Archiv der Kategorie 'Termine'

Die Qual der Wahl: Theo Wentzke zur Eurokrise und Junge Linke zu Standortnationalismus am Dienstag, dem 22.06.

Junge Linke: Standort, Standort, Standort — Antinationalismus & Kapitalismuskritik

[…] Mal rufen die Gewerkschaften zu einem kleinen Streik aus, mal demonstrieren Menschen jeden Montag gegen Hartz IV. Den meisten Protestler_innen in Deutschland ist dabei eines gemein: Sie haben nicht etwa Emanzipation, sondern das nationale Gemeinwohl im Sinn. Deutsche Gewerkschaften kämpfen für deutsche Standorte, HartzIV-Protestler_innen wünschen sich unter „Wir sind das Volk“-Rufen ganz romantisch den guten alten Sozialstaat zurück. Gleichzeitig stimmen alle gemeinsam mit der Regierung darin überein, dass „alle den Gürtel enger schnallen müssen“ – für Deutschland. Wie sieht eine deutschlandspezifische Kritik an Nation aus, die insbesondere einer kapitalismuskritischen Perspektive Rechnung trägt?

vs.:

Theo Wentzke: Die Eurokrise: Wenn Staaten ihren Kredit verlieren. Über das Zusammenwirken und den Gegensatz von politischer Macht und Finanzkapital

Die Finanzkrise geht in die nächste Runde und ruiniert Instanzen, die bisher als mächtige Retter der Banken und der Konjunktur aufgetreten sind: Souveräne Staaten und Währungen verlieren ihren Kredit. – Als erster Euro-Staat hat Griechenland seinen Kredit verloren; als nächste sind Portugal, Irland und Spanien ins Visier des Finanzkapitals gekommen, und auch der Kredit des G‑7/8-Mitglieds Italien ist längst in Zweifel gezogen.
Schon wieder erschüttert ein Akt der Spekulation die Welt und liefert einiges zur Aufklärung über die kapitalistische Welt: über das moderne Geld, über die Grundlagen der Finanzmacht der Staaten, über den inneren Imperialismus in der Europäischen Union und über die waghalsige Konstruktion einer gemeinsamen europäischen Weltwährung für 16 Nationen, die sich im Maastricht-Vertrag auf Konkurrenz gegeneinander verpflichtet und Finanzhilfen („Bail-out“) zur Abwendung drohender Staatspleiten ausdrücklich ausgeschlossen haben.
Und was bekommt das deutsche Publikum zu den dramatischen Vorgängen von Regierung und Medien mitgeteilt? Nichts als Unsinn und nationalistische Angeberei!
„Die Griechen (Portugiesen, Iren, Spanier, Italiener …) sind selber schuld!“, heißt es; sie hätten über ihre Verhältnisse gelebt; zu viel importiert und konsumiert, zu wenig gearbeitet und exportiert. Zu einer Außenhandelsbilanz aber gehören zwei Seiten! Der deutsche Export-Europameister erzielt Überschüsse im europäischen Handel haargenau in dem Maß, wie andere Länder – von überlegener Kapitalmacht und mit Kampfpreisen niederkonkurriert – Defizite ansammeln. Die griechische Pleite und der Zweifel an der Kreditwürdigkeit anderer Euro-Länder mit Importüberschuss ist das Spiegelbild des deutschen Erfolgs. Der EU-Binnenmarkt ist kein Kooperationsprojekt zur gegenseitigen Unterstützung befreundeter Völker, sondern ein Kampfplatz der Nationen, auf dem jede die Partner für ihr Kapitalwachstum ausnutzen will. Den Siegern stehen daher notwendig Verlierer gegenüber. […]
Bei all den imperialistischen Dummheiten und Frechheiten ist es höchste Zeit, dass man sich die neue politökonomische Weltlage wissenschaftlich erklärt, damit man sich nicht für „Sanierungs“programme vereinnahmen lässt.

8.6 | 18:30 | HU: Vortrag und Diskussion zum nationalistischen Spektakel Fußball-Weltmeisterschaft der Männer.

Im Juni 2010 rollt der Ball wieder und die Nationen der Welt treten in Südafrika gegeneinander an. Einen ganzen Monat liegen sich die Deutschen aller Coleur und unabhängig vom sozialen Status in den Armen und drücken der nationalen Kicker-Elite die Daumen. Für vier Wochen will man dann zu Gunsten der Völkerfreundschaft von sonst geltender Konkurrenz und Leistungsdruck nichts mehr wissen.

Wir möchten daher fragen und diskutieren:

Wieso leisten sich Staaten derlei nationale Großevents?
Warum springt die Bevölkerung auch noch so willentlich darauf an?
Weshalb braucht es bei all der Freude dann noch die riesigen Polizeitruppen, die ebenso aufgestellt werden?
Und was treibt eigentlich den Fußballfan, ob friedlich Fahnen-schwenkend oder radikal umher-prügelnd, an, dass er meint sein Deutsch-sein so nach außen kehren zu müssen?

Es referiert Dr. Freerk Huisken, der bis 2006 Professor an der Uni Bremen lehrte und noch immer regelmäßig kritische Standpunkte bezieht.

Datum: Dienstag, 8. Juni 2010
Zeit: 18:30 – 22:00
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin :: Unter den Linden 6 :: Raum 3094/3096

Erreichbarkeit: S+U-Bhf Friedrichstraße (S1,S2,S25,S3,S5,S7,S75,U6), Bus-Haltestelle Staatsoper (100,200,TXL) & Straßenbahn-Haltestelle Am Kupfergraben (M1,12)

Weitere Infos & Ankündigungen:
http://www.fhuisken.de/
http://www.sowifachschaft.de

Workshop-Tag „We love the crisis!“ am 5. Juni in Berlin.

TOP Berlin hat mitbekommen, dass Staat und Kapitalismus ’ne Menge miteinander zu tun haben und tut das angesichts der allgemeinen Krise der kapitalistischen Wirtschaft nochmal kund. So weit, so in Ordnung. Das Schnanana des Aufrufs halte ich damit für ausreichend beschrieben und gehe somit gleich dazu über, die Workshops, die ich für empfehlenswert halte, zu bewerben: (mehr…)

Termine für den März.

Da der Feminismus ganz offensichtlich1 immer noch nicht auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet ist, empfehle ich den Roten Freitag dieser Woche (05.03.) im Baiz:

Die Frau im Kapitalismus: Warum die Frauenfrage mit der Gleichberechtigung nicht erledigt ist

1. Die Forderung nach Gleichberechtigung geht an den Gründen für die Schlechterstellung der Frau vorbei.

2. Die rechtliche Gleichstellung verbessert die Lage der Frauen in der Arbeitswelt und in der Familie nicht wirklich. Was sind die wirklichen Gründe?

3. Auch „längst überholte Vorurteile“ bei Chefs und bei „den Männern“ sind nicht der Grund für die Lage der Frauen.
Diese Geisteshaltung passt vielmehr zur kapitalistischen Konkurrenz, mit ihr werden Männer wie Frauen den Leistungsansprüchen von Staat und Kapital unterworfen.

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Junge Linke: „Kein Bock auf blauen Dunst = Nationalismus“.

Nichtraucher – ein Beispiel für Gesundheit als Stahlbad
Wer dem Staat bei seiner Argumentation gegen die Schlechtigkeit des Tabakrauchs folgt und dessen Beschränkung Sympathie zollt, der hat schon mindestens zwei Fehler gemacht.

Was hat das mit Stahlbad zu tun, wenn man keinen Bock darauf hat, sich die Lunge mit giftigem Qualm vollzuhauen bzw. von ziemlich rücksichtslosen bürgerlichen Individuen vollhauen zu lassen? Wenn man also ganz materialistisch seinen ureigenen Interessen nachgeht? Wer irgendeinen Spaß daran findet, sich so (sinnlos) den Körper zu ruinieren gerne, aber doch bitte nicht auf meine Kosten.
Weil es nationalistische Nicht-Raucher gibt, die staatliche Verbote befürworten, sind gleich alle Nicht-Raucher Nationalisten? Und wenn in staatlichem Auftrag wissenschaftliche Studien beweisen, dass rauchen sehr schädlich für die Gesundheit ist, ist das wahrscheinlich auch noch nationalistisch? Dummen Junge Linke!

Kosmoprolet #2. Thesen zur Krise.

Die Krise lässt den Gegensatz von Wert und Gebrauchswert noch deutlicher hervortreten, etwa im Bild des amerikanischen Polizisten, der durch ein verlassenes Haus patrouilliert, um sicherzustellen, dass seine bankrotten Bewohner tatsächlich ausgezogen sind und nun unter einer Brücke oder in einer der vielen neuen Zeltstädte ihr Dasein fristen. Eine Gesellschaft, in der die bewaffnete Staatsmacht dafür sorgt, dass ein Haus seinen menschlichen Zweck nicht erfüllt, ist offenkundig verrückt, und sobald die Proletarisierten im Bild dieses Polizisten das Wesen der Gesellschaft erkennen, könnte die Geschichte eine unerwartete Wendung nehmen.

Dienstag, 29. September 2009, 19:30 Uhr
K9 (Kinzigstr. 9, Berlin-Friedrichshain)
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Gute Freunde kann niemand trennen: Diskussionsveranstaltung von TOP Berlin, Leipziger Antifa und INEX zu „antinationaler Kritik“.

Da in meiner Kommentarspalte dafür Werbung gemacht wurde und ich diese Veranstaltung nicht völlig uninteressant finde, weise ich hiermit nochmal gesondert auf die Disku-VA dieser illustren Runde hin. Thema ist in bestem Antifa-ist-sexy-Englisch „Why we´re still not lovin` Germany!“. Das Ganze steht in Zusammenhang mit einer Demonstration gegen Deutschland und so, die in Leipzig stattfinden wird.

Wer sich jetzt fragt, wie TOP und Leipziger Antifas darauf kommen, einem etwas von antinationaler Kritik zu erzählen, steht genauso ratlos da wie ich und sollte vielleicht einfach am 17.09.09, 20h im Monarch1 in Kreuzberg 36 aufschlagen, um dort mitzudiskutieren. Das ist dann hoffentlich gewinnbringender als das wirre Gequatsche der Referenten – der Ankündigungstext ist durchaus als Drohung zu verstehen. (mehr…)

Tagesseminar der Jungen Linken gegen Kapital und Nation zur Kritik der Freiheit und ihrer linken Apologeten.

Das „…ums Ganze!“-Bündnis hat eine Broschüre zur Kritik der bürgerlichen Herrschaft herausgegeben und eine Kritik der „falschen“ Freiheit versprochen. Diese Kritik ist widersprüchlich: Mal wird gesagt, dass staatlich garantierte Freiheit deshalb schlecht sei, weil sie den Zwängen der kapitalistischen Verwertung unterliege. Durch die Zwänge, die von außen aus der Ökonomie an die staatliche Freiheit herangetragen werden, wird letztere zu einer schlechten Sache. An anderer Stelle hingegen wird gesagt, dass die staatliche Freiheit die Konkurrenz und die Kapitalverwertung mit ins Werk setzt. Dort ist dann Freiheit der Grund der ökonomischen Zwänge und nicht etwas den Zwängen äußerliches.
Auf dem Tagesseminar wollen wir gerne den Widerspruch nach einer Seite auflösen und begründen, wie die bürgerliche Freiheit die kapitalistische Konkurrenz in Gang setzt. Weiter wollen wir fragen, was denn mit einer „positiven“ „richtigen“ Freiheit gemeint sein soll, Uneindeutigkeiten klären und dabei durchaus selbstkritisch mit einigen Passagen aus dem Textarchiv von jungelinke arbeiten. Auch wenn das kompliziert klingt, Vorwissen ist nicht notwendig.

Das Ganze findet am 28. November 2009 in Berlin statt, die Junge Linke bittet um Anmeldung und will euch kein Geld dafür abnehmen. Ich hoffe, es finden auch „…umsGanze!“-Vertreter ihren Weg dorthin oder der Diskussionsstand der Jungen Linken wird anderweitig kommuniziert. Einzelne Personen hatten sich bekanntermaßen ja geäußert, dass man, anders als noch in der Broschüre selbst verlautbart, unterhalb der Gruppenebene nicht über die Inhalte des Heftchens diskutieren will.

Die Linken kriegen die Krise; Berlin und frankfurt.

Hinweis: Den Beitrag auf Indymedia habe nicht ich gepostet. Mir ist sowas zu billig.

Am 28. März werden in Berlin und frankfurt gleichzeitig zwei Demonstrationen mit dem gleichen Motto stattfinden: „Wir zahlen nicht für eure Krise!“. Ich muss gestehen, dass ich das Motto der Demos nicht im Ansatz verstehe. Ich könnte mich höchstens im Deuten versuchen, aber das wäre wenig gewinnbringend. Wer sind „wir“, wer sind „die“ in diesem Gleichnis? „Produzierender Sektor“ versus „Finanzsektor“? Verlierer gegen Gewinner? Mutter Beimer gegen den Aufsichtsrat von Lehman Brothers? Der Staat gegen die Wirtschaft? Den Kapitalismus als Totalität zu begreifen, die selbstverständlich den Proletarier genauso mit einschließt wie den Kapitalisten, davon halten die Organisatoren auf jeden Fall nichts zu halten. Moralischer Mehrwert wird generiert, in dem man versucht, „Täter“ und „Opfer“ auszumachen – und dementsprechend, ohne auch nur an einem der Gesetze des Kapitalismus etwas zu ändern, innerhalb des Systems „Lösungsansätze“ aufzuzeigen.
Diese Schwammigkeit ist wahrscheinlich durch die Organisatoren auch gewollt. Nicht zuletzt sollen ja die verschiedensten politischen Strömungen auf den Demos zusammenkommen.
Interessanter ist es, mal zu schauen, was die vermeintlich gesellschaftskritischen Kräfte im Bündnis auf die Beine stellen.
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Peter is back in town…

4.10.2008 :: ab 12 Uhr :: Haus der Demokratie (Greifswalder Str. 4)
zu erreichen mit den Bus- und Straßenbahnlinien M4, 200 und 240 bis Haltestelle “Am Friedrichshain”

1. Was ist Nationalismus?
(Junge Linke gegen Kapital und Nation / jimmy boyle berlin)

2. Was ist Staat und wie organisiert er das kapitalistische
Wirtschaften? (Peter Decker, Redaktion GegenStandpunkt)

3. Rechtsstaat und Demokratie
(wird noch veröffentlicht)

4. Workshops:
- Standortnationalismus
(Mag Wompel, labournet)
- (Was ist dran am) Diskurs über den “Überwachungsstaat”?
(Gruppe ,kein kommentar’ Berlin)
- Nationenfrage in der marxistischen Theorie & der Umgang mit nationalen Befreiungsbewegungen.
(Klassenautonomie / “Ex-Ex-Proletarisches Komitee”)
- Ansätze revolutionären Praxis
(Revolutionärer Aufbau Schweiz; Organisierte Autonomie Nürnberg)

Siehe auch MPunkt.

Siehe auch Mobi-Seite.