Archiv der Kategorie 'Gesichter des Grauens'

»Kommunismus ist sexy!«

Das geht alle Deutschen etwas an.

CDU, Linksparei, Antifas, israelsolidarische Vollidioten, palästinasolidarische Deppen, ein Stauffenberg-Fan und wer weiß was noch alles für gruselige Gestalten vereinigen sich zur Volksfront – vielleicht kann man das jedoch auch schon Querfront nennen… – gegen eine NPD-Kundgebung, die sich vorgeblich gegen die israelische Kriegsführung im Gaza-Streifen richtet, angesichts des Datums aber eher als die tausendste Provokation mit Holocaust-Bezug gedeutet werden kann.

Es wären ja sogar getrennte Veranstaltungen möglich gewesen, aber bei dem Thema sind sich wohl alle einig.

„Neonazis in Berlin: Proteste gegen NPD-Mahnwache“.

Angesichts solcher Ereignisse bin ich fast versucht, in Ablehnung dieser ganzen Bagage – Neonazis eingeschlossen – „antideutsch“ als Label für mich zu entdecken. Ungerichtete Reflexe, verständlich vielleicht, bei so einem Elend. „Antideutsch“ ist auch ein Fehler.

Viel vernünftiger ist es wohl, die deutsche Linke, an die man ja irgendwann mal den Anspruch hatte, dass sie radikal, gesellschaftskritisch, revolutionär und antagonistisch zu sein habe, als ein großes Freiluftkabarett zu verstehen und sie gleichzeitig endgültig als einen gleichberechtigten Teil der Volksgemeinschaft (no Nazi-Vorwurf) einzugemeinden. Das hat sie sich verdient.

kopfschüttelnd, angewidert; Wendy.

Achso: Die Hallas-Vögel löschen Artikel mit abweichender Meinung. Gabs kontra?

Zweimal Meck-Pomm, zweimal ,Force Attack‘ (Segnungen des Kapitalismus).

[…]Denn Ostsee-Propaganda und die Tatsache, daß die lokale Wirtschaft nur an einem einzigen Wochenende im Jahr wirklich aufblüht, haben die Einwohner lernen lassen, dass jeder willkommen ist, solange nur die Pinke klimpert.

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„Krieg solchen Zuständen!“

Ich dokumentiere hier ungekürzt einen Artikel von Uli Krug aus einer Zeitung, in der man solche direkten Artikel zu den Tanz- und Saufgewohnheiten der Deutschen, die nur durch „die Gnade der späten Geburt“ ihrem Schicksal als Wehrmachtslandser, SS-Soldaten und KZ-Wärter „entkommen“ sind, eigentlich nicht erwarten würde.
Ansonsten schreibt Uli Krug verdienstvolle Artikel in der Zeitschrift Bahamas. Dieser Artikel ist jedoch aus dem „Südkurier“.

Aber jetzt der Artikel (man, der schreibt mir echt aus der Seele!!):

Kultknüller und Abtanz-Schmankerl

Stilechter geht es fast nicht mehr als auf dem Revival der sagenumwitterten Villinger Jugendbälle in den wilden Siebzigern: Der Saal im Münsterzentrum perfekt dekoriert mit Original-Plakaten der damals in der Region reüssierenden Cover-Bands, einem Riesen-Travolta-Schattenriss, zeitgenössischen Platten, Hüllen und Werbung – und überall die legendären und einst unvermeidlichen Pril-Blumen.

Zugegeben: Damals hieß der Slogan noch „Trau keinem über 30“, während jetzt die Devise „Kein Eintritt unter 18 Jahren“ lautet. Davon abgesehen, wirkt die Szenerie bereits schon am Eingang echt: wie in Schulzeiten drücken sich fröhlich erregte Grüppchen (damals sagte man: Cliquen) im Eingangsbereich des Münsterzentrums herum, um auf Bekannte zu warten – und natürlich um zu rauchen, denn drinnen herrscht ein in den Siebzigern noch undurchsetzbar gewesenes Rauchverbot.

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Lieber Wachs-Hitler-Attentäter,

seien wir realistisch, ein Held sind Sie nicht. Einer Wachsfigur den Kopf abzureißen, ist so heldenhaft wie Fliegenfangen. Beim Fliegenfangen setzt man sein Leben nicht aufs Spiel. Dennoch sind Sie für mich sympathisch als Attentäter.

Sie leben in Berlin-Kreuzberg („Kreuzberger Nächte sind lang“). Sie waren Polizist, bis Sie auf einer 1.-Mai-Demonstration fühlten, zur anderen Seite zu gehören. Sie kündigten Ihren Polizeidienst und leben seitdem von Hartz IV und 1-Euro-Jobs in der Altenpflege. Sie haben ein Kind aus einer früheren Beziehung – ansonsten haben Sie Ihre Kneipe. Sie sind ein Kreuzberger Berliner, wie man ihn besser nicht beschreiben kann. Sie haben Ihren kleinen Balkon, die kleine Sonne, die auf Sie scheint. Sie sind glücklich, eine neue Beziehung zu haben, entspannt sitzen Sie in Ihrer Kneipe. Ihre Kneipe ist Ihr Zuhause. Sie trinken 2, 3 Bier, die Rede kommt auf Hitler. Nie mehr Krieg, sagen Sie in Ihrer Kneipe. „Ich hau ihm den Kopf ab.“ So oder ähnlich muss es abgelaufen sein.

Die Geschichte des geköpften Hitlers ist keine politische Tat. Sie ist in einer Kneipe geboren.

Es gab 42 historische Attentate auf Adolf Hitler – dieses Attentat ist ein Attentat aus der Kneipe.

Es ist nicht heldenhaft – aber sympathisch.

Herzlichst

Ihr F. J. Wagner

Gesichter des Grauens I.

Torsun von Egotronic.