Archiv der Kategorie 'Heimatliebe = Heimatschutz'

hihi

Heimatschutz ist Handarbeit.

Es gibt noch Hoffnung.

„Wir müssen uns ruhig verhalten. Wir sind hier nicht in München. Sonst werden wir noch zusammengeschlagen!“

Und auch zu einer anderen hauptsächlich von aufmerksamkeitsgestörten Bayern regelmäßig aufgebauschten Debatte konnte ich interessantes erlauschen:

„München ist konservativ.“ (1), „Ein anderes Wort für: spießig.“ (2). Zustimmendes Nicken.

Kritik des herrschaftlichen Anspruchs, der im Begriff der Heimat enthalten ist.

…und das Lied ist für diejenigen, deren Heimat es 20 Jahre nach „dem Ende“ nicht mehr gibt. Es ist eine sehr gute Darstellung der Funktion der Ideologie „Heimat“: Prenzlauer Berg ist scheiße und abgeranzt, aber dafür ist hier DDR – und die DDR sind wir. Das ist da zumindest unter anderem enthalten. Was man in der DDR und vor allem ihren Führungsetagen mit Sozialismus meinte, wird ja im Text kritisiert. Taugte schon mal als Weg zum „Kommunismus“ nichts!

2. Rechtfertigen wollte die SED ihre Staatsgründung vor den Leuten, die der Sieg der Roten Armee ihrer Macht unterstellt. Daß ein Krieg, keine Revolution, sie zur herrschenden Partei gemacht hatte, ist für sich nichts Ehrenrühriges. Um so mehr wäre es für die Kommunisten fällig gewesen, die Erkenntnisse über Lohnarbeit und „nationale Identität“ unter die Massen zu bringen, ohne die zwar allerlei Umsturz, aber keine Revolution in Richtung Kommunismus zu machen ist. Die SED hat aber etwas anderes vorgehabt, nämlich die Eröffnung eines neuen Staates mit – verstaatlichter – Lohnarbeit, politischer Hrrschaft und nationalem Konkurrenzerfolg. Deswegen hat sie ihre Masen auch auf die denkbar schlechtste Gemeinsamkeit festgelegt, nämlich die Unterordnung aller unter ein und dieselbe Staatsgewalt. Mot „Sozialismus“ hat sie einen Idealfall dieser Gemeinsamkeit gemeint, also einen nationalen Kollektivismus propagiert. Die SED hat eben nie das politische Programm gehabt, in ihrem Zuständigkeitsbereich gesellschaftliche Verhältnisse zu schaffen, die mit ihrer selbstverständlichen und einleuchtenden Nützlichkeit für die damit beglückten Werktätigen die Existenz einer allgegenwärtigen Staatsgewalt überflüssig gemacht hätten. Statt dessen hat sie ein System gesetzlich erzwungener Dienste und Abhängigkeiten hergestellt und dies den Leuten als ihre Hiemat ans Herz gelegt – ganz nach der reaktionären Logik, welche die von der Staatsgewalt gestifteten „Realitäten“ als vorgegeben Lebensumstände deutet, in die der Mensch hineingeboren wird, in die er sich deshalb fügen muß und die er deswegen auch noch liebgewinnen soll. (mehr…)

Oft gelacht, am Ende schwer geschluckt – Tommy Wosch hört bei „Fritz“ auf.

Pro-Wosch-DemoRadio Fritz, das ist ein Jugend-Radio-Sender, der aus den gleichen Gründen genauso konsensfähig wie enervierend ist wie die Band „Die Ärzte“. Es ist wohl einem historischen Zufall zu verdanken, dass die Programmgestaltung teilweise von sehr interessanten Leuten gemacht wurde. Einer von ihnen ist Jürgen Kuttner, der mir zwar mit seiner äußerst speziellen Art irgendwann auf den Sack ging, bis dahin jedoch witziges, anarchisches Radio gemacht hat, DDR-Propaganda-Lieder gespielt hat und sogar mal mit der Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik zusammengearbeitet hat.
Vor vielen anderen Moderatoren, zum Beispiel Holger Klein, die eine zeitlang dafür sorgten, dass wir nicht verstrahlt, sondern wegen dem Hören des „Blue Moons“ übermüdet auf dem Schulhof standen, war sicherlich Tommy Wosch der Lustigste. Er – und nicht zu vergessen: Sein Co-Moderator Michi Balzer – versendete anbetungswürdigen groben Unfug, war ebenso, aber auch erträglicher, anarchisch wie Kuttner, machte einem den damals schon tristen Alltag etwas erträglicher und prägte meinen Humor und den meiner Freunde und machte großen Eindruck auf uns. (mehr…)

Don´t believe the hype.

Passt.
„Grafik anzeigen“ und es wird größer.

Winterabend

In unserer schönen Republik hat jedermann einen Wohnsitz. Wo, das hängt von allerlei ab – Eltern, wo’s Arbeit gibt, wo Wohnungen frei sind –, bloß von ihm selbst in den allerseltensten Fällen.
Wie groß der Sitz ist, wie ausgestattet und was man sonst so davon hat, das bestimmt sich für die meisten ebensowenig nach ihrem Gusto – schon eher nach der Größe des Geldbeutels. Und was um die Wohnung rum alles so in näherer und weiterer Umgebung ist, das resultiert neben den bisherigen aus weiteren Entscheidungen f r e m d e r Leute, ob sie dort Straßen, Fabriken oder sonst was haben wollen. Und was man selbst in Glücksfällen dieser Frage von seiner Umgebung hat, da sind die sonstigen Lebensumstände – sprich Arbeit auch nicht zu vernachlässigen! Das Zuhause in dieser Republik ist also eine ziemliche Zwangsangelegenheit – und eine beschissene meist dazu. Aller Grund also, darüber nicht froh zu werden und etwas dagegen zu unternehmen!?
Von wegen! Wo man sich gezwungenermaßen aufhält, heißt nicht einfach so, sondern H e i m a t – und soll als solche gleich ein Gegenstand der Liebe und Zuneigung sein und ein positives Gefühl in einem hervorrufen. Und dieses Gefühl ist so u n b e d i n g t, daß es sich jeden – noch so verrückten -Inhalt geben kann. Von der harmlosen Idiotie, es müsse immer genau der Fußballverein gewinnen, in dessen Nähe man haust, bis hin zu der Überzeugung, dieser Flecken Erde gehöre sich auf jeden Fall verteidigt – Heimat, Heimat, über alles!1

  1. Ankündigung Diskussionsveranstaltung der Marxistischen Gruppe: Heimat, Umwelt, Leben – Nein danke! [zurück]