The good, the bad and the ugly.

The good

The bad

The ugly

„Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen“, „Abendessen mit dem Kronzprinzen“, dann gehts weiter mit demokratischen Hochburgen, die der Dominanz religiöser Fundamentalisten in den Führungsebenen völlig unverdächtig sind: Saudi-Arabien, Bahrain und Katar. Menschenrechtsgejaule, wie es im Falle eines Besuches eines Staates mit ähnlich religiöser Staatsraison, aber wesentlich demokratischerem Aufbau, dem Iran, mit höchster Sicherheit zu erwarten wäre, stellt sich nicht ein. Man sollte dies der demokratischen Medien-Öffentlichkeit nicht als Nachlässigkeit ankreiden; vielmehr sind hier Kenner am Werk, die ganz genau wissen, das Menschenrechte im Miteinander der Staaten als Berufungstitel für die eigenen Vorhaben herhalten und daher nicht immer aus der Schublade geholt werden müssen. Die von Merkel bereisten Monarchien fügen sich zur Zeit ganz gut in ihre Rolle, Wirtschaftspartner zum Nutzen des Westen und verlässliche Partner in der turbulenten „Nahost“-Region zu sein. Das ist die Hauptsache, da braucht man auch nicht an Frauenunterdrückung herumzumäkeln, wenn ein waschechter Kronzprinz „unsere“ Kanzlerin zum Essen einlädt.
Wie immer wird man auch auf eine Antifa-Kampagne, (post-)antideutsche Boykottaufrufe und ähnliches Geplärre lange warten: Die üblichen Verdächtigen, die ebenfalls in der Benutzung von in der bürgerlichen Gesellschaft hoch angesehenen Berufungstiteln beschlagen sind, gucken mit einem gehörigen Desinteresse auf diesen Teil des Erdballs mit seinen verschleierten Frauen, enthaupteten Kriminellen und ermordeten Oppositionellen. Die zählen nicht viel, wenn sie zur Aufwertung der Interessen deutscher Linker nichts taugen: Um Israel und aufmüpfige Perser, die sich von Öl als Energielieferant unabhängig machen – und sich, auch wenn bisher wenig dafür spricht, vielleicht einen Waffen-Vorteil in der Staatenkonkurrenz verschaffen – wollen, geht es eben auch nicht. Dieser instrumentelle und heuchlerische Umgang mit Menschen, die unterdrückt, verprügelt und ermordet werden, mag einige anwidern. Das beredte Schweigen der 4. Gewalt und Teilen der Linken ist jedoch auch äußerst aufschlussreich.


11 Antworten auf “The good, the bad and the ugly.”


  1. 1 set 25. Mai 2010 um 20:18 Uhr

    „Die zählen nicht viel, wenn sie zur Aufwertung der Interessen deutscher Linker nichts taugen“

    dir taugen natürlich alle was.

  2. 2 arsch mit ohren 25. Mai 2010 um 20:45 Uhr

    gut gebrüllt, liebe wendy

  3. 3 Panda, dein Freund 25. Mai 2010 um 21:00 Uhr

    set, da ist doch schon immer das interesse, dass die was zur aufwertung eigener interessen, das verkehrte und nicht, dass man dafür nicht alle geknechteten einbezieht.
    insofern schon ein äußerst blöder vorwurf gegen wendy.

  4. 4 set 25. Mai 2010 um 21:23 Uhr

    das war eine ironische spitze mit eben diesem inhalt, du blitzmerkerpanda!

  5. 5 Wendy 25. Mai 2010 um 21:42 Uhr

    Als Ergänzung zum Panda: Was daran verkehrt ist, den Islam und den Kapitalismus – in einer schrägen Synthese – zur irdischen Seligmachung der Menschheit benutzen zu wollen, habe ich erst vor ganz kurzer Zeit hier weitergegeben. Die Kritik des „kapitalistischen Normalvollzugs“ – Eigentum, Freiheit, Gleichheit, Ausbeutung, Nationalismus, Herrschaft – findet sich auf jeder Seite dieses Blogs. Manche Leute meinen freilich, der Iran sei erst richtig kritisiert, wenn man ihn in Hochschätzung der restlichen Staatenwelt als abscheulichen, bitte im hier und jetzt schon zu vernichtenden, Gegen-Staat entlarvt hat.

  6. 6 Wurstmullah 25. Mai 2010 um 22:33 Uhr

    Das ebenso Trostlose wie Widerwärtige dieser Freunde westlicher Zivilisation ist ja, dass diese zielsicher und pünktlich immer genau diejenigen Staaten und deren Insassen zu Objekten ihrer Betreuung („Solidarität“ ) machen, die von den Weltordnungsmächten und ihren Juniorpartnern gerade zum Abschuss frei gegeben werden. Man kann gespannt sein, was diesen gutherzigen Menschen einfallen wird, wenn irgendwann mal mit Cuba eine der letzten Positionen der „Achse des Bösen“ abgearbeitet werden sollte. Irgendwie müssen die ja dem Feindbild „Antisemitische Internationale“ subsumiert werden. Nützliche Idioten vom Allerekelhaftesten. Da sind Querfrontler wie Stephan „Drop the Bomb“ Grigat wirklich nur die Spitze des Eisbergs!

  7. 7 Panda, dein Freund 25. Mai 2010 um 23:36 Uhr

    Wursti, zunächst wird erstmal Nordkorea siegreich sein und deren Weltbild erschüttern! :D

  8. 8 stampfkartoffel 26. Mai 2010 um 8:07 Uhr

    „The ugly, the ugly and the ugly.“ thats how it should be.

  9. 9 Wendy 26. Mai 2010 um 11:05 Uhr

    In der deutschen Öffentlichkeit wird das anders besprochen. Das wollte ich herausstreichen. Sind natürlich alles Feinde.

  10. 10 schons 27. Mai 2010 um 15:51 Uhr

    das gute an blogs, die garantiert keine frauen und erst recht keine ausm umfeld lesen ist: nice rack!

  11. 11 Wendy 27. Mai 2010 um 17:28 Uhr

    Keine Sorge, ich werde versuchen, weiterzuverbreiten, dass du Angela Merkel geil findest. Außerdem: Diesen Blog lesen auch Frauen.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.