Manchmal sind Geisteskrankheiten nur eine Entschuldigung, seiner Umwelt auf die Nerven zu gehen.

Manchmal werden Leute kirre daran, dass sie nur ein kleines Rädchen sind, es dementsprechend auf ihre Meinung nicht ankommt und ihr Leben sowieso ganz anders verläuft, als sie sich vorgestellt haben. Grau. Dröge. Eintönig. Verständlich, dass man daran verzweifelt.
Doch anstatt sich auf die Suche nach Gründen für die beschissene eigene Lage zu machen beziehungsweise Anstalten, hier mal ein bisschen was aus dem Takt zu bringen, schwingt man sich auf. Macht sich selbst zu einer Person des öffentlichen Lebens, die moralisch kilometerweit über anderen steht und sowieso erleuchtet ist. Und dann darf ich mich anbrüllen lassen. Da die Leute meist von tuten und blasen keine Ahnung haben, sind die „Erkenntnisse“, die lautstark kundgetan werden nicht sonderlich tiefschürfend und meistens wiederholt es sich nach einigen Minuten wie eine kaputte Schallplatte. Wie oft ich mir schon scheiß-unoriginelle Verschwörungstheorien anhören durfte. Oder dass ich ein unmoralisches Arschloch mit widerlichem Lotterleben bin. Was sich alles ändern würde, wenn ich „MAL DEN ARSCH HOCHRKIEGEN“ würde. Ja klar, aber du arbeitest als Berufsrevolutionärin, wenn du mal keine Straßenköter umarmst.

Grüße gehen unter anderem raus an den Irak-Krieg-Mann, die Hunde-Frau, den Kopfhörer-Typen und alle anderen, die ich vergessen habe. Fickt euch.


6 Antworten auf “Manchmal sind Geisteskrankheiten nur eine Entschuldigung, seiner Umwelt auf die Nerven zu gehen.”


  1. 1 schons 24. März 2011 um 16:41 Uhr

    alle umboxen!

  2. 2 Wendy 25. März 2011 um 2:39 Uhr

    Also der Irak-Krieg-Mann ist ziemlich massig und seine äh Begeisterung für Kriegsinfos ganz schön einschüchternd. Wäre aber auch sowieso irgendwie fies. Und an deren Blödheit würde es auch überhaupt nichts ändern. Andererseits würden sie dann vielleicht die Fresse halten.

  3. 3 delilah 04. April 2011 um 10:37 Uhr

    dein gerechter zorn ist keine entschuldigung, den politischen gegner zu pathologisieren.

  4. 4 Wendy 04. April 2011 um 12:19 Uhr

    Politische Gegner? Das sind Irre. Und die proletarische Masche, die hier aber nur ganz am Rande angeschnitten wurde, sich derart in den Verhältnissen einzurichten, dass man von sich selbst die Meinung hat, man wäre ganz Herr der Lage und eine ganz besondere Person, ist in der Tat psychologisch

  5. 5 delilah 04. April 2011 um 12:24 Uhr

    ja, ok, irre. wieder nur ne punchline ohne argument. wer psychologische tricks anwendet, um klarzukommen, ist noch lange nicht krank.

  6. 6 Wendy 04. April 2011 um 12:47 Uhr

    Zwischen der psychologischen Masche, die hier aber nur ganz am Rande angeschnitten wurde und dem Punkt, wo die Leute einen Knacks abbekommen haben, würde ich aber schon Abstriche machen. Bei letzteren Leuten würde ich sagen, dass die Diskussion nicht lohnt. Ich glaube, das wurde nicht ganz klar, aber ich meinte halt wirklich Leute, die ohne jemanden bestimmtes zu adressieren, brüllend durch die U-Bahn laufen und wirres Zeug erzählen.
    Ich kann grad garnicht den Finger drauf legen, der Unterschied zum normalen Proleten dürfte sein, dass sich der Irre seine Meinungen aus der Wahnwelt holt, während der Prolet das Angebot der bürgerlichen Öffentlichkeit nutzt.

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