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Iran – Entzerrung eine Feindbilds – Kritik der Staatsraison, Ideologie und Realpolitik einer Islamischen Republik.

Hiermit empfehle ich einen Vortrag von Heribert Fertl, der einige ideologische Begründungen der Feindschaft zum Iran kritisiert1 und sich im Hauptteil des Vortrags mit der Staatsraison, Ideologie und Realpolitik der islamischen Republik beschäftigt. Ich empfehle den Download der Gesamtdatei. Die 19 (!) einzelnen Vortragsteile könnten einen glauben machen, der Vortrag wäre 8 Stunden lang. Tatsächlich sind es jedoch ungefähr zweieinhalb Stunden. Teaser zum Reinhören:

  1. Interessant für Linke, die solchen Ideologemen aufgesessen sind. [zurück]

„Die Frage war mir jetzt zu lang“.

Ich habe mir mal die Veranstaltung der Naturfreundejugend Berlin im Tristeza angeschaut. Dort stellte der sog. „AK Pink Rabbit“ seine Broschüre vor. Die Veranstaltung unterteilte sich in ca. 1 h Vortrag und 1 h Debatte.

Vorab gleich mal meine Einschätzung: Gut gemeinte, aber letztlich erheblich mangelhafte Nationalismuskritik, die in der ersten Stunde vorgetragen wurde. Die Debatte war dann ein Totalausfall der Referentinnen und Referenten.

Gut gemeint war die Kritik deshalb, weil die Freunde der Natur immerhin festgestellt haben, dass der Staat und die Ideologie des Nationalismus einigen Leuten Leid antut. Gemeint sind aber lediglich queere Leute, Ausländer und wahrscheinlich auch Juden, wobei der Antisemitismus nicht großes Thema war.

Das hat natürlich den Hammer gleich in sich: Was der Staat mit den Inländern anstellt, was die sich da in ihrem Patriotismus falsch erklären, war gar nicht Thema. Der Höhepunkt war, dass ein Beitrag aus dem Publikum, in dem von den „Privilegien“ als Inländer („Ich bin privilegiert gegenüber aus Ausländern….ich kann mir jede Wohnung nehmen, die ich will“) schlicht unwidersprochen blieb.

Kritischen Beiträgen aus dem Publikum, von denen es recht viele gab, konnten die Referenten mehr oder weniger nichts entgegensetzen. „Die Frage war mir jetzt zu lang“. „Die Frage ist mir jetzt zu generell“ waren nur einige Höhepunkte des Totalausfalls der Rednerinnen und Redner.

Insofern ist die Nationalismuskritik der Naturfreunde eigentlich keine Kritik des Nationalismus, sondern vielmehr ein Auftakt zur Reform des Nationalismus; ein Plädoyer für einen Nationalismus, der Ausländer, queere Leute und Homos und Juden toleriert. Huch! Das gibt es ja schon längst.

Es gab sicher noch mehr zu sagen, ich hab aber nicht wirklich alles mitbekommen, weil ich schlecht saß. Es gibt aber Mitschnitte von der Veranstaltung.

Ziemlich dünn also alles. So bleibt zu sagen, dass der Rosa Hase allenfalls Hunger auf Hasenbraten gemacht hat.

P.S. Wenn man sich mal überlegt, dass bei 99,5 % Patrioten in diesem Land die 0,5 % Nationalismuskritiker so aussehen wie die Naturfreunde, dann weiß man gar nicht recht, was man schlimmer finden soll: die Nationalisten oder ihre Kritiker…

«Der Antideutsche, karikiert»

Der Antideutsche prinzipiell
Ist gegen die Nationen.
Das gilt nur nicht für Israel,
Weil dort ‚die Juden‘ wohnen.

Von andren Ländern in Nah-Ost
Wird Israel bestritten.
Drum schickt er Bomben mit der Post
Und sorgt für gute Sitten.

Er hält Kritik für seine Pflicht
Und Linke nur für Flegel.
Er liest, doch er versteht meist nicht:
Adorno und auch Hegel.

Mit Kommunisten zwar affin
Doch praktisch ganz alleine.
Denn linke Gruppen sind für ihn
Nur völkische Vereine.

Die schlimmsten Linken leben schon
(Wie Hitler) vegetarisch.
So folgt die schnelle Induktion:
Tierschutz = deutsch und arisch. (mehr…)

Junge Generäle.

Bei „Junge Linke“ werden neue Seminare angekündigt. Zumindest thematisch scheint es auch interessante Verantaltungen zu geben. Zum Beispiel zu „Staatsverschuldung“ oder „Sozialstaat“. Da gibt es aber leider noch keinen Ankündigungstext.

Zu „Zionismus gleich Rassimus“ – Antizionismus ist also gleich Antirassismus?“ gibt es einen Teaser und der wird leider dem Selbstanspruch einer antinationalen Kritik überhaupt nicht gerecht. Das Verständnis für die israelische Staatsgewalt geht so weit, sich eines Urteils über die Brutalität einer Kriegsmacht zu ermächtigen:

Gegen Juden richte sich ihre Kritik an Israel nicht, betonen Antizionisten. Es sei einfach ein Staat, der militant und mächtig gegen seine Gegner vorgehe, rassistisch mit allen nicht-Juden verfahre und obendrein noch beste Beziehungen zum Imperialisten USA unterhalte. […]

Mit dieser Ansicht fühlen sich Antizionisten ganz schön im Recht. Diese Kritiken an Israel offenbaren eine beachtliche Ignoranz gegenüber den Fakten: Israel kommt in der Tat nicht ohne Rassismus aus, aber das unterscheidet diesen Staat nicht von seinen westlichen Partnern. Die Kriege, die es führt, waren auch nur „durchschnittlich martialisch“ […]

Welchen Maßstab haben die Militärexperten gegen Kapital und Nation denn da wohl zugrunde gelegt?!

Interessant auch: Die Antizionisten werden Israel Rassismus gg. Nichtjuden vor – das ignoriert nach Junge Linke jedoch die Fakten. Was sind die Fakten? „Israel kommt in der Tat nicht ohne Rassismus aus“

So ein Käse kommt heraus, wenn man mangelhafter Kritik an Israel lediglich eine Ehrenrettung dieser Nation entgegensetzt. Voll antinational!

Im „gesellschaftlich-unbewussten erkennbar“.

Zeigte sich der Antisemitismus im historischen Kontext des gesamten christlichen Abendlandes, seiner modernen Entwicklungen im 19. Jahrhundert bis hin zu Auschwitz als Ausdruck der Barbarei und dem Bruch einer gesamten Gesellschaftsform, macht er sich heute im Gesellschaftlich-Unbewussten erkennbar.

Von diesem Bruch (manche sagen auch Sündenfall) hat sich die abendländische Gesellschaft bekanntermaßen nie mehr vollständig erholt.

Hiermit sei Freunden der emanzipatorischen Esoterik und pathologisierender Antisemitismus-Verklärung („Eine Psychoanalyse des Antisemitismus begreift diesen als eine Folge der undurchschauten Psyche“) diese Veranstaltungsreihe der „Gruppe disparat“ und der Antifaschistischen Emanzipativen Gruppe Berlin empfohlen.

Immer diese Linken…

Solidarität!

Mir solls Recht sein, vielleicht leidet so wenigstens die „ernsthafte“ politische Arbeit einiger Leute ein wenig. Mit den Forderungen der Entführer kann man ja schon etwas anfangen (“ 6.Rasieren, waschen, neu einkleiden!“). Für Nicht-Berliner: Der Tretroller eines bekannten linken „Aktivisten“ ist abhanden gekommen und die Leute, die das Ding wohl haben, haben jetzt diesen Blog aufgemacht, um sich daraus noch einen Spaß zu machen oder so. Mal gucken, was draus wird.

Edit: Argumente zur Sache.

Gute Freunde kann niemand trennen: Diskussionsveranstaltung von TOP Berlin, Leipziger Antifa und INEX zu „antinationaler Kritik“.

Da in meiner Kommentarspalte dafür Werbung gemacht wurde und ich diese Veranstaltung nicht völlig uninteressant finde, weise ich hiermit nochmal gesondert auf die Disku-VA dieser illustren Runde hin. Thema ist in bestem Antifa-ist-sexy-Englisch „Why we´re still not lovin` Germany!“. Das Ganze steht in Zusammenhang mit einer Demonstration gegen Deutschland und so, die in Leipzig stattfinden wird.

Wer sich jetzt fragt, wie TOP und Leipziger Antifas darauf kommen, einem etwas von antinationaler Kritik zu erzählen, steht genauso ratlos da wie ich und sollte vielleicht einfach am 17.09.09, 20h im Monarch1 in Kreuzberg 36 aufschlagen, um dort mitzudiskutieren. Das ist dann hoffentlich gewinnbringender als das wirre Gequatsche der Referenten – der Ankündigungstext ist durchaus als Drohung zu verstehen. (mehr…)

„Kein Frieden mit den Feinden Israels“

...

Wie sehr es den hiesigen „Solidarischen“ um die Menschen im Iran und deren „Freiheitsstreben“ geht, zeigte sich in beeindruckender Weise auf der Kundgebung, die die Gruppe T.O.P. im Rahmen der „Antifa Teheran„–“Kamagne“ organisiert hatte. Wenn man den Fotos des Bildreporters P. M. Cheung glauben darf, machte ein Großteil der Kundgebungsteilnehmer klar, dass es ihnen nicht vordergründig um die Menschen im Iran, sondern um deren Stellung zu Israel, also die deutsche Hoffnung auf einen außenpolitisch zahmen Iran geht. „Kein Frieden mit den Feinden Israels!“, dass ist die Parole, die die Bedingungen formuliert, unter der man „solidarisch“ mit der Oppositionsbewegung im Iran ist. Auf einem Transparent kommen denn auch konsequenterweise Iraner auch garnicht mehr vor.

Man kann, bei allem Abscheu der Bagagge gegenüber eigentlich nur dankbar sein, wie konsequent sie sich entlarvt hat. Dass hier Linke unterwegs sind, die ihr Steckenpferd in der propagandistischen Umsetzung der Vorhaben des israelischen Außenministeriums gefunden haben, macht mich noch nicht mal fassungslos. Das kennt man. Aber das man sich auch angesichts des wochenlangen „Sturm aus Scheiße“, der vor allem Internet unter den verschiedensten Gründen wohlfeil zur Solidarität mit den Protestierenden im Iran blies, nicht einmal mehr die Mühe macht, die wahren Gründe für sein Engagement irgendwie als solidarisch mit den Oppositionellen im Iran zu verklären, das ist schon ein starkes Stück. Einmal mehr wird auch die weitestgehende Ignoranz gegenüber den Inhalten der protestierenden Iraner deutlich: Für die Solidarität mit Israel sind Kommunisten tatsächlich hinderlich und sie wären es auch als politische Bewegung, als auch als Objekt der Solidarität im Iran.

T.O.P. Berlin: Heuchler!

Hahahaha.

Benz statt Boykott!

Re-Writing a Jungle World Article.

Nach dem rassistischen Mord an einer israelische Frau in einem Dresdener Gerichtssaal ist von wachsendem Antisemitismus die Rede. Das nützt vor allem den reaktionären Vertretern des Judentums.

Kommentar von Thomas von der Osten-Sacken

Dieser Tage beantwortet sich die häufig gestellte Frage, was denn der Unterschied zwischen Antisemitismus und Rassismus sei, selbst: Wird ein vermeintlicher Ausländer in Deutschland von Nazis oder anderen Rassisten ermordet, so stehen jene, die um ihn trauern und gegen die Mörder demonstrieren, alleine da. Ist dagegen »Antisemitismus« im Spiel, wird die Tat im wahrsten Sinne des Wortes zur Chefsache. Dann nämlich nehmen sich ihrer so illustre Gestalten wie der israelische Präsident Shimon Peres, israelische Ministerpräsident Netanjahu, und Charlotte Knobloch von Zentralrat der Juden; also Leute, denen die Tat kein Wort wert gewesen wäre, handelte es sich bei dem Opfer nicht um eine Kippa tragende Jüdin. […]

via communism Ich empfehle auch „Chucks“ Kommentar zum Thema. Die „Jungle World“ demontiert sich als linke Zeitung immer mehr selbst. Das wäre zumindest zu hoffen. Furchtbar wäre es, wenn der rassistische und sonstwie reaktionäre Müll, der in diesem Schandblatt verbreitet wird, auf größere Zustimmung in der Linken stoßen würde, somit als „links“ im deutschen Kontext zu bezeichnen wäre.