Archiv für Juli 2010

„It’s like all the police brutality videos meets Technoviking“

»Zittert Bürokraten.« Stop.

Lauf' Genosse, die alte Welt ist hinter dir her!1

Am 14. Mai vereinigten sich die Wütenden mit der Situationistischen Internationale. Ein Enragé – René Riesel – wurde in das Besetzungskommitee der Sorbonne gewählt. Während einige Wortführer für eine Humanisierung des pädagogischen Apparates eintraten, plädierte Riesel für die Abschaffung der Universität, der Ware, des Klassensystems, der Lohnarbeit und die Enteignung allen Besitzes und aller Macht, sowie einen Neuaufbau des Gemeinwesens als Föderation autonomer, nur sich selbst verantwortlicher Räte. Die „Enragés“ und die S.I. handelten im Namen der Versammlung und begannen Kontakte zu den besetzten Fabriken herzustellen, gaben Flugblätter heraus und verschickten Telegramme; so z.B. an das Politbüro der KPdSU im Kreml:

„ZITTERT BUEROKRATEN STOP DIE INTERNATIONALE MACHT DER ARBEITERRAETE WIRD EUCH BALD VOM TISCH FEGEN STOP DIE MENSCHHEIT WIRD ERST AN DEM TAG GLUECKLICH SEIN AN DEM DER LETZTE BUEROKRAT AN DEN GEDAERMEN DES LETZTEN KAPITALISTEN AUFGEHÄNGT WORDEN IST STOP ES LEBE DER KAMPF DER MATROSEN VON KRONSTADT UND DER MACHNOWTSCHINA GEGEN TROTZKI UND LENIN STOP ES LEBE DER RAETEAUFSTAND VON BUDAPEST 1956 STOP NIEDER MIT DEM STAAT STOP ES LEBE DER REVOLUTIONAERE MARXISMUS STOP BESETZUNGSKOMITEE DER AUTONOMEN VOLKSSORBONNE“

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»Die schöpferische Tätigkeit der Klasse ist außer acht gelassen.«

Im Buch des jungen Ante Ciliga1 wird viel auf Politik der KPdSU eingegangen, die der Klasse, die die Revolution gemacht und für die die Revolution gemacht worden war, kaum Möglichkeiten ließ, in die Organisation der Verwaltung und der Wirtschaft einzugreifen, sie stattdessen zu den gebeutelten Zugpferden der Industrialisierung Russlands degradierte und diesen Weg mit aller Macht und Repression absicherte. Die Analyse bezieht sich – und das ist auch vernünftig – auf konkrete politische Entscheidungen. In Alexandra Kollontais Broschüre Was bedeutet die „Arbeiter-Oppositon“?, aus der hier auch schon zitiert wurde, wird der Blick auf die soziale Zusammensetzung der Sowjetunion gelenkt auf die (ungewollten) Auswirkungen, die die Besserstellung einer bestimmten Schicht, die „Spezialisten“, auf den Sozialismus hatte.

Die Produktion, ihre Organisation — das ist das Wesentlichste im Kommunismus. Die Arbeiter von der Organisierung der Industrie fernhalten, ihre Gewerkschaften, den Ausdruck der Klasseninteressen des Proletariats, der Möglichkeit berauben, ihren Schöpfungsgeist in der Produktion und Organisation der neuen Wirtschaftsformen zu entfalten, während man volles Vertrauen in die „Fähigkeit“ der Spezialisten, die für die Durchführung eines ganz anderen Produktionssystems vorbereitet und trainiert sind, — das heißt, von dem Wege des wissenschaftlichen marxistischen Denkens abgleiten. Und das ist gerade das, was von unseren Parteispitzen jetzt getan wird. Die ganze Katastrophe unserer Wirtschaft, die noch auf dem kapitalistischen Produktionswesen (Bezahlung der geleisteten Arbeit mit Geld, Lohntarife, Kategorien der Arbeit usw.) fußt, in Betracht ziehend, suchen unsere Parteiführer in einer Anwandlung von Mißtrauen in die schöpferischen Fähigkeiten der Arbeiterkollektive eine Rettung vor dem wirtschaftlichen chaotischen Zusammenbruch in den Überresten der bürgerlich-kapitalistischen Vergangenheit, in den Geschäftsleuten und Technikern, deren Schöpfungskraft besonders in der Industrie und Wirtschaft mit der Routine, den Gewohnheiten und Methoden des kapitalistischen Produktionssystems beschmutzt ist. Sie sind es nämlich, die den lächerlich naiven Glauben verbreitet haben, daß es möglich sei, den Kommunismus auf bürokratische Weise durchzusetzen. Dort, wo es noch nottut, zu suchen und zu schaffen, machen sie schon „Vorschriften“. (mehr…)

„Dogmatisch“, „sektiererisch“, „falsche Theorie-Schwerpunkte“ – stalinistisch-bolschewistische Gruppe »Roter Oktober« löste sich aufgrund vernünftiger Selbst-Kritik auf.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Die Gruppe »Roter Oktober« fiel mir immer durch ihre Nähe zum Marxismus-Leninismus und Stalinismus auf. Dass gerade Menschen aus dieser Ecke Einsicht beweisen und daraus auch Konsequenzen ziehen, ist für mich schon ein wenig überraschend. Vielleicht diskutiere ich jedoch auch einfach im realen Leben und virtuell zuviel mit herumlavierenden Möchtegern-Kommunisten wie diesen hier. Die kuriose Link-Zusammenstellung (ARAB und GegenStandpunkt gehighlighted) ist mir übrigens nie aufgefallen.

Die, wahrscheinlich schon etwas ältere, Auflösungserklärung: (mehr…)

Atzen im sozialen Krieg.

Ey, BUNNY!!

Warum ist da vor mir noch niemand drauf gekommen?

Oft gelacht, am Ende schwer geschluckt – Tommy Wosch hört bei „Fritz“ auf.

Pro-Wosch-DemoRadio Fritz, das ist ein Jugend-Radio-Sender, der aus den gleichen Gründen genauso konsensfähig wie enervierend ist wie die Band „Die Ärzte“. Es ist wohl einem historischen Zufall zu verdanken, dass die Programmgestaltung teilweise von sehr interessanten Leuten gemacht wurde. Einer von ihnen ist Jürgen Kuttner, der mir zwar mit seiner äußerst speziellen Art irgendwann auf den Sack ging, bis dahin jedoch witziges, anarchisches Radio gemacht hat, DDR-Propaganda-Lieder gespielt hat und sogar mal mit der Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik zusammengearbeitet hat.
Vor vielen anderen Moderatoren, zum Beispiel Holger Klein, die eine zeitlang dafür sorgten, dass wir nicht verstrahlt, sondern wegen dem Hören des „Blue Moons“ übermüdet auf dem Schulhof standen, war sicherlich Tommy Wosch der Lustigste. Er – und nicht zu vergessen: Sein Co-Moderator Michi Balzer – versendete anbetungswürdigen groben Unfug, war ebenso, aber auch erträglicher, anarchisch wie Kuttner, machte einem den damals schon tristen Alltag etwas erträglicher und prägte meinen Humor und den meiner Freunde und machte großen Eindruck auf uns. (mehr…)

Ultravox – Just For A Moment.

The Stranglers – Ugly.

Die Nation im »Fußball-Fieber« – das Spektakel ist vorbei, der Nationalismus besteht weiter!

[…]Nochmal: Worum geht es bei der WM und diesem Drumherum? „Es geht um Fußball, also um die Nation“, schreibt der Spiegel – und tut so, als sei das „also“ völlig logisch. Das Magazin für die Durchblicker weiß mal wieder, wie der Hase läuft: Sport wird hergenommen, um nationales Identitätsgefühl zu erzeugen – und findet das völlig in Ordnung! Denn an etwas orientieren, mit etwas identifizieren, das brauchen die Massen nun mal, insbesondere in „schweren Zeiten“. Warum sie das brauchen und was es ihnen eigentlich nutzt in ihren „schweren Zeiten“ – diese Frage soll genau so wenig aufkommen wie die: Was ist das eigentlich, die Nation? Denn auch da ist alles längst klar: Alle Menschen haben eine und es ist eine Art natürliches Lebensgefühl aller Menschen, sich in ihrer nationalen Gemeinschaft aufgehoben zu fühlen. Bumms. Aus! Mehr gibt es da nicht zu fragen! (mehr…)

Nur ein paar Jugendliche sind frustriert…

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