Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Afrika in Den Haag

Als diesen Kurs unterstützend begleitendes Medium schreibt Der Spiegel derzeit fleißig Afrikas Historie als besetzter Kontinent um. Der weißen Herrschaft einen janusköpfigen Charakter zubilligend, präsentiert er den europäischen Kolonialismus als zivilisationsbringende Lichtgestalt und gewalttätigen Ausplünderer in einem. Indem das »Nachrichtenmagazin« die anhaltend nachwirkende koloniale Schuld an der afrikanischen Dauerkrise geschichtsrevisionistisch relativiert, schafft es zugleich die Voraussetzungen, Afrika selbst – oder stellvertretend auch: deren Eliten – für den Zustand des Kontinents alleinverantwortlich zu machen. Jüngstes Beispiel: »Der Schlächter von Monrovia«.

An sich nichts neues, trotzdem interessant, zu mal das ja auch gerade in (post-)linken Kreisen en vogue wird.

Noch was zum Lachen: Die sog. „FAU“ im Kampf gegen „Überausbeutung“ und „unbezahlte Praktika“. Einerseits Affirmation, andererseits Kampf gegen Windmühlen. Welche_r Arbeitergeber_in stellt denn bitte schön bezahlte Praktikant_innen ein?

Großartige Plakate…

…gibts wieder bei „politischesplakat.tk“, interessant ist dieses Mal, dass es sich um alte Plakate handelt. Viele wurden wohl gemalt, andere collagenartig gefertigt, in andere Fotos reingearbeitet. Sehr interessant, ich hab mich sowieso immer gefragt, wie die Leute vor Photoshop und Gimp Plakate gemacht haben. Mein absoluter Favorit, was Style, Botschaft, Pathos und supersympathische abgebildete Leute angeht, ist dieses hier:

Sooo putzig, dass „die KOMMUNISTEN“ tatsächlich abgebildet sind… „Guckt mal, so sehen die aus. Garnicht so schlimm, wie es sich anhört“.
Ungewollt genial, wie der heroische, männlich-zupackende Ueber-Kommunist und die verschmitzt bis verschämt lachenden Partei-Mitglieder miteinander kollidieren. Naja, pathosgeladen bleibts trotzdem. Gefällt.

Ansonsten ein gut gemeinter Rat für alle Macker: Schäm dich, Schwätzer!

Herzensangelegenheiten.

Sprache des Herzens. Jagdszenen aus Oberbayern (1): Wie vor 57 Jahren in Landsberg Verteidiger der Naziverbrechen auf deren Opfer stießen. Von Markus Mohr

Wie aus einer anderen Welt: Markus Mohr beschreibt, wie sich innerhalb von kürzester Zeit 4000 BürgerInnen der Stadt Landsberg, sowie die hohe Politik sammelten, um die Hinrichtung von Nazi-Kriegsverbrechern abzuwenden und wie sich mehrere hundert Überlebende der lokalen Vernichtungslager geschichtsrevisionistische Reden anhören mussten. Doch lest selbst:

(mehr…)

Zwischendurch.

Empörung bei der Bild, Empörung bei lysis, wo sich aber gerade eine interessante Diskussion entspinnt.

Dresden.

Genug! Unterstützung für Selbstmordattentäter

Zu dumm zum Schreiben, zu dumm zum Layouten…

.

Immerhin hat die sympathische Frau im schwarzen Knöchelrock die Kernpunkte der zionistischen Bewegung gut auf den Punkt gebracht: Israel für die Juden. Da hilft nur noch eins: sich zurücklehnen, ruhig auch mal auf althergebrachtes besinnen. Dieses T-Shirt ist mutiger und geiler als jeder Hipster-Müll.

Bürgerliche Individuen

Mir ist so scheißlangweilig, dass ich tatsächlich diesen Text lese. Und wenn es so weiter geht, lese ich auch die restlichen Texte der Reihe. Leute: RUFT MICH AN! Ich bin ein Star, holt mich hier raus!

Und sowas nennt mensch wohl „Husarenstück“.

Jaja, Husarenstücke, die bring ich am laufenden Band, super Sache, das. Viel cooler sind/waren allerdings meine Homies, in Russland, die haben damals noch richtige Dinger gedreht, hohoho. Eine gute Gelegenheit die Kategorie „wenn es nur so einfach wäre“ einzuweihen.

[…] Um die Finanznot der Räte zu bekämpfen, kam es zu einer regelrechten »rotgardistischen Attacke gegen das Kapital«8, wie Lenin es formulierte. Der Kommandant der Roten Partisanenarmee im Süden, Wladimir A. Antonow-Owsejenko, ließ beispielsweise 15 reiche Bürger Charkows in einen Eisenbahnzug einsperren und drohte ihnen Deportation in die Donezbergwerke an, wenn sie nicht die von den Arbeitern als Weihnachtsgeld verlangte eine Million Rubel zahlten. […]“

Keepin‘ it real. Im sowjetischen Sinne.

Nordwärts. Nach Pommern.

Mit diesem Zitat am Ende eines Eintrags, der einerseits Reiseführer (sic!) und andererseits tourismuspolitische Empfehlung ist, hat es besserscheitern endgültig in meine Blogroll geschafft.

In Anlehnung an Mao ließe sich sagen: Die Aufklärung klickt aus dem Lauf meines Telis. Oder anders, in einer für die Kameranden geläufigen Mundart: Komm her und fang dir ‘n Ding ein. Und denn sie zu, dass du zusiehst.

Den ganzen Eintrag hier.

Wir sind Marx!

Papst Benedikts Lob des Kommunismus. Js.

Finden ernsthafte Diskussionen um Alternativen zum Bestehenden also nur links von den Etablierten statt? Im Prinzip ja. Aber unverhofft mischt sich jetzt jemand in die Debatte, der bislang als reaktionärer Hardliner galt: Josef Ratzinger alias Papst Benedikt XVI. Mit seiner jüngst veröffentlichten zweiten Enzyklika „Spe salvi facti sumus“ („Auf Hoffnung hin sind wir gerettet“) verblüffte er Gläubige wie Ungläubige gleichermaßen. Sein Text, schreibt Alexander Smoltczyk, Spiegel-Korrespondent in Rom, „liest sich passagenweise wie eine Tübinger Vorlesung aus den späten Sechzigern. Der Papst zitiert die Väter der Revolte, Marx und Engels, Kant, Horkheimer und Adorno, und bisweilen klingt er wie der alte Philosoph des ,Prinzip Hoffnung`, Ernst Bloch, vermischt mit einer Dosis New Age.“ (Spiegel Online, 30.11.07)

(mehr…)