Terrorismus

Wie kann er nur?!

Sigmar Gabriel erinnert die Situation der Palästinenser in Hebron nicht zu unrecht an die Apartheid. Die Nazi-Ornithologen von Publikative fällt dazu nichts weiter ein als: „Das gehört sich nicht! Wir haben dazu sogar ein paar Juden gefragt!“. Na denn!

Lew Dawidowitsch Trotzki: Über den Terror.

Pam-pam.

Unsere Klassenfeinde pflegen sich über unseren Terrorismus zu beklagen. Was sie damit meinen, ist ziemlich unklar. Gern würden sie alle Aktivitäten des Proletariats, die gegen die Interessen des Klassenfeindes gerichtet sind, als Terrorismus abstempeln. In ihren Augen ist der Streik das Hauptmittel des Terrorismus. Die Drohung mit Streik, die Organisation von Streikposten, der ökonomische Boykott eines Sklaventreibers, der moralische Boykott eines Verräters aus unseren eigenen Reihen – dies alles und noch viel mehr nennen sie Terrorismus. Wenn Terrorismus verstanden wird als jede Aktion, die den Feind mit Schrecken erfüllt und ihm schadet, dann ist der gesamte Klassenkampf natürlich nichts anderes als Terrorismus. Und die einzige Frage bleibt, ob die bürgerlichen Politiker das Recht haben, kübelweise moralische Entrüstung über den proletarischen Terrorismus auszu-gießen, wenn ihr ganzer Staatsapparat mit seinen Gesetzen, seiner Polizei, seiner Armee nichts anderes als ein Apparat für kapitalistischen Terror ist!

Doch wenn sie uns Terrorismus vorwerfen, versuchen sie – wenngleich nicht immer bewußt – diesem Wort eine engere, bestimmtere Bedeutung zu geben. Die Beschädigung von Maschinen durch Arbeiter beispielsweise ist Terrorismus in diesem strengen Sinne des Wortes. Die Tötung eines Unternehmers, die Drohung, eine Fabrik anzustecken, die Bedrohung eines Besitzers mit dem Tod, ein Mordversuch mit dem Revolver in der Hand an einen Minister: all dies sind terroristische Akte im eigentlichen Sinn. Trotzdem: jeder, der eine Vorstellung von der wahren Natur der internationalen Sozialdemokratie1 hat, sollte wissen, daß sie immer diese Art von Terrorismus bekämpft hat, und zwar auf die unversöhnlichste Weise. Warum? »Terrorisieren« mit der Drohung eines Streiks, oder tatsächlich einen Streik führen, ist etwas, das nur Industrie- oder Landarbeiter können. Die soziale Bedeutung eines Streiks hängt erstens direkt ab von der Größe des Betriebes oder der Industriebranche, die er in Mitleidenschaft zieht; und zweitens, inwieweit die Arbeiter, die sich daran beteiligen, organisiert, diszipliniert und bereit zum Handeln sind. Dieses gilt sowohl für den politischen als auch für den ökonomischen Streik. (mehr…)

Anlässlich des aktuellen Verfassungsschutzberichtes und dem linken Faible für aufrüttelnde Militanz: Lenin zum „Terrorismus“.

Beginnen wir vorn. Welches sind die Grundforderungen, die jeder Marxist bei der Untersuchung der Frage der Kampfformen stellen muß? Erstens unterscheidet sich der Marxist von allen primitiven Formen des Sozialismus dadurch, daß er die Bewegung nicht an irgendeine bestimmte Kampfform bindet. Er erkennt die verschiedensten Kampfformen an, und zwar „erfindet“ er sie nicht, sondern faßt nur die im Verlauf der Bewegung von selbst entstehenden Formen des Kampfes der revolutionären Klassen verallgemeinernd zusammen, organisiert sie und verleiht ihnen Bewußtheit. Der Marxismus lehnt alle abstrakten Formeln, alle doktrinären Rezepte entschieden ab und fordert ein aufmerksames Eingehen auf den sich tatsächlich abspielenden MASSENkampf, der mit der fortschreitenden Entwicklung der Bewegung, mit dem wachsenden Bewußtsein der Massen, mit der Verschärfung der ökonomischen und politischen Krisen immer neue und mannigfaltigere Methoden der Verteidigung und des Angriffs hervorbringt. Deshalb denkt der Marxismus gar nicht daran, ein für allemal irgendwelche Kampfformen abzulehnen. Der Marxismus beschränkt sich keineswegs nur auf die Kampfformen, die im gegebenen Augenblick allein möglich sind und angewandt werden, sondern hält es für UNVERMEIDLICH, daß bei der Änderung der jeweiligen sozialen Situation neue, in der gegebenen Periode unbekannte Kampfformen aufkommen. Der Marxismus LERNT in dieser Beziehung, wenn man sich so ausdrücken darf, aus der Massenpraxis und ist weit davon entfernt, darauf Anspruch zu erheben, die Massen Kampfformen zu LEHREN, die von Stuben“systematikern“ ertüftelt werden. Wir wissen, sagte zum Beispiel Kautsky, als er die Formen der sozialen Revolution untersuchte, daß die kommende Krise uns neue Kampfformen bringen wird, die wir jetzt nicht voraussehen können.

5

An Lenins einleitenden Worten seines Aufsatzes zum Partisanenkrieg ist weitergebenswert, dass er eine Bewertung verschiedener Kampfformen anhand irgendwelcher (moralischen) Dogmen ablehnt, sondern sie genau dort einordnet, wo es für eine revolutionäre Arbeiterbewegung sinnvoll ist: Ist diese oder jene Aktion zu diesem oder jenen Stand des Kampfes für unser Ziel, der Abschaffung des Kapitalismus und der Errichtung der Diktatur des Proletariats förderlich? Gleiches habe mit diesem Blogbeitrag, der mit weiteren Lenin-Zitaten arbeitet, vor und daher passt dieses Zitat wie Stahlstange auf Po…. (mehr…)