Archiv der Kategorie 'Termine'

Termine für den März.

Da der Feminismus ganz offensichtlich1 immer noch nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet ist, empfehle ich den Roten Freitag dieser Woche (05.03.) im Baiz:

Die Frau im Kapitalismus: Warum die Frauenfrage mit der Gleichberechtigung nicht erledigt ist

1. Die Forderung nach Gleichberechtigung geht an den Gründen für die Schlechterstellung der Frau vorbei.

2. Die rechtliche Gleichstellung verbessert die Lage der Frauen in der Arbeitswelt und in der Familie nicht wirklich. Was sind die wirklichen Gründe?

3. Auch „längst überholte Vorurteile“ bei Chefs und bei „den Männern“ sind nicht der Grund für die Lage der Frauen.
Diese Geisteshaltung passt vielmehr zur kapitalistischen Konkurrenz, mit ihr werden Männer wie Frauen den Leistungsansprüchen von Staat und Kapital unterworfen.

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Junge Linke: „Kein Bock auf blauen Dunst = Nationalismus“.

Nichtraucher – ein Beispiel für Gesundheit als Stahlbad
Wer dem Staat bei seiner Argumentation gegen die Schlechtigkeit des Tabakrauchs folgt und dessen Beschränkung Sympathie zollt, der hat schon mindestens zwei Fehler gemacht.

Was hat das mit Stahlbad zu tun, wenn man keinen Bock darauf hat, sich die Lunge mit giftigem Qualm vollzuhauen bzw. von ziemlich rücksichtslosen bürgerlichen Individuen vollhauen zu lassen? Wenn man also ganz materialistisch seinen ureigenen Interessen nachgeht? Wer irgendeinen Spaß daran findet, sich so (sinnlos) den Körper zu ruinieren gerne, aber doch bitte nicht auf meine Kosten.
Weil es nationalistische Nicht-Raucher gibt, die staatliche Verbote befürworten, sind gleich alle Nicht-Raucher Nationalisten? Und wenn in staatlichem Auftrag wissenschaftliche Studien beweisen, dass rauchen sehr schädlich für die Gesundheit ist, ist das wahrscheinlich auch noch nationalistisch? Dummen Junge Linke!

Kosmoprolet #2. Thesen zur Krise.

Die Krise lässt den Gegensatz von Wert und Gebrauchswert noch deutlicher hervortreten, etwa im Bild des amerikanischen Polizisten, der durch ein verlassenes Haus patrouilliert, um sicherzustellen, dass seine bankrotten Bewohner tatsächlich ausgezogen sind und nun unter einer Brücke oder in einer der vielen neuen Zeltstädte ihr Dasein fristen. Eine Gesellschaft, in der die bewaffnete Staatsmacht dafür sorgt, dass ein Haus seinen menschlichen Zweck nicht erfüllt, ist offenkundig verrückt, und sobald die Proletarisierten im Bild dieses Polizisten das Wesen der Gesellschaft erkennen, könnte die Geschichte eine unerwartete Wendung nehmen.

Dienstag, 29. September 2009, 19:30 Uhr
K9 (Kinzigstr. 9, Berlin-Friedrichshain)
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Gute Freunde kann niemand trennen: Diskussionsveranstaltung von TOP Berlin, Leipziger Antifa und INEX zu „antinationaler Kritik“.

Da in meiner Kommentarspalte dafür Werbung gemacht wurde und ich diese Veranstaltung nicht völlig uninteressant finde, weise ich hiermit nochmal gesondert auf die Disku-VA dieser illustren Runde hin. Thema ist in bestem Antifa-ist-sexy-Englisch „Why we´re still not lovin` Germany!“. Das Ganze steht in Zusammenhang mit einer Demonstration gegen Deutschland und so, die in Leipzig stattfinden wird.

Wer sich jetzt fragt, wie TOP und Leipziger Antifas darauf kommen, einem etwas von antinationaler Kritik zu erzählen, steht genauso ratlos da wie ich und sollte vielleicht einfach am 17.09.09, 20h im Monarch1 in Kreuzberg 36 aufschlagen, um dort mitzudiskutieren. Das ist dann hoffentlich gewinnbringender als das wirre Gequatsche der Referenten – der Ankündigungstext ist durchaus als Drohung zu verstehen. (mehr…)

Tagesseminar der Jungen Linken gegen Kapital und Nation zur Kritik der Freiheit und ihrer linken Apologeten.

Das „…ums Ganze!“-Bündnis hat eine Broschüre zur Kritik der bürgerlichen Herrschaft herausgegeben und eine Kritik der „falschen“ Freiheit versprochen. Diese Kritik ist widersprüchlich: Mal wird gesagt, dass staatlich garantierte Freiheit deshalb schlecht sei, weil sie den Zwängen der kapitalistischen Verwertung unterliege. Durch die Zwänge, die von außen aus der Ökonomie an die staatliche Freiheit herangetragen werden, wird letztere zu einer schlechten Sache. An anderer Stelle hingegen wird gesagt, dass die staatliche Freiheit die Konkurrenz und die Kapitalverwertung mit ins Werk setzt. Dort ist dann Freiheit der Grund der ökonomischen Zwänge und nicht etwas den Zwängen äußerliches.
Auf dem Tagesseminar wollen wir gerne den Widerspruch nach einer Seite auflösen und begründen, wie die bürgerliche Freiheit die kapitalistische Konkurrenz in Gang setzt. Weiter wollen wir fragen, was denn mit einer „positiven“ „richtigen“ Freiheit gemeint sein soll, Uneindeutigkeiten klären und dabei durchaus selbstkritisch mit einigen Passagen aus dem Textarchiv von jungelinke arbeiten. Auch wenn das kompliziert klingt, Vorwissen ist nicht notwendig.

Das Ganze findet am 28. November 2009 in Berlin statt, die Junge Linke bittet um Anmeldung und will euch kein Geld dafür abnehmen. Ich hoffe, es finden auch „…umsGanze!“-Vertreter ihren Weg dorthin oder der Diskussionsstand der Jungen Linken wird anderweitig kommuniziert. Einzelne Personen hatten sich bekanntermaßen ja geäußert, dass man, anders als noch in der Broschüre selbst verlautbart, unterhalb der Gruppenebene nicht über die Inhalte des Heftchens diskutieren will.

Die Linken kriegen die Krise; Berlin und frankfurt.

Hinweis: Den Beitrag auf Indymedia habe nicht ich gepostet. Mir ist sowas zu billig.

Am 28. März werden in Berlin und frankfurt gleichzeitig zwei Demonstrationen mit dem gleichen Motto stattfinden: „Wir zahlen nicht für eure Krise!“. Ich muss gestehen, dass ich das Motto der Demos nicht im Ansatz verstehe. Ich könnte mich höchstens im Deuten versuchen, aber das wäre wenig gewinnbringend. Wer sind „wir“, wer sind „die“ in diesem Gleichnis? „Produzierender Sektor“ versus „Finanzsektor“? Verlierer gegen Gewinner? Mutter Beimer gegen den Aufsichtsrat von Lehman Brothers? Der Staat gegen die Wirtschaft? Den Kapitalismus als Totalität zu begreifen, die selbstverständlich den Proletarier genauso mit einschließt wie den Kapitalisten, davon halten die Organisatoren auf jeden Fall nichts zu halten. Moralischer Mehrwert wird generiert, in dem man versucht, „Täter“ und „Opfer“ auszumachen – und dementsprechend, ohne auch nur an einem der Gesetze des Kapitalismus etwas zu ändern, innerhalb des Systems „Lösungsansätze“ aufzuzeigen.
Diese Schwammigkeit ist wahrscheinlich durch die Organisatoren auch gewollt. Nicht zuletzt sollen ja die verschiedensten politischen Strömungen auf den Demos zusammenkommen.
Interessanter ist es, mal zu schauen, was die vermeintlich gesellschaftskritischen Kräfte im Bündnis auf die Beine stellen.
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Politik am Imbiss (Bronko).

Die drei Damen vom Grill

Der durch die Schrecken des Kapitalismus „wild gewordene“ Kleinbürger ist eine soziale Erscheinung, die ebenso wie der Anarchismus allen kapitalistischen Ländern eigen ist. Die Unbeständigkeit dieses Revolutionarismus, seine Unfruchtbarkeit, seine Eigenschaft, schnell in Unterwürfigkeit, Apathie und Phantasterei umzuschlagen, ja sich von dieser oder jener bürgerlichen ‚Mode’strömung bis zur ‚Tollheit‘ fortreissen zu lassen – all das ist allgemein bekannt. Aber die theoretische, abstrakte Anerkennung dieser Wahrheiten bewahrt die revolutionären Parteien noch keineswegs vor den alten Fehlern, die stets aus unerwarteten Anlässen, in etwas neuer Form, in früher noch nicht gekannter Verhüllung oder Umgebung, unter originellen – mehr oder weniger originellen – Umständen auftreten.1

Etwas geschockt musste ich feststellen, das per zufälliger Banner-Einblendung auf meinem Blog für einen Anarchistischen Kongress vom 10. – 13. April 2009 in Berlin geworben wurde. „Anarchisten? Das sind doch wildgewordene Kleinbürger!“ rief ich mein politisches Wissen ab. Das Programm des Kongresses schwankt denn auch zwischen durchaus interessanten Veranstaltungen, wie der des Gerhard Hanloser, anderem Geschwafel und der altbekannten anarchistischen, pseudo-revolutionären Selbstbestätigung, dem Abfeiern von politischem Bandenwesen, Spontaneität, Theorie- und Organisationsfeindlichkeit und „dem neuen Ding“ also. Beim Überfliegen der Programmpunkte fiel mir auch ein Workshop ins Auge, der von den North East Antifascists angeleitet wird. Also doch ein „ganz besonderes“ Schmankerl im Programm!
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Peter is back in town…

4.10.2008 :: ab 12 Uhr :: Haus der Demokratie (Greifswalder Str. 4)
zu erreichen mit den Bus- und Straßenbahnlinien M4, 200 und 240 bis Haltestelle “Am Friedrichshain”

1. Was ist Nationalismus?
(Junge Linke gegen Kapital und Nation / jimmy boyle berlin)

2. Was ist Staat und wie organisiert er das kapitalistische
Wirtschaften? (Peter Decker, Redaktion GegenStandpunkt)

3. Rechtsstaat und Demokratie
(wird noch veröffentlicht)

4. Workshops:
- Standortnationalismus
(Mag Wompel, labournet)
- (Was ist dran am) Diskurs über den “Überwachungsstaat”?
(Gruppe ,kein kommentar’ Berlin)
- Nationenfrage in der marxistischen Theorie & der Umgang mit nationalen Befreiungsbewegungen.
(Klassenautonomie / “Ex-Ex-Proletarisches Komitee”)
- Ansätze revolutionären Praxis
(Revolutionärer Aufbau Schweiz; Organisierte Autonomie Nürnberg)

Siehe auch MPunkt.

Siehe auch Mobi-Seite.

Affirmative Action.

Zum dritten Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, wird es erfreulicherweise und für mich etwas überraschend gleich zwei Veranstaltungen geben, die sich mit Nationalismus, dem Staat und dem Kapitalismus auseinandersetzen. Dem Aufruf zu Aktionen und zu einem Theorie-Kongress in Berlin vor einigen Wochen folgte heute ein Aufruf, der zu ähnlichem in Hamburg mobilisieren soll. Diesen Aufruf werde ich im folgenden kurz kommentieren. Mir sind da doch sehr viele und vor allem wichtige Fehler aufgefallen. Eventuell beschäftige ich mich auch bald mal mit dem Aufruf zu den Aktivitäten in Berlin. Beim Überfliegen sah er mir jedoch ganz ordentlich aus.

Schon im ersten Absatz scheint durch, dass die Verfasser_innen etwas, aber längst nicht alles von der Funktionsweise des bürgerlichen Staates begriffen haben, kreiden sie ihm doch an nur „bürgerliche Freiheiten und formale Gleichheit“ (Hervorhebungen von mir) garantiert zu haben und dies nur zu dem Zweck „die auf Privateigentum basierende kapitalistische Produktionsweise nach Innen wie auch im internationalen Maßstab durchzusetzen und abzusichern“.
Hier sind offensichtlich Idealist_innen der Freiheit und der Gleichheit unterwegs. Diese beiden Werte sind schließlich die Grundlage für die kapitalistische Produktion. Die Freiheit, diesen oder jenen Vertrag abzuschließen, sein Geld in dieses oder jenes zu investieren, sich ein Haus zu kaufen oder einen Urlaub zu machen, zu reisen, was auch immer, sie passt perfekt und notwendigerweise zur privaten Verfügungsgewalt über den Produktionsmittel, Grund, Boden, Wohnraum und Ressourcen. Dem beliebten Credo „Die Freiheit eines jeden endet dort, wo die des anderen anfängt“ würde noch jeder Kapitalist und jeder Politiker zustimmen. Gerade die Leute, die die Freiheit, mit etwas anstellen zu können, was sie wollen, wirklich nutzen können, zeigen immer wieder, wie weit die Freiheit im Kapitalismus gesetzt ist.
Da kann auch einem offensichtlich darbenden und hungernden etwas vorgegessen werden. Mehr, als höflich nach einem Stück vom Kuchen fragen, ist nämlich nicht erlaubt.
Die Freiheit, sie ist immer bürgerlich: In einer Welt, in der Willensbildung und Willensumsetzung nicht durch die Schranke des Privateigentums getrennt sind, ist die Garantie, dass mensch seinen Willen wirklich verfolgen darf, überflüssig.
Zur Gleichheit: Auch diese ist absolut und gerade deswegen so beschissen. Der Hinweis, sie sei „nur formal“ geht fehl. Jemand anderes als der Staat hat in dieser Gesellschaft ja überhaupt nicht die Macht, eine allumfassende Gleichheit zu setzen und natürlich sind die Leute vor ihm, vor seinem Gesetz gleich. Das ist ja hier der Punkt. Selbst den Idealisten der Gleichheit geht es ja nicht darum, dass alle exakt gleich aussehen, gleich handeln, gleich denken usw.
Die Härte an der Gleichheit ist doch, dass alle gleich behandelt werden und alle auf die gleiche Art der Verfolgung ihrer Interessen verwiesen werden, nämlich auf die Konkurrenz, die Anhäufung von Reichtum. Das da der Großteil der Gesellschaft ganz schön schlecht da steht, da er weder Kapital, noch Produktionsmittel hat, interessiert da gerade nicht. In der Praxis zeigt sich, dass der Großteil der Gesellschaft tatsächlich schlecht mit einer so eingerichteten Gesellschaft fährt.
Gleichheit und Freiheit zu affirmieren und diese einzufordern ist also aus gesellschaftskritischer Sicht großer Blödsinn.

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Anti-Islam-Konferenz, Antifa-Kongress, Gegen-Aktivitäten und die notwendige Diskussion.

Dieser Beitrag soll sich mit der „Anti-Islamisierungskonferenz“ und den Gegen-Aktivitäten zu ihr auseinandersetzen und damit, warum meine Unterstützung der Gegen-Aktivitäten gerade auf der Kippe steht. Ich werde in weiteren Beiträgen versuchen, eine Kritik an den Aufrufen zu formulieren, denn ein Auszug aus ihnen kam mir schon sehr affirmativ daher.

1. Die „Anti-Islamisierungskonferenz“

„Für das Wochenende vom 19. bis 21. September 2008 lädt die extrem rechte Bürgerbewegung pro Köln die europäische Rechte zu einem „Anti-Islamisierungskongress“ nach Köln ein.Erwartet werden nicht nur „Patriotische Gäste“ aus der BRD, wie Harald Neubauer (Herausgeber der neurechten Zeitschrift Nation und Europa) oder der Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche (ehem. CDU), sondern auch VertreterInnen rechtspopulistischer und rassistischer Gruppierungen aus ganz Europa. Jean-Marie Le Pen vom französischen Front National (FN), die Lega Nord aus Italien, die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), Vlaams Belang aus Belgien, Die Freiheitlichen aus Südtirol sowie extreme Rechte aus dem ehemaligen Jugoslawien, Ungarn usw. haben ihre Teilnahme zugesichert. Es ist mit 1000 Kongressgästen zu rechnen.“

Zu den Hintergründen des Kongresses, der richtigerweise von seinen Gegner_innen immer „Anti-Islam-Konferenz“ genannt wird, sei hierrauf und auf die Feststellung verwiesen, dass der Kulturalismus den klassischen Rassismus im modernen Diskurs ablöste, ohne unbedingt seine klassischen Argumentationen und Denkmuster nennenswert zu updaten. Die Huntingtonsche Denke von wesenhaften Kulturkreisen, die sich Kriege ums Überleben liefern und die – ebenfalls ihre Angehörigen – in sich homogen sind und die sich in höher- und minderwertige Kulturkreise unterteilen lassen, löst den biologistischen Rassismus ab, bedient sich jedoch am Ende nur in schöneren Worten seiner Denkweisen. Hier sei auf den einführenden Blog-Beitrag von lysis zum Thema verwiesen.

Für mich steht fest, dass es sich um bei der Konferenz um eine Veranstaltung handelt, die meinen Vorstellungen entgegensteht. Eben weil anstatt Religionskritik zu üben, rassistische „Islam-Kritik“ geübt wird, weil kulturalistisch-rassistische Argumentationsschienen bemüht werden und nicht zuletzt auch, weil die ReferentInnen und Teilnehmer_innen immer ein Interesse an der Verteidigung der Demokratie, des bürgerlichen Staates, des Systems, des Status Quo haben – vor allem, aber nicht nur gegen „die Vormoderne“, „den Islam“, „die Muslime“, „die Barbaren“.
Übel aufgestoßen ist mir, dass bei den Gegner_innen der Konferenz solch ein Interesse auch unterwegs zu sein scheint. Dazu später aber mehr.

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