Antifa heißt Arschfick.

Was zumutbar ist

Die Maximierung der Kritik weiß in Hamburg neue Erfolge zu verbuchen: In bisher ungekannter kritischer Prägnanz ist es Mitgliedern des »Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten« in der Nacht zum Montag, den 3. Mai 2010 gelungen, die notwendige Durcheinandersetzung mit linkem Antisemitismus durch einen gezielten Flaschenwurf auf das »Zentrum B5« einen Schritt weiter zu treiben.

»Die wahre Flaschenpost« (Adorno) gegen antiimperialistische Regression wurde der »Trutzburg gegen die Zumutungen der kritischen Selbstreflexion«, meisterhaft und selbstreflektiert während der dort stattfindenden Kinovorstellung einer Frauengruppe durch die Fensterscheibe zugestellt.

Begriffe von Gewicht

Unfähig, sich den ideologiekritischen Gehalt dieser Aktion zu vergegenwärtigen, versuchten sich antiimperialistische und migrantofaschistische Linksnazis in deutscher Verbrüderung daraufhin an einer Sauhatz wider die Aufklärung. Wie unter linken Nazis üblich wurde damit versucht, der Kritik des falschen Ganzen im Partikularen habhaft zu werden. Nur dem entschlossenen Auftreten mehrerer kritisch-theoretischer AirMax-Hedonisten ist es zu verdanken, dass es der fetischistischen Volxfront nicht gelang, einen antiimperialistischen Holocaust an ihren freigeistigen Kritikern zu vollziehen.

»Du Fotze, ich fick‘ dich in den Arsch«, »Hurensöhne«, »Spastis«, »schlimmer als Nazis« und ein »Sieg Heil« als ironische Begrüßung – so und noch besser wurden die Linksnazisten im Folgenden souverän als das bloßgestellt, was sie sind: Fotzen, Nazis, Behinderte und natürlich Antisemiten. Sprich all jene, denen zivilisatorische Mindeststandarts nur durch gewaltsam erzwungenen Analverkehr zu vermitteln sind. Dass sich die Antiimperialisten daraufhin zurückzogen, verdeutlicht: Bei Antisemitismuskritik geht eben nicht nur um die Länge, sondern auch um Technik! Die Versuche umstehender St. Pauli-Fans, beschwichtigend auf die Bündnismitglieder einzuwirken und sich für ihre Kollegen zu entschuldigen, werten wir als Entsolidarisierung und Appeasement gegenüber der linksnazistischen Barbarei.


Offizielle Stellungnahme des »Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten« zum Angriff auf die »B5«

Diesmal kam der Tipp aus dem noch tieferen Berliner Süd-Osten. Danke dafür! Ich konnte mich über diese Satire einigermaßen amüsieren; die Kritik der doppelten Standards, in diesem Falle, antideutscher Superlinker kommt auch nicht zu kurz. Wobei sie wahrscheinlich an der Ideologie vorbei geht: Mit der B5 hat man es in dieser Denke nicht mehr mit Linken zu tun, sondern mit „Nazis“, gegen die – das weiß in der Bundesrepublik Deutschland jeder aufrechte Demokrat – auch mal eine härtere Gangart angesagt ist, mit denen sich eine Diskussion niemals lohnt. Maßstäbe, die man sich für die Auseinandersetzung in innerlinken Grabenkämpfen auferlegt hat, haben dann keine Geltung mehr.

P.S.: Google-Referrer: „Vernichtungsphantasien“, du könntest nirgendwo anders richtiger sein. ;)


8 Antworten auf “Antifa heißt Arschfick.”


  1. 1 Wurstmullah 28. Mai 2010 um 17:11 Uhr

    Apropos „doppelte Standards“: Interessant wäre in diesem Zusammenhang, ob sich die Jungen Linken zu diesem Vorfall geäussert haben. Die fanden die Ereignisse rund um die Verhinderung des Lanzmann-Films (angeblich antisemitische Sprüche und Handgreiflichkeiten) bekanntlich so unerträglich, dass sie sich nicht entblödet haben, gemeinsam mit einigen der übelsten antdeutschen Drecksvereine zur Demo am 13. Dezember aufzurufen. Und zwar bemerkenswerter Weise als Gesamtorganisation!

    „In Hamburg haben am 25. Oktober Anti-Imps die Vorführung des Films „Warum Israel“ von C. Lanzmann verhindert. Ob der Film gut ist, darüber gibt es bei uns geteilte Positionen, doch einig sind wir uns, dass wir nichts von derlei Zensurversuchen gegen diesen Film halten. Darum fordern wir dazu auf, durch Teilnahme die Vorführung des Films zu ermöglichen.“

    Nun haben also antideutsche Schläger – Figuren also, mit denen die JL höchstwahrscheinlich gemeinsam demonstriert hat – eine Filmvorführung als Anlass genommen zu beweisen, dass sie den Kampf gegen die „Linksnazis“ durchaus handgreiflich zu führen beabsichtigen. Da wüsste man dann schon ganz gern, ob die JL in diesem Fall beabsichtigen, solche Formen der Auseinandersetzung zu ignoriern und dazu die Schnauze zu halten. Wäre ja immerhin möglich, dass sie sowas für angemessen oder zumindest für einen lässlichen Ausreisser halten, die hässlichen Sprüche waren immerhin nicht antisemitisch!

  2. 2 Wurstmullah 28. Mai 2010 um 17:51 Uhr

    P.S. Wenn mich nicht alles täuscht, dann haben TOP Berlin ebenfalls zu dieser Demo aufgerufen. Das oben Gesagte gilt also ebenfalls für sie.

    Um einer möglichen Nachfrage, warum denn gerade diese beiden Vereine angesprochen werden, zuvor zu kommen: Im Unterschied zu den anderen Deppen, die bei diesem Anlass ebenfalls auf der Straße waren, setze ich bei JL und TOP einfach mal voraus, dass die mit solchen Schlägertypen und deren praktiziertem „Antfaschismus“ u.U. ein Problem haben könnten und nicht achselzuckend als Kollateralschaden im Kampf gegen „Linksnazis“ abtun. Ich kann mich natürlich auch täuschen …

  3. 3 korrekt 28. Mai 2010 um 20:21 Uhr

    Das Original:

    http://b-g-h-u.blogspot.com/2010/05/zum-flaschenwurf-auf-die-b5-und-zum.html

    Und dort gibt es auch dieses FAQ:

    „In den Presseberichten und auch in einigen politischen Stellungnahmen ist die Rede davon, bei den Gruppen der B5 handele es sich um Nazis, oder vielmehr sie verhielten sich so, dass sie nur mit Nazis verglichen werden können? Wie ist das zu verstehen?

    Gar nicht, weil es nicht stimmt. Bei denjenigen, die verantwortlich sind für die Blockade und die Angriffe, gegen die wir uns wenden, handelt es sich um linke AntisemitInnen. Bei dem Phänomen, mit dem wir es hier zu tun haben, handelt es sich auch nicht um Antisemitismus in der Linken, der aus der antisemitischen Gesellschaft übernommen worden wäre, sondern um linken Antisemitismus, der daher auch als ein Problem (und nicht als notwendiger Inhalt) linker Theorie und Praxis verhandelt werden muss. Um zu belegen, dass es sich hierbei um einen Antisemitismus handelt, der in linken Zusammenhängen entsteht, muss nicht entschuldigend auf die sonstige Tätigkeit der AntisemitInnen verwiesen werden, etwa auf ihre Flüchtlingspolitik oder darauf, dass sie etwas betreiben, was sie Antirassismus nennen. Verwiesen werden muss nur auf die Herkunft der Phantasien, die sie zum Stereotyp zusammenbrauen.

    Wer etwa Israel als faschistischen oder als Apartheids-Staat bezeichnet, für den oder die muss es sich bei den Bezeichnungen auch um Schimpfwörter handeln. Für FaschistInnen ist „faschistisch“ oder „rassistisch“ bekanntlich keine Kritik, weswegen solche Phantasien für sie auch nicht zum Mittelpunkt ihres Israelhasses werden können.

    Wir können uns entsprechende Äußerungen daher auch nur als Abwehrreaktionen erklären, die das Problem mit dem linken Antisemitismus entweder verkleinern möchten, indem sie es als externes Problem beschreiben, oder aber – dies dürfte das Motiv der deutschen Presse sein – es totalitarismustheoretisch den „politischen Rändern“ der Gesellschaft zuschieben möchten.“

    http://b-g-h-u.blogspot.com/2009/12/debatte-frequently-asked-questions.html

  4. 4 Keta Minelli 28. Mai 2010 um 20:36 Uhr

    Irgendwie habe ich mir von der Überschrift mehr versprochen.

  5. 5 Wendy 30. Mai 2010 um 13:48 Uhr

    Ich mir auch von dem Witz, den ich von dir erwartet hatte. ;)

    korrekt: Danke für die Links und das FAQ.

  6. 6 Genosse der Bosse 30. Mai 2010 um 14:54 Uhr

    @ Wurstmullah:

    Auch wenn ich Dir sogar in 2 Sätzen erklären könnte, warum die benannten Gruppen solche bekloppten Bekenntnisse vom Stapel lassen, wo sie sich ja sonst schon teilweise um Erkenntnisse dieser Gesellschaft bemühen: Es gehört hier einfach nicht her.

    Deine Herangehensweise wiederum an diese Gruppen ist total schräg, weil Du Deinen Anspruch einer kommunistischen Gruppe an die JL oder die TOP heranträgst. Ja von dem aus fallen die immer wieder durch, denn es gehört sich eben nicht, solche Drecksantideutschen zu goutieren…lass das doch mal. Am Ende kennt man Deinen Anspruch an Kommunisten, aber nicht die Fehler der TOP und JL. Nimm doch einfach erst mal zur Kenntnis, dass diese beiden Haufen schlicht keine Einheit im politischen Denken sind und deshalb jede Menge Widersprüche produzieren.
    Da gibt es offenbar erst mal erheblichen Klärungsbedarf intern, wenn sich die öffentlich gemachten Erklärungen dick widersprechen. Das müssen die klären. Für eine kommunistische Agitation taugt das dann bei denen noch nicht, sondern nur für pluralistisches Studentengelaber. Nun gut, dann muss man die Fehler eben kritisieren und hoffen, dass die aufgegeben bzw. die Träger verkehrter Argumente rausgeworfen werden und dann hat man die Genossen, die es braucht. So rum wird ein Schuh draus und nicht dieses ewige Gefrage nach Bekenntnissen bei den Gruppen!

  7. 7 Wendy 30. Mai 2010 um 14:57 Uhr

    Danke, Genosse Flosse. Da die Diskussion auch etwas zu insidermäßig wird und ich das aus Gründen der Repression für nicht allzu klug halte, werde ich Kommentare in die Richtung in Zukunft auch sehr genau prüfen…

  8. 8 Aber! 30. Mai 2010 um 14:59 Uhr

    Dass sich das Hamburger Bündnis in den FAQ und übrigens auch in einem gehaltenen Redebeitrag dagegen ausspricht, von „Links-Nazis“ o.ä. zu sprechen, geschieht nicht ganz ohne Grund.
    Die Leute, die Ende Oktober die Veranstaltung blockiert haben, wurden nämlich mehrmals und auch auf Nachfrage als „Linksnazis“ und „Linksfaschisten“ bezeichnet – und zwar von Mitgliedern der Hamburger Studienbibliothek, die das BGHU nun maßgeblich mit organisieren und die Pressesprecher usw. stellen.

    Siehe dazu den Text der Kommunistischen Assoziation Hamburg, irgendwo in der Mitte:
    http://kommunistischeassoziation.wordpress.com/am_ende_warten/

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