Archiv der Kategorie 'Kommunismus'

Gruppe ISKRA – Mit Deutschland gegen die Deutschen

Beim Lesen des Textes der „Gruppe ISKRA“ zu den nationalistischen Ekelhaftigkeiten auch in Frankfurt / Oder fiel mir auf, dass diese Gruppe sich Nationalismus nicht hauptsächlich als Ideologie, die eine Herstellung einer allgemeinen Zustimmung zum kapitalistischen Staat zum Ziel hat, sondern als gemeinschaftsduselige Hudelei und Abgrenzung zu „den anderen“ vorstellt.
Warum und wie Staatsgrenzen und -völker entstehen, wer (na ratet mal…) diese in die Welt brachte, das interessiert die jungen Linken (no offense) nicht, ihnen zählt nur das Ergebnis: Der deutsche Staatsbürger, der Stolz auf sein Land und seinen Pass ist, er hält auch während internationalen Sportwettbewerben seinem Land die Treue. Die Vorstellung, sie seien „als Deutsche“ etwas völlig anderes als polnische Staatsbürger_innen, ist bei deutschen Nationalist_innen in der Tat integraler Bestandteil ihres Selbstbildes. Bei der „Gruppe ISKRA“ scheint jedoch immer der Gedanke durchzublitzen, es gäbe ein „Bedürfnis“ nach Abgrenzung, welches im Deutschen (autoritären Charakter/Bodymind…?) verwurzelt sei.
Auch wenn der Text für die Verhältnisse bei Antifa-Gruppen relativ lang ist, wird mensch eine treffende Analyse vergebens suchen. Stattdessen wird moralisiert, die Abgrenzung habe gefälligst aufzuhören. So wie die „Gruppe ISKRA“ deutsche Nationalist_innen kritisiert, könnte sie auch das Gebahren von Emos in einem x-b-liebigen Land kritisieren.

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Rausch und Revolution… und mal fünfe grade sein lassen.

Rockstar hatte ich ja angekündigt, den Arranca!-Artikel zu suchen, der recht ansehnlich versucht hat, zu erklären, warum der gepflegte Schweinesuff auch einen emanzipatorischen Moment hat, nämlich den, dass die Zeit, die eigentlich für die Reproduktion des Körpers für die Lohnarbeit gebraucht wird, für die Reproduktion nach der Party in Anspruch genommen wird. Da frag ich mich zwar, warum ich das denn eigentlich immer Samstags und Sonntags mache und nicht etwa einfach mal Montags… Vielleicht weil ich dann doch immer fit sein muss, für den nächsten Arbeits-, Schul- oder Uni-Tag?
Langer Rede kurzer Sinn: Den Artikel habe ich nicht gefunden, aber festgestellt, dass die aktuelle Arranca! sich sowieso mit der Drogenthematik auseinandersetzt1, was beim Überfliegen recht lesenswert aussah. Außerdem habe ich noch einen älteren Artikel gefunden, der einige alte Wahrheiten zum Thema „Linke und Parties“ zu Papier bringt, die ich euch nicht vorenthalten will. Die Reflektionen des Artikels gehen von Überlegungen über die Anfänge der Frankfurter Nachttanzdemos aus.

[…]“Party ist halt Party … ist halt …“

In den meisten linksradikalen Szeneheften, die das Thema Party und Politik berühren, findet sich kaum mehr als der Hinweis, daß die bürgerliche Trennung von Spaß und Politik abzulehnen sei. Die genauere Bestimmung oder gar Überwindung des behaupteten Mangels bleibt hingegen offen. Party ist nach dieser Vorstellung kein Widerspruch zur ernsten Politik, wenn die Vermittlung der politischen Inhalte und Forderungen über Flugblätter, Transparente oder Redebeiträge gewährleistet ist. Dabei wird das, was auf „kultur-linken“ Partys geschieht gar nicht mehr wahrgenommen, wie und mit welchem Hintergrund sich Leute dort bewegen als unpolitisch abgetan. Diese Analyse mündet dann in der Aussage: „Spaß und Party darf man ja haben, aber man soll´s nicht politisch nennen“. Mit diesem tunnelartigen Politikbegriff wird die Partywelt durchgerastert und nach Merkmalen abgesucht, die das Event zum Politikum machen könnten.

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Achter Mai 2008.

Für den Frieden der Welt!

Wem dankt das Gute und Schöne?

Dann will ich den allgemeinen, un- bzw. sogar anti-kritischen Jubelstürmen mal zuvorkommen: Wendy feiert nicht, warum auch und was?
Mir fallen einige Vokabeln ein, wenn ich an die militärische Niederringung des deutschen Faschismus denke. Aufatmen. Innehalten. Trauern. Dankbarkeit. „Feiern“, „jubeln“, „Schaumparty“, gar?
Abgesehen von der Pietätlosigkeit, die sich immer wieder zeigt, sollte auch Gebrabbel wie „Thanks to the Allies“ schleunigst überdacht werden. Gab es denn ein einziges Mitglied in der sog. „Anti-Hitler-Koalition“, die in den Krieg eingetreten ist, weil sie grundlegende inhaltliche Probleme mit dem Faschismus hatte? Die Sowjetunion, sie schloß Verträge mit Nazi-Deutschland ab, sie einigte sich mit den Nazis über die Aufteilung Polens, sie deportierte KommunistInnen, JüdInnen und AntifaschistInnen1 nach Nazi-Deutschland, wo viele von ihnen dem sicheren Tod ausgeliefert waren, all ihre antifaschistischen Bekenntnisse waren nur Phrasen, Großbritanniens Premier Churchill äußerte sich äußert wohlwollend über Benito Mussolini, die USA hatten lange wirtschaftliche Beziehungen zu Nazi-Deutschland und stellten bald nach dem Sieg über Deutschland klar, gegen wen nun – endlich! – die Waffen zu richten seien.
Es muss doch stutzig machen, wie schnell die Sache mit der Entnazifierung gegessen war und wie schnell Deutschland von seinen einstigen westlichen Feinden flott gemacht wurde für die Systemkonkurrenz. Am Ende dieser Entwicklung, die ich einfach mal nur mit Stichworten wie „Marshall-Plan“, „Aufrüstung“, „NATO-Beitritt“ und „Europäische Union“ beschreibe, steht das mächtigste Deutschland der Geschichte.
Wenn ich überhaupt wem danken will, dann ganz bestimmt keinen Staatsgebilden, nicht den USA, nicht Frankreich, nicht der Sowjetunion. Ich danke den einfachen SoldatInnen, die wahrscheinlich noch am besten begriffen, was für ein sinnloser und menschenverachtender Wahnsinn jeder Krieg ist.
Daher habe ich bei dem Lied, das ich an das Ende dieses Beitrages setze, fast schon ein wenig schlechtes Gewissen. Diese heroische Wortgewaltigkeit wird den Entbehrungen, Leiden und Schmerzen und den großen Verlusten an jungen Menschenleben, die die rote Armee zu leisten hatte, ebent nur schlecht gerecht…¹²³

Buchempfehlung: „Der Mythos vom guten Krieg. Die USA und der Zweite Weltkrieg“, Jacques Pauwels.

Dank euch, ihr SowjetsoldatInnen – Ewig währt der Toten Heldenruhm!

  1. „– Buber-Neumann, Frau des Kommunisten Neumann, die von der Sowjetregierung in die sibirischen Lager geschickt worden war, während der Pakt-Zeit mit vielen anderen deutschen und österreichischen Kommunistinnen und Kommunisten an Deutschland ausgeliefert wurde und dort im KZ Ravensbrück bis zur Befreiung zu überleben hatte.“ [zurück]

Nachtrag: schorsch hat noch einen Beitrag geschrieben, der sich mit der Position, die narodnik und ich im Jubeltrubel bezogen hatten, auseinandersetzt. In meinem ersten Diskussionsbeitrag revidierte ich einen Teil dieses Beitrags, nämlich, dass kaum inhaltliche Probleme zwischen den Alliierten und den Nazis bestanden.

Antifaschistisch in Wort und Tat also, da revidiere ich meinen Beitrag gerne, aber bürgerlich und imperialistisch bis ins Mark und kein Bezugspunkt irgendeiner Form von Solidarität!

http://berlin-wall.org.

The Berlin Wall – The Best and Sexiest Wall ever existed!!!

To everything there is a reason…
and a time to every purpose under heaven!!
A time to be born and a time to die,
a time to weep and a time to laugh…
A time to love and a time to hate,
a time of war and a time of peace…
THE BERLIN WALL, you gave me a purpose in life
TO LOVE YOU!!!

Webseite einer sog. „Objekt-Sexualistin“.

Via.

Form vor Inhalt.

Naja, es läuft eigentlich wie immer, immerhin werden Kommunist_innen und solche, die es werden wollen (bzw. sein) etwas zu lachen haben und eine Mutprobe, schließlich wird es ein sehr belastendes Erlebnis werden, sich den „Karl-Marx-Film“ anzuschauen. Immerhin, er erscheint nicht im Kino, nur auf DVD.
Anscheinend sollen verschiedenste „Größen“ interviewt werden, fast alle sind SozialdemokratInnen oder CDUlerInnen, nur einmal kommt jemand zu Wort, der von sich behaupten kann, Marx studiert zu haben, der hat ihn aber leider nicht verstanden und das blödeste, was Modrow zum Marx einfällt ist, dass er „ein großer Deutscher“ gewesen sei.

Naja, was will mensch auch erwarten, setzt sich der Film doch nicht mit Marxs politischen Analysen auseinander anders, sondern sucht den Grund für sein „Rebellentum“ (so lässt sich das wohl zusammenfassen) in Umzügen, Lebensniederlagen und so weiter und so fort.

So schlecht der wahrscheinlich auch ist, er inspirierte mich zu einer großen, besseren Film-Idee:
Ein GSP-Groupie mit Antifa-Sozialisation verzweifelt herzergreifend am Grabe von Marx über die Idiotie der linken Szene. Wie in „Karate Tiger“ macht sich der Geist des großen Mentors (also nicht Bruce Lee) jetzt auf, dem Jüngling Wissen über seine „Kunst“ zu vermitteln. Am Ende ist der Bengel dann der große Marxologen-Checker, is nur noch die Frage, was das Turnier am Ende ersetzt, wo Jean Claude van Damme zerfetzt werden musste. Vielleicht der UG-Kongress, Part II?

Dieses Bild ist am Assoziationsspielchen schuld.

Thanks.

Message from the Commander in Chief

[…] Fortunately, our Revolution can still count on cadres from the old guard and others who were very young in the early stages of the process. Some were very young, almost children, when they joined the fight on the mountains and later they have given glory to the country with their heroic performance and their internationalist missions. They have the authority and the experience to guarantee the replacement. There is also the intermediate generation which learned together with us the basics of the complex and almost unattainable art of organizing and leading a revolution.

The path will always be difficult and require from everyone’s intelligent effort. I distrust the seemingly easy path of apologetics or its antithesis the self-flagellation. We should always be prepared for the worst variable. The principle of being as prudent in success as steady in adversity cannot be forgotten. The adversary to be defeated is extremely strong; however, we have been able to keep it at bay for half a century.

This is not my farewell to you. My only wish is to fight as a soldier in the battle of ideas. I shall continue to write under the heading of ‘Reflections by comrade Fidel.’ It will be just another weapon you can count on. Perhaps my voice will be heard. I shall be careful.

Thanks.

Fidel Castro Ruz

February 18, 2008

5:30 p.m.

Salut!

„Kein Verzicht mehr!“

Auch, wenn einem vieles am Streik der Eisenbahner_innen im letzten Jahr nicht sympathisch war, die Tendenz zur Verweigerung der Unterordnung der eigenen Bedürfnisse unter „Sachzwänge“, Profitlogik, Konzerninteressen und die der Nation, das war schon was.
In der jungen Welt hat der schreibende Arbeiter „Jim Knopf“, der im Berufsleben Bahnbegleiter ist, eine klassenbewusste Zusammenfassung des Arbeitskampfes geschrieben.
Irritierend ist die kriegerische Rhetorik, aber da kann ich drüber hinweg schauen. Vorab kritisieren möchte ich nur die völlige Überwertung der sog. Solidarität „der Masse“ bzw. der Arbeiter_innen. Machen wir uns nichts vor, da kam kaum etwas. Soli-Adressen, schön und gut, aber solidarische Aktionen oder Streiks gab es kaum. Und das die Leitungen der anderen Gewerkschaften noch nicht einmal Solidarität mit der GDL heucheln musste, gibt gut Auskunft über die Stärke und Macht der massenhaften Solidarität.
Vor dem Siedepunkt heruntergekühlt. Lesenswert, als Ergänzung sind die Links unter einem anderen Beitrag von mir äußerst hilfreich.

Etwas älter ist der Kommentar von „Wedel“ (Vorname unbekannt…) zum Thema Nokia und dem ganzen Rumgejaule, das sich wieder entlädt. Arbeiter_innen, die ohne jede Einsicht in die hiesigen und heutigen Verhältnisse wehklagen und deren – bisher – härteste Aktion der Bitt-Gang nach Canossa, hier Finnland, zur Presse-Konferenz von Nokia war, um dort, munitioniert mit dem Argument, dass mensch sich doch wunderbar hat vernutzen lassen und dem Konzern genutzt hat, zu erbetteln, dass das Werk nicht geschlossen wird.

Eine Diskussion, die ich mir gerade durchlese und die auch um das Thema Gewerkschaften und so weiter geführt wird, findet ihr bei neoprene.

Küss mich, Genosse!

Wer sich jetzt heiße Geschichten aus dem Privatleben von Wendy erhofft, wird enttäuscht: Es geht um eine anscheinend superbe TV-Sendung, die ich gerade verpasst habe. Ich zitiere den Berliner Kurier:
„Jenny findet heraus, dass ihre spießige Mutter früher ein Hippie und ihr Vater ein ostdeutscher DJ war. Plötzlich (?, Wendy) macht sie einen Zeitsprung und findet sich am Tag vor ihrer Zeugung wieder, dem Tag des Länderspiels der BRD gegen die DDR 1974 (0:1! Wendy). Da verliebt sich Frank, ihr Vater, in sie – aber sie muss ihn mit ihrer Mutter verkuppeln, Alex, verkuppeln. – Unterhaltsamer Zeitsprung-Spaß

Hat das wer gesehen und kann etwas dazu beitragen? Das tolle Bild aus dem Kurier finde ich gerade nicht im Netz, werde es aber vielleicht nachreichen können.

Nun guck „Der Wald vor lauter Bäumen“ auf 3sat, der soll gut sein, Bildungsfernsehen, ist mir aber erstmal egal. Schließlich muss ich nur die Zeit bis 00:20 überbrücken, denn dann kommt „Viva Maria!“ auf ARD: (mehr…)