Archiv der Kategorie 'Kritik im Handgemenge'

»Brüche« (Marcus Hammerschmitt).

Hepburn?

Da die Staatsgewalt ausnahmsweise einmal nicht Autonome, Kurden, Fußballfans oder sonstige Außerirdische in die Mangel genommen hat, ist das Entsetzen groß. Der Mittelstand, der sich von diesen Außerirdischen immer weit genug entfernt wusste, aber an Stuttgart 21 so wenig Gefallen findet, dass seine Empörung in Protest umschlägt, sieht sich auf untunliche Weise mit dem „Gesocks“ in eine Ecke gestellt: „Das könnt ihr doch mit uns nicht machen!“ (mehr…)

1. Mai 2008: Ich bin links, weil ich eine falsche Kapitalismuskritik vertrete…

…ich wähle „Die Linke“, damit sie die Quadratur des Kreises / einen Kapitalismus ohne sozialen Ausschuss durchsetzt oder zumindest – ganz gerecht und so – den armen und den ganz armen Leuten, die dabei herauskommen, wenn sie sich in ihrer Stellung als Kostenfaktor in der Gewinnrechnung des Kapitals wegstreichen lassen, ein Leben in minimal abgemindertem Elend ermöglicht oder damit Ausbeutung und Armut sozial bemäntelt wird, wie Halina Arschlochianirek fordert:

Oder weil man einen Nationalisten und Rassisten als Führerfigur veehrt. Die Gang sagt: Jedes Bild ein Treffer. Habt euren Spaß. Mir bricht’s das Herz, dass es Leute gibt, die es bitter nötig haben, was gegen das System machen wollen, nur um am Ende wieder bei affirmativen Ideologien zu landen, die nun wirklich nichts mit dem Einstehen für eine grundlegende materielle Verbesserung der eigenen Lage zu tun haben. Und dann gehen sie Arschlöchern wie der Linkspartei auf den Leim.

Freerk Huisken: Die unselige Sarrazin-Debatte. (!)

[…] Das unterscheidet die regierenden Politiker vom Warner Sarrazin: Die Herstellung eines in allen Teilen nützlich einsetzbaren Staatsvolks mag zwar ihr Ideal sein, ist aber für sie nicht das praktische Maß aller Dinge. Als Politiker sind sie Realisten, die wissen, dass es gerade die erfolgreiche Benutzung des eigenen Staatsvolks – angereichtert um Teile fremder Völker – als Ressource ist, die immer wieder jene „Probleme“ hervorbringt, von denen aus Sarrazin seinen nationalen Untergang konstruiert. […]

Da fehlen jetzt noch einige Sätze, damit ein Schuh draus wird, aber da mich mein USB-Stick hasst und ich deswegen den Rest nicht mehr abtippen kann, empfehle ich euch früher als geplant das [weiterlesen] (.pdf-Link)!

„7 Thesen zur Definitionsmacht“: Auf Indymedia gefunden und kurz kommentiert.

Auf Indymedia bin ich über „7 Thesen zur Definitionsmacht“ gestolpert, die eine Kritik der Definitionsmacht darstellen sollen. Damit ist in diesem Falle ein bestimmter Handlungsmodus gemeint, der Opfern von Vergewaltigungen abseits von der – als patriarchal geprägt wahrgenommenen – bürgerlicher Justiz helfen soll und ihnen Schutz gegenüber den Tätern bieten soll. Eben darüber, dass dem Opfer die Definitionsmacht über den „Vorfall“ und die Reaktion auf ihn zugesprochen wird und zwar von einer Gruppe von Leuten, die gewillt sind, dem Willen des Opfers in der Sache zur Durchsetzung zu verhelfen. Diese Leute, das sind Linke, die dem Opfer ersparen wollen, sich nach einer Vergewaltigung Krankenhausärzten, dem Stress einer gerichtlichen Befragung und vielem weiterem auszusetzen. Das ist zumindest die Situation, auf die mithilfe der Definitionsmacht reagiert werden soll.

Egal, was man vom Konzept der „Definitionsmacht“ hält, der Text auf Indymedia ist ein Machwerk. Beispielsweise legen Formulierungen nahe, dass die Behauptungen der Verfasser sich durch empirische Beobachtungen belegen ließen. Diese „Beispiele“, die es angeblich gibt, – und von denen man nicht weiß, ob sie tatsächlich für das Konfliktfeld typisch sind – werden allerdings nicht genannt. Dafür werden auch Gründe genannt, aber die sind ziemlich egal. Entweder man nennt die Beispiele und lässt die Leser über ihre Beweiskraft entscheiden oder man lässt sie weg.

These 1:

‚DefMa‘ soll die ultimative Antwort auf die Mannigfaltigkeit von Einzelfällen sein. Die ‚DefMa‘ ist somit die Kapitulation vor der Komplexität, der Widersprüchlichkeit des Phänomens, vor der Individualität des Einzelfalls, vor der Ohnmacht, angesichts der Tatsache, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse offenbar Vergewaltigungen hervorbringen und/oder begünstigen und wir keine gesellschaftlich relevanten Mittel dagegen finden können.[…]

Abgesehen davon, dass die Befürworter des Definitionsmacht-Konzepts nie behauptet haben, eine „ultimative Antwort“ in den Händen zu halten, sondern ein Werkzeug, mit dem man in Ermangelung eines besseren arbeiten sollte, um eine adaquäte und für das Opfer schonende Antwort auf Vergewaltigungen zu haben, enthalten diese zwei Sätze kein Argument, warum das Definitionsmacht-Konzept denn der „Komplexität des Einzelfalls“ etc. nicht gerecht würde undkeine Beweisführung, die zeigt, dass diese Komplexität überhaupt vorliegt. Tatsächlich sprechen die Befürworter ja für jeden Fall dem einzelnen geschädigten Individuum die volle Macht über die Definition der Tat und die Antwort darüber zu. Die Antworten, die man also mit der Definitionsmacht auf Vergewaltigungen finden kann, sind so vielfältig wie die Ansichten und Persönlichkeiten der Opfer. Da liegt übrigens auch der Hund begraben: Einer Diskussion mit dem Ziel zu ergründen, was als Vergewaltigung angesehen werden sollte und was nicht, wird sich in dieser Szene offensiv verweigert. Dabei muss ja eine Einordnung von sexuellen Übergriffen „unterhalb“ der Kategorie „Vergewaltigung“ nicht bedeuten, dass nicht ebenso energisch auf sie reagiert und die Interessen der Opfer vertreten werden. Diskussionsbeiträge wie der hier besprochene (und viele weitere aus der Männerrechtler-Szene) tragen allerdings auch nicht zur Förderung der Bereitschaft, sich so einer Diskussion zu stellen, bei.
Außerdem klingt noch an, dass praktische Antworten auf Vergewaltigungen, die unterhalb von gesellschaftlichen Veränderungen stattfinden, die das Phänomen völlig abschaffen sollen, unmöglich oder zumindest nicht anstrebenswert sind. Argumentativ unterfüttert wird das nicht weiter. (mehr…)

Und am anderen Ende der Welt…

Deutschland-Fans
England-Fans

…da ich an diesem „Ende der Welt“ wohne, wäre es mir sehr genehm, wenn bald, sehr bald, sich hier ein Heulen, das am Himmelsgewölbe zerschellt, erheben würde…

Nie wieder Deutschland!

»Die guten Gründe unserer Militäreinsätze in der Welt«

Die guten Gründe unserer Militäreinsätze in der Welt

Da will der Bundespräsident seinem Volk, das mehrheitlich am guten nationalen Sinn des Afghanistan-Kriegs zweifelt, nur ein bisschen Orientierung geben. In einem Interview betont er, dass hinter allen „höheren“ Motiven, die für diesen Krieg ins Feld geführt werden, letztlich auch ein ganz handfestes nationales Interesse steckt. Offenbar ist er der Meinung, dass sich damit dann aber auch alle Zweifel beim Bürger, den er ganz selbstverständlich als mit seiner Nation mitfiebernden Patrioten unterstellt, zu erledigen haben. Auch wenn es im Fall Afghanistan nicht unbedingt auf der Hand liegen mag, macht uns Horst Köhler klar, dass eine wirtschaftlich mächtige Nation wie Deutschland viel zu verlieren hat, dass sie deshalb ihre Reichtumsquellen auf der ganzen Welt jederzeit verteidigen muss, zur Not auch mit militärischer Gewalt:
„Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“

vonmarxlernen.de: Bundespräsident Köhler fängt sich Kritik ein und tritt zurück

The good, the bad and the ugly.

The good

The bad

The ugly

„Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen“, „Abendessen mit dem Kronzprinzen“, dann gehts weiter mit demokratischen Hochburgen, die der Dominanz religiöser Fundamentalisten in den Führungsebenen völlig unverdächtig sind: Saudi-Arabien, Bahrain und Katar. Menschenrechtsgejaule, wie es im Falle eines Besuches eines Staates mit ähnlich religiöser Staatsraison, aber wesentlich demokratischerem Aufbau, dem Iran, mit höchster Sicherheit zu erwarten wäre, stellt sich nicht ein. Man sollte dies der demokratischen Medien-Öffentlichkeit nicht als Nachlässigkeit ankreiden; vielmehr sind hier Kenner am Werk, die ganz genau wissen, das Menschenrechte im Miteinander der Staaten als Berufungstitel für die eigenen Vorhaben herhalten und daher nicht immer aus der Schublade geholt werden müssen. Die von Merkel bereisten Monarchien fügen sich zur Zeit ganz gut in ihre Rolle, Wirtschaftspartner zum Nutzen des Westen und verlässliche Partner in der turbulenten „Nahost“-Region zu sein. Das ist die Hauptsache, da braucht man auch nicht an Frauenunterdrückung herumzumäkeln, wenn ein waschechter Kronzprinz „unsere“ Kanzlerin zum Essen einlädt.
Wie immer wird man auch auf eine Antifa-Kampagne, (post-)antideutsche Boykottaufrufe und ähnliches Geplärre lange warten: Die üblichen Verdächtigen, die ebenfalls in der Benutzung von in der bürgerlichen Gesellschaft hoch angesehenen Berufungstiteln beschlagen sind, gucken mit einem gehörigen Desinteresse auf diesen Teil des Erdballs mit seinen verschleierten Frauen, enthaupteten Kriminellen und ermordeten Oppositionellen. Die zählen nicht viel, wenn sie zur Aufwertung der Interessen deutscher Linker nichts taugen: Um Israel und aufmüpfige Perser, die sich von Öl als Energielieferant unabhängig machen – und sich, auch wenn bisher wenig dafür spricht, vielleicht einen Waffen-Vorteil in der Staatenkonkurrenz verschaffen – wollen, geht es eben auch nicht. Dieser instrumentelle und heuchlerische Umgang mit Menschen, die unterdrückt, verprügelt und ermordet werden, mag einige anwidern. Das beredte Schweigen der 4. Gewalt und Teilen der Linken ist jedoch auch äußerst aufschlussreich.

Junge Generäle.

Bei „Junge Linke“ werden neue Seminare angekündigt. Zumindest thematisch scheint es auch interessante Verantaltungen zu geben. Zum Beispiel zu „Staatsverschuldung“ oder „Sozialstaat“. Da gibt es aber leider noch keinen Ankündigungstext.

Zu „Zionismus gleich Rassimus“ – Antizionismus ist also gleich Antirassismus?“ gibt es einen Teaser und der wird leider dem Selbstanspruch einer antinationalen Kritik überhaupt nicht gerecht. Das Verständnis für die israelische Staatsgewalt geht so weit, sich eines Urteils über die Brutalität einer Kriegsmacht zu ermächtigen:

Gegen Juden richte sich ihre Kritik an Israel nicht, betonen Antizionisten. Es sei einfach ein Staat, der militant und mächtig gegen seine Gegner vorgehe, rassistisch mit allen nicht-Juden verfahre und obendrein noch beste Beziehungen zum Imperialisten USA unterhalte. […]

Mit dieser Ansicht fühlen sich Antizionisten ganz schön im Recht. Diese Kritiken an Israel offenbaren eine beachtliche Ignoranz gegenüber den Fakten: Israel kommt in der Tat nicht ohne Rassismus aus, aber das unterscheidet diesen Staat nicht von seinen westlichen Partnern. Die Kriege, die es führt, waren auch nur „durchschnittlich martialisch“ […]

Welchen Maßstab haben die Militärexperten gegen Kapital und Nation denn da wohl zugrunde gelegt?!

Interessant auch: Die Antizionisten werden Israel Rassismus gg. Nichtjuden vor – das ignoriert nach Junge Linke jedoch die Fakten. Was sind die Fakten? „Israel kommt in der Tat nicht ohne Rassismus aus“

So ein Käse kommt heraus, wenn man mangelhafter Kritik an Israel lediglich eine Ehrenrettung dieser Nation entgegensetzt. Voll antinational!

ARAB-Veranstaltung: „DDR – Die radikale Linke und der realsozialistische Versuch“.

Die Mitschnitte zur Diskussions-Veranstaltung der „Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin“ zur DDR sind endlich online und so konnte auch ich mir ein Bild davon machen, wie interessant und erkenntnisreich die Sache wirkich war. Auf den Indymedia-Artikel, der zeitnah erschien und von einem ziemlich enttäuschten Besucher der VA geschrieben wurde, wollte ich mich nicht verlassen. Leider muss ich nach dem Durchhören der Veranstaltung in den negativen Ton des Indy-Beitrags einstimmen. Angekündigt war der Versuch, zu bestimmen, „was die DDR eigentlich war“. Das ist erstmal sehr vernünftig und natürlich bitter notwendig, wenn man sich einen Kopf darüber macht, wie man als „radikale Linke“ zur DDR stehen soll bzw. was man davon halten soll, wie sich die Linke und der gesellschaftliche Mainstream gerade zur DDR verhalten. Dies fand schlicht und ergreifend nicht statt (mehr…)

Verbloggt: Alliance for Workers‘ Liberty zur AAB.

Antifaschistische Aktion Berlin – Anti-fascist Action Berlin. Very much a part of the „left-wing scene“ where style wins over substance every time. The fashion student’s favourite revolutionary organisation, post-this, post-that, post-the other, the AAB is best known for organising apolitical demonstrations with sound-systems to block out political content, such as the „Revolutionary 1st May“ in Berlin, which is little more than an excuse for a riot. The AAB sell a wide range of merchandise, including hooded tops, masks, and „riot“ or „antifa“ t-shirts, available in „boy“ or „girlie“ cuts. The AAB (mis)uses the logo of the original Anti-Fascist Action set up by the German Communist Party in the early 1930s. This time however, class plays no role in the AAB.

.via nada Könnte man genausogut zur heutigen ALB oder auch zur ARAB schreiben.

Eigentlich wollte ich es ja erst im obligatorischen Jahresendpost oder im Beitrag zu meiner ersten (Antifa-)Demo (´92!) fragen, aber da ich nicht was, ob die sich durch meine Ferienfaulheit ans Licht der Welt graben können: Was geht eigentlich an Silvester? Und bitte kommt mir nicht mit der K9-Party und auch nicht mit dieser Demo.

P.S.: wtf?!