1. Mai 2008: Ich bin links, weil ich eine falsche Kapitalismuskritik vertrete…

…ich wähle „Die Linke“, damit sie die Quadratur des Kreises / einen Kapitalismus ohne sozialen Ausschuss durchsetzt oder zumindest – ganz gerecht und so – den armen und den ganz armen Leuten, die dabei herauskommen, wenn sie sich in ihrer Stellung als Kostenfaktor in der Gewinnrechnung des Kapitals wegstreichen lassen, ein Leben in minimal abgemindertem Elend ermöglicht oder damit Ausbeutung und Armut sozial bemäntelt wird, wie Halina Arschlochianirek fordert:

Oder weil man einen Nationalisten und Rassisten als Führerfigur veehrt. Die Gang sagt: Jedes Bild ein Treffer. Habt euren Spaß. Mir bricht’s das Herz, dass es Leute gibt, die es bitter nötig haben, was gegen das System machen wollen, nur um am Ende wieder bei affirmativen Ideologien zu landen, die nun wirklich nichts mit dem Einstehen für eine grundlegende materielle Verbesserung der eigenen Lage zu tun haben. Und dann gehen sie Arschlöchern wie der Linkspartei auf den Leim.


26 Antworten auf “1. Mai 2008: Ich bin links, weil ich eine falsche Kapitalismuskritik vertrete…”


  1. 1 Hosenstrumpf 13. September 2010 um 19:43 Uhr

    Komm mal wieder nach X-Berg.
    Da ists langweilig ohne dich. Ich sing dir auch ein Lied:

    Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein,
    ohne dich fahr ich heut Nacht nicht heim,
    ohne Dich komm ich heut nicht zur Ruh
    das was ich will bist Duuhuhuuuuhuhuuuhuuhuiuiuuuuu.

  2. 2 BoleB 13. September 2010 um 19:53 Uhr

    Danke für die vielen Lacher, nur um das Kind und Demo-Christian tut’s mir ein bissl leid…

  3. 3 Sollbruchphantasien 13. September 2010 um 21:26 Uhr
  4. 4 Sollbruchphantasien 13. September 2010 um 21:30 Uhr
  5. 5 Wendy 14. September 2010 um 1:53 Uhr

    hosenstrumpf: Kennen wir uns? O_o

    BoleB: Wie gesagt, mir tut es für alle leid.

    Sollbruchphantasien: Nun ja, wenn man „Halinas“ Bild betrachtet und die Statements so liest, würde ich dir da glatt widersprechen.

    Und zum zweiten Link: Ging ja gerade darum, was den Leuten die parlamentarische Tätigkeit der Linkspartei so bringt. Und einmal jährlich verkehrtes Zeug auf Transparenten durch die Gegend tragen und Sachen vom Staat fordern, bringt nicht viel.

  6. 6 Entdinglichung 15. September 2010 um 14:09 Uhr

    irgendwie dazu passend: SchliesserInnen gegen Profite

  7. 7 Wendy 15. September 2010 um 14:43 Uhr

    Haha. Und weil man bei ofenschlot nicht kommentieren kann: Den Sermon über die ärmliche Kleidung und so weiter der Linkspartei-Anhänger bzw. linken 1. Mai-Demonstranten finde ich etwas daneben.

  8. 8 Moritz 15. September 2010 um 15:19 Uhr

    Zu Ofenschlots Gewerkschafts-Thema gibt es am 23. September eine Veranstaltung in Bremen: Brauchen wir den DGB?

  9. 9 Ofenschlot 16. September 2010 um 0:27 Uhr

    Wendy – den Schuh ziehe ich mir an. Das kann man in die Nähe von jener antideutscher „Stilkritik“, die nicht den Stil, sondern die Leute verachtet, rücken, d‘accord.
    Meine Kritik zielt darauf, dass sich die Leute da vorführen lassen (und es natürlich auch wollen) und dabei zwangsläufig eine schlechte Figur abgeben. Um es noch mal klar zu sagen: Dass die Leute schlecht rüberkommen, liegt nicht an ihrer Armut, sondern an ihrer politischen Inszenierung. (Ich bin mal über einen Mode-Blog gestolpert, der darauf spezialisiert ist, Normalos auf der Straße und irgendwelche Alltagsexzentriker zu fotografieren und vorzustellen, das ist schon mal ein himmelweiter Unterschied zu diesem Politfirlefanz, siehe z.B. hier http://anders-anziehen.blogspot.com/2010/09/deutsche-fremdworter.html)

  10. 10 Wendy 16. September 2010 um 11:57 Uhr

    Um es noch mal klar zu sagen: Dass die Leute schlecht rüberkommen, liegt nicht an ihrer Armut, sondern an ihrer politischen Inszenierung.

    Ganz im Gegenteil! Dass die keine Zeit und/oder kein Geld haben, sich mit modischen Fragen auseinanderzusetzen, ist aber nun wirklich nicht deren Schuld. Bloßstellen tun die sich ja alleine: Niemand zwingt sie dazu, ihre Ansichten auf ein Plakat zu schreiben und damit hoffnungsschwanger zu posieren. Ich kann’s garnicht richtig festmachen, aber es ist wohl der offensichtliche Widerspruch zwischen ersichtlicher Armut dieser Leute und den trotzdem noch total braven Wünschen, die sie äußern. Hatte auch mit dem Gedanken gespielt, das anonymisiert zu veröffentlichen.

  11. 11 Boolt 17. September 2010 um 1:35 Uhr

    Sowas sagt aber über Ofenschlot auch mehr aus als über sein Objekt – die Linksradikalen:

    „95 Prozent aller heutigen Linksradikalen haben ja noch überhaupt keine Erlebnisse mit Klassenkampf gehabt“

  12. 12 Wendy 17. September 2010 um 10:27 Uhr

    Führ‘ das mal bitte aus.

  13. 13 Ofenschlot 17. September 2010 um 12:23 Uhr

    Ist doch ganz einfach: Entweder gehöre ich zu den 5 oder zu den 95 Prozent. Such Dir was aus, Boolt.

  14. 14 bigmouth 17. September 2010 um 13:43 Uhr

    Dass die keine Zeit und/oder kein Geld haben, sich mit modischen Fragen auseinanderzusetzen, ist aber nun wirklich nicht deren Schuld.

    dass die keinen Bock haben, ist natürlich nicht möglich

  15. 15 Wendy 17. September 2010 um 15:39 Uhr

    Stimmt, die Zahl der Menschen, die ärmliche Kleidung trägt, weil sie keinen Bock auf bessere hat, ist überwältigend groß. Bisschen wie bei den Schlankheitsfreaks im Trikont.

  16. 16 j. 18. September 2010 um 0:05 Uhr

    „ärmliche Kleidung“

    erklär mal.

  17. 17 Wendy 20. September 2010 um 14:01 Uhr

    Kannst du nicht gucken? Klamotten, die scheiße sitzen, aber trotzdem gekauft werden, weil sie billig sind, Klamotten, die uralt und abgetragen sind bzw. schon kaputt gehen, aber nicht ersetzt werden, „Zwiebellook“, weil man sich keine Winterjacke leisten kann, etc.pp.

  18. 18 saltzundessick 22. September 2010 um 21:34 Uhr

    klamotten, die scheisse sitzen, sind nicht zwangslaeufig billig.

  19. 19 Stoner 23. September 2010 um 13:03 Uhr

    Ich hätte ja gedacht, dass dir der Lafontainediss zu dumm ist. Weit gefehlt. Kritik sieht anders aus.

    Idiot!

  20. 20 Wendy 23. September 2010 um 15:09 Uhr

    saltzundessick: Habe ich das etwa behauptet?

    Stoner: Ach, der ist nicht rassistisch? Kein Nationalist? Und im Wahlkampf kommt es auf die Demonstration von Stärke, Kernig- und Durchsetzungsfähigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Liebe zu seinem Volk und den vielen anderen Fähigkeiten, die ein richtiger Führer so besitzen muss, nicht an?

  21. 21 Stoner 03. Oktober 2010 um 20:56 Uhr

    Du ließt halt raus, was du rauslesen willst. Wie der beste Staatsanwalt steht für dich die Schuld vor dem Prozess fest und alles wird entsprechend gedeutet.

    „Stärke, Kernig- und Durchsetzungsfähigkeit“
    Erklär mal darin, was einen Politiker oder eine Bewegung falsch macht, wenn Sie das wäre.

    „Vertrauenswürdigkeit“
    Hui, schon schlimm, wenn du Politiker sich ihrem Inhalt treu bleiben.

    „Liebe zu seinem Volk“
    Eine gewisse Empathie für Menschen bzw. Schichten ist sicherlich einer der Gründe, warum viele sich zu „Linken“ politisieren. Aber das geht der großen natürlich ab.

    Im Übrigen: entweder du stellst mal raus, was Lafontainer zu SO einem Rassisten und Nationalisten macht, dass du es extra erwähnst (und da erwarte ich von dir ein bisschen mehr als Sprachhygiene) oder du lässt es sein und bleibst halt dabei, dass jedeR hier im Politbetriebe die in Staaten geteilte Welt akzeptiert und damit die rassistische Logik mitgeht.
    Das dir dann das bei Lafo auffällt, ist deine eigene enttäuschte Erwartung, dass einer bei den Linken das anders machen müsste.

    Der Blog hier war mal sehr lesenswert, aber dein ständiges Linksparteigebashe ist wirklich so langweilig (noch zum falschen Inhalt dazu), arbeiteste auf ne Anstellung im Springerkonzern oder bei der Jungleworld hin?

  22. 22 Wendy 04. Oktober 2010 um 8:23 Uhr

    Lafontaine wird erwähnt, weil die eine devote Linkspartei-Anhängerin ihn auf ihrem Schild erwähnt – und das ohne einen sonstigen politischen Inhalt.
    Ein Nationalist und Rassist ist er, weil er sich am nationalen Politikbetrieb mit den entsprechenden Argumenten beteiligt. Dazu gehört unter anderem, dass er die Scheidung der Menschheit in Nationalitäten/Völker schon völlig verinnerlicht hat und dementsprechend auch meint, dass „Fremdarbeiter“ hier ein Deutschland ein Auskommen weniger verdienen als Volksgenossen.

    Zur Führerfigur: Die Kritik, die ich vermitteln wollte, ist folgende: Bei diesen werden neben ihren politischen Programmen Eigenschaften ihrer Persönlichkeit geschätzt, die gutes Herrschaftspersonal besitzen muss. Und das in zunehmender Weise. Es ist schon bezeichnend, wenn Leute mit Politikern vor allem verbinden, dass „der das Zeug hat, Deutschland wieder voran zu bringen“ (oder eine andere Wahlparole, die keinen politischen Inhalt hat) oder ganz schlicht (und ergreifend *schnüff*) „Change“.
    Zudem ist diese devote Selbstvergessenheit einer der Totengräber der (radikalen) Arbeiterbewegung. Stattt zu versuchen den eigenen materiellen Interessen im Kampfbund mit den anderen Angehörigen des Proletariats, die hier auch nur als Anhängsel des Profitstrebens vorkommen, Geltung zu verschaffen, sich dazu zu organisieren und dafür etwas zu tun, wird die politische Tätigkeit an Führer und Interessenvertreter abgegeben. Dann: Wahltag, Enttäuschung – und dann eventuell wieder Wahltag (viele finden auch gar keine geeigneten Herrschaftskandidaten, lassen aber, bis mal einer aufkommt – Sarrazin, Elsässer, Wedler? – alles mit sich machen). Die Leute sind nur zur Legitimation der Herrschaft, nicht als politische Akteure da – und fühlen sich in dieser Rolle auch noch wohl.

    Eins noch:

    „Liebe zu seinem Volk“
    Eine gewisse Empathie für Menschen bzw. Schichten ist sicherlich einer der Gründe, warum viele sich zu „Linken“ politisieren. Aber das geht der großen natürlich ab.

    Dass „Liebe zum Volk“, also zu allen seinen Mitgliedern – Kapitalisten wie Proletariern gleichermaßen –, etwas anderes ist als „eine gewisse Empathie für Menschen“ und auch wunderbar damit zusammen geht, dem größten Teil des Volks ein richtig beschissenes Leben hinzustellen, solltest selbst du wissen.

    Vielleicht auch alles überflüssige Diskussion: Wer die Linkspartei kritisiert, kann eigentlich nur ein konservativer Hetzer oder antideutscher Schuft sein, nä.

  23. 23 Stoner 04. Oktober 2010 um 13:53 Uhr

    „Lafontaine wird erwähnt, weil die eine devote Linkspartei-Anhängerin ihn auf ihrem Schild erwähnt – und das ohne einen sonstigen politischen Inhalt.
    Ein Nationalist und Rassist ist er, weil er sich am nationalen Politikbetrieb mit den entsprechenden Argumenten beteiligt. Dazu gehört unter anderem, dass er die Scheidung der Menschheit in Nationalitäten/Völker schon völlig verinnerlicht hat und dementsprechend auch meint, dass „Fremdarbeiter“ hier ein Deutschland ein Auskommen weniger verdienen als Volksgenossen.“

    Das ist einfach falsch, die Antikapitalistische Linke in der Linken hat sich immer für einen Mindestlohn eingesetzt (bei aller Kritik am Lohn), der für alle hier Arbeitenden gelten soll. Seine Kritik war damals, dass durch die sich einstellende Arbeitnehmerfreizügigkeit eine Lohnspirale nach unten stattfindet – eine doofe Sache, für die das Kapital was kann, was aber die Lohnabhängigen hier und da schädigt.

    „Zur Führerfigur: Die Kritik, die ich vermitteln wollte, ist folgende: Bei diesen werden neben ihren politischen Programmen Eigenschaften ihrer Persönlichkeit geschätzt, die gutes Herrschaftspersonal besitzen muss. Und das in zunehmender Weise. Es ist schon bezeichnend, wenn Leute mit Politikern vor allem verbinden, dass „der das Zeug hat, Deutschland wieder voran zu bringen“ (oder eine andere Wahlparole, die keinen politischen Inhalt hat) oder ganz schlicht (und ergreifend *schnüff*) „Change“. Zudem ist diese devote Selbstvergessenheit einer der Totengräber der (radikalen) Arbeiterbewegung. Stattt zu versuchen den eigenen materiellen Interessen im Kampfbund mit den anderen Angehörigen des Proletariats, die hier auch nur als Anhängsel des Profitstrebens vorkommen, Geltung zu verschaffen, sich dazu zu organisieren und dafür etwas zu tun, wird die politische Tätigkeit an Führer und Interessenvertreter abgegeben. Dann: Wahltag, Enttäuschung – und dann eventuell wieder Wahltag (viele finden auch gar keine geeigneten Herrschaftskandidaten, lassen aber, bis mal einer aufkommt – Sarrazin, Elsässer, Wedler? – alles mit sich machen). Die Leute sind nur zur Legitimation der Herrschaft, nicht als politische Akteure da – und fühlen sich in dieser Rolle auch noch wohl.“

    Ja, stimmt, so geht der nationale Politikbetrieb, da macht Lafontaine mit vielen seiner Anhänger keinen Ausnahme.

    „Eins noch:

    „Liebe zu seinem Volk“
    Eine gewisse Empathie für Menschen bzw. Schichten ist sicherlich einer der Gründe, warum viele sich zu „Linken“ politisieren. Aber das geht der großen natürlich ab.

    Dass „Liebe zum Volk“, also zu allen seinen Mitgliedern – Kapitalisten wie Proletariern gleichermaßen –, etwas anderes ist als „eine gewisse Empathie für Menschen“ und auch wunderbar damit zusammen geht, dem größten Teil des Volks ein richtig beschissenes Leben hinzustellen, solltest selbst du wissen.“

    Quatsch mit Sosse! Die meisten Linken politisieren sich vor Allem über empotionale Dinge, Armut, Krieg, Gewalt gegen Ausländer, blabla. Das und der Nationalismus sind nicht deckungsgleich. Und auch die meisten Linksparteiwähler und Lafo-Anhänger sind Humanisten und damit nicht unbedingt Parteigänger eines völkischen Gedankens.

    „Vielleicht auch alles überflüssige Diskussion: Wer die Linkspartei kritisiert, kann eigentlich nur ein konservativer Hetzer oder antideutscher Schuft sein, nä.“

    Ja, du verhälst dich nämlich in dieser Diskussion wie der krassete Israelsolispasst. Von Anfang an steht fest, das Lafo einfach ein besonders dreckiger Schuft ist (sonst würdest du eine Allgemeine Politikkritik machen) und suchst dann alles dazu zusammen. Als der Angriff auf die Gazaflotille war, haben die ganzen Antideutschen alle möglichen „Argumente“ gesucht (da warn Islamisten, die hatten Waffen, was verletzen die auch Israelische Hoheitsgebiete, etc.), dasselbe Verhalten legst du auch an den Tag.

    Warum „verteidige“ ich Lafontaine?
    Ich halt vom Politbetrieb nicht viel, finds aber gut, dass es in der Linken Menschen gibt, die eine (vielleicht auch falsch gestellte) Eigentumsfrage stellen mit denen man in kommenden sozialen Auseinandersetzungen vielleicht auch punktuell zusammenarbeiten, argitieren etc. kann. Das in der öffentlichen Diskussion wenigstens mal über so etwas wie Eigentum diskutiert wurde, ist zwar ein Armutszeugnis für die radikale Linke, aber unsere Kampfbedingungen können wir uns nun mal nicht aussuchen.

  24. 24 Wendy 04. Oktober 2010 um 15:45 Uhr

    Von Anfang an steht fest, das Lafo einfach ein besonders dreckiger Schuft ist (sonst würdest du eine Allgemeine Politikkritik machen)

    Abgesehen davon, dass – wie du festgestellt hast – die gegen Lafontaine vorgebrachten Argumente auch andere Politiker treffen: Warum sollte man sich nicht auch gesondert mit der Linkspartei auseinandersetzen. Schließlich gibt es immer noch genügend Verblendete, die die wählen oder gar denken, die würden „die Eigentumsfrage“ stellen.

    Wo sich deine dritte Einlassung auf mich bezieht, kann ich nicht wirklich erkennen.

  25. 25 Richard 04. Oktober 2010 um 15:46 Uhr

    „Seine Kritik war damals, dass durch die sich einstellende Arbeitnehmerfreizügigkeit eine Lohnspirale nach unten stattfindet – eine doofe Sache, für die das Kapital was kann, was aber die Lohnabhängigen hier und da schädigt.“ (Stoner)

    „Der Staat ist verpflichtet zu verhindern, dass Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter ihnen zu Billiglöhnen die Arbeitsplätze wegnehmen.“ (Oskar)

    Es ist in der Tat so, dass das Kapital die Löhne miteinander vergleicht und den billigsten nimmt. In dieser Konkurrenz unterbieten ausländische Arbeitnehmer auch mal die Deutschen. Weil der Lohn für die so untereinander konkurrierenden aber das einzige Lebensmittel ist, ist diese Konkurrenz um Arbeitsplätze und Löhne für sie ruinös und daher kritikabel. Sie gehört abgeschafft.

    Und was macht der Linke Oskar aus dieser Konkurrenz? Er nimmt Partei für heimische Arbeitnehmer gegen die ausländischen Arbeitsplatzrauber. Das ist falsch, weil so getan wird, als seien die Ausländer die Subjekte dieses Vergleichs. Und es ist gemein, weil es die beiden Opfer dieses Vergleichs gegeneinander ausspielt.

    Wenn man meint, dass „das Kapital etwas für die Lohnspirale nach unten kann“, dann sagt man das auch, und nicht, dass Familienväter Schutz vor ausländischer Billiglohnkonkurrenz brauchen. Und die Uminterpretation von falschen Aussagen in das eigene antikapitalistische Weltbild mag zwar eine leichte Fingerübung sein, wenn man die Linkspartei partout als potentiellen Bündnisparter und als Kampfbedingung affimieren will, schadet jedoch der antikapitalistischen Praxis.

  1. 1 Linkskapitalismus « Ofenschlot Pingback am 15. September 2010 um 13:26 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.