Workshop-Tag „We love the crisis!“ am 5. Juni in Berlin.

TOP Berlin hat mitbekommen, dass Staat und Kapitalismus ’ne Menge miteinander zu tun haben und tut das angesichts der allgemeinen Krise der kapitalistischen Wirtschaft nochmal kund. So weit, so in Ordnung. Das Schnanana des Aufrufs halte ich damit für ausreichend beschrieben und gehe somit gleich dazu über, die Workshops, die ich für empfehlenswert halte, zu bewerben:

Die Finanzkrise: Über die Selbstständigkeit des Finanzmarktes und sein Bezug zur übrigen Wirtschaft (Nicky Dryden) (Workshop 1)

Keynes, der Neoliberalismus und Papa Staat – Workshop mit Mathias Wiards und TOP B3rlin (Workshop 5; eingeschränkt empfohlen)

Antisemitismus in der Krise (Nicky Dryden) (Workshop 6)

Die Krise gibs nicht, ist nicht notwendig und letztlich theoretisch egal, weil es jetzt einfach weiter gehen muss… (Nicky Dryden) (Workshop 9)

Der Kapitalismus und seine Krisen – Workshop mit Michael Heinrich (Workshop 11)

Schade, dass man sich die übliche Podiumsdiskussion mit prominenten Schwätzern nicht gespart hat. Kleinere Arbeitsgruppen und Workshops halte ich jedoch für eine gute Sache. Thema der Veranstaltung ist auch nachvollziehbar, auch wenn ich die Tendenz angesichts der Krise die Kapitalismuskritik neu erfinden zu wollen, für Quatsch halte.


17 Antworten auf “Workshop-Tag „We love the crisis!“ am 5. Juni in Berlin.”


  1. 1 atzepeng 03. Mai 2010 um 17:35 Uhr

    woran machst du das fest? also welcher workshop empfehlenswert ist, bzw nur bedingt empfehlenswert?

  2. 2 Hank 03. Mai 2010 um 17:53 Uhr

    Interessant ist auch noch, was die TOPler aus dem Workshop 7: Der Staat als ‘last resort’: Krisennationalismus 2010 (TOP B3rlin) machen. Ansonsten exakt getroffen. :-)

  3. 3 Wendy 03. Mai 2010 um 18:55 Uhr

    Die TOP hats bisher oft geschafft, bestimmte Sachen doof zu wenden, daher bin ich vorsichtig.

  4. 4 Bernd das Brot 03. Mai 2010 um 20:03 Uhr

    In jedem Fall ist diese Podiumsdiskussion mit Obermoralschwätzer Ebermann schon wieder eine intellektuelle Frechheit. Wann begreift man nach gefühlten 1000 Veranstaltungen mit dem Hänger, dass der außer Dienstanweisungen an die Linke und der Tatsache, dass er ein gutes Beispiel für das Nichtrauchen ist, nichts taugt?!

  5. 5 Paul Walter 06. Mai 2010 um 16:46 Uhr

    Ausgerechnet dem Ebermann zuzuhören ist eine „intellektuelle Frechheit“? Dann mußt du aber beim sonstigen, öffentlichen oder linken, Gerede konsequent weghören…

    Jedenfalls ist
    a) das pure Beschimpfen als „Obermoralschwätzer“, „Dienstanweiser“, Raucher(!) etc. eine derartige Un-Kritik, daß es schon intellektuel frech ist;

    b) der ganze Beitrag vollkommen überflüssig, da er ansonsten nur aus der rhetorischen Frage besteht, wann „man“ wohl „begreift“, daß der Mann „nichts taugt“ – die du anläßlich dessen stellst, daß er grade von wem eingeladen wird!
    Entweder schätzen diejenigen den Ebermann nicht so ätzend ein wie du, oder sie haben eben nichts gegen verrauchte Dienstanweisungen.
    In beiden Fällen ist deine Antwort: siehe a)!

    Preisfrage: was ist deine geistig-morlaische Exkommunikation, weil „der Schwätzer“ ja wohl gar nicht geht eigentlich anderes als eine „Dienstanweisung an Linke“?

  6. 6 Bernd das Brot 10. Mai 2010 um 11:54 Uhr

    Paul, es ist schon recht, dass ich vor allem schimpfen wollte. Eine Kritik gibt es dann doch, mindestens jedenfalls einen Hinweis für die Zuhörer, bei allem Geschwätz von Ebermann darauf zu achten, was für einen sachlichen Gehalt die Vorträge von Ebermann haben. Da ist nämlich außer dem Abgleich der Realität mit linken Theorien und Dienstanweisungen diesen zu folgen, nichts erhellendes dabei. Und den Anspruch auf Erhellung hat dieses Podium dem Grunde nach schon, oder? Immerhin heißt es „Politik und Ideologie in der Krise“. Dazu soll also was gesagt werden…

  7. 7 Hank 17. Mai 2010 um 13:12 Uhr

    Gemeinsamer (!) Aufruf von u.a. TOP, ARAB und ALB zu einem antikapitalistischen Block auf der bundesweiten „Krisendemo“ am 12. Juni in Berlin: Show An Undead System How To Die – Kapitalismus abschaffen!

  8. 8 Wendy 17. Mai 2010 um 17:23 Uhr

    Wird gelesen. Vorweg gebe ich die Prognose ab, dass da nicht nur auf Bullenknüppel, sondern auch Stockfahnen vom Nebenmann geachtet werden muss. ;)

  9. 9 schons 19. Mai 2010 um 19:43 Uhr

    wie kommts eigentlich, dass du die top mit samthandschuhen anfasst und dir süße neckereien erdenkst? so neuerdings.

  10. 10 Wendy 19. Mai 2010 um 23:45 Uhr

    Samthandschuhe? Der Workshoptag ist doch ganz in Ordnung, was soll ich da großartig pöbeln?

    Außerdem fliege ich raus, wenn ich so weiter mache.

  11. 11 schons 20. Mai 2010 um 10:56 Uhr

    knew it!

  12. 12 Hank 24. Mai 2010 um 12:18 Uhr

    Roter Abend am Mittwoch, 2. Juni 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain: Die Linke und die Krise
    „(…) Welchen Stellenwert linke Interventionen in den Zeiten der Krise haben, wird das Thema des zweiten Teils sein. Eingeladen ist eine Vertreterin der Gruppe Theorie und Praxis (TOP), die Teil eines Bündnisses ist, das am 5.6.2010 einen antikapitalistischen Workshoptag organisiert und AktivistInnen des Berliner Antikrisenbündnisses, das die Demonstration „Die Krise heißt Kapitalismus“ am 12.6.2010 in Berlin vorbereitet.
    Hat das Motto „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ heute noch mobilisierenden Charakter? Ist die Krise überhaupt ein günstiger Moment, für die antikapitalistische Mobilisierung oder wäre es sinnvoller, den kapitalistischen Normalzustand in den Fokus der Auseinandersetzung zunehmen, lauten einige Fragen, die wir diskutieren wollen.“

  13. 13 Hank 05. Juni 2010 um 17:16 Uhr

    Indymedia-Bericht zur IK-Veranstaltung „Die Linke und die Krise“:

    „Auch zur Rolle des Klassenkampfes gab es unter den Diskutanten Kontroversen. Während der TOP-Vertreter das Klassenkonzept heute für obsolet hält, weil die Einbeziehung auch der Lohnabhängigen in dem Staat damit nicht erfasst werde, betont der Vertreter der Internationalen KommunistInnen, dass gerade diese nationalstaatliche Einbindung durch verstärkten Klassenkampf entgegen gewirkt werden könne. Das drücke die Parole „Klassenkampf statt Standortlogik gut aus. Durch klassenkämpferische Politik könne die Mystifizierung a la „Wir sitzen alle in einem Boot“ oder „Wir müssen für die Nation, die Firma etc. Verzicht üben“, hinterfragt und tendenziell aufgehoben werden. Dazu seien allerdings starke linke Kräfte nötig, die eine Kapitalismuskritik und auch eine antikapitalistische Praxis auf der Höhe der Zeit haben.“

    Das liest sich ja erst mal so, als ob es da ganz spannend zugegangen ist. Kann/mag jemand was dazu berichten? Gibt’s einen Mitschnitt?

  14. 14 Wendy 05. Juni 2010 um 17:34 Uhr

    So interessant hört sich das nun auch wieder nicht an…

  15. 15 Hank 05. Juni 2010 um 18:07 Uhr

    Na ja, es ist doch schon nicht unwichtig zu erfahren, dass die TOP offenbar (wieder mal) was ganz grundsätzlich nicht verstanden hat. „Klassenkonzept heute obsolet, weil die Proleten sich als brave Bürger aufführen“ So einfach soll das gehen, dass „Kommunisten“ einen der zentralen Punkte kommunistischer Politik abservieren?? Und auch das IK-Konzept „Klassenkampf zur Auflösung der Einbindung in den Staat“ ist doch, vorsichtig gesagt, etwas zirkulär.

    Deshalb würde zumindest mich schon interessieren, ob’s dazu kritische Anmerkungen gab und wenn ja, welche.

  16. 16 Wendy 05. Juni 2010 um 18:36 Uhr

    Das typische dumme Gequatsche halt. Was anderes hätte mich, ehrlich gesagt, überrascht.

  17. 17 Hank 07. Juni 2010 um 9:44 Uhr

    Ein Bericht auf indymedia. Der Informationsgehalt ist allerdings äusserst dürftig.

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