Archiv der Kategorie 'wie wir Kommunist_innen waren'

Wer hätte es gedacht…?

Anpolitisiert worden von Rage Against The Machine, von Sin Dios gewissermaßen in die Polit-Szene geprügelt worden; bei dem Sound konnte ich einfach nicht mehr ruhig sitzen bleiben… Merkt man garnicht, oder? ;)

They gonna privatize the air!

Ich habe die ALB-Broschüre zum ersten Mai 2008 kommunistisch kritisiert, darauf aufbauend ein AgitProp-Konzept auf einen Bierdeckel geschrieben, ein paar Leute von der „Marxistischen Studentenschaft“ ins Boot geholt und alles schnell (>>form follows function!< <) aufgenommen. Man sieht aber schon noch, wo die Argumente herkommen. Bündnisfähig bleiben! Politik kann so einfach sein. Wenn man nur will!

Das Ergebnis präsentiere ich euch hiermit:

Pop-Antifa war gestern – zurück in die Zukunft!

P.S.: Wer (die) andere(n) linken Parolen findet, die ich im Text untergebracht habe, soll sie hier posten, es gibt dann Preise.
P.P.S.: Das sollte eigentlich kein ALB-Diss-Beitrag werden, aber nun ist es geschehen. Nächstes Mal wieder die NEA. ;)

Hail to the world, the king is here.

Le Roi est mort, vive le Roi!

Silverstar.

Jahresendsause, bei der noch überhaupt nichts steht und die wahrscheinlich gerade deswegen sehr gut wird und ein Jahr, das wieder „mehr so mittel“ war, wenn überhaupt.
Kluge Menschen aber verdrängen einfach alles schlechte, was ihnen passiert ist oder sie gewinnen eine gewisse Distanz dazu und rationalisieren es oder sie heben es sich auf, schließen es sich ins Herz und gewinnen genügend Antrieb und Hass draus, um etwas Böses zu tun. ;)

Die Mühe, einen Jahresrückblick zu machen, überlasse ich RTL oder Nervbots wie „immomentvorbei“.

Ich wünsche allen Leuten, die mir was bedeuten, allen, die ich über das Jahr kennengelernt und in mein Herz geschlossen habe und allen, denen ich viel zu selten sage, dass sie mir etwas bedeuten ein wunderschönes neues Jahr.

Das vergangene Jahr kann im positiven Sinne als abenteuerlich bezeichnet werden und ich hab´ so ein Gefühl, dass sich das im nächsten Jahr noch steigert.

Da das andere Lied, das ich hochladen wollte, grad nicht aufzutreiben ist und zum Ende hin auch albern wird:

Wir sind Geez, Motherfucker – Geez, Motherfucker!1

You know, who you are…

  1. Caught In The Crack – Geez [zurück]

Meine erste und letzte antiimperialistische Kommando-Aktion; warum aufstachelnder Terror einfach nicht funktioniert.

Die Nachwendezeit. Ein halbes Land in national-trunkener Freude über den Blödsinn, den es veranstaltet hat und eine daniedergehende Wirtschaft. Teilweise Auflösung der alten sozialen Strukturen, sei es Partei- oder Hausgemeinschaft.

Mitten drin: Ich. Im Kindergarten. Wie immer versuche ich den Auftrag, den mir die Geschichte und das Proletariat gegeben haben, auszuführen. Proletarische Weltrevolution, in drei, zwei, eins, jetzt! Auftrag der Stunde: Bewahrung des politischen Restbewusstseins, Klassenbewusstsein auch unter den Jüngsten vergrößern. Die Eltern hatten es vergeigt, wir mussten es richten. So sollte der Bolschewismus innerhalb einer Generation wieder siegen. Das nächste Mal galt es der Destabilisierung des Systems durch fremde Geheimdienste noch sorgfältiger vorzubauen.
Mitten in diese Phase der halbillegalen Parteiarbeit fiel eine große Herausforderung für die politisch bewusste, objektiv revolutionäre Kinderschaft, die zugleich eine große Chance sein konnte. Das fremde Kapital machte auch vor unserem Kindergarten nicht halt, Arbeiter wurden beauftragt, unseren Laubhaufen, auf dem es sich vorzüglich spielen ließ, abzutragen. Da wurde nicht „nur“ die Plünderung unserer nationalen Ressourcen versucht, es wurde auch eine Quelle der Freude und damit der Kampfesmoral angegriffen. Das anstatt des ehrlichen Arbeiterspaßes bald „Micky Mouse“, Coca Cola und Westfernsehen die Szene dominieren sollten, lag auf der Hand.
Gegen diese Attacke organisierte sich auch ohne Zutun der Partei spontaner Widerstand. Mir fiel nur noch zu, der noch unbewussten und naiven Bewegung die Richtung zu weisen. Lenins strahlendes Avantgarde-Prinzip und das Wissens darum, dass die Partei trotzdem den Aufstand niemals erzwingen kann oder herbei palavern kann, fanden hier wieder einmal in dialektisch-materialistischer Weise zusammen.
Glücklicherweise standen mir einige verdiente und prinzipientreue Arbeiterkinder zur Seite, denen ich organisatorische Aufgaben übertragen konnte. Als ich aufbrach, um im Lager „unserer“ kollaborierenden Bourgeoisie wertvolle Informationen einzuholen, bot sich mir ein stolzes Bild: Die demokratischen, fortschrittlichen und sozialistischen Kräfte standen vereint zur Verteidigung unsere nationalen Gutes bereit. An ihrer Kampfkraft, an ihrem Willen musste jeder Angriff zerschellen!

Natürlich diskutierte auch der Klassenfeind die überraschende revolutionäre Dynamik. Mit markigen Worten und Durchhalteparolen wurde allen Fakten zum Trotz zum Angriff geblasen. Die Kindergartenleitung konnte es nicht wissen, aber mit diesem letzten Schritt des Verrats vollendete sie ihre Delegitimierung. Nun musste die proletarische Jugend zur Rätebildung schreiten.

Als mich meine ruhigen Schritte allerdings in Richtung der sozialistischen Morgenröte trugen, musste ich schockiert feststellen, dass meine – ehemaligen – Genossinnen und Genossen nun mithalfen, den Laubhaufen abzutragen. Keine Gewalt musste sie zwingen: Auch sie wurden mit einer geringen Beteiligung an der Ausplünderung und mit dem Versprechen auf andere, größere, westliche Vergnügungen gekauft.
Auch wenn die Klasse verwirrt war und subjektiv falsch handelte, die Schuld lag objektiv bei mir, hatte ich doch naiv auf ihre Spontaneit„t vertraut, anstatt mit ihrer ideologischen Schulung fortzuschreiten. Von dieser Arbeiterseligkeit, die Lenin doch schon in seinen Werken mit den Ausführungen über den Trade-Unionismus verhütet hatte, schlitterte ich, aufgewühlt wie ich war, in den Linksradikalismus – wie wir alle wissen Kinderkrankheit des Kommunismus.

Nur eines konnte in meinen Augen den Niedergang des Klassenkampfes verhindern, ein Fanal musste herbei und ich wollte es – koste es, was es wolle! – entzünden. Nicht einmal die Begrenzheit meiner Mittel, die National Volksarmee, die Volkspolizei und die Staatssicherheitsbehörden waren ja aufgelöst und entwaffnet, konnte mich von meinem Vorhaben abbringen. Bewaffnet, einzig und allein mit einer Tasse heißen Tees trat ich Tor_in dem Imperialismus entgegen. Wenigstens bot sich eine günstige Situation: Der Führer der arbeiteraristokratischen Bauarbeiterriege und die Kindergartenleiterin standen beisammen. Mit einem Schlag konnte ich sie also beide erwischen. Nun gut, da habt ihr’s! Leider trat der Pseudo-Arbeiter im Augenblick der Tat zur Seite, mein Geschoss traf also nur die Kindergartenleiterin. Zu allem Unglück hatte sich mein Heroismus nun auch noch an einer Marionette abreagiert…

Was nun folgte sollte mir den Blödsinn des aufstachelnden Terrors ein für alle Mal – zu spät – vor Augen führen. Anstatt das sich die Klasse besann, glaubte sie bereitwillig die Lügen der Herrschenden. Ich stand nun als blutrünstiger Terrorist da, ich und nicht etwa das System der Schweine war auf einmal moralisch delegimiert! Obschon ich wusste, wieweit die ideologische Desorientierung der Klasse fortgeschritten war, glaubte ich, sie durch die Eliminierung einer oder zweier Charaktermasken wieder auf Kurs bringen zu können. Die Verwirrung musste auch mich ergriffen haben. Hatte ich alles vergessen, was Genosse Wladimir Illitsch Lenin in seiner Schrift „Über den bewaffneten Aufstand“ geschrieben hatte? Wusste ich nicht mehr, was die Bolschewiki ihren deutschen Genossen nach der Novemberrevolution über alle Grenzen hinweg zu riefen? Die Revolution vorranbringen und dabei unbedingt vom Putschismus und vom unverantwortlichen Abenteurertum lassen? Hatte ich das Schicksal des Berliner Spartakusaufstandes, der roten Ruhr-Armee vergessen?

Für die Klärung all dieser Fragen blieb mir viel Zeit in einsamen Kritik-Selbstkritik-Sitzungen. Der Kindergarten sollte sich nie wieder von den Folgen meines Abenteurertums erholen. Alle Partei- und Vor-Partei-Strukturen zerfielen. Bald verließ auch mich der revolutionäre Eifer, ich wurde zum Zyniker und erst über zehn Jahre später sollte auf den Pfad des Sozialismus zurückfinden.

Ich lebe noch.

Wenn ich hier ab und an mal draufschaue, dann freue ich mich immer, dass sich pro Tag immer noch knapp hundert Leute auf diesen Blog verirren, obwohl seit längerer Zeit nichts mehr hier passiert ist. Das wird sich aber, wenn auch nicht sofort, wieder ändern. Keine Sorge! Zur Zeit habe ich jedoch zu wenig Zeit und Möglichkeiten, um regelmäßig etwas zu bloggen.

Meine Alma Mater1 stiehlt meine Zeit, doch nach langer Zeit des Nichtstuns, war es doch bitter nötig, dass ich meinem Leben wieder eine Perspektive, eine Richtung gebe. Dementsprechend glücklich war ich, als der Brief mit der vorläufigen Immatrikulation an der weltweit bekannten Akademie in meinem Briefkasten landete.

Wenn ich sehe, was für „Skandale“ ich verpasst habe, überkommt mich fast ein wenig Wehmut

„studiVz“: Ehemalige Klassenkameraden (der, der in der Stunde mal einpinkelt hat, weil er sich nicht getraut hat, zu fragen, ob er auf Toilette darf und der, der immer die Mädchen verhauen hat, bis ihm irgendwer mal aufs Maul gehauen hat) posieren stolz in der Bundeswehruniform und im Mario-Barth-T-Shirt. Deutsche Ottos sind eben so. Opfer!

Immerhin: Ich bin cool geblieben. :D Obwohl… *grusel*

Diaspora. Schulkamerad_innen, die nicht ganz so scheiße oder sogar überhaupt nicht scheiße waren, ziehen weg und die Streber_innen bleiben hier oder kommen von woanders her, um – immerhin – ein Studium an gerade einmal mittelmäßigen Berliner Unis abzureißen. Dafür Berlin. Die alten Freund_innen studieren und werden ausgebildet in urbanen Perlen wie Halle, Cottbus, Eisenhüttenstadt und Hamburg.

Zum Abschluss noch ein interessanter Text der Situationistischen Internationalen
[über] das Elend im Studentenmilieu“. Durch den Text bin ich noch lange nicht durch, aber er beschreibt die Eigenheiten des studentischen Status´ doch sehr treffend und mit einer angenehmen Distanz, die anderen oft fehlt. So kommt zum Beispiel der überhaupt nicht hochzuhaltende Schwebezustand der auszubildenden Studenten zwischem Stammklasse und Proletariat zur Sprache und wird analysiert, genauso wie das seltsame Selbstbild der Student_innen, das mensch so sogar schon an anderen (oder an sich selbst, nicht in meinem Fall) an sich festgestellt hat. Wenn ich mit dem Text durch bin, werde ich mal meine Lieblingsstelle(n) vorzeigen. Viele gute Punchlines sind ja durchaus enthalten.

In diesem Sinne: Erst-Semester, schreibts euch hinter die Ohren!

P.S.: Bald werde ich in diesen Beitrag das wahrscheinlich prolligste Lied der Welt editieren. Be aware!

Update: Endlich: Die Lokalmatadore – Gefangene der Straße (Ich hoffe, es funktioniert, der File-Upload ging verdächtig schnell…)

  1. welch´ Ironie: „Alma Mater“ und mancademy! [zurück]

Die finale Krise naht!

…wahrscheinlich nicht…

Mittlerweile redet die gesamte Welt (außer mir und meinen Freund_innen) über diese Bankenkrise und der us-amerikanische Staat macht gerade seinen halben Geldspeicher leer, um da gegenzusteuern und ich muss voller Scham erkennen: Ich habe immer noch keinen blassen Schimmer, was da überhaupt los ist. Wenn mir das jemand in der Kommentarspalte auseinandersetzen könnte oder wenn ihr gute Links zum Thema habt, wäre ich euch sehr dankbar.

Belanglosigkeiten.

Mensch ♥Tekknoatze, ich les‘ deine Beiträge eigentlich immer ganz gerne und wenn ich dann mal Bauchschmerzen hab‘, wenn du wieder irgendwelche Antiimp-Kinder bashst und schon einen halben Comment fertig hab, fällt mir nur auf, dass du – aus einer anderen Ecke kommend – halt die genauso abschießt, wie ich Anti-D-Kinder. Aber bei deinem neuesten Beitrag muss ich jetzt dochmal dazwischenrufen. No disrespect intended, aber ich brauch einfach n ganzen Beitrag, um mich damit zu beschäftigen.

Für eine Neubestimmung des Klassenbegriffs“ willst du eintreten, aber weswegen denn überhaupt? Wir haben es hier mit einer sozio-ökonomischen Kategorie zu tun. Menschen, die ihre Arbeitskraft verkaufen, weil sie nichts anderes haben: Proleten. Menschen, die Kapital haben und jenes in Produktionsmittel und Ressourcen stecken und dann Arbeitskräfte einstellen, damit diese dem ganzen Scheiß beim Produktionsprozess Wert zusetzen: Kapitalist_innen. It’s that easy.

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