Um neben Interviews, Aussagen und Statistiken weitere Daten zu erhalten, werteten die Wissenschaftler der FU Berlin für ihre Studie zur Gewalt am Kampftag der Arbeiterklasse linke Blogs aus. Da ich mich natürlich für die Materie interessiere, habe ich gleich nachgeschaut, welche Blogs ausgegraben wurden. Trauriges Ergebnis: Von 9 konsultierten Beiträgen „explizit linker Blogs“ standen 4 auf dem Deppen-Blog „Analyse, Kritik und Aktion“.
Zur Studie selbst:
Plutonia Plarre von der taz schreibt dazu: „Im Umkehrschluss heißt das: ohne Bullen kein Krawall – eine Parole, die auf keiner linken Demo fehlen darf.“ Im taz Artikel werden dann Statements von verschieden PolitikerInnen aufgeführt, die einen fordern ein komplett polizeifreies Kreuzberg am 1. Mai, während die CDU dann erst recht Chaos befürchtet, wenn die Polizei nicht mehr präsent sei.
Wage ich zu bezweifeln, aber weniger Krawall könnte es dann schon geben. Einerseits scheinheilig und andererseits kreuzbürgerlich, die eigene Gewalt, deren Rechtfertigung nur darin liegen kann, ob die Zwecke, die man mit ihr durchsetzen will, auch durchgesetzt werden können, mit Notwehr und „die anderen haben angefangen/provoziert!“.
Die Mitschnitte zur Diskussions-Veranstaltung der „Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin“ zur DDR sind endlich online und so konnte auch ich mir ein Bild davon machen, wie interessant und erkenntnisreich die Sache wirkich war. Auf den Indymedia-Artikel, der zeitnah erschien und von einem ziemlich enttäuschten Besucher der VA geschrieben wurde, wollte ich mich nicht verlassen. Leider muss ich nach dem Durchhören der Veranstaltung in den negativen Ton des Indy-Beitrags einstimmen. Angekündigt war der Versuch, zu bestimmen, „was die DDR eigentlich war“. Das ist erstmal sehr vernünftig und natürlich bitter notwendig, wenn man sich einen Kopf darüber macht, wie man als „radikale Linke“ zur DDR stehen soll bzw. was man davon halten soll, wie sich die Linke und der gesellschaftliche Mainstream gerade zur DDR verhalten. Dies fand schlicht und ergreifend nicht statt (mehr…)

Ob hüsch oder nicht. Frau Wawzyniak wählt den einfachsten Weg: kein öffentlicher Protest gegen die Aktionen der “rot-roten” Berliner Polizei- statt dessen “Photos knipsen gegen rechts”. Oh Mann, und solche leute gehen regelmäßig ans Grab von R. Luxemburg, einer Revolutionärin- die mit solchen “Linken” vom Schlage einer Wawzyniak sicherlich nichts zu tun hat: weder inhaltlich, noch was den persönlichen Mut, Einsatz und Konsequenz betrifft.
Das ganze Spektakel hier. Ich möchte mich nicht dafür einsetzen, dass Wawzyniak sich ihrer Pflicht als linke Herrschaftselite bewusst wird und den Repressionsorganen den Antifaschismus autonomer Auslegung einbleut. Aber das sie (mal wieder) so offensichtlich vor sich her heuchelt, dass finde ich, ist schon: eine Unverschämtheit! (mehr…)
Anscheinend doch nicht:

Abseits von antifaschistischen Freunden des Rechtsstaates, die diesen gegen Neonazis in Front bringen wollen und sich diesbezüglich anscheinend schon am Ziel wähnen, hat der deutsche Staat klargestellt, dass er Aufrufe zum Bruch des Versammlungsrechts nicht sonderlich lustig findet und größere Teile des Mobilisierungsmaterials für die Aktivitäten gegen den alljährlichen Nazi-Aufmarsch in Dresden beschlagnahmt.
Dagegen wandte sich am gestrigen Dienstag-Abend eine spontane Demonstration. Ein anonymer Teilnehmer, der einen Indymedia-Artikel zu den Vorkommnissen geschrieben hat, hat den Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden und holt darüber hinaus noch einen guten Teil der Schweine, die man eigentlich bekämpfen sollte, in die antifaschistische Volksfront:
Ziviler Ungehorsam und Massenblockaden sind keine Straftaten. Gegen Nazis und ihre menschenverachtende Ideologie sind sie, so sollten „wehrhafte Demokrat*innen“ eigentlich wissen, eine „Bürger*innen-Pflicht“. Das wissen die grünen Gelben genauso, wie die Linkspartei, oder Gewerkschafter*innn, Jusos und auch Pastor*innen. Nur die Dresdener Staatsanwaltschaft offenbar nicht.
Ein „Linksradikaler“ beschwört die „wehrhafte Demokratie“ – und zwar weil diese sich gegen extremistische Elemente in ihrer Mitte wehrt. Köstlich.
P.S.: Wenigstens können die Leute Transparente malen.
Antifaschistische Aktion Berlin – Anti-fascist Action Berlin. Very much a part of the „left-wing scene“ where style wins over substance every time. The fashion student’s favourite revolutionary organisation, post-this, post-that, post-the other, the AAB is best known for organising apolitical demonstrations with sound-systems to block out political content, such as the „Revolutionary 1st May“ in Berlin, which is little more than an excuse for a riot. The AAB sell a wide range of merchandise, including hooded tops, masks, and „riot“ or „antifa“ t-shirts, available in „boy“ or „girlie“ cuts. The AAB (mis)uses the logo of the original Anti-Fascist Action set up by the German Communist Party in the early 1930s. This time however, class plays no role in the AAB.
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nada Könnte man genausogut zur heutigen ALB oder auch zur ARAB schreiben.
Eigentlich wollte ich es ja erst im obligatorischen Jahresendpost oder im Beitrag zu meiner ersten (Antifa-)Demo (´92!) fragen, aber da ich nicht was, ob die sich durch meine Ferienfaulheit ans Licht der Welt graben können: Was geht eigentlich an Silvester? Und bitte kommt mir nicht mit der K9-Party und auch nicht mit dieser Demo.
P.S.: wtf?!
Mir wird ja oft vorgeworfen, dass ich die deutsche Nazi-Szene unterschätzen würde. Blödsinn! Ich bin mir des Potentials und der Größe dieser Bande durchaus bewusst und auch die finanziellen Ressourcen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, sind durchaus bedenklich. Und um zu verhindern, dass diese Deppen ihr Geld in ausländischen Designer-Klamotten („Thor Steinar“), Nazi-Gold oder schwedischen Samenbanken anlegen, habe ich mit ein paar Freunden ein paar intelligente und vielversprechende Geschäftsideen auf den Markt gebracht. (mehr…)
…wenn man gleichzeitig angepöbelt und betatscht wird! Ist das ein linker Trick, um das ganze gleichzeitig gerechtfertigt und gütig erscheinen zu lassen?
Einleitend kann man sich eigentlich fragen, warum ausgerechnet mit der Antifa Frankfurt (am Main), deren Protagonisten ja schließlich zu den Leuten gehören, die der „Internationalen Solidarität“ und deren Befürwortern mit den teilweise sogar richtigen Argumenten den Garaus gemacht haben – und in der Folgezeit die „Internationale Solidarität“ zur internationalen Solidarität mit Nationen pervertiert haben – nun wieder genau die alte Linie einfordern: Irgendwo regt sich eine Bewegung, man vermutet, erhofft sich in ihr das ultimative revolutionäre Subjekt und ruft unkritisch zur Solidarität auf.
Der ganze Clou besteht wohl daraus, dass sich die heutigen linken (?) Protagonisten größtenteils genauso wie der gesellschaftliche Mainstream und die (extreme) Rechte als Kultur-Kämpfer verstehen. Die Vorstellung, es kämpften mehrere organizistisch und als relativ homogen vorgestellte Kulturkreise gegeneinander, ist schon großer Blödsinn. Dem Westen dann noch die Rolle des Vorkämpfers allen Gutens und den Anderen die der rückständigen Barbaren, die sich entweder an den fortschrittlichen Westen anzupassen oder unterzugehen hätten, ist rassistisch. Die positiven Bezugspunkte, die dem westlichen Bürger zur Hand gereicht werden, entpuppen sich darüber hinaus auch noch als die Kernpunkte bürgerlicher Ideologie und Staatlichkeit: Freiheit, Gleichheit, Menschenrecht, Demokratie, politische (rechtsstaatliche) Emanzipation des Menschen. Nun braucht man sich eigentlich nicht zu wundern, warum Antideutsche soetwas gut finden. (mehr…)