Zwei Fundstücke: Dumme Veganer, kluge Anarch@s.

Die „Vegane Gesellschaft“, die sich wahrscheinlich höchstens wünscht, ab und an mal von irgendjemandem irgendetwas abseits von „dürfen Veganer/innen Sperma schlucken?“1 gefragt zu werden, gibt auf ihrer Website Antwort darauf, weshalb sie denn „konsequent die Kleinschreibung verwendet“. Langweilig, man kennt doch die Antwort: Anti-Deutschland, blabla, praktischer ist es bisweilen auch, manche fühlen sich damit furchtbar kosmopolitisch.
Weit gefehlt. Diese komische Truppe schafft es tatsächlich, so ziemlich jedes halbwegs vernünftige Argument gegen (nationalistischen) Rechtschreibfimmel in sein dummes Gegenteil zu verkehren. Bequemlichkeit ist böse, „groß- und kleinbuchstaben gehören eigentlich nicht zusammen, sie sind künstlich zusammengefügt worden“ – dagegen ist die Tatsache, dass die Buchstabenfolge „B“, „A“, „U“, „M“ eines dieser komischen Holzdinger bezeichnet oder die Bauart und Funktion der Computer und Server dieser Assoziation wahrscheinlich ein Ausbund an Natürlichkeit. Wofür das überhaupt ein Argument sein soll, dass etwas „natürlich“ und nicht „künstlich“ ist… Ich bin auf jeden Fall dafür, dass besagte Gesellschaft ihre Argumente zur Groß- und Kleinschreibung nur noch vermittels ihrer Sprachorgane verbreiten darf. Auch die anderen Gründe für die Kleinschreibung können sich sehen lassen. Schaut selbst!

Da sind die Anarchos, welche die Universität Zürich recht großflächig mit Sinnsprüchen verschönert haben, viel mehr nach meinem Geschmack. Mein Lieblingsspruch ist ohne Frage:

GÄBE ES FOUCAULT, DELEUZE, GUATTARI UND LOYTARD NOCH, MÜSSTE MAN SIE TÖTEN2.

Klar, dass die Urheber nicht aus Deutschland stammen, wo man besonders, aber nicht nur in der Studentenschaft, sondern auch in der „radikalen Linken“ den ehrlichen, geschweige denn begründeten, Hass auf die Institutionen und Ideologen dieser Gesellschaft vergeblich sucht.

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4 Antworten auf “Zwei Fundstücke: Dumme Veganer, kluge Anarch@s.”


  1. 1 j. 04. Januar 2011 um 10:35 Uhr

    komisch, das könnte man der deutschen studentenschaft doch zugute halten, dass sie nicht so kindisch radikalistisch mit sprühdosen losziehen. naja, kommt wohl auf den intellektuellen standpunkt an.

  2. 2 Wendy 04. Januar 2011 um 13:38 Uhr

    Ich habe doch geschrieben, dass es mir vorrangig darum ging, dass in Zürich zumindest Leute/Studenten am Werk waren, die diese Gesellschaft als Ganze ablehnen.

  3. 3 arsch mit ohren 04. Januar 2011 um 19:27 Uhr

    sind wohl keine anarchos, sondern leute die sich auf situationistische internationale beziehen. siehe z.b. die parole 40 jahre rekuperation

  4. 4 Züri 05. Januar 2011 um 23:39 Uhr
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