweieinhalb Stunden. Teaser zum Reinhören:

  1. Interessant für Linke, die solchen Ideologemen aufgesessen sind. [zurück]

10 Antworten auf “Iran – Entzerrung eine Feindbilds – Kritik der Staatsraison, Ideologie und Realpolitik einer Islamischen Republik.”


  1. 1 Panda, dein Freund 30. April 2010 um 12:58 Uhr

    Sehr zu empfehlen ist auch dieser Grundlagen-Artikel aus dem GegenStandpunkt 1/95:
    http://www.gegenstandpunkt.com/gs/95/1/gs951041.html

  2. 2 hi 30. April 2010 um 13:12 Uhr

    Ein kleines Beispiel zum Iran-Verstaendnis (in doppelter Hinsicht) des Gegenstandpunkt:

    „Wächterrat prüft Kandidaten auf Islam (eine Art Verfassungsschutz)“

    So faellt nunmal fuer den GSP und dessen Adepten – wie immer – alles in eins: Demokratie, Theokratie; Zionismus, Islamismus; Verfassung, Sharia. in Wesen und Erscheinung fuer den GSP unmoeglich zu differenzieren.

  3. 3 Wendy 30. April 2010 um 14:01 Uhr

    Danke Panda!

    hi: Hast du jetzt irgendein Argument zur Sache? Dass die Verfassung des Irans darauf festgelegt ist, einen islamischen Charakter des Staates zu erhalten und der Wächterrat Präsidentschaftskandidaten dahingehend prüft, ob sie der Verfassung genügen, bestreitest du oder nicht? Tut mir überhaupt nicht leid, dass deine Ansicht, im Iran herrsche im Gegensatz zur tollen Demokratie hier die Islambarbarei. Wenn du außer „Hey, die sagen was anderes als ich!“ (mit zweifelhafter Begründung) nichts zu sagen, halt‘ halt die Klappe!

  4. 4 Hank 30. April 2010 um 14:16 Uhr

    Als weitere Ergänzung ein (unveröffentlichter) Grundlagenartikel der GS-Redaktion zur politischen Ökonomie des Iran aus dem Jahr 2000: Islamische Republik Iran (pdf)

  5. 5 andeak 01. Mai 2010 um 6:53 Uhr

    Am Rande bemerkt: auf „Iran-Verstaendnis (in doppelter Hinsicht)“ kommt man auch bloß, wenn man dem „GSP und dessen Adepten“ das eigene Demokratiefantum unterstellt. Nur deshalb hält man es nämlich für eine Art Lob, wenn da auf Identitäten mit der demokratischen Herrschaft verwiesen wird. Da umgekehrt aber der Hauptvorwurf von dieser Seite an den „GSP und dessen Adepten“ ist, dass sie das Demokratiefantum nicht mitmachen, was ebenfalls mit „Iran-Verstaendnis (in doppelter Hinsicht)“ bebildert sein soll, zeigt das Geblubber von hi lediglich, dass es diese Heinis noch nicht mal auf die Reihe bekommen, ein Minimum an logischer Stringenz in die eigene Kritik zu bekommen.

  6. 6 bigmouth 03. Mai 2010 um 17:01 Uhr

    der verfassungsschutz prüft also alle wahlkandidaten, und lehnt sie ab, wenn sie nicht verfassungskonform agieren?

  7. 7 Wendy 03. Mai 2010 um 17:05 Uhr

    1.: Der Verfassungsschutz wird sein übriges dazu tun, aber ich glaube die letzte Entscheidung hat diese Kommission, die „Die PARTEI“ nicht zur Wahl zugelassen hat.

    2.: Da steht „eine Art Verfassungsschutz“. Dass ihr daraus die Aussage bastelt „Islamische Republik Iran = Bundesrepublik Deutschland“ (Skandal! Die BRD ist ja wohl viel freiheitlicher und sowieso!) ist ein Armutszeugnis und sehr aufschlussreich.

  8. 8 Klaus U 04. Mai 2010 um 12:51 Uhr

    bigmouth: Falls du deine Frage ernst meinst, sei dir darauf geantwortet, dass das u.a. – neben dem Bundeswahlleiter und seiner Kommission, worauf Wendy schon verwieß – durch das BverfG entschieden wird. Nämlich dann, wenn eine Partei auf Grund ihrer Verfassungsuntreue verboten wird. Denk an das Verbot der KPD.

  9. 9 stampfkartoffel 14. Mai 2010 um 23:51 Uhr

    ich würds mir wirklich gerne anhören, aber ich werd verrückt. gibts das auch in nicht bräsig-brauerei-bayrisch?

  10. 10 Wendy 15. Mai 2010 um 3:36 Uhr

    Ich glaube nicht. Die Erklärung, um was es sich bei der islamischen Republik tatsächlich handelt, wie Staatsräson und -Aufbau sind und welche Widersprüche sie sich dabei einhandelt, ist aber bestimmt ziemlich identisch mit dem ausführlichen von Hank verlinkten Artikel.
    Ich würde mir an deiner Stelle aber trotzdem die dialektische (Schenkelklopfer!) Qual geben, da der Teil, der sich um die Auseinandersetzungen rund um das iranische Atomprogramm und das selbstbewusste Auftreten des Staates im sogenannten Nahen Osten dreht, sehr empfehlenswert ist.

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