»Militante Untersuchung«

Was soll man sagen… Das Leben dümpelt so vor sich hin, neuerdings scheint sogar ab und an die Sonne. Und neuerdings verdümpele ich mein Leben damit, anderen Leuten Geld zu machen. Keine schöne Sache. Wär‘ ich allerdings Anhänger der Thesen von Socialisme ou Barbarie oder der Operaisten, wäre ich bei meiner Tätigkeit auf zugedeckte Formen des betrieblichen Widerstands gestoßen. Egal ob man das jetzt so sieht oder einfach als handzahme Form, sich ein paar Minuten Pause zu erschummeln, fand ich die Sache mit der virtual cigarette break doch schon kurios: Man geht mit der Zigarette in der Hand aus dem Laden und steht damit eine Weile auf dem Hof oder vor der Kneipe herum. Hat ein wenig Ruhe vor dem Lärm, der Hektik, dem Rauch da drinnen. Kommt wieder ‚rein, niemand kackt einen an. Gehst du ohne Zichte alle 20 Minuten vor die Tür und guckst Löcher in die Luft, kannst du dir einen Einlauf abholen. Witzig wurde es, als erzählt wurde, dass manche Chefs einen sogar von allein gefragt haben, ob man nicht mal wieder eine rauchen will. Traurig wurde es, als erzählt wurde, dass manche sich das Rauchen eigens dafür angewöhnt haben.

P.S.: stfuparents, srsly. Ein Glück bin ich noch ein paar Jahre zu jung, um das wirklich zu fühlen.


4 Antworten auf “»Militante Untersuchung«”


  1. 1 l 05. März 2011 um 2:43 Uhr

    ui. daher so wenig von dir.

    aber der gerechtigkeit halber :P

    als ich 2003 in der firma x hackelte, war es als raucherin super, denn man konnte fast immer aus.

    als ich 2007 bei derselben firma hackelte, war die unternehmensinterne nichtraucherrichtlinie durch – und niemand durfte mehr raus. das unternehmen schreibt sich jetzt auf die fahnen, sich um die gesundheit der angestellten zu kümmern.

    ps: fließbandhacklern durften eh nie so wie angestellte, weil die maschine die pausen bestimmt.

  2. 2 Wendy 07. März 2011 um 15:49 Uhr

    Das ist natürlich auch eine Methode, noch mehr aus seinem Menschenmaterial herauszuholen.

    Der Grund, warum ich gerade weniger blogge, ist nicht, dass ich soviel arbeite. Die meiste Zeit habe ich mich hier an irgendwelchen Verlautbarungen der (Berliner) Linken oder irgendwelchem Blog-Mist abgearbeitet. Linkes Zeug finde ich allerdings mittlerweile so hart uninteressant (und es ist ja auch redundant), dass es sich für mich erübrigt, etwas dazu zu schreiben. Was nicht bedeutet, dass ich offline nicht mehr mit Linken diskutiere. ;)
    Blog-Geschichten kann ich grad nicht verfolgen, aber ab Mitte der Woche habe ich wieder einen Feed-Reader, vielleicht kommt dann die Wut wieder ;)

  3. 3 Oompa Loompa 08. März 2011 um 14:52 Uhr

    versuchs doch mal mit kommentaren zu den dümmlichen verlautbarungen der bild, spiegel, stern, focus etc, die ja reichlich material liefern.
    dann ziehst du zwar keine linken referer, die ihre debatten wiedergespiegelt bekommen wollen, aber das tatsächliche weltgeschehen ist ja auch nicht so ohne! ;)

  4. 4 Wendy 09. März 2011 um 15:42 Uhr

    You have right.

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