Archiv der Kategorie 'OC-Ostberlin'

Vom „alternativen Leben“…

Für manche ist darüber das Wohnen zum Lebensinhalt geraten, zum „alternativen Leben“ nämlich. Dessen Inhalt besteht hauptsächlich in der Ideologie, die eigene Privatsphäre staatsfrei gemacht zu haben. Diese Ideologie beruht auf dem verlogenen Versprechen des bürgerlichen Staats, sich aus dem Leben seiner Bürger, je privater, desto mehr, herauszuhalten. Daß derselbe Staat – und keineswegs nur der realsozialistische, der sich auf diesen Schwindel nie festgelegt hat – tatsächlich dauernd im Leben seiner Bürger bis in die Intimsphäre hinein herumreglementiert, ist für manche selbstbewußte Individuen immer wieder einmal der Anlaß, sich eine Verweigerungshaltung zuzulegen und „selbstbestimmt“ so ungefähr alles zu tun, was die öffentliche Ordnung verlangt und was sie darüber hinaus beim Staat an bürgerfreundlichen Diensten vermissen.

Mit diesem Standpunkt sind die Ostberliner Häuserkämpfer dem neuen Wind entgegengetreten, den die regierende SPD durch ihren Kiez wehen ließ. Je härter die Klarstellung, daß demokratische Freiheit so nicht gemeint ist, um so hartnäckiger besteht die Szene auf ihren Glauben an ihr Recht, ausgerechnet beim Wohnen gegen jedes staatliche Vorschriftenwesen ihre „selbstbestimmte Subjektivität“ zu entfalten. In diesem Sinne schafft sie es, den Einsatz von Polizei und Bundesgrenzschutz in einen Angriff auf ihre Individualität zu verdrehen; sie können von „Fremdbestimmtheit“ bloß noch psychologisch reden; sie klamüsern sich als Waffe und Widerstand solche Schimären wie „Zusammengehörigkeitsgefühl“ und „Kommunikation“ zurecht. (mehr…)

http://de.indymedia.org/2011/07/311300.shtml

Besonders hilfreich erscheint es mir, im vorhinein Menschinnen auszuschließen, die sich zu dieser absolut neuen und unbedingt auf besonders kreative Art und Weise zu beantwortenden Fragestellung schon Gedanken gemacht haben und ihren Schlüssen infamerweise auch noch einen Wahrheitsgehalt zusprechen. Bleibt zu hoffen, dass mit den Ergebnissen des Netzwerks keine Rassist_innen oder Kapitalist_innen diskriminiert werden.

Hauste rein, 2010.

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»Realstadt – Wünsche als Wirklichkeit«.

Seit dem 1. Oktober ist Berlin Schauplatz der großen Stadtausstellung Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit.

Die Ausstellung handelt nicht nur von der Stadt selbst, sondern auch vom Umgang mit ihr. Realstadt.Wünsche als Wirklichkeit zeigt Stadtentwicklung als Projekt vieler Akteurinnen und Akteure. Sie kommen zu Wort – mit alltäglichen Wünschen und spektakulären, idealistischen und ökonomisch motivierten, lokalen und weltumspannenden. Denn: Städte sind aus Wünschen gebaut, von Wünschen bewegt und von Wünschen durchlebt.1

Wenn ich also, und das passiert in letzter Zeit recht häufig, an diesem imposanten Kraftwerk und der daran angebrachten Werbung für die Ausstellung vorbei komme, fallen mir auch so einige „Wünsche“ in Bezug auf ein erstrebenswertes Zusammenleben in einer – meiner – Stadt ein. Ein ganz verwegener wäre zum Beispiel, dass man es doch so einrichten könnte, dass mein Bedürfnis, ein Dach über dem Kopf zu haben und im Winter nicht zu erfrieren, nicht von profitgeilen Arschlöchern, deren staatlich bewachte Besitzrechte an Immobilien, Strom und Wärme produzierenden Einrichtungen dies erst ermöglicht, zu meiner Erpressung ausgenutzt wird, damit ich ihnen – woher ich das bekomme ist dann mein Bier und die Geldbeschaffung gestaltet sich recht schwierig – Geld in den Rachen schmeiße. Als frommer Wunsch formuliert könnte sich meine Vorstellung noch locker in die Reihe anderer idealistischer Vorschläge (an die Herrschaft) einreihen. Doch keine Sorge: Das Wissen, dass sich die Leute, die an den eingerichteten Erpressungsverhältnissen verdienen und der Staat, der sich am so produzierten Reichtum bedient, sich nicht einfach aus ihrer Machtposition wünschen lassen, ist vorhanden. Ist ja auch nicht alles zufällig so geworden, wie es ist. Da bräuchte es dann schon einen Fackelzug nach Zehlendorf und dann würde man… ach, lassen wir das. Für heute. (mehr…)

„Die Grenzen emanzipatorischer Islamkritik“ – na ihr habt Probleme!

Und wie können wir bei unserer Kritik am deutlich machen, dass wir damit nicht zu Verteidigern des „christlichen Abendlandes“ und der verschiedenen hierzulande hegemonialen Spielarten des Christentums oder eines westlichen Wohlstandschauvinismus werden?

Fragen sich die Veranstalter einer Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Warum dieser Hass?
Oder die Grenzen emanzipatorischer Islamkritik“. Da möchte man erschreckt zurückweichen. Eure Kritik ist dergestalt, dass sie keinen Charakter allgemeiner Religionskritik1 hat, dass sie nicht in der Lage ist, rassistische antiislamische Diskurse in den Kontext imperialistischer Außenpolitik und nationalistischer Innenpolitik zu stellen? Sie ist so reaktionär, dass Verwechslungsgefahr mit der Islamkritik von Kirchenvertretern besteht? Oh weh!

Im weiteren Verlauf wird diese Absurdität nochmals deutlich:

Denn dort war der Trennungsstrich zwischen emanzipatorischer Kritik an einer Politik, die den Islam in den Mittelpunkt stellt und Islamhass gelungen, was leider in der letzten Zeit nicht immer der Fall war.

Ich gebe zu, ich finde den Satz schwer zu verstehen, aber ich finde, die Deutung liegt nahe: Das war der Unterschied zwischen linker und rechter Islamkritik, dass die Linken es sich verboten haben, jenes Objekt ihrer Kritik auch zu hassen?

Wer herausfinden will, wie es jetzt tatsächlich mit der Islamkritik der Veranstalter aussieht und ob sie sowas wie eine Religionskritik oder Antinationalismus überhaupt kennen, kann am Sonntag um 17 Uhr im Cafe Grössenwahn mitdiskutieren…

  1. Und, sollte dies irgendwo nötig sein, auch spezieller Islamkritik. Wüsste aber nicht, wo. Frauenverachtung, Autoritarismus, Denkverbot hat’s doch in fast allen Religionen. [zurück]

Atzen im sozialen Krieg.

Ey, BUNNY!!

Warum ist da vor mir noch niemand drauf gekommen?

Nur ein paar Jugendliche sind frustriert…

Windows

Soundtrack of my life…

…oder doch nur „back in the days“? ;)

Frau überfallen – Bierflasche erbeutet.

Mitte

# 0251

Opfer eines Überfalls wurde eine 57-Jährige gestern Abend in Moabit. Ein Unbekannter tippte der Frau gegen 21 Uhr 15 an der Kreuzung Perleberger Straße Ecke Birkenstraße von hinten auf die Schulter, bedrohte sie mit einer Schusswaffe und verlangte Geld. Sie gab an, kein Geld dabei zu haben und streckte dem Räuber stattdessen eine Bierflasche entgegen. Der Mann nahm die Flasche mit den Worten „passt schon“ und flüchtete in Richtung Rathenower Straße. Das Opfer blieb unverletzt.

Polizei-Ticker Berlin. Könnte fast lustig sein, wenn´s nicht sone scheiß Aktion wäre, jemanden zu überfallen. Props an die Frau. Das´ Berlin. Sowas lernt man nicht in Schwaben. :D

Den Herrschenden ein Gesicht geben.

Herrschende

Ob hüsch oder nicht. Frau Wawzyniak wählt den einfachsten Weg: kein öffentlicher Protest gegen die Aktionen der “rot-roten” Berliner Polizei- statt dessen “Photos knipsen gegen rechts”. Oh Mann, und solche leute gehen regelmäßig ans Grab von R. Luxemburg, einer Revolutionärin- die mit solchen “Linken” vom Schlage einer Wawzyniak sicherlich nichts zu tun hat: weder inhaltlich, noch was den persönlichen Mut, Einsatz und Konsequenz betrifft.

Das ganze Spektakel hier. Ich möchte mich nicht dafür einsetzen, dass Wawzyniak sich ihrer Pflicht als linke Herrschaftselite bewusst wird und den Repressionsorganen den Antifaschismus autonomer Auslegung einbleut. Aber das sie (mal wieder) so offensichtlich vor sich her heuchelt, dass finde ich, ist schon: eine Unverschämtheit! (mehr…)